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Kann künstliche Intelligenz in das Berufsleben der Menschen integriert werden? Das Beispiel IBM Watson

Hausarbeit 2017 11 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Was ist IBM Watson?
2.1 Was ist künstliche Intelligenz?
2.2 Watson als Produkt
2.3 Watsons Funktionsweise

3. Mögliche Probleme bei der Integration von Watson
3.1 Angst um Berufe
3.2 Weitere Kritik

4 Argumente für die Integration Watsons

5. Fazit

6. Quellenverzeichnis
6.1 Literaturverzeichnis:
6.2 Internetquellen:

7. Anhang
7.1 Statistik zu durch Maschinen gefährdete Berufe

1. Einleitung:

Computer sind in der Industrie zum Steuern von Roboterarmen oder im Alltag zum Schreiben von Texten oder zum Recherchieren im Internet nicht mehr wegzudenken. Aber heutige Ent­wicklungen zeigen, dass Computer nicht mehr nur einfache Werkzeuge des Menschen sind, sondern auch komplexere Aufgaben lösen können. So werden Aufgaben und Probleme, von denen wir zuvor dachten, nur Menschen könnten sie erfüllen, immer häufiger von Maschinen gelöst. Maschinelles Lernen („Machine Learning“) und künstliche Intelligenz („KI“) sind hier Schlagworte. Auch IBM möchte mit ihrem Produkt „Watson“ in diese Richtung einschlagen und Unternehmen mit Hilfe der künstlichen Intelligenz diese besser gestalten. Dabei stellt sich die Frage, ob sich künstliche Intelligenz, hier am Beispiel von Watson, in das Berufsleben integrieren lässt.

2. Was ist Watson?

2.1 Was ist künstliche Intelligenz?

Zu dieser Fragestellung muss zunächst der Begriff künstliche Intelligenz (KI) definiert wer­den. Für diese Zwecke kann der Begriff auf zwei Weisen ausgelegt werden. Zum Einen wird künstliche Intelligenz als „ein Teilgebiet der Informatik , welches sich mit der Erforschung von Mechanismen des intelligenten menschlichen Verhaltens (Intelligenz) [befasst]“1, anerkannt. Zum Anderen existiert die gebräuchlichere und selbsterklärende Definition, die im weiteren Verlauf verwendet wird. Nach dieser ist KI eine künstliche erzeugte Intelligenz, die dabei von einem Computer durch ein Programm erzeugt oder simuliert werden soll.2 Der Begriff Intelligenz wird verschieden und in bestimmten Variationen sogar unpassend definiert. In Bezug auf künstlicher Intelligenz wird deshalb Intelligenz beschrieben als „Fähigkeit (...), abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten“3. In beiden Definitionen spielen also das intelligente Verhalten eine wichtige Rolle.

2.2 Watson als Produkt

Unter dem Begriff Watson fasst das IT-Unternehmen IBM (International Business Machines) viele ihre Dienste unter einen einzigen zusammen. Insgesamt beschreibt das Unternehmen Watson immer als eine Art kognitiven Assistenten. Watson solle so nach IBM Unternehmen als neue Herangehensweise für Aufgaben unterstützen, die komplexe Themen behandeln und ein großes Fundament an Wissen benötigen. Dabei wird Watson in sehr verschiedenen Be­schäftigungen eingesetzt, wie in der Medizin, Finanzberatung, Schreiben neuer Rezepte und noch weiteren Aufgaben. Denn das besondere an Watson im Gegensatz zu herkömmlicher Unterstützung durch den Computer ist, dass es unstrukturierte Daten wie Sprache, Bilder etc. sinnvoll verarbeiten kann. So kann Watson in Gebieten arbeiten, in denen Kommunikation mit Menschen nötig ist wie z.B. in Callcentern eingesetzt werden. Zudem kann Watson In­formationen nicht nur analysieren, sondern auch mit diesem Wissen logische Schlussfolgerun­gen ziehen, um so neue Erkenntnisse zu erlangen.4 Das eigentliche Produkt wurde im Ent­wicklungsprozess immer kompakter, sodass es vom greifbaren Computer letztendlich zu ei­nem Dienst auf der IBM Cloud „Bluemix“ umfunktioniert wurde.5 Das bedeutet, dass Watson nicht als Computer in einem Unternehmen aufgestellt wird, sondern dass Informatiker des Unternehmens Anwendungen entwickeln, die mit Watson auf der Cloud „Bluemix“ interagie­ren. Die Cloud stellt die IBM Server dar, die als eine sichere Ablage der Daten der Unterneh­men fungiert, damit die Daten von Watson zusammen analysiert werden können. Die In­formatiker können dabei mit Watson und der Cloud durch ein sogenannte API, eine Applikati­onsschnittstelle, Daten austauschen. So können sie auf Bluemix z.B. bestimmte Daten des Un­ternehmens abspeichern, damit diese von Watson verarbeitet und mit einer großen Menge an anderen schon analysierten Informationen verglichen werden können. Die Informatiker kön­nen dann z.B. zu einer bestimmten Fragestellung eine Antwort von Watson verlangen, logisch basierend auf seiner Analyse der auf Bluemix vorhandenen Daten.

