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Leistungsbeurteilung von Kindern. Begriffe, Methoden, Fallstudien

Hausarbeit 2004 18 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Gliederung

1. Zum Begriff Leistung und
1.1. Leistung allgemein
1.2. Leistung in der Schule

2. Arten und Methoden der Leistungsbeurteilung
2.1. Die Aufgaben der Leistungsbeurteilung
2.2. Ziffernzensuren
2.3. Verbalbeurteilungen

3. Kinder und Leistung
3.1. Kinder und Leistungsbeurteilungen
3.1.1. Was entscheidet über gute, bzw. schlechte Noten?
3.1.2. Die Bedeutung des Selbstkonzeptes
3.1.3. Welche Art der Beurteilung wünschen sich Kinder eigentlich?
3.2. Fallanalyse von 9/10 jährigen Schülern
3.2.1.Hintergrund der Studie
3.2.2. Ergebnisse
3.2.3. Beispiele aus der Studie
3.2.4. Die Fallstudie-stellvertretend für alle Kinder?
3.3.Fazit: Kinder und Leistung

4. Was ist, wenn die geforderten Leistungen nicht erbracht werden?

5. Fazit

6. Literaturangaben

1. Zu den Begriffen Leistung und Leistungsdruck

Wir werden ständig und unser ganzes Leben lang mit Leistungsanforderungen konfrontiert, die wir selbst und andere an uns stellen. Zunächst als Schüler im Unterricht, später im Studium oder der Ausbildung, und auch im Berufalltag sind sie allgegenwärtig! Da ist es nur natürlich, dass damit eine verbreitete Angst zu versagen, eine Angst die an einen gestellten Leistungsanforderungen nicht erfüllen zu können, einhergeht. Vor allem die Schüler sind einem täglichen Leistungsdruck in der Schule ausgesetzt, ihre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Und dieses nicht nur in den regelmäßigen formellen Tests und Prüfungen, sondern auch in Prüfungssituationen während des Unterrichts und bei Vorgängen, die eng mit dem alltäglichen Unterrichtsgeschehen verknüpft sind, wie zum Beispiel den Hausaufgaben. Im Prinzip kann man also sagen, dass jede Äußerung und Handlung seitens der Schüler zum Gegenstand der Bewertung werden kann. Daher muss sich für uns Pädagogen zwangsläufig die Frage stellen wie die Schüler selbst Leistung sehen und wie sie mit dem Leistungsdruck umgehen.

Wir leben heute in einer Industrie- und Wettbewerbsgesellschaft, in der das Leistungsprinzip einen hohen Stellenwert genießt, jedoch nicht unumstritten ist. Dennoch wird häufig die Forderung laut, unser Schulsystem müsse auch gemäß diesem Leistungsprinzip funktionieren. Aber ist das überhaupt kindgerecht für Schüler der 1. bis zur 4. Klasse? Leiden sie unter zu starkem Leistungsdruck? Welche Art der Beurteilung wünschen sie sich? Viele berechtigte Fragen, denen ich hiermit zumindest ansatzweise auf den Grund gehen möchte.

1.1. Leistung allgemein

Der Begriff Leistung an sich ist sehr vielschichtig und wird in sehr vielen, immer unterschiedlichen Kontexten gebraucht, wie zum Beispiel die Leistung eines Leistungs- Sportlers, die einer ärztlichen Hilfe- Leistung oder eben auch die schulische Leistung eines Kindes. Offensichtlich ist demnach, dass es in unserer Gesellschaft diverse Arten von Leistungen gibt, die nicht direkt miteinander verglichen werden können, da die Rahmenbedingungen völlig verschieden sind. Die verschiedenen Definitionen aufzuzählen, bzw. zu diskutieren welche davon das Phänomen der Leistung am besten beschreibt würde an dieser Stelle allerdings zu weit führen. Meiner Meinung nach liegt das im Auge des Betrachters und jeder sollte sich hier seine eigene Meinung bilden. Konzentrieren wir uns also lieber auf die Grundschule und betrachten zunächst die Leistung im schulischen Kontext.

1.2 . Leistung in der Schule

Der Ursprung des Wortes “Leistung” setzt sich zusammen aus dem indogermanischen “leis”, was soviel bedeutet wie “Fußspur, Furche” und dem gotischen “laistjan”, “einer Spur nachfolgen” (Sacher 2001, 218). Dementsprechend liegt es nahe den Leistungsbegriff dahingehend zu definieren, dass eine gewisse Spur vorgegeben ist, an der man sich orientieren sollte. Leistung ist demnach nach Werner Sacher nicht nur ein Ausdruck des Könnens eines Schülers, sondern vielmehr auch ein Hinweis auf den Grad, in dem das Kind dem an ihn gestellten Anforderungen zu entsprechen vermag. So lässt sich die Anstrengung bezeichnen, die ein Schüler aufbringen muss, um das Ziel zu erreichen, und deren Niederschlag auf den Lernfortschritt.

