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Innovationsfinanzierung mit Genussscheinen

Seminararbeit 2005 18 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Problematik

3 Die Einstufung von Kapital für die Innovationsfinanzierung als Risikokapital

4 Finanzierungsmöglichkeiten

5 Das Wesen von Genussscheinen

6 Die Vorteile der Emission von Genussscheinen für eine Unternehmung
6.1 Steuerliche Vorteile
6.2 Auszahlungen
6.3 Rechte
6.4 Kündigungsrisiko
6.5 Die Bilanzierung von Genussscheinkapital

7 Schlussbetrachtung

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Im Verlauf des Innovationsprozesses fallen für Unternehmungen Ausgaben in Form von Investitionen an, denen anfangs noch keine Einnahmen gegenüber stehen. Um den Zeitraum zwischen den Ausgaben und den erwarteten Einnahmen zu überbrücken, muss Fremdkapital beschafft werden, sofern das erforderliche Investitionsvolumen nicht in Form von Eigenkapital der Unter­nehmens­eigner in das Unternehmen mit eingebracht werden kann.

Die Beschaffung von Fremdkapital, also von externem Kapital, wird meines Erachtens durch die beiden folgenden Behinderungsgründe erschwert:

Ist die Unternehmensform nicht die einer Aktiengesellschaft, so existiert auch keine Möglichkeit der Kapitalbeschaffung über den organisierten Kapitalmarkt der Börse.

Die Führung klein- und mittelständischer Unternehmen erfolgt meist durch den / die Eigner selbst. Die durch eine externe Beschaffung von Eigenkapital verbundene Änderung der Machtstruktur ist innerhalb der Unternehmung meist unerwünscht.

Diese Arbeit befasst sich speziell mit der Möglichkeit, das für den Innovationsprozess benötigte Kapital durch die Ausgabe von Genussscheinen zu beschaffen und die hiermit verbundenen Vor- und Nachteile kritisch zu beleuchten.

2 Die Problematik

Gutenberg geht davon aus, dass jeder Unternehmung die Aufgabe zukomme, durch den Einsatz von Produktionsfaktoren Güter zu produzieren oder auch Dienstleistungen bereitzustellen und diese auf dem Markt zu verwerten.[1]Da dieser Umwandlungsprozess von Produktionsfaktoren in absatzfähige Leistungen Zeit erfordere, habe dies zur Folge, dass die Auszahlungen für die Beschaffung der Produktionsfaktoren wie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe als auch Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zeitlich vor den Rückflüssen durch die Vermarktung der erstellten Leistungen liegen. Um diese zeitliche Diskrepanz zwischen den Ausgaben und den Einnahmen zu überbrücken, müssten laut Heinen die Zahlungsströme im Unternehmen „synchronisiert“ werden, wozu die Unternehmung Geld benötige.[2]Dieses Geld setze sich laut Vormbaum ebenso wie das Gesamtkapital einer Unternehmung klassisch aus Anteilen von Eigenkapital und Fremdkapital zusammen.[3]

Laut einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken zum Thema Mittelstandsfinanzierung betrage die durchschnittliche Eigenkapitalquote, also der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital, bei Unternehmen in Deutschland durchschnittlich etwa 18 Prozent. Im internationalen Vergleich landen deutsche Unternehmen diesbezüglich auf einem der hinteren Plätze. In Ländern wie beispielsweise den Niederlanden, Belgien oder den USA betrage dagegen der Eigenkapitalanteil von Unternehmen zwischen 40 und 50 Prozent.[4]

Der Ermittlung dieser Quote lag das in handelsrechtlichen Jahresabschlüssen ausgewiesene Eigen- und Gesamtkapital zugrunde. Da der über die letzten Jahre einsetzende Schrumpfungsprozess der Eigenkapitalausstattung ebenfalls von einer Verringerung der Rentabilität und einer zunehmenden Anzahl an Firmeninsolvenzen begleitet wurde, lässt dies den Schluss zu, dass die Versorgung, insbesondere der klein- und mittelständischen Unternehmen, mit Risikokapital unzulänglich zu sein scheint. Nach Pahl mussten in den letzten Jahren 31 Prozent aller kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland eine Verschlechterung ihrer Kreditkonditionen oder sogar Kreditkürzungen hinnehmen.[5]Dies ist meiner Einschätzung nach hauptsächlich auf die neuen Eigenkapitalrichtlinien von Basel II zurückzuführen, durch die sich die Kreditinstitute stärker an den Risiken der Kreditnehmer orientieren und größere Anforderungen an die beizubringenden Sicherheiten für eine Kreditvergabe stellen.

Basel II scheint daher besonders für klein- und mittelständische Unternehmen zu einem Unwort geworden zu sein und als Synonym für eine zukünftig restriktivere Kreditvergabe der Banken zu stehen.[6]Finanzschwache Unternehmen sind daher gewissermaßen unter Zugzwang, sich das benötigte Kapital anderweitig als über Fremdmittel von Kreditinstituten zu beschaffen.

[...]


[1]vgl. E. Gutenberg, Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Band 3; die Finanzen, 7. Auflage, Berlin, Heidelberg und New York 1980, S. 1

[2]vgl. E. Heinen, Das Kapital in der betriebswirtschaftlichen Kostentheorie, Wiesbaden 1966, S. 9 f.

[3]vgl. H. Vormbaum, Finanzierung der Betriebe, 5. Auflage, Wiesbaden 1986, S. 28

[4]vgl. o.V., Eigenkapital-Basis zerbröselt, Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, verfügbar unter: http://www.ihk-nuernberg.de/Beratung/standortpolitik_und_unternehmensfoerderung/ Standortpolitik/Wirtschaftspolitik/ Eigenkapital_Basis_zerbrselt.jsp [Stand: 12.12.2005 – 18:36 Uhr]

[5]vgl. F.-W. Pahl, Mittelstandsfinanzierung in schwierigem Umfeld, verfügbar unter: http://www.dihk.de/inhalt/download/Statement_Mittelstandsfinanzierung.doc [Stand: 12.12.2005 - 19:02 Uhr]

[6]vgl. C. Reichling, Basel II – Eine Herausforderung vor allem für den steuerberatenden Beruf, verfügbar unter: http://www.basel-ii.info/download/SteuerStudium.pdf [12.12.2005 - 21:36 Uhr]

Details

Seiten
18
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638491716
ISBN (Buch)
9783656561903
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v53829
Institution / Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Soest
Note
1,3
Schlagworte
Innovationsfinanzierung Genussscheinen Seminar Innovationsmanagement

Autor

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Titel: Innovationsfinanzierung mit Genussscheinen