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Das Verhältnis von Pädagogik und Ökonomie im Menschenbild des Homo Oeconomicus - Welche Aufgabe hat darin die Pädagogik?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 14 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Erklärung

Einleitung

Das Konzept vom Menschenbild „Homo Oeconomicus“
1.1 Definition
1.2 Entstehung des Menschenbildes „Homo Oeconomicus“
1.3 Theorien und Konzepte
1.4 Homo Sapiens = Homo Oeconomicus?

2 Die Ökonomie aus dem Blickwinkel der Pädagogik
2.1 Ökonomischer Bedarf an Bildung
2.2 Akzentuierung der Pädagogik für den wirtschaftenden Menschen

3 Die Aufgabe der Pädagogik im Menschenbild des Homo Oeconomicus
3.1 Ökonomie und Moral
3.2 Leitbild für den pädagogischen Ansatz
3.3 Das Unterrichtsfach Wirtschaft in der Schule
3.4 Aufgabe der Pädagogik im Menschenbild des Homo Oeconomicus

4 Ausblick

Literaturverzeichnis

Erklärung

Ich versichere hiermit, dass ich die vorgelegte Hausarbeit für das Institut für Wirtschaft und Politik und ihre Didaktik an der Universität Flensburg noch nicht anderweitig vorgelegt, keine anderen Quellen und Hilfsmittel verwendet, wörtliche und sinngemäße Zitate als solche gekennzeichnet und die Arbeit selbständig und ohne fremdes inhaltliches Einwirken erstellt habe.

Die Seitenangaben aller Quellen aus Zeitschriften entsprechen dem Reader von Prof. Dr. Gerd-E. Famulla zum Seminar: „Ökonomische Bidlung in Schule und Hochschule – Konzepte und Kontroversen“ im Sommersemester 2005 an der Universität Flensburg.

Flensburg, den

Ort, Datum, Unterschrift: _______________________________________________

Einleitung

Ökonomische Elemente nehmen immer größere Bereiche der Erfahrungswelt eines jeden Einzelnen von uns ein. Durch Großbildposter und Werbung unterbrochene Filme bereits daran gewöhnt, ist die Kommerzialisierung der Gesellschaft in vollem Zuge und macht auch vor der Kultur keinen Halt. Sportfeste, Musikaufführungen und die Restaurierung kulturhistorischer Bauten finden unter dem Namen eines „Sponsors“ statt, der das jeweilige Ereignis finanziell unterstützt und als Gegenleistung öffentliche Erwähnung findet. Schöne Dinge für sich selbst entstehen zu lassen, findet wenig Unterstützung. Es bedarf eines Zweckes und eines Nutzens diese Dinge entstehen zu lassen, um damit möglichen Kunden eine Botschaft vermitteln zu können. Unlängst wurde der Universität Kiel ein Angebot unterbreitet, Hörsäle durch Unternehmen sponsern zu lassen. Dies hätte dann den Abschied von einer Nummerierung der Säle bedeutet, und die Studenten hätten sich fortan im „Sparkassen-“ oder „McDonalds-Saal“ für eine betriebswirtschaftliche Vorlesung treffen müssen. Inwieweit in diesem Umfeld Lernen ohne indirekte Beeinflussung durch Unternehmen möglich bleibt ist fraglich.

Diese Beispiele zeigen nur allzu deutlich, wie stark die Ökonomie in unser Leben getreten ist. In den Wirtschaftswissenschaften wird das Menschenbild des Homo Oeconomicus verwendet, der das Individuum als ein von Eigennutz und rationalen Entscheidungen getriebenes Wesen beschreibt. Welche Rolle könnte in diesem Menschenbild die Pädagogik spielen?

Die folgende Arbeit beschreibt zunächst im ersten Kapitel das Konzept des Menschenbildes Homo Oeconomicus und zeigt dann Elemente auf, in denen die Pädagogik eine besondere Rolle spielen kann. Dabei finden gesellschaftliche Herausforderungen Beachtung und Grenzen des Modells werden aufgezeigt.

