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'A Moreninha' als Roman des brasilianischen Romantismo

Seminararbeit 2006 10 Seiten

Romanistik - Portugiesische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitungsteil
1.1. Vorbemerkung
1.2. Leben und Werk des Autors
1.3. Zusammenfassung des Romans

2. Hauptteil
2.1. Die Hauptpersonen
2.2. Handlungsorte
2.3. Sprache und Erzählperspektive
2.4. Die Legende von Ahy und Aotin

3. Schlussfolgerung: A Moreninha als typisches Werk der primeira geração? Verwendete Literatur und Internetquellen

1. Einleitungsteil

1.1 Vorbemerkung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Roman A Moreninha des brasilianischen Autors Joaquim Manuel de Macedo. 1844 als Fortsetzungsroman erschienen, eroberte das literarische Debüt des Autors schnell die Herzen der vorwiegend bürgerlichen Leserschaft und verhalf Macedo zu großer Bekanntheit in brasilianischen Schriftstellerkreisen.

Nach der Unabhängigkeit Brasiliens im Jahr 1822 war besonders die Intelligentia des Landes um eigene nationale Identität bemüht. Mit Domingos José Gonçalves de Magalhães` Werk Suspiros poéticos e sâudades hielt die Romantik Einzug in der brasilianischen Literatur. Sie war in der so genannten ersten Phase (1836- 1852) maßgeblich durch den Versuch geprägt, einen eigenen, von Europa unabhängigen Stil zu schaffen und zu definieren[1]. Dies geschah unter anderem durch die Kreation einer eigenen, „brasilianischen“ Sprache, die Beschreibung und Heraushebung des landschaftlichen Reichtums des Landes, sowie durch Stilisierung des Indios als nationalen Helden.

In wie weit sich Macedo mit A Moreninha in die Tradition dieser Primeira Geração setzt, und welche Charakteristika des Romantismo brasiliero der Roman aufweist, soll im Laufe dieser Arbeit behandelt werden.

1.2 Leben und Werk des Autors

Der Autor des zu behandelnden Buches, Joaquim Manuel de Macedo, wurde im Jahre 1820, kurz vor der Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal, in der Kleinstadt ltaboraí (RJ) geboren. Sein Vater Severino de Macedo Carvalho fungierte als Waisenrichter[2], womit sich Joaquims Familie in das bürgerliche Milieu einordnen lässt. Er absolvierte ein Studium der Medizin an der Universität zu Rio de Janeiro, sollte jedoch niemals einen medizinischen Beruf ausüben[3]: 1844 publizierte Macedo in der Tageszeitung Minerva Brasiliense seinen ersten Roman „A Moreninha“ in Form eines Fortsetzungsromans. Der große Zuspruch aus der Leserschaft animierte ihn, seine Karriere als Schriftsteller weiter zu verfolgen. Nur ein Jahr später veröffentlichte er einen weiteren Roman, „O moço loiro“, auf welchen noch 16 weitere folgen sollten.

1849 gründete er, gemeinsam mit Araújo Porto-Alegre und Gonçalves Dias, die literarische Zeitschrift Guanabara[4]. Sie fungierte neben zahlreichen weiteren Zeitschriften als Sprachrohr der romantischen und nationalen Ideen der zeitgenössischen Schriftstellergeneration. Im gleichen Jahr publizierte er sein ersts von insgesamt zwölf Theaterstücken.

Neben seiner Schriftstellerkarriere war er seit 1848 am neu gegründeten Instituto Histórico e Geográfico Brasileiro als Sozi-Korrespondent tätig. Gleichzeitig lehrte er brasilianische Geschichte und Geographie, zunächst am Colégio Pedro II, der damals angesehensten Bildungsinstitution des Staates[5], ab 1850 am königlichen Hof[6].

Als überzeugter Liberaler nutzte er sein journalistisches Talent zunächst als Gründer und Herausgeber der Parteizeitung A Nação, ab 1852 wurde er als Abgeordneter des Landtags von Rio de Janeiro selbst politisch aktiv. Den Höhepunkt seiner politischen Karriere erreichte er mit der Wahl zum deputado geral der Liberalen Partei (1864-1868, 1878-1881)[7].

Joaquim Manuel de Macedo kann also zusammenfassend als Schriftsteller und Lehrer mit großem politischem Engagement beschrieben werden.

1.3 Zusammenfassung des Romans

Die vier Studenten Antonio, Filipe, Leopoldo und Fabrício planen, den Dia de Sant` Ana im Haus von Filipes Großmutter auf der Insel Paquetá zu verbringen, wo an jenem Wochenende ein großer Empfang stattfinden wird. Der beziehungsunfähige Antonio lässt sich auf eine Wette mit Filipe ein: sollte er sich dort in eine der Anwesenden verlieben und mehr ihr mehr als vierzehn Tage die Treue halten, muss Antonio seine Liebesgeschichte in Form eines Romans niederschreiben; Kann er jedoch widerstehen, ist Filipe derjenige, der die Geschichte des konsequenten Antonio niederschreiben muss.

Der Grund für Antonios Wechselhaftigkeit in Bezug auf Frauen liegt in seiner frühen Jugend: Damals verliebte er sich bei einer zufälligen Begegnung am Strand in ein dunkelhaariges Mädchen. Sie schworen sich, einander eines Tages zu heiraten und tauschten ihre Medaillon-Anhänger untereinander. Seitdem ist sein Herz an dieses unbekannte Mädchen vergeben, welches er nie wieder traf.

Auf jener Insel angekommen, begegnet Antonio der jungen und temperamentvollen Carolina (A Moreninha), der Schwester von Filipe. Sie bezaubert ihn mit ihrer jugendlichen Sorglosigkeit und ihrer direkten, unkonventionellen Art. Als das Wochenende vorüber ist, kann er nur noch an sie denken und fährt unter dem Vorwand, von ihr das sticken lernen zu wollen, auf die Insel zurück. Es entwickeln sich tiefe Gefühle zwischen den beiden, doch als Antonio um Carolinas Hand anhalten will, lehnt sie ab: sie weiß von seinem Heiratsversprechen und besteht darauf, dass er erst seine einstige Liebe finde, um sein Versprechen aufzulösen. Er zeigt sein breve, dass er damals von der Unbekannten bekam, und Carolina erkennt es als ihres wieder: Sie ist das unbekannte Mädchen, welches er damals am Strand kennen und lieben lernte. Nun hat er also seine große Liebe gefunden, seine Wette allerdings verloren. So entsteht der Roman A Moreninha.

[...]


[1] Castello S.185

[2] Itaucultural.org.br

[3] Itaucultural.org.br

[4] Bilblio.com

[5] Por tras das letras.com

[6] Mundocultural.com

[7] Itaucultural.org.br

Details

Seiten
10
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638499354
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v54822
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
1,0
Schlagworte
Moreninha Roman Romantismo Proseminar Literatur Romanisches Seminar
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