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Wir sind Bildergeschichten-Detektive! Den Hauptteil der Bildergeschichte schreiben und auf Kriterien untersuchen (5. Klasse; Fach: Deutsch)

Unterrichtsstunde, Entwurf mit Material

von Ann Chef (Autor)

Unterrichtsentwurf 2020 14 Seiten

Didaktik - Deutsch - Sonstiges

Leseprobe

Thema der Unterrichtseinheit: Zu Bildern eine Geschichte schreiben

Thema der Unterrichtsstunde: Wir sind Bildergeschichten-Detektive! – Den Hauptteil der Bildergeschichte schreiben und auf Kriterien untersuchen

Hauptintention: Indem die SuS den Hauptteil der Bildergeschichte „Die besonderen Weihnachts-gäste“ schreiben und die Texte hinsichtlich der Kriterien einer Bildergeschichte überprüfen, erweitern sie ihre Fähigkeiten, Texte sprachlich zu gestalten und Strategien zur Überprüfung von Texten anzuwenden. Somit werden die SuS in ihrer Schreibkompetenz gefördert.

Weiter zu fördernde Kompetenzen:

Die SuS werden in ihrem Hörverstehen gefördert (Sprechen und Zuhören).

Die SuS lernen konstruktiv anderen zusammenzuarbeiten (Sozialkompetenz).

Bezug zu den Fachanforderungen und anderen curricularen Vorgaben:

Die Fachanforderungen des Landes Schleswig-Holstein für die Sekundarstufe I sehen vor, „Texte zu den zentralen Schreibformen [zu verfassen durch] „gestaltendes Schreiben“1, was mit der „Erzählung“2 konkretisiert wird. Im Hinblick auf das schulinterne Fachcurriculum ist für den 5. Jahrgang das Thema der Bildergeschichte, bzw. Erzählung nach Bildern, vorgesehen, wobei die SuS „Erlebnisse und Begebenheiten frei oder nach Vorlagen anschaulich erzählen [sowie] Texte planen, formulieren und überarbeiten.“3

Einbindung der Unterrichtsstunde in die laufende Unterrichtseinheit:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Didaktische und methodische Überlegungen und Entscheidungen

Das Erzählen, mündlich wie schriftlich, spielt in der Lebenswelt der Lernenden eine bedeutsame Rolle. Denn Erlebnisse jeglicher Art geben die SuS mündlich wieder, sodass eine erzählerische Gestaltung meistens schon von selbst initiiert wird, um das Erlebte möglichst spannend für den Adressaten wiederzugeben. Das natürliche Mitteilungsbedürfnis der SuS bewegt sie dazu, ihrem Umfeld alle möglichen Geschehnisse zu erzählen, sei es nun im privaten Bereich des Elternhauses oder im öffentlichen Bereich der Schule. Die schriftliche Erzählung findet meist im Rahmen der Schule statt, hier speziell im Deutschunterricht, in welchem die SuS Texte selbst erzählerisch gestalten und anhand von Kriterien eine Bildergeschichte verfassen sollen. Hierbei haben auch einige SuS Spaß daran, Geschichten in ihrer Freizeit zu schreiben. Die Kriterien einer gelungenen Bildergeschichte lassen sich zudem unmittelbar auch auf das mündliche Erzählen übertragen. Nach Klafki berührt somit der Unterrichtsgegenstand die Lebenswelt der Lernenden und ist ebenfalls für die Zukunft der SuS von hoher Bedeutung.4 Hinzu kommt, dass die SuS auch in den weiteren Jahrgangsstufen Geschichten sowie Erzählungen verfassen, sodass die Textproduktion als auch die Kriterien für die vorliegende Textsorte der Bildergeschichte relevant sind. In der Unterrichts-stunde liegen keine persönlichen Erfahrungen für die Textproduktion zugrunde, sondern Bilder, zu welchen die SuS den Hauptteil der Bildergeschichte „Die besonderen Weihnachtsgäste“ schreiben sowie auf die Kriterien einer Bildergeschichte überprüfen. Der Umgang mit dem Text wird „als ein kommunikativer Prozess auf zwei Ebenen verstanden, auf der Ebene der Begegnung zwischen Text und Leser und auf der mehrerer Leser, die über den Text sprechen.“5 Die Lernenden setzen sich auf diese Weise im Schreibprozess mit dem eigenen Text und dessen Produktion auseinander. Mit dem anschließenden Überprüfen im Plenum erfolgt die zweite Begegnung zwischen dem Text und den SuS, welche den Text zweimal auditiv hören und diesen auf Kriterien einer Bildergeschichte prüfen. Dies geschieht durch das mündliche Vortragen des Textes, wodurch auch das Hörverstehen der SuS gefördert wird. Das Schreiben ist prozess- und produktorientiert angelegt, da die SuS vorentlastend auf die festgelegten Kriterien zurückgreifen können, um ihren Hauptteil der Bilder-geschichte schreiben zu können. Somit können die Lernenden „sich zunehmend Textsorten-kompetenz aneignen […] [und] vertraute Textsorten […] ständig weiterentwickeln.“6

3. Methodische Begründungen und Entscheidungen

Im Einstieg wird die Bildergeschichte „Die besonderen Weihnachtsgäste“ an die Wand projiziert und die LiV leitet kurz mit den Bildern 1 und 2 in die Bildergeschichte ein. Dann fordert die LiV die SuS auf, die Bilder 3 und 4 zu beschreiben. Diese Bilder lassen sich zum Hauptteil der Bilder-geschichte zuordnen. Somit ist die Bildergeschichte wieder bei den Lernenden präsent und alle sind auf dem gleichen Kenntnisstand, was auf den Bildern zu sehen ist. In der Hinführung leitet die LiV von den Beiträgen der SuS zum Thema der Unterrichtsstunde über und nennt das Stundenziel (Lernzielorientierung).7 Dabei erläutert die LiV das weitere Vorgehen und gibt den SuS somit einen Überblick über den Verlauf der Unterrichtsstunde und schafft einen „Orientierungsrahmen.“8 Für das Schreiben des Hauptteils verweist die LiV auf das Plakat mit den Kriterien einer Bildergeschichte sowie auf die Wortschatzkiste, welche die SuS nutzen können. Die Wortschatzkiste wurde von der LiV selbst gestaltet und ist für die Lernenden in Arbeitsphasen des Deutschunterrichts immer verfügbar. Gefüllt ist die Wortschatzkiste mit knapp 800 Wörtern zu den unterschiedlichsten Wortfeldern und Bereichen, welche für die Textarbeit wichtig sind: gehen, sagen, sehen, machen, denken, Menschen, Eigenschaften, Satzanfänge, Spannungswörter, Gefühle und vieles mehr.

In der Erarbeitung schreiben die SuS den Hauptteil zur Bildergeschichte. Hierbei werden Differenzierungsmöglichkeiten angeboten. Es sind Tippkarten für zu fördernde Lernende vorgesehen, welche die LiV auf die Gruppentische legt, sodass die SuS selbst entscheiden, ob sie die Tippkarte verwenden. Auch Raketenkarten für zu fordernde SuS werden verteilt, falls diese vorzeitig die Aufgabe beendet haben sollten.

Die anschließende Auswertung / Vertiefung sieht das Vorlesen einzelner Texte der SuS vor. Dafür stellt die gesamte Lerngruppe einen „Geschichtenrat“ dar, wobei die einzelnen Gruppentische spezielle „Bildergeschichten-Detektive“ sind, die auf den Kriterien basieren: Verb-Detektiv, Rede-Detektiv, Spannungs-Detektiv, Adjektiv-Detektiv und Zeit-Detektiv. Die Gruppentische erhalten ein Detektiv-Schild, eine Lupe mit den jeweiligen Fragestellungen sowie einen Feedbackbogen, auf dem die SuS ankreuzen, ob ihre jeweiligen Kriterien auf den vorgelesenen Hauptteil zutreffen oder nicht, was dann mit Beispielen belegt wird. Auch Tipps werden hier notiert. Die Aufteilung der Kriterien auf die Gruppentische erleichtert es den SuS, sich auf einzelne Kriterien der Bilder-geschichte zu konzentrieren und somit nur einen Schwerpunkt zu setzen. Mit der spielerischen Umsetzung von „Bildergeschichten-Detektiven“ und dem Zubehör (Lupe, Schild) sollen die SuS zu einer kognitiven Auseinandersetzung motiviert und aktiviert werden, die vorgelesenen Texte auf Kriterien zu untersuchen. Diese Methode wurde schon in der vorherigen Stunde eingeführt. Der Text wird zweimal hintereinander vorgelesen, da hier die Informationsaufnahme der SuS nur auditiv erfolgt und das verstehende Zuhören für die Lernenden durchaus sehr anspruchsvoll ist, da mehrere Anforderungen an sie gestellt werden: Erkennen und Verknüpfung der Informationen sowie die anschließende Auswertung. Die Lernmethode des verstehenden Zuhörens fördert also die SuS in mehreren Kompetenzen des Hörens.9

Nach dem zweiten Vorlesen beraten sich die Gruppentische und geben nacheinander Feedback für den Hauptteil der Bildergeschichte. Hier werden das Zutreffen oder Nicht-Zutreffen der einzelnen Kriterien erläutert und mit Beispielen belegt. Anschließend werden Tipps genannt. Die LiV greift hier ggf. ein und führt einzelne Kritikpunkte aus, sofern die SuS unvollständiges oder mangelndes Feedback geben sollten. Bei der Verteilung der Detektiv-Karten wird nach dem Leistungsniveau der SuS differenziert. Denn einige Detektive haben eine umfangreichere Fragestellung, wie bspw. der „Spannungs-Detektiv“, welcher deshalb zwei Gruppen zugeteilt wird. Somit gibt es für diesen Detektiv auch eine Kontrollgruppe. Der „Verb-Detektiv“ hat hingegen nur eine Fragestellung und wird somit eher einem leistungsschwächeren Gruppentisch zugewiesen. In dieser Phase sollten optimalerweise mindestens zwei Lernende ihren Hauptteil vorlesen und anschließend Feedback der „Bildergeschichten-Detektive“ erhalten. Die Hauptintention der Unterrichtsstunde ist dann erreicht, wenn die SuS einen Hauptteil schreiben und mindestens ein Text von den „Bildergeschichten-Detektiven“ auf die Kriterien untersucht wird.

Literaturverzeichnis

Baurmann, Jürgen / Von Brand, Tilman / Menzel, Wolfgang / Spinner, Kaspar H., Methoden im Deutschunterricht. Exemplarische Lernwege für die Sekundarstufe I und II, Bobingen 32017.

Bovet, Gislinde / Huwendiek, Volker (Hg.), Leitfaden Schulpraxis. Pädagogik und Psychologie für dem Lehrberuf, Berlin 42004.

Kämper-van den Boogaart, Michael, Deutsch-Didaktik. Leitfaden für die Sekundarstufe I und II, Berlin 2008.

Meyer, Hilbert, Unterrichtsmethoden. II: Praxisband, Frankfurt am Main 31987.

Meyer, Hilbert, Was ist guter Unterricht? Berlin 12004.

Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein: Fachanforderungen Deutsch. Allgemeinbildende Schulen. Sekundarstufe I und II, Kiel 2014.

Schulinternes Fachcurriculum Deutsch, Jahrgang: 5.

Internetquellen

https://hansgeorgkaisergedichte.blogspot.com/2017/02/

https://de.cleanpng.com/png-5r1uqa/

https://www.pinterest.com.mx/pin/464081936578880857/

https://www.clipart.email/clipart/girl-detective-clipart-54734.html

https://clipartsworld.com/detective-clipart-for-kids.html

http://de.gofreedownload.net/free-vector/vector-clip-art/magnifying-glass-clip-art-131951/#.XeGGkndFzIU

Anhang: Verlaufsskizze, Arbeitsblätter, Tippkarte, Raketenkarte, selbst erstellte Materialien (Detektiv-Schilder, Lupen und Feedbackbögen)

Verlaufsskizze

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein: Fachanforderungen Deutsch. Allgemeinbildende Schulen. Sekundarstufe I und II, Kiel 2014, S. 23.

2 Ebd., S. 23.

3 Schulinternes Fachcurriculum Deutsch, Jahrgang: 5.

4 Vgl. Bovet, Gislinde / Huwendiek, Volker (Hg.), Leitfaden Schulpraxis. Pädagogik und Psychologie für dem Lehrberuf, Berlin 42004, S. 42.

5 Barbara Schubert-Felmy: Umgang mit Texten in der Sekundarstufe I, in: Kämper-van den Boogaart, Michael, Deutsch-Didaktik. Leitfaden für die Sekundarstufe I und II, Berlin 2008, S. 107f.

6 Jürgen Baurmann: Schulisches Schreiben, in: Kämper-van den Boogaart, Michael, Deutsch-Didaktik. Leitfaden für die Sekundarstufe I und II, Berlin 2008, S. 261.

7 Vgl. Meyer, Hilbert, Was ist guter Unterricht? Berlin 12004, S. 114

8 Meyer, Hilbert, Unterrichtsmethoden. II: Praxisband, Frankfurt am Main 31987, S. 130.

9 Vgl. Tilman von Brand: Sprechen und Zuhören, in: Baurmann, Jürgen / Von Brand, Tilman / Menzel, Wolfgang / Spinner, Kaspar H., Methoden im Deutschunterricht. Exemplarische Lernwege für die Sekundarstufe I und II, Bobingen 32017, S. 45.

Details

Seiten
14
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346155214
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v539831
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
1,2
Schlagworte
Bildergeschichte klasse5 deutsch material unterrichtsentwurf

Autor

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