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Moses in Bibel und Koran

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 16 Seiten

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorraussetzungen der beiden Schriften
2.1 Text
2.1.2 Pentateuch – Die fünf Bücher Moses
2.1.2 Die Mosesgeschichten im Koran
2.2 Zeitliche Einordnung
2.3 Struktureller Vergleich von Bibel und Koran

3. Moses Leben in den beiden Schriften
3.1 Moses Geburt, Jugend und Flucht nach Midina
3.1.1 Biblische Darstellung
3.1.2 Inhaltlicher Vergleich der Ereignisse im Koran
3.2 Der brennende Dornenbusch
3.2.1 Biblische Darstellung
3.2.2 Inhaltlicher Vergleich der Ereignisse im Koran
3.3 Die zehn Plagen
3.3.1 Vorgeschichte
3.3.2 Biblische Berichte über die zehn Plagen
3.3.3 Die Plagen im Koran

4. Abschließende Betrachtung am Beispiel des Exodus
4.1 Die Weisung Gottes
4.2 Die Reaktion des Pharao
4.3 Die Teilung des Meeres
4.4 Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis
5.1 Primär Literatur
5.2 Sekundär Literatur
5.3 Online Ressourcen

1. Einleitung

Die Geschichte von Moses findet sich sowohl in Bibel als auch im Koran wieder. Mit dieser Hausarbeit möchte ich deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersuchen. Ziel ist es, nach der Betrachtung festzustellen, wer Moses in den beiden Religionen ist und wen er repräsentiert. Keineswegs soll diese Hausarbeit die ganze Geschichte von Moses zitieren, dass wurde bereits zur Genüge von einer Vielzahl von Monographien übernommen. Vielmehr möchte ich anhand einzelner Geschichten bzw. Schlüsselereignisse im Leben Moses einen Vergleich anstellen. Besonders gut geeignet erschienen mir dabei die Passagen über Moses Geburt, Jugend und Berufung sowie dem Exodus aus Ägypten. Deshalb möchte ich mich in dieser Arbeit auf den Beginn Moses’ Lebens beschränken und den Vergleich nur bis hin zum eigentlichen Auszug aus Ägypten betreiben. Da diese Begebenheiten wohl die bemerkenswertesten aus dem Leben Moses sind, sollten sie genügen, um die Auffassung der beiden Bücher über ihn zu erkennen.

2. Vorraussetzungen der beiden Schriften

2.1 Text

2.1.2 Pentateuch – Die fünf Bücher Moses

Der Pentateuch bezeichnet den ersten Teil des Alten Testamentes. Er umfasst die fünf Bücher Moses (penta= <griech.> fünf): Genesis, Exodus, Leviticus, Numeri und Deuteronium. Den Namen Fünf Bücher Mose, erhielten sie, da sie laut Überlieferung von Moses verfasst worden sein sollen. Heutige Untersuchungen gehen aber von der Annahme aus, dass der Pentateuch aus vier verschiedenen Quellen besteht:

der Jahwist[1]

der Elohist[2]

der Deuteronomist

die Priesterschrift

Der Pentateuch umfasst eine Vielzahl von Erzählungen, lässt sich aber grob in drei Teile gliedern: 1. die Urgeschichte

2. die Patriarchenzeit

3. Leben und Wirken Moses

Im ersten Buch Moses wird die Urgeschichte sowie die Vätergeschichte erzählt. Erst im zweiten Buch Moses beginnt die eigentliche Erzählung von seiner Geburt, seinem Leben beim Pharao und seiner Berufung. Doch auf die genaue Geschichte werde ich später noch eingehen. Das Buch Exodus behandelt inhaltlich einen Großteil von Moses Lebensgeschichte.

2.1.2 Die Mosesgeschichten im Koran

Im Koran findet sich die Geschichte von Moses nicht so gebündelt. Was in der Bibel das Buch Exodus ist, ist im Koran auf mehrere Sure verteilt. Besonders ausführlich wird die Moses Geschichte in den Suren 7, 103-137, 10,75-92 und 28,3-42 sowie in Teilen der 20. Sure erzählt. Sie berichtet zusammenhängend von Moses Leben. Andere Stichpunkte der Mosesgeschichte finden sich jedoch nur verstreut wieder. So wird z.B. von seiner Berufung bereits in Sure 20 berichtet und fortgeführt in Sure 26. Diese Anordnung rührt von der Aufteilung des Korans her.[3] Besonders ausführlich wird im Koran z.B. die Auseinandersetzung zwischen Moses und dem Pharao wiedergegeben. Vor allem die Geschichte seiner Berufung und des Exodus werden im Koran wiederholt erzählt.

