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Was heißt es eine Frau zu sein,was heißt es ein Mann zu sein?

Studienarbeit 2005 20 Seiten

Philosophie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Verhältnis der Geschlechter

3. Damals und Heute – Veränderung der Geschlechterbilder
3.1. Die typischen Rollenzuschreibungen
3.2. Die Frauenbewegung
3.3. Die Folgen der Frauenbewegung
3.4. Das Miteinander von Frau und Mann- Partnerschaft und Familie

4. Kampf der Geschlechter
4.1. Das starke und das schwache Geschlecht?
4.2. Verschiedene Verhaltensmuster

5. Wer bestimmt wen – sind wir abhängig von den Erwartungen an unser Geschlecht? → Ein Resümee

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Was bedeutet es, eine Frau zu sein, was bedeutet es ein Mann zu sein?“

Dieser Fragestellung ist diese Studienarbeit gewidmet. Das Thema ist ein Allumfassendes. Erforscht in Biologie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik und noch vielen weiteren Professionen.

Die Medien sind voll von Forschungen, Vergleichen und Rätseln über die Unterschiede der Geschlechter. Uns begegnen Titel, wie: Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“[1], „Typisch Frau, typisch Mann“[2], oder „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“[3] und nicht zuletzt die Wörterbücher „Deutsch - Mann, Mann - Deutsch“[4], wie auch sein Gegenstück „Deutsch - Frau, Frau - Deutsch“[5], die all unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Schließlich sind wir alle- egal ob weiblich oder männlich – in dieses Thema ínvolviert. Wir interessieren uns alle für dieses Thema, warum sonst beobachtet man, das neue Bücher und Artikel zu diesem Thema ständig neu gedruckt werden?

Ich möchte einige Entwicklungen der Geschlechterrollen aufzeigen, indem ich mich vor allem eingehender mit der Frauenbewegung, der sogenannten Emanzipation beschäftige.

Ebenso habe ich mich mit einigen der aktuellen Abhandlungen dieses Themas näher befasst, die ich in einer sozialphilosophischen Sichtweise weiter erläutere.

Die wesentliche Frage, mit der ich mich in dieser Arbeit befassen werde, lautet:

„Ist das was wir sind abhängig von unserem Geschlecht?“

In einer eher amüsanten Sichtweise befasst sich das Buch „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“[6] damit, was denn die Unterschiede sind und woher sie rühren, die Männer und Frauen ausmacht. Das Ehepaar Allan und Barbara Pease haben sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt, sind dafür 400 000 Kilometer gereist, um nicht nur ein humorvolles, sondern auch gut recherchiertes Buch zu schreiben. In ihrer Einleitung erklären sie eindrucksvoll: „Frauen und Männer sind unterschiedlich. Nicht besser oder schlechter, sondern unterschiedlich“[7]

Genau dies ist es, was auch mein Grundsatz war, diese Studienarbeit zu verfassen. Ich möchte die Unterschiede betrachten, keinen weiteren Kampf darüber entfachen, welches Geschlecht das Bessere ist.

2. Das Verhältnis der Geschlechter

Warum sind Mann und Frau unterschiedlich? Betrachtet man diese Frage, so lässt sich schon in der Bibel einiges über den Ursprungsgedanken der Unterschiedlichkeit der Geschlechter lesen. Betrachtet man einen der ersten Verse der Bibel, so stellt man fest, dass aus christlicher Sicht „ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen (...) wird und seinem Weibe anhangen und sie werden sein ein Fleisch“[8] Dies bedeutet, dass Mann und Frau füreinander geschaffen sind, sie sollen sich vereinen, trotz ihrer Unterschiedlichkeit. Desweiteren ist in der Bibel zu lesen, dass Gott dem Mann eine „Gehilfin“ geschaffen hat[9]. Hier könnte man jetzt fragend anmerken, ob dies bedeutet, dass laut der Bibel Mann und Frau nicht gleichberechtigt und gleichwertig sind. Liest man jedoch die Anmerkungen zu dem Vers, so wird von einem GEGENÜBER für den Menschen geredet. So ist anzunehmen, dass Mann und Frau sich gegenseitig als Hilfe und auch Ergänzung sehen sollten.