Diese Ausarbeitung soll keine Diskussion über den Sinn eines Wirtschaftsunterrichts als Pflichtfach aller allgemein bildenden Schulen leisten, sondern geht der Frage nach, welche Rolle die Pädagogik in einer Gesellschaft spielt, die nach den Regeln im Menschenbild des Homo Oeconomicus handelt.

Auf eine ausführliche Definition und Darstellung der Philosophie, die hinter der Idee des Homo Oeconomicus steht, soll nur kurz, dem Umfang dieser Arbeit entsprechend, eingegangen werden. Elemente aus der Philosophie von Platon, Kant und den grundlegenden Gedanken von A. Smith sind deshalb nur am Rande erwähnt.

Das Konzept vom Menschenbild „Homo Oeconomicus“

1.1 Definition

Der Begriff Homo Oeconomicus ist ein humoristischer Verweis auf die aus der Biologie bekannte Bezeichnung Homo Sapiens[1] und versteht den Menschen als Individuum mit dem Ziel der persönlichen Nutzenmaximierung. Darunter ist zu verstehen, dass für die Erlangung eines maximalen Nutzens, unter Berücksichtigung und Abwägung verfügbarer Informationen, die vorteilhafteste ausgewählt und auf der Basis rationaler Analytik umgesetzt wird. Man versucht mit dem Modell grundsätzliche menschliche Handlungsprinzipien in ökonomischen Zusammenhängen zu erklären.

Das Verhaltensmodell des „Homo Oeconomicus“ basiert somit auf der Annahme, dass jedes Individuum dazu tendiert, nach einer rationalen Abwägung und Auswahl der Entscheidungsmöglichkeiten zu selektieren und dabei den Blick auf eine persönliche Nutzenmaximierung unter Abwägung der Unsicherheiten und möglichen Risiken zu richten (vgl. Kirchgässner 1991 S. 14ff). Oder anders ausgedrückt handelt das Individuum im Menschenbild des „Homo Oeconomicus“ nach dem Prinzip des Maximierens unter der Prämisse, aus den gegebenen Mitteln maximalen Nutzen ziehen zu können und dem Prinzip des Minimierens, bei dem zur Zielerreichung nur ein berechneter Mindestaufwand investiert wird (vgl. ebd. 38ff).

Für die Wohlfahrt der Nationen kann im Menschenbild des „Homo Oeconomicus“ die Basis allen ökonomischen Handelns gesehen werden. Denn dieser Ansatz geht davon aus, dass der enthemmte Egoismus des Einzelnen zu einem Wohlfahrtsgewinn der Gemeinschaft führt. Diese beiden Kräfte scheinen zunächst konträr zu sein. Das dem Menschen innewohnende egoistische Verhalten scheint nur schwer mit dem Streben nach dem Nutzen für Alle im Sinne des Gemeinwohls[2] in Einklang zu bringen. Doch dies ist möglich als ein Ergebnis aus dem Streben nach eigenem Wohlstand und der Güteranreicherung. Denn dieses Streben führt dazu, dass auch der gesellschaftliche Wohlstand gesteigert wird (vgl. Smith 1993 S. 98). Diesen zentralen Zuteilungsmechanismus in den Interaktionen des Marktes bezeichnet Smith auch als die „unsichtbare Hand“.

[...]


[1] Lat. Bezeichnung für „Weise“

[2] Der Begriff „Gemeinwohl“ (lat. bonum commune) wird an dieser Stelle verstanden als der Nutzen (das Wohlergehen) einer möglichst großen Gruppe im Volk oder eines Staates, unter Beachtung der gemeinsamen Ziele, Zwecke und Werte zu deren Verwirklichung sich die Menschen zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen haben. (vgl. Nohlen, Dieter (2003): „Kleines Lexikon der Politik.“ München: Verlag C.H. Beck 3. Auflage)

Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638490108
ISBN (Buch)
9783640332465
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v53603
Institution / Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg) – Wirtschaft und Politik und seine Didaktik
Note
1,7
Schlagworte
Verhältnis Pädagogik Menschenbild Homo Oeconomicus Welche Aufgabe Bildung Schule Hochschule Konzepte Kontroversen

Autor

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Titel: Das Verhältnis von Pädagogik und Ökonomie im Menschenbild des Homo Oeconomicus - Welche Aufgabe hat darin die Pädagogik?