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Was ist Wissenschaft? Definition, Ziele, Entwicklungen

Hausarbeit 2020 17 Seiten

Philosophie - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtliche Entwicklung der Wissenschaft
2.1 Antike
2.2 Mittelalter
2.3 Neuzeit

3. Denkschulen
3.1 Positivismus
3.2 Kritischer Rationalismus
3.3 Kritische Theorie
3.4 Die Wertfreiheit der Wissenschaft
3.5 Der Positivismusstreit

4. Was die Wissenschaft ausmacht

5. Was ist Wissenschaft?

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

S. Seite

Hrsg. Herausgeber

Et al. und andere

1. Einleitung

Die Fragestellung Was ist Wissenschaft ist aktueller denn je. In gesellschaftlichen Diskussionen zum Beispiel bezüglich des Klimawandels werden verschiedene Meinungen bezüglich der Wissenschaften und oder Wissenschaftlichkeit sichtbar und hörbar. Auch in Bezug auf den Begriff Armut gibt es unterschiedlichste Interpretationen bezüglich der Zahlen und deren Bewertung. Was ist zum Beispiel absolute Armut? Was ist relative Armut? Und was bedeutet das dann jeweilig für die betroffene Person?

Die vorliegende Hausarbeit unternimmt den Versuch sich der Frage zu nähern Was ist Wissenschaft? Es wird der Versuch unternommen den Begriff der Wissenschaft zu definieren beziehungsweise einzugrenzen, es wird auf das Wesen der Wissenschaft sowie auf einige einflussreiche Denkschulen eingegangen. Um Antworten auf die gestellte Frage zu bekommen und um sich einer möglichen Definition für Wissenschaft zu nähern wird die geschichtliche Entwicklung der Wissenschaft skizziert. Was ist das Ziel der Wissenschaften, wie entwickelte sich die Wissenschaft bis zu heutigen Zeit? Das sind die Fragen die im Rahmen dieser Hausarbeit beantwortet werden. Zu Beginn sei gesagt das diese Hausarbeit nicht den Anspruch erhebt eine vollumfassende Antwort auf die Ausgangsfrage zu bieten, dies ist aufgrund des Umfangs der Arbeit nicht möglich, ebenso kann diskutiert werden ob eine umfassende Beantwortung auf die Fragestellung Was ist Wissenschaft überhaupt möglich ist. Als Methode für diese Arbeit wurde die Literaturrecherche gewählt. Bei der Recherche viel auf, dass eine riesige Menge an Literatur zum Thema Wissenschaftstheorie oder Erkenntnistheorie bestehen, nicht umsonst ist die Wissenschaftstheorie eine eigenständige Wissenschaftsdisziplin. Auch hieran lässt sich die Aktualität und Wichtigkeit des Themas erkennen. Zunächst wird ein Blick in die geschichtliche Entwicklung der Wissenschaft geworfen. Im darauffolgenden Kapitel werden Denkschulen, deren Auffassung von Wissenschaft vorgestellt und verglichen, bevor das Wesen, das Ziel, und einige Begriffe der Wissenschaft erläutert werden. Im Schlussteil folgt der Versuch die zuvor erarbeiteten Ergebnisse und Erkenntnisse auf die Ausgangsfrage zu beziehen.

Wissenschaft ist eine der selbstverständlich gewordenen Begriffe unserer Zeit Holm Tetens spricht in seinem Buch von einer wissenschaftlich-technischen Zivilisation in der wir aktuell leben und gibt zu bedenken das der Mensch geschichtlich gesehen die meiste Zeit ohne Wissenschaft gelebt hat. Mythologie war eines der ersten Erklärungsmodelle. (Tetens, H. 2013. S.11).

2. Geschichtliche Entwicklung der Wissenschaft

2.1 Antike

Schon immer versuchten Menschen Phänomene zu erklären oder zu verstehen in früheren Zeiten der Menschheitsgeschichte geschah dies durch den Mythos. Götter oder Fabelwesen waren beispielsweise für das Wetter für Glück oder Unglück, Das Auf- und Untergehen der Sonne verantwortlich. „Die Geschichte der Wissenschaften geht bis ins antike Griechenland zurück. Die Wissenschaften sind im antiken Griechenland durch die Fragestellungen von Philosophen und deren Streben nach Erkenntnis entstanden. Wissenschaft galt als die Gesamtheit des Wissens der Menschen, wobei auch die Methoden zum Wissenserwerb zum Wissen gehörten. Die erste Wissenschaft, die sich von diesem großen Bereich des Wissens überhaupt abgespalten hat, ist die medizinische Wissenschaft gewesen, was sich etwa an den Ärzten Alkmaion und Hippokrates festmachen lässt, wenngleich sich viele Philosophen wie etwa Aristoteles noch in allen Wissenschaften betätigten. Generell blieben die Wissenschaften die Domäne der Philosophen. Sie teilten aber ihren Tätigkeitsbereich in verschiedene Wissensgebiete auf“. (Deppert, W. 2019, S. 8).Alle diese ersten Unterscheidungen von wissenschaftlichen Fachgebieten entstammen also dem Orientierungsweg der griechischen Antike, der sich aus dem Vertrauen auf die grundsätzlich im Menschen angelegte Orientierungsfähigkeit entwickelte, die sich vor allem in seiner Denkfähigkeit zeigt. (Deppert, W. 2019, S.2)