2.3 Watsons Funktionsweise

Wie beschrieben ist IBM nicht nur eine künstliche Intelligenz, sondern nach IBM eine Art ko­gnitive Assistenz. So vereint sie künstliche Intelligenz mit Analyseprogrammen.6 Der erste der beiden Teile führt dazu, dass es in der Lage ist, wie KI sich intelligent zu verhalten und logi­sche Schlussfolgerungen zu ziehen. Der zweite Teil, die Analyseprogramme, ermöglichen die großen Mengen an Informationen, die auf Bluemix abgespeichert werden, zu verarbeiten, so­dass den Verfahren der künstlichen Intelligenz die interpretierten Daten daraus als Grundlage zur Verfügung stehen. Dabei beinhalten die Analyseabläufe auch ein Teilgebiet des Themen­gebiets künstliche Intelligenz, da es Mechanismen des maschinellem Lernen („Ma­chine Learning“) verwendet. Durch diese Mechanismen kann Watson bestimmte Muster und Regeln in allen möglichen Formen von Informationen erkennen, solange genug Beispiele vor­handen sind. Deshalb ist Watson auch in der Lage, unstrukturierte Daten zu verstehen, da es die grammatikalischen Regeln erkennen kann. Außerdem können dadurch Zusammenhänge in der Bedeutung der Worte herausgestellt werden7, da bedeutungsähnliche Wörter wie z.B. „Feuer“ und „Brand“ statistisch häufiger im selben Satz oder Text vorkommen. An dem Verstehen der Sprache lässt sich auch der Teil der KI verdeutlichen. Denn diese ist erst verant­wortlich dafür, den Text zu verstehen. Denn bei Sonderfällen wie zusammengesetzten Wör­tern, Sprichwörtern oder grammatischer Ungenauigkeit ist kein Muster oder nur eine verwir­rende Bedeutung für Watson zu erkennen, sodass die KI z.B. auf Basis der Zusammenhänge der Wörter und dem Kontext selber interpretiert.8 Dieser Prozess benötigt eine große Menge an Informationen, die von den Unternehmen in Bluemix abgespeichert werden und von IBM selber ausgewählt und zur Verfügung gestellt werden. Nachdem Watson diesen Analyse- und Lernprozess mehrmals durchlaufen ist, kann es dann auch eigenständig Probleme behandeln. So kann z.B. in Bezug auf Sprache Watson eine Frage verstehen und die Informationen zu den in der Frage erwähnten Thema analysieren und so nach bekannten Informationen suchen, um diese dann nach grammatikalischen Regeln als Antwort zu formulieren. Zudem kann Watson durch das Erkennen von Mustern auch eigene Erkenntnisse erschließen und so Unternehmen Ursachen für bestimmte Entwicklungen verdeutlichen.9

Durch das Verstehen unstrukturierter Sprache und der flexiblen Art dieses Lern- und Analyse­prozesses kann Watson in sehr vielen Berufsgebieten tätig werden. So kann Watson z.B. eine riesige Menge an Informationen über Medizin und Informationen von Patienten zum Analy­sieren zur Verfügung gestellt werden, um für jeden Patienten eine individuell begründete Be­handlung vorzuschlagen. Diese Entscheidung beruht auf mehr Wissen über die Krankheit oder den Patienten sowie deren sonstigen Umstände als ein Arzt wahrscheinlich je besitzen oder zumindest nicht auf einmal in seiner Vorgehensweise berücksichtigen kann. In jedem unter­schiedlichem Berufsfeld müssen jedoch zunächst Experten im Lernprozess von Watson die­sem Probleme und dazu passende Lösungen als Beispiele geben. Zusätzlich müssen vor dem tatsächlichen Einsatz Watsons im Unternehmen Antworten zu Beispielproblemen von diesen Experten überprüft werden. Dadurch und durch die breitgefächerten Einsatzmöglichkeiten arbeiten im Moment ungefähr „80000 Programmierer aus 26 Branchen quer durch alle Unternehmensbereiche“10 mit Watson und für seinen Einsatz.

