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Elterngespräche und Gespräche mit anderen Lehrern. Relevanz und Potential von Kommunikation in der Schule

Hausarbeit (Hauptseminar) 2016 15 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

I nhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Wichtigkeit der Elterngespräche in der Schule nach Palzkill, Müller und Schute
2.1 Kooperative Lehrer- Eltern- Gespräche helfen mögliche Ursprünge von Problemen in außerschulischen Bereichen zu finden

3. Erwartungen und Befürchtungen seitens Eltern und Lehrer voneinander

4. Wichtige Grundeinstellungen der Lehrkräfte nach Hennig und Ehinger

5. Vorschlag für einen praktischen Ablauf eines Elterngesprächs
5.1 Vorbereitung des Elterngesprächs
5.1.1 Die richtigen Rahmenbedingungen wählen
5.2 Der Gesprächsverlauf und einige hilfreiche Methoden
5.3 Nachbereitung des Gesprächs

6. Schluss

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Lehrerinnen und Lehrer1 haben in ihrem Berufsalltag nicht nur die Aufgabe zu unter- richten. Vielmehr müssen sie bewerten, erziehen, beraten und unterrichten (vgl. Pfitz- ner 2000, S. 204). Eine gute Gesprächsführung ist in der Schule dabei von zentraler Bedeutung, denn in allen Bereichen ist ein informativer Austausch essentiell und hilf- reich. Dieser kann nur erreicht werden, wenn Ehrlichkeit zwischen den Gesprächspart- nern besteht und man sich gegenseitig wertschätzt - also auf respektvollen Umgang miteinander geachtet wird. Ziele und Erwartungen müssen deutlich formuliert werden, sodass auf beiden Seiten klare Vorstellungen herrschen.

In der Schule werden täglich viele verschiedene Gespräche von den Lehrkräften ge- führt. Über Gespräche mit Schülerinnen und Schülern2 geht das Feld weit hinaus. So gibt es Absprachen mit Kollegen und Kolleginnen, Unterrichtsgespräche, Gespräche mit Eltern, Pausengespräche und viele andere (vgl. ders. 2000, S. 205). Kommt es da- bei zu Konflikten oder negativen Erfahrungen, kann schnell eine deutliche Belastung entstehen. Basierend auf verschiedenen Forschungen sind einige hilfreiche Ansätze entstanden, die eine erfolgreiche Kommunikation im schulischen Bereich erleichtern sollen. Unter diesem Gesichtspunkt soll in dieser Hausarbeit der Fokus auf die Gesprä- che mit den Eltern im Kommunikationsort Schule gerichtet werden. Denn „gut ge- führte Elterngespräche erleichtern die schulische Arbeit und steigern die Effektivität“ (Aich/Behr 2015, S. 9).

Es wird nicht der Versuch angestrebt eine perfekte Lösung für einen reibungslosen Ablauf der Kommunikation zwischen Eltern und Lehrkräften zu bieten oder ein Leh- rerideal zu kreieren. Denn dabei gibt es viel zu viele verschiedene Einflussfaktoren, die vom Umfeld über die Persönlichkeit bis hin zur konkreten Situation variieren. Es geht vielmehr darum einige Überlegungen zusammenzutragen, die einen reibungslo- sen Ablauf von Elterngesprächen positiv entgegenkommen können und in der Praxis anwendbar sind. Welche Faktoren haben also ein förderliches Potential für Lehrer- Eltern- Gespräche? Diese enthalten - aus Lehrersicht - auch Schritte zur Verbesserung der Gesprächskompetenz mit Eltern.

Hinführend werden zunächst einige Aspekte aufgezeigt, die die Wichtigkeit von El- terngesprächen in der Schule und Kooperation aufzeigen. Anschließend wird der Fo- kus auf eine gewisse Grundeinstellung der Lehrpersonen gerichtet, welche als Funda- ment für gelingende Kommunikation dient. Durch eine gute Struktur und gewisse Vor- bereitungen des Elterngesprächs können viele unangenehme Situationen vermieden werden. Deswegen wird auf die Vorbereitung des Gesprächs eingegangen, bevor ein möglicher Verlauf eines Elterngesprächs vorgestellt wird. Hierbei werden Gesprächs- phasen und nützliche Methoden angeführt. Folgend wird die Nachbereitung des Ge- sprächs dargestellt, bevor am Schluss ein Fazit gezogen wird.

2. Die Wichtigkeit der Elterngespräche in der Schule nach Palzkill, Müller und Schute

Palzkill, Müller und Schulte beschäftigen sich mit gelingender Gesprächsführung in der Schule, indem sie Überlegungen zu den notwendigen Voraussetzungen professio- neller Gesprächsführung anstellen. Sie sprechen den Elterngesprächen eine große Be- deutung zu. Folglich ist die Beziehung zwischen Eltern und Schule von großer Wich- tigkeit. Auch Aich und Behr betonen, dass gelingende Kommunikation mit Eltern zu einem befriedigenderen und effizienteren Arbeiten in der Schule führt (2015, S. 14).

Die Lehrer- Eltern- Kommunikation kann als Sonderform zwischen den zahlreichen anderen Gesprächen, die von den Lehrkräften mit den verschiedensten Gesprächspart- nern geführt werden, gesehen werden. Die Frage nach dem Grund dieser Gegebenheit lässt sich folgendermaßen erklären: Da die Kinder und Jugendlichen einen Großteil ihrer Zeit in der Schule verbringen, wird diese neben der Familie zu einer der bedeu- tendsten Erziehungs- und Sozialisationsinstanzen. Es ist deswegen wünschenswert, dass es Lehrkräften und Eltern in kooperativer und konstruktiver Beziehung gelingt diese gemeinsame Aufgabe wahrzunehmen (vgl. Palzkill et al. 2015, S. 69). Dieses entspricht einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Das Resultat kann schließlich einen erheblichen Einfluss auf die schulische Entwicklung der Schü- ler haben. Die Beziehung zwischen Eltern und Schule legt die Basis für die Umsetzung dieser Zusammenarbeit.

2.1 Kooperative Lehrer- Eltern- Gespräche helfen mögliche Ursprünge von Problemen in außerschulischen Bereichen zu finden

„In erster Linie arbeiten Pädagogen, Eltern und Kinder mit der Absicht zusammen, den qualitativen Nutzen der Teilnahme des Kindes am institutionellen Angebot zu ver- bessern“, definieren Jensen und Jensen die Elternarbeit (2008, S. 43). Weiterhin heißt es: „Alle Parteien repräsentieren eine relevante und prinzipiell unentbehrliche Per- spektive in der Zusammenarbeit und die Zusammenarbeit ist auf ein Ziel gerichtet, bei dem es darum geht, den Nutzen des Schülers aus dem Unterricht zu optimieren“ (dies. 2008, S. 54). Beide Aussagen unterstreichen somit, dass eine positive Kooperation Verbesserung und Optimierung hervorbringen soll, die nicht immer Schwierigkeiten als Ansatzpunkt braucht.

Die Frage nach der Nützlichkeit von erfolgreicher Kooperation zwischen Eltern und Lehrern wird in den Ausführungen von Hennig und Ehinger um den Aspekt der Prob- lembearbeitung erweitert. Laut ihnen sind Schulschwierigkeiten nie monokausal zu erklären. Es gibt viele Faktoren, die sie hervorbringen können. Dazu gehören neben dem Schüler selbst als Individuum mit gewissen Fähigkeiten und dem schulischen Umfeld auch familiäre und außerschulische Bereiche. In letzteren finden zwei Drittel der Schulprobleme ihren Ursprung, wobei allgemein eine steigende Tendenz der Schü- ler mit Schulproblemen in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel dem Lernen selbst oder dem Verhalten, zu erkennen ist (vgl. Henning/Ehinger 2003, S. 13). Eine Zusam- menarbeit mit den Eltern ermöglicht Einblicke in die familiären und außerschulischen Bereiche und somit auch das Lokalisieren und ein Gegenwirken möglicher negativer Ursprünge. Andersherum ist bei Uneinigkeit zwischen Schule und Elternhaus das Kind oft leidtragend und wird zusätzlich belastet. Gute Zusammenarbeit kann dahingegen intensiviert werden, um zur Entlastung des Kindes beizutragen und das unterstützende Potential einer guten Kooperation nutzbar machen.

3. Erwartungen und Befürchtungen seitens Eltern und Lehrer von- einander

Für die Eltern ist die Schule häufig eine wegweisende Instanz im Leben ihrer Kinder, von der berufliche Chancen und zukünftiger Werdegang abhängen. Damit verbunden sind auch gesellschaftliche Integration und ein erfülltes Leben. Dementsprechend kön- nen große Hoffnungen in die Schule gesetzt werden, aber auch schlimme Befürchtun- gen können vorhanden sein. Eigene Erfahrungen auf beiden Seiten und Erwartungen, die oft von Medien negativ dargestellt werden, bedingen Unwohlsein und Angst. Des- wegen ist es wichtig, dass gegenseitige Erwartungen immer neu justiert werden (vgl. Jensen/Jensen 2008, S. 58).

Da der Schule ein hoher Stellenwert beigemessen wird, ergeben sich auf der anderen Seite auch erhöhte Ansprüche und teils unrealistische Erwartungen. „Die Ansprüche an das erwünschte schulische Qualifikationsniveau sind gestiegen“ (Palzkill et al. 2015, S. 69). Diese werden an die Schule und damit an die Lehrpersonen gestellt, de- nen die Verantwortung für den schulischen Werdegang des Kindes übertragen wird. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, kann es nicht selten zu Schuldzuwei- sungen kommen und der Druck auf die Lehrkräfte wird merklich erhöht. Den Eltern ist eine gute Förderung ihrer Schützlinge wichtig, zu der die Lehrperson durch eine gute Lernatmosphäre und eine positive Haltung hinführen soll (vgl. Jensen/Jensen 2008, S.149f.). Auch von Seiten der Lehrer gibt es Wünsche und Erwartungen wie unterstützende und engagierte Eltern, die