Diese tausende von Jahre alten Gedanken geben Denkanstösse. Sind Frau und Mann sich tatsächlich Hilfe und Ergänzung? Stehen wir zueinander, wie ein Fleisch?

Das Verhältnis von Mann und Frau zueinander ist ein immer häufiger erforschtes Gebiet, das mit viel Interesse von den Medien aufgegriffen wird und hiermit auch von der Bevölkerung genau angeschaut wird.

Doch egal, welche Epoche wir betrachten, es zeigt sich deutlich, dass beide Geschlechter nicht ohne das andere sein können und auch wollen, auch wenn das Miteinander viele Herausforderungen birgt.

3. DAMALS UND HEUTE – Veränderungen der Geschlechterbilder

3.1. Die typische Rollenzuschreibungen

Man kann Geschlecht zuerst einmal in einem biologischen Kontext betrachten, als eine „natürliche“ Zuschreibung einer Rolle. Dabei fällt auf, dass die Unterschiede klar auf der Hand liegen. Die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau ist festzustellen an den primären und sekundären Geschlechtsmerkmale des Körpers. Die Frau hat Brüste, eine rundlichere Figur, einmal im Monat ihre Menstruation. Der Mann hat einen Bartwuchs, allgemein stärkere Behaarung, einen Stimmbruch in der Pubertät. Bei beiden sind die primären Geschlechtsteile verschieden, sowohl in Aussehen als auch in Ausstattung. Ebenso finden sich Unterschiede in hormonellen Zusammenhängen, in den Chromosomen, in den Keimdrüsen, in der Anatomie...[10]

Doch dies sind nicht die einzigen Merkmale, die uns voneinander unterscheiden. Viel interessanter ist die Frage, was die Unterschiede im Verhalten des jeweiligen Geschlechts ausmacht.

Was gilt denn nun als „typisch weiblich“ beziehungsweise „typisch männlich“ ?

Hierzu gibt es viele Meinungen. Würde man eine Umfrage starten, so würde man in etwa ähnliche Antworten bekommen:

Jungen seien „rauflustig, lebhaft, mutig, aggressiv, dominierend, mit guten mathematischen und räumlich- visuellen Fähigkeiten ausgestattet“[11]

Bei der Frage nach den Eigenschaften der Mädchen ergäbe sich folgendes Bild: „hilfsbereit, fürsorglich, gehorsam, ruhig, früh selbstständig, gefühlvoll, ausdauernd, sprachlich besonders begabt“[12]

Ergänzen ließe sich diese Auflistung mit Werten, dass eine Frau schön sein und ein Mann stark sein muss. Ein Mann muss die Frau beschützen können, die doch Angehörige des „schwachen Geschlechtes“ ist.

Inzwischen leben wir im 21. Jahrhundert, indem diese Rollenzuschreibungen nicht mehr ganz so starr und allgemein gültig angesehen werden. Das alles ist kein Absolutum, aber eine doch sehr weit verbreitete Tendenz der Ansichten. Sie sind da, die Vorstellungen, wie ein Mädchen oder Junge und später eine Frau oder ein Mann zu sein hat.

Viele soziologischen Ausarbeitungen sagen aus, dass das Geschlecht nur sehr bedingt in Untersuchungen berücksichtigt wird, da Geschlecht nur „auf einer vorbewussten bis unbewussten Ebene wirksam ist“.[13]

Dies würde bedeuten, dass uns unser Geschlecht in unserem Verhalten nicht wesentlich beeinflusst. Allerdings kann man anhand von zahlreichen Studien feststellen, dass es doch sehr wesentliche Unterschiede im Verhalten von Frauen und Männern gibt.