3. Mögliche Probleme bei der Integration von Watson

3.1 Angst um Berufe

Durch diese Funktionsweise Watsons lässt sich ein intelligentes Verhalten simulieren, das durch das Verstehen unstrukturierter Sprache dem menschlichen Verhalten hier in Bezug auf Arbeit sehr ähnelt. Dadurch können manche Menschen mit einem Gefühl der Angst vor der Ersetzung durch KI belastet werden. Diese Angst ist auch begründet, denn eine Studie von 2013 zeigt das ungefähr 18,3 von 30,9 Millionen untersuchten Berufen, ca. 59,2%, durch Ma­schinen oder Software in der nahen Zukunft gefährdet sind, ersetzt zu werden (siehe Anhang 7.1).11 Jedoch werden nach der Statistik auch nur relativ wenig akademische Berufe,ungefähr 470000, ersetzt. Watson, der vor allem im medizinischen Bereich im Moment trainiert wird, zeigt in diesem Bereich jedoch auch eine Tendenz zur Möglichkeit der Ersetzung. Dadurch wird deutlich, dass die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz 2013 unterschätzt wurden, aber auch heute noch unterschätzt werden könnten. Dies spricht auch für die 80000 In­formatiker, die Watson im Moment für seinen zukünftigen Einsatz in Unternehmen, als billige Arbeitskraft, vorbereiten.12 Dies könnte durch die dadurch zunehmende Arbeitslosigkeit nicht nur zu persönlichen Problemen der Menschen wie Depression durch eine Sinnlosigkeit im Le­ben, wegen keiner Arbeit, sondern auch zu noch größeren Disparitäten zwischen armen und reichen Gesellschaftsschichten und wirtschaftsschwachen und wirtschaftsstarken Ländern führen. Bei dem Ereignen solcher Entwicklungen könnte so zunehmender Protest gegen künstliche Intelligenz die Folge sein, weshalb eine Integration letzterer immer größeren Widerstand erfahren würde. Auch der Physiker Stephen Hawking erkennt die zunehmende Konkurrenz der künstlichen Intelligenz auf dem Arbeitsmarkt und sieht sie als eine Gefahren für die Menschheit.13

3.2 Weitere Kritik

Des Weiteren wird Watson im Moment wie erwähnt speziell zum medizinischen Assistenten bearbeitet, sodass er Patienten eine individuell optimale Lösung für ihr Gesundheitsproblem berechnen kann. Nach seiner Funktionsweise benötigt Watson für diese Analyse der individu­ellen Lösung eine große Menge an Informationen über den jeweiligen Patienten.14 Hier lässt sich ein weiterer großer Kritikpunkt vor allem an Watson erkennen. Denn diese Informationen können nicht nur gegen die gesundheitlichen Probleme der Person eingesetzt werden, sondern könnten auch ein genaues Abbild der Person erlauben, das dafür verwendet werden könnte,um sie zu manipulieren oder zu erpressen. Diese Gefahr geht jedoch nicht von Watson selber oder von IBM aus, sondern von Hackern, die eine eventuelle Sicherheitslücke der Cloud sich zu nutze machen.

Doch ein weitere Fähigkeit Watsons stellt weitaus größere Gefahren dar. So ist sein Verständ­nis für unstrukturierte Information zwar für Berufstätigkeiten sehr nützlich,jedoch kann es auch dafür verwendet werden, eigene Texte zu schreiben, die grammatikalisch korrekt und wie von einem Mensch geschrieben wirken. Dadurch ist es möglich Falschnachrichten zu Gunsten seiner eigenen Meinung in vielfach unterschiedlicher Verfassung mithilfe von klei­nen Änderung an Watsons Sprachdienst zu sehr hoher Zahl sehr schnell im Internet zu ver­breiten.15 Dadurch wird die Suche im Internet nach Wahrheit noch schwieriger als sie schon ist und Personen können ihre Meinung mit sehr vielen Argumenten, wahr oder nicht, sehr schnell und überzeugend verbreiten, was zu einer großen Verwirrung und einem noch größe­rem Misstrauen in der Gesellschaft führen könnte.