2.2 Zeitliche Einordnung

Zwischen 1730 und 1580 v. Chr. kamen die ersten semitischen Stämme nach Ägypten auf der Flucht vor der Dürre in ihrem Ursprungsland. Sie haben vermutlich in der Gegend zwischen Nildelta und der Sinaihalbinsel gelebt. Zuerst muss ihre Gegenwart den Ägyptern keinerlei Probleme bereitet haben. Zu dieser Zeit war der Pharao geistliches als auch weltliches Oberhaupt in Ägypten. Jedoch wurde das Volk sehr stark und muss in den Augen der Ägypter eine Bedrohung dargestellt haben, weshalb sie begannen, das israelitische Volk zu versklaven. Über die Dauer ihres Aufenthaltes werden in der Bibel unterschiedliche Angaben gemacht. Es ist die Rede von vier Generationen (Gen 15,16), 400 Jahren (Gen 15,13) bis hin zu 430 Jahren (Gen 12,40). Ursachen für diese Unterschiede liegen vermutlich in der fälschlichen Deutung der Zahlensymbolik bzw. auch in der Tatsache, dass die Vorfahren der Israeliten zu verschiedenen Zeiten nach Ägypten kamen. Weitläufig ist verbreitet, dass die Israeliten zur Zeit Ramses II in Ägypten als Arbeiter gelebt haben. Nach heutigem Forschungsstand wird jedoch davon ausgegangen, dass Merenpath, Ramses II Nachfolger, Pharao des Exodus’ war. Die Ägypter zwangen den Einwanderern harte Frondienste auf und unterdrückten sie auf barbarische Weise.

„Da zwangen die Ägypter die Kinder Israels unbarmherzig zum Dienst, machten ihnen das Leben bitter mit schwerer Arbeit in Ton und Ziegeln und mit mancherlei Frondienst auf dem Felde, mit all ihrer Arbeit, die sie ihnen auferlegten ohne Erbarmen.“

(Ex 1,13 – 1,14)

Dies führte zu einer unzufriedenen Stimmung innerhalb der unterdrückten Stämme und hatte deren Gegenwehr zur Folge. Anführer dieser allgemeinen Verteidigungsbewegung wurde Moses. Über die Unterdrückung wird auch im Koran berichtet. Der Pharao wird ebenso erwähnt. Zur zeitlichen Einordnung genügt hier aber nur die Erwähnung des Haman, eines persischen Ministers aus der Zeit Artaxerxes. Jedoch wird die Richtigkeit dieser Angabe aus wissenschaftlichen Kreisen angezweifelt, da es zeitliche Ungereimtheiten in Bezug auf diesen Herrscher gibt.

„Wir aber beabsichtigen, den im Land Unterdrückten Gnade zu erweisen und sie zu Vorbildern und zu Erben zu machen und ihnen Macht im Lande zu geben. Umgekehrt sollten Pharao und Haman und ihre Truppen zu sehen bekommen, was sie schon immer gefürchtet hatten.“ (Sure 28, 5 – 6)

2.3 Struktureller Vergleich von Bibel und Koran

Es ist zuerst zu nennen, dass die Bibel, in Bücher und Briefe, Kapitel sowie Verse aufgeteilt ist. Der Koran hingegen unterteilt sich in Sure und Verse. Die Gliederung der Bibel erfolgt zum größten Teil nach chronologischen Merkmalen. Zur Verwirrung der ungeübten Koran- Leser ist er von der längsten Sure bis zur kürzesten geordnet. Ein chronologischer Aufbau ist nicht feststellbar. Dafür wird zu Beginn jeder Sure erwähnt wo sie offenbart wurde. Auf sprachlicher Ebene ist der markanteste Unterschied wahrscheinlich die Erzählform der beiden Schriften. Während die Bibel einen Allwissenden Erzähler hat, der von Gott in der dritten Person berichtet, hat der Koran-Leser es mit einem Erzähler zu tun, der in der ersten Person Plural die Ereignisse wiedergibt. Vom Leser wird das „ Wir “ aus dem Kontext sehr schnell als Allah identifiziert. Nur in der direkten Rede von Allah wird „Ich“, „mir“ oder „meiner“ verwendet. Außerdem ist auffällig, wie sich der Koran nur an eine Person zu richten scheint, wohingegen die Bibel die Ereignisse neutral, für einen großen Kreis von Zuhörern aufbereitet. Der einzelne Adressat im Koran rührt wahrscheinlich von der Tatsache, dass der Koran an einen Propheten offenbart wurde und somit nur einen Hörer hatte. Im allgemeinen Vergleich kann man sehr einfach feststellen, dass in der Bibel eine genauere Benennung von Orten und Personen erfolgt. Sehr gut nachvollziehbar ist das z.B. an Moses Beobachtung des Kampfes vor dem Palast. Während in der Bibel „ [...]ein Ägypter einen seiner hebräischen Brüder schlug.“ (Ex 2,11) werden im Koran legendlich „ zwei Männer, die miteinander kämpften“ (Sure 28,15) erwähnt, deren Zugehörigkeit wie folgt beschrieben wird: „ [...]einer von ihnen gehörte zu seiner Gruppe, der andere zur Partei seiner Feinde.“ (Sure 28,15).

[...]


[1] siehe auch Fußnote 11

[2] In diesen Quellen wird Gott als „Elohim“ bezeichnet, daher wird diese Quelle Eloist genannt.

[3] siehe 2.3

Details

Seiten
16
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638498272
Dateigröße
614 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v54688
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
2
Schlagworte
Moses Bibel Koran Eine Vergleichende Analyse

Autor

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