Die Identitätsbildung spielt eine große Rolle darin, wie wir uns verschiedene Verhaltensmuster aneignen und uns die typischen Rollenzuschreibungen zu eigen machen oder andererseits ein Verhalten entwickeln, das nicht den Erwartungen aufgrund unseres Geschlechtes entspricht..

Bei Jungen steht ein „männliches“ Auftreten in der Phase der Identitätsbildung stark im Vordergrund. Alles schwache wird abgelehnt, als Mann muss man stark sein. Dieses stark sein meint vor allem die physische Stärke, wenn diese auch heutzutage zum Überleben nicht mehr so wichtig ist, wie in früheren Kulturen, so ist sie doch für die heranwachsenden Männer von großer Bedeutung. Männer müssen sich gegenseitig und letztendlich auch sich selbst ihre Männlichkeit, die an der Stärke und Härte gemessen wird immer wieder beweisen. Sie stellen sich gegenseitig auf harte Proben und liefern sich gegenseitigen Wettkämpfen aus.[14]

[...]


[1] Quelle: Buch: Pease, Allan und Barbara: „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken- Ganz natürliche Erklärungen für eigentlich unerklärliche Schwächen“, Ullstein Taschenbuchverlag, 2000

[2] Quelle: RTL Fernsehshow: „Typisch Frau, typisch Mann“; ausgestrahlt am 30.10.2005 und 06.11.2005, jeweils 20:15 Uhr auf RTL Television. Über die Show ist nachzulesen unter : http://www.rtl.de/tv/tv_904339.php (Zugriff am 08.10.2005)

[3] Quelle: Buch: Evat, Chris: „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus- Tausend und ein kleiner Unterschied zwischen den Geschlechtern“ Piper Verlag, 2005

[4] Quelle: Buch: Fröhlich, Susanne; Kleis, Constanze: „Deutsch- Mann, Mann- Deutsch“, Langenscheidt, 2005

[5] Quelle: Buch: Barth, Mario: Deutsch- Frau, Frau- Deutsch“, Langenscheidt, 2004

[6] Quelle: Pease, Allan & Barbara: „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken- Ganz natürliche Erklärungen für eigentlich unerklärliche Schwächen“ Ullstein Taschenbuchverlag, 2000

[7] Zitat: Pease, Allan & Barbara: „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken- Ganz natürliche Erklärungen für eigentlich unerklärliche Schwächen“ Ullstein Taschenbuchverlag, 2000, Seite 20

[8] Zitat: Die Bibel, Übersetzung nach Martin Luther, Hänssler Verlag Neuhausen- Stuttgart, 1986, 1. Mose Kapitel 2, Vers 24

[9] Quelle: Die Bibel, Übersetzung nach Martin Luther, 1. Mose Kapitel 2, Vers 18, Hänssler Verlag Neuhausen- Stuttgart, 1986

[10] Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtsmerkmale (Zugang: 23.11.2005)

[11] Zitat: Hoppe Heidrun, „Frauenleben: Alltag, Aufbruch und neue Unsicherheiten“ Kleine Verlag GmbH, Bielefeld, 1993, Seite 18

[12] Zitat: Hoppe Heidrun, „Frauenleben: Alltag, Aufbruch und neue Unsicherheiten“ Kleine Verlag GmbH, Bielefeld, 1993, Seite 18

[13] Zitat: King, Vera: „Die Entstehung des Neuen in der Adoleszenz“, 2002, Seite 67, zitiert nach Bourdieu 1997

[14] Vergleiche: Friebertshäuser, Barbara: „Jugendsubkulturen- Orte der Suche nach einer weiblichen oder männlichen Geschlkechtsidentität“, 1995, Seite 183/ 184

Details

Seiten
20
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638494908
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v54238
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen
Note
2,0
Schlagworte
Frau Mann Sozialphilosophie

Autor

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