4. Argumente für die Integration Watsons

Zwar stimmt es, dass Unternehmen zunehmend künstliche Intelligenz einsetzen, wodurch Ar­beitsstellen ersetzt werden. Jedoch entstehen auch neue Arbeitsplätze durch künstliche Intelli­genz. Diese sind nicht nur im Bereich Informatik, sondern auch im Gebiet der Verwaltung der Programme der künstlichen Intelligenz. Außerdem wird in vielen Unternehmen künstliche In­telligenz eben auch nur als Assistenz, wie IBM auch Watson bezeichnet, verwendet, sodass die Mitarbeiter nicht entlassen, aber dafür in ihrer Tätigkeit entlastet werden.16. Außerdem muss nach Watsons Funktionsweise immer auch eine Überprüfung seines Wissens durch Ex­perten, also die Arbeitskräfte, denen sie assistieren sollen, erfolgen, weshalb letztere not­wendig bleiben.

[...]


1 Wichert, Andreas: Künstliche Intelligenz: URL: http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/ kuenstliche-intelligenz/6810

2 Begriffsbestimmung „Künstliche Intelligenz“: URL: http://www.info-wsf.de/index.php/Begriffsbestimmung_%22K%C3%BCnstliche_Intelligenz%22

3 „Intelligenz“ auf Duden online: URL: http://www.duden.de/rechtschreibung/Intelligenz

4 „How It Works: IBM Watson“ auf YouTube, 0:34 bis 1:11: URL: https://www.youtube.com/watch?v=AtdJ1DGJjXA

5 [IBM – Homepage]: IBM Bluemix: URL: https://www.ibm.com/cloud-computing/bluemix/de/watson

6 „Definition IBM Watson“ aufWhatIs: URL: http://www.searchenterprisesoftware.de/definition/IBM-Watson

7 Meyer, Jan-Bernd: „So arbeitet IBM Watson“, S.1-2: URL: https://www.computerwoche.de/a/ so-arbeitet-ibm-watson,2492613,2

8 „How It Works: IBM Watson“ auf YouTube, 2:27 bis 3:23: URL: https://www.youtube.com/watch?v=AtdJ1DGJjXA

9 [IBM – Homepage]: IBM Watson Analytics: URL: https://www.ibm.com/de-de/marketplace/watson-analytics

10 [IBM – Homepage]: IBM Cognitive Business, IBM, URL: https://www.ibm.com/cognitive/de-de/outthink/stories/sciencefact/

11 [Die Welt - Homepage]: „Maschinen könnten 18 Millionen Arbeitnehmer verdrängen“, URL: https://www.welt.de/wirtschaft/article140401411/ Maschinen-koennten-18-Millionen-Arbeitnehmer-verdraengen.html

12 IBM Cognitive Business, IBM, URL: https://www.ibm.com/cognitive/de-de/outthink/stories/sciencefact/

13 [Handelsblatt - Homepage]: „Physiker warnt vor künstlicher Intelligenz“:,URL: http://www.handelsblatt.com/technik/ forschung-innovation/stephen-hawking-physiker-warnt-vor-kuenstlicher-intelligenz/11067072.html

14 „How It Works: IBM Watson Health“ auf YouTube, 1:17 bis 2:32: URL: https://www.youtube.com/ watch?v=ZPXCF5e1_HI

15 Sieber, Armin: „Roboterjoutnalismus und Meinungsmacht […]“, URL: https://www.ibm.com/ de-de/blogs/think/2016/10/13/roboterjournalismus/

16 Müller-Jones, Kay: „Künstliche Intelligenz: Hoffnusträger oder Arbeitsplatzkiller?“, URL: https://www.computerwoche.de/a/kuenstliche-intelligenz-hoffnungstraeger-oder-arbeitsplatzkiller,3330467

Details

Seiten
11
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783346125842
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v535775
Note
1,34
Schlagworte
intelligenz berufsleben menschen beispiel watson

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