Leistung ist allerdings ein recht schwieriger Begriff im Hinblick auf Kinder, da diese eine andere Auffassung von Leistung haben. Für Kinder zählt bei ihrer vollbrachten Leistung das gesamte Werk. Deutlich wird das am Beispiel eines geschriebenen Textes. Für das Kind gehören auch eingefügte Zeichnungen, Sauberkeit der Schrift, Farben und etc. zur Leistung dazu und eben nicht nur die Rechtschreibung, wie es dann beim klassischen Diktat der Fall ist. Will man also als Pädagoge die Leistung des Schülers kindgerecht beurteilen, müsste man das Werk demnach ganzheitlich betrachten.

Problematisch kann es dann werden, wenn Leistungsdruck entsteht. Unter diesem ist letztendlich das Ausmaß und die Höhe von Leistungsanforderungen- im Sinn von Lernarbeit, die vom Schüler erwartet wird- zu verstehen (Vgl. Hotappels, 1987). Er kann dann problemauslösend werden, wenn der Schüler

1. das Gefühl hat, dass ihm die schulischen Formen der Leistungserbringung nur geringe Chancen für ein gutes Abschneiden in der Schule lassen.
2. den Spaß an der Schule und am Lernen verliert und sich sein Erwerb von Kenntnissen auf abprüfbares Wissen reduziert.
3. an die Grenzen seiner Belastbarkeit stößt.
An dieser Stelle ist außerdem anzumerken, dass die Leistungsstandards variieren, und zwar zwischen Altersgruppen, Geschlechtern, Bundesländern, Schulen und Klassen (Vgl. Oerter/Montada, S. 860). Da stellt sch natürlich die Frage, ob das gerecht ist!

Dieser Leistungsdruck kann sogar schon vor Beginn der eigentlichen Schulzeit beginnen, da unser Einschulungssystem in Deutschland von einem gewissen Entwicklungsstand beim Kind ausgeht und diejenigen, die diesen Anforderungen nicht gerecht werden aufgrund der auf Kern (1954) begründeten scheinbar fehlenden "Schulreife" vom Schuleintritt zurückgestellt werden. Demnach erwartet die Schule von den Kindern schon von Anfang an eine gewisse Leistung, ohne auf den jeweils unterschiedlichen Entwicklungsstand der Kinder einzugehen. Dies setzt sich weiter fort in festgefahrenen Lehrplänen oder Stoffsammlungen, die von der Lehrkraft einfach abgehakt werden. Aber nicht nur zu Anfang des Schuljahres, auch am Ende jedes Schuljahres (ab der 2. Klasse) müssen die Kinder wieder bestimmte Leistungen erbringen, um in die nächste Klasse versetzt zu werden. So werden erneut alle in einen Topf geworfen, wenn es darum geht das Klassenziel zu erreichen und es gibt keine individuelle Zielsetzung für individuelle Kinder

Glücklicherweise wird jedoch in den letzten Jahren immer mehr Wert auf innere Differenzierung im Unterricht gelegt, um näher auf den jeweils individuellen Entwicklungsstand der einzelnen Kinder einzugehen und dem einzelnen Kind durch dieses adäquateres Angebot mehr Chancen zu bieten.

Im folgenden werde ich darauf eingehen, auf welche Art und Weise der Lehrer überhaupt die Leistungen der Schüler bewerten kann.

2. Arten und Methoden der Leistungsbeurteilung

Es gibt verschiedene Arten, die von den Schülern erbrachten Leistungen zu bewerten und diverse Vor- und Nachteile derselbigen. Doch zunächst erst mal:

2.1. Die Aufgaben der Leistungsbeurteilung

Die Leistungsbeurteilungen erfüllen im Allgemeinen vier Funktionen:

1. Berechtigungsfunktionen:

Klassifizierung ( Zuweisung in die für den Schüler geeignete Klassenstufe)

Auslese ( maßgebend für weitere schulische und berufliche Laufbahn)

2. Berichtsfunktionen:

Für die Schüler (Informationen über ihre eigenen Leistungen)

Für die Eltern (Informationen über die Leistungen ihres Kindes)

Für den Lehrer (Rückmeldung über Leistungsstand der Schüler)

[...]

Details

Seiten
18
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638495431
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v54301
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Lehrstuhl für Grundschulpädagogik
Note
2
Schlagworte
Kinder Leistung Aktuelle Probleme Religionsunterrichts Grundschule

Autor

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