2.2 Mittelalter

Im Mittelalter erlebten die Wissenschaften in Europa schwere Zeiten, die Kirche erlaubte ausschließlich die Bibel als einzig mögliche Quelle der Erkenntnis. Thomas von Aquin (1275-1274) versuchte nun eine Synthese zwischen dem christlichen Glauben und der aristotelischen Philosophie zu schaffen. Durch diese Synthese von Religion und Wissenschaft, schaffte Thomas von Aquin einen Ansatz, der das Denken in Europa bis zum Beginn der Neuzeit bestimmte. (Barbour, I. G. 2006, S. 19-20).

2.3 Neuzeit

Die Neuzeit wird im Übergang zwischen dem 15. Und 16. Jahrhundert verortet. Für die Entwicklung der Wissenschaft in der Neuzeit spielten wie im vorherigen Kapitel beschrieben die Synthese zwischen Religion und Wissenschaft eine wichtige Rolle. Ausfluss dieser Synthese waren die Klöster. In ihnen wurden Antike Schriften aufbewahrt, abgeschrieben, übersetzt und eigene neue Gedanken hinzugefügt. Hierbei wurden zwar keine neuen Erkenntnisse kreiert, dennoch hat dieses Vorgehen das neue Denken, welches die Neuzeit kennzeichnet initiiert. Aus dieser Zeit heraus entwickelten sich die verschiedenen Richtungen neuzeitlicher Philosophie. Zu nennen ist hier unter anderen Francis Bacon (1561-1626), der die Induktion beschrieb. Unter Induktion wird eine Methode verstanden die von einem Einzelfall auf das Allgemeine schließt, und Erkenntnis durch Erfahrung und Sinneswahrnehmung beschreibt. Dies ist selbstredend nur ein kleiner Ausschnitt der geschichtlichen Entwicklung, soll aber grob die Entwicklung der Wissenschaft skizzieren. (Deppert, W.2019, S199-S205.)

Nachdem zunächst ein Blick in die weitere Vergangenheit geworfen wurde, wird nun der Blick in die jüngere Vergangenheit, im weiteren Verlauf werden nun drei Denkschulen vorgestellt die den heutigen Begriff der Wissenschaft wesentlich geprägt haben und auch weiter beeinflussen.

3. Denkschulen

3.1 Positivismus

Der Positivismus ist eine Philosophische Richtung die davon ausgeht das wissenschaftlich das ist was faktisch also positive wahrnehmbar, erfahrbar ist und nicht zu bezweifeln ist. Harth-Peter schreibt über den französischen Positivismus: „Die französische Philosophie des 19. Jahrhunderts hat durch Auguste Comte (1798-1857), den Begründer des klassischen Positivismus, seine grundlegende Ausrichtung erhalten. Comte ist zweifelsohne der Vater dieser Lehre, die vom Positiven, das heißt vom Gegebenen, Tatsächlichen, Unzweifelbaren ausgeht. In seinem Drei-Stadien- Gesetz beschreibt er das positive Stadium als allein von der menschlichen Vernunft geleitet und frei von jeglicher theologischer und metaphysischer Spekulation (Harth-Peter, W. 2010. S.296). Der Positivismus geht also davon aus das Wissenschaft etwas ist, was durch Beobachtung, durch Messungen oder durch Experimente positiv, faktisch, wahrnehmbar zu demonstrieren ist. Alles andere sein spekulativ und nicht wissenschaftlich. Unter diesen Bedingungen würde beispielsweise die Metaphysik als nicht wissenschaftlich gelten, da ihre Erkenntnisse nicht durch Messungen oder Experimente wiederholbar sind. (Harth-Peter, W. 2010. S. 295-297)

3.2 Kritischer Rationalismus

Im Gegensatz zum Positivismus beschreibt Karl Popper (1902-1994) seine Theorie des kritischen Rationalismus. Popper verzichtet auf absolute Sicherheit und Gewissheit. Er bezieht das Scheitern, das Fehler machen, die Fehlbarkeit explizit in seine Theorie mit ein. (Franco, G. 2019. S. XI). Vielmehr sogar macht er daraus eine Tugend und entwickelt aus diesem Gedanken heraus die Methode des Falsifizierens. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen seiner Ansicht nach wiederlegbar sein, also durch Beobachtungen angreifbar sein. Popper ermutigt den Wissenschaftler seinen Ergebnissen gegenüber stets kritisch zu sein und seine Ergebnisse ständig einer Prüfung zu unterziehen. Solange eine Wissenschaftliche Aussage nicht wiederlegt wird gilt sie als wahr, soweit sie das Kriterium der Falszifizierbarkeit erfüllt. Es muss also die Möglichkeit bestehen, dass eine Aussage wiederlegbar ist. Ein mögliches Beispiel um dies zu verdeutlichen ist folgende Aussage:“ Morgen erscheine ich nicht zur Arbeit“, diese Aussage ist klar wiederlegbar. Es kann eindeutig festgestellt werden ob ich Morgen zur Arbeit erscheine. Anders sieht es bei sogenannten Tautologien aus, Sätze die immer wahr sind: “Morgen erscheine ich zur Arbeit, oder auch nicht“. Dies ist ein Beispiel für einen Satz der immer wahr ist. Dieser Satz ist somit nicht zu wiederlegen und damit auch nicht zu falsifizieren. Popper kehrt dem Induktiven schließen den Rücken und postuliert das Deduktive schließen also das schließen vom Allgemeinen auf das Besondere. (Hansen 2019, S. 36-S.41) / Keuth 2019, S. 49-52).

3.3 Kritische Theorie

Eine Aussage darüber zu treffen was kritische Theorie ausmacht und Ihre Hauptaussage bezüglich der Fragestellung dieser Hausarbeit ist, ist nicht so leicht zu beantworten. Wichtig ist einerseits der historische Zusammenhang in dem sich die kritische Theorie entwickelte, und andererseits die Tatsache das die kritische Theorie gerade das sich einordnen lassen in bestimmte Schubladen oder das Festlegen auf bestimmte Methodologie kritisiert. Max Horkheimer und Theodor. W. Adorno kann man als die Väter der kritischen Theorie bezeichnen. (Bittlingmayer/Freytag 2019, S.5-S.6) Warum ist die kritische Theorie nun eine wichtige Denkschule in Bezug auf die Frage: Was ist Wissenschaft? Die Kritische Theorie geht davon aus das es nicht möglich ist eine objektive Wissenschaftliche Untersuchung durchzuführen, sie sei immer beeinflusst durch die aktuelle gesellschaftliche Lage aus der auch etwa die Fragestellungen entstanden ist. Und wie sich die aktuellen Machtverhältnisse darstellen, hier spielen die etwa die Frage wer die Forschungsarbeit bezahlt eine Rolle oder unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen eine wissenschaftliche Arbeit entstanden ist. Mit diesen Aussagen stellt die Kritische Theorie wichtige Kriterien auf um wissenschaftliche Arbeiten zu reflektieren. Sie stellt sich mit ihren Aussagen gegen den Positivismus und den kritischen Rationalismus. Einmal mit der Aussage das eine wissenschaftliche Aussage nicht Wertfrei sein könne sondern immer im Kontext zu beurteilen ist und mit der Idee die Gesellschaft zu verändern also wissenschaftliche Erkenntnisse sollten durchaus dazu führen oder eingesetzt werden, um Veränderungen in der Gesellschaft herbeizuführen. Das Ziel sollte ein Zustand der Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung sein. (Ritsert 2019 S. 53-58)

3.4 Die Wertfreiheit der Wissenschaft

Max Weber (1864-1920) war ein deutscher Soziologe der unter anderem die Wertfreiheit der Wissenschaft beschrieb. Nach seiner Ansicht liefern die Wissenschaften Erkenntnisse, beschreiben also das Sein und nicht das sein sollen. Es werden Tatsachen produziert und keine Bewertungen oder Werte. Max Weber postuliert die Trennung von Wissenschaft und Werten, es ist ihm aber auch bewusst, dass eine solche Trennung ein Idealzustand ist. Es gilt sich im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess diesem Ideal so weit wie möglich anzunähern. (Büter 2012, S. 31-38)

3.5 Der Positivismusstreit

Ein Streit entwickelte sich zwischen den Vertretern der kritischen Theorie, hier vor allem Adorno und Horkheimer sowie den kritischen Rationalisten Popper und Albert. Während Popper und Albert mit dem kritischen Rationalismus versuchen die Methoden der Naturwissenschaften auch auf die Sozialwissenschaften anzuwenden, wobei sie sich deutlich von dem Induktiven schließen distanzieren, behaupten die Vertreter der kritischen Theorie dies seien positivistische Positionen welche nicht haltbar wären eine wertfreie Beobachtung sei in der Sozialwissenschaft nicht möglich solche Beobachtungen seien immer beeinflusst vom gesellschaftlichen und geschichtlichen Kontext. Mitunter sei es möglich durch diese Art der Wissenschaft bestehende Gesellschaftliche Strukturen oder Machtverhältnisse zu unterstützen. Aus Sicht der kritischen Theorie ist es aber Aufgabe der Wissenschaft gerade diese Macht und Gesellschaftsverhältnisse kritisch zu hinterfragen. Und die Gesellschaft nicht nur zu beschreiben, sondern auch zum Besseren zu verändern. (Blinkert 2009, S. 43)

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Details

Seiten
17
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346171498
ISBN (Buch)
9783346171504
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v541529
Institution / Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
2,3
Schlagworte
definition entwicklungen wissenschaft ziele
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Titel: Was ist Wissenschaft? Definition, Ziele, Entwicklungen