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Darstellung der bilanzanalytischen Kennzahl "Working Capital"

Hausarbeit 2019 17 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Working Capital – Definition und Berechnung
1.1 Gross Working Capital
1.2 Net Working Capital
1.3 WCR – Working Capital Ratio
1.4 Beeinflussung der Kennzahl Working Capital

2 Das Working Capital im JA 2018 der BMW AG

3 Aussagekraft des Working Capital anhand des JA 2018 der BMW AG
3.1 Interpretation des Ergebnisses
3.2 Die WCR der BMW AG

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Working Capital innerhalb der Bilanz

Abb. 2: Berechnung Working Capital Ratio

Abb. 3: Beeinflussung des Working Capital

Abb. 4: Aktivseite der Bilanz der BMW AG 2018

Abb. 5: Passivseite der Bilanz der BMW AG 2018

Abb. 6: Vergleich WCR der BMW AG mit der Daimler AG

Abstract

Das Ziel dieser Ausarbeitung ist es, die Darstellung der bilanzanalythischen Kennzahl Working Capital zu beleuchten.

Dazu gehören sowohl die Definition der Bestandteile, welche in der Bilanz eines Unternehmens zu finden sind, als auch die Hintergründe und der Nutzen dieser Kennzahl.

Aufgrund der Sinnhaftigkeit eines Praxisbezugs wird zur Erläuterung des Working Capital der Geschäftsbericht des Geschäftsjahres 2018 der BMW AG herangezogen.

Die BMW AG stellt das Working Capital im Geschäftsbericht nicht explizit dar. Allerdings werden Umlaufvermögen und kurzfristige Verbindlichkeiten in der Bilanz im Detail ausgewiesen. Daher kann das Working Capital in dieser Ausarbeitung anhand dieses Praxisbeispiels berechnen werden.

Zusätzlich zur Berechnung des Working Capital wird auf die Kennzahl Working Capital Ratio, WCR, eingegangen. Das WCR sagt unter anderem aus, ob das Umlaufvermögen langfristig finanziert ist.

Für einen Vergleich auf Branchenebene wurde eine Gegenüberstellung des WCR der BMW AG mit der Daimler AG durchgeführt. Bei diesem Vergleich kann die Daimler AG ein besseres WCR vorweisen.

Allerdings kann ein niedrigeres Working Capital auch ein besseres Working Capital Management oder auch eine höhere Marktmacht bedeuten. Auf diese Themen wird in dieser Arbeit jedoch nicht näher eingegangen.

Zur BMW AG:

„Die Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft (BMW AG) mit Sitz in München ist das Mutterunternehmen des BMW Konzerns (BMW Group). Gegenstand des Unternehmens sind die Herstellung und der Vertrieb von Motoren und damit ausgestatteten Fahrzeugen, deren Zubehör sowie von Erzeugnissen der Maschinen- und Metallindustrie und die Erbringung von Dienstleistungen, die mit den vorgenannten Gegenständen im Zusammenhang stehen. Die BMW Group gliedert sich in die operativen Segmente Automobile, Motorräder, Finanzdienstleistungen. Hinzu kommt das Segment Sonstige Gesellschaften, das sich im Wesentlichen aus Holding- und Konzernfinanzierungsgesellschaften zusammensetzt. Die BMW Group ist global tätig und in mehr als 140 Ländern vertreten. Insgesamt waren zum Ende des Jahres 134.682 Mitarbeiter in der BMW Group beschäftigt.

Gegründet als Bayerische Flugzeugwerke AG die Bayerische Motoren Werke G m b H, die 1918 schließlich in die Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Die BMW Group umfasst neben der BMW AG sämtliche Tochtergesellschaften, auf die die BMW AG direkt oder indirekt beherrschenden Einfluss ausüben kann. Zudem übernimmt die BMW AG die Steuerung der BMW Group.

Die BMW Group ist weltweit einer der erfolgreichsten Hersteller von Automobilen und Motorrädern und zählt zu den größten Industrieunternehmen in Deutschland. Als einziger Hersteller konzentriert sich die BMW Group mit allen Marken ausschließlich auf das Premiumsegment. Sie verfügt mit BMW, MINI und Rolls-Royce über drei der bekanntesten Premiummarken in der Automobilbranche.“1

1 Working Capital – Definition und Berechnung

Die Abgrenzung des Begriffes Working Capital ist in der Literatur etwas unscharf. Mit dem Begriff des Working Capital wird die Differenz aus kurzfristigen Vermögensgegenständen (also Vorräte, Forderungen und liquide Mittel) und den kurzfristigen Schulden (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten) beschrieben.

Die Definitionen des Working Capital unterscheiden sich im Wesentlichen in der Abgrenzung der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die unterschiedlichen Definitionen lassen sich in die Konzepte des Gross Working Capital und des Net Working Capital unterteilen.2 [2]

1.1 Gross Working Capital

Das Gross Working Capital beschreibt das Umlaufvermögen der Bilanz. Es kann aus der Sicht der Liquiditätsreserve identifiziert werden. Die Höhe des Working Capital gibt Auskunft über die unternehmensinternen Finanzierungspotenziale sowie den Finanzierungsspielraum.[2]

1.2 Net Working Capital

Das Working Capital, in deutscher Sprache meist (Netto) Umlaufvermögen genannt, umfasst die Posten auf der Aktiv- und der Passivseite im unteren Teil der Bilanz. Diese sind:

- Vorräte
- Forderungen inkl. sonstige Vermögensgegenstände
- Wertpapiere des Umlaufvermögens
- Schecks
- Wechsel
- Kasse
- Bank
- aktiver Rechnungsabgrenzungsposten.

Auf der Passivseite werden die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten betrachtet.

Kurzfristige Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr wie z.B. der passive Rechnungsabgrenzungsposten, Steuerrückstellungen sowie sonstige Rückstellungen die innerhalb eines Jahres rückzahlbar sind.

In der Regel werden dann die Passivposten von den Aktivposten subtrahiert, daher der Name Net Working Capital bzw. in deutscher Sprache Netto-Umlaufvermögen.3

Nachfolgend zunächst die Definition von Working Capital, um die Rolle des Working Capital bei der Verbesserung von Liquidität und Geschäftswertbeitrag zu verstehen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

a = Netto-Umlaufvermögen

Working Capital entspricht also dem Umlaufvermögen minus die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und eventuell weiteren kurzfristigen Verbindlichkeiten, die beide in der Regel zinsfrei sind.

Zur Veranschaulichung ist in Abbildung 1 das Working Capital innerhalb der Bilanz skizziert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Working Capital in der Bilanz (Quelle: eigene Darstellung)

Working Capital hat die beiden Dimensionen Geld und Zeit. Es ist eine monetäre, zeitpunktbezogene Größe. Ein geschickt agierendes Unternehmen kann durchaus ein negatives Working Capital ausweisen. Ein niedriges oder sogar negatives Working Capital kann in aller Regel ein Zeichen besonderer Marktmacht sein.4 [4]

Allerdings wird auch gefolgert, dass die zukünftige Liquiditätslage umso besser ist, je höher das Working Capital ist. Das Working Capital sollte möglichst 30 bis 50 % des Umlaufvermögens betragen.

Auch dieser Kennzahl liegt die Vorstellung zugrunde, dass die Liquidität mit der Langfristigkeit der Zahlungsverpflichtungen und schnellen Verflüssigungsmöglichkeiten der Vermögensgegenstände steigt.

1.3 WCR – Working Capital Ratio

Die Kennzahl Working Capital Ratio drückt aus, welcher Anteil der kurzfristigen Verbindlichkeiten durch das Umlaufvermögen finanziert werden kann. Liegt der Wert über 100% ist ein Teil des Umlaufvermögens langfristig finanziert. Dies ist positiv zu bewerten, da das Unternehmen z.B. bei einem Teil nicht verkaufbarer Vorräte, nicht gleich in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Liegt der Wert jedoch unter 100% ist die finanzielle Stabilität des Unternehmens eher schlecht zu bewerten.

Eine andere Definition (Definition 2) setzt das Working Capital ins Verhältnis zum kurzfristigen Umlaufvermögen. Durch diese Definition zeigt die WCR, wie viel % des Umlaufvermögens langfristig und damit günstiger finanziert sind. In gut finanzierten Unternehmungen beträgt die Working Capital Ratio zwischen 30% und 50%.

Zielwerte:

Definition 1: > 100%

Definition 2: > 30%

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Berechnung Working Capital Ratio, (Quelle: Eigene Darstellung)

1.4 Beeinflussung der Kennzahl Working Capital

Die Aussage der Kennzahl Working Capital mit Bezug auf das langfristig zur Verfügung stehende Finanzierungspotenzial kann durch folgende Faktoren beeinflusst werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Beeinflussung des Working Capital5

Das Working Capital kann durch gutes Working Capital Management (WCM) verbessert werden. Eine große Rolle spielt dabei die periodische Wertänderung EVA (Economic Value Added).

2 Das Working Capital im JA 2018 der BMW AG

Das Working Capital wird im Jahresabschluss der BMW AG nicht direkt dargestellt oder genannt. Allerdings werden die kurzfristigen Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten übersichtlich als Summe ausgewiesen.

Es werden daher Aktiv- sowie Passivseite der Bilanz vorgestellt und das Working Capital sowie die WCR mit Hilfe der zuvor vorgestellten Rechenmethode ermittelt. Die folgenden Zahlen sind wie in der Bilanz zur Vereinfachung in Mio. € dargestellt.

Die Bilanz weist für das Geschäftsjahr 2018 eine Summe von 208.980€ auf. Davon sind für die Berechnung des Working Capital auf der Aktivseite bei den kurzfristigen Vermögenswerten 83.538€ relevant.

Die Passivseite weist kurzfristige Verbindlichkeiten i.H.v. 64.831€ auf.

Somit ist das Working Capital der BMW AG für das Geschäftsjahr 2018 wie folgt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Vergleich dazu das Working Capital des Geschäftsjahres 2017:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zur Veranschaulichung wird mit Abbildung 4 die Aktivseite und mit Abbildung 5 die Passivseite der Bilanz der BMW AG zum 31.12.2018 dargestellt. Außerdem wurden die für die Berechnung des Working Capital wichtigen Werte Rot hervorgehoben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Aktivseite der Bilanz des Geschäftsberichts der BMW AG6

[...]


1 Geschäftsbericht der BMW AG für das Geschäftsjahr 2018

2 vgl. Heesen, Bernd, Working Capital Management, Springer Fachmedien, 2. Auflage, Wiesbaden 2013, S. 7 ff.

3 vgl. Heesen, Bernd, Working Capital Management, Springer Fachmedien, 2. Auflage, Wiesbaden 2013, S. 2 ff.

4 vgl. H.-J. Klepzig, Working Capital und Cash Flow, Springer Fachmedien, 3. Auflage, Wiesbaden, 2014, S. 6 ff.

5 vgl. Kralicek, Peter, Kennzahlen für Geschäftsführer, MI Wirtschaftsbuch, München 2013, Seite 101 ff.

6 Geschäftsbericht der BMW AG für das Geschäftsjahr 2018

Details

Seiten
17
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346145024
ISBN (Buch)
9783346145031
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v536489
Institution / Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Note
2,00
Schlagworte
Working Capital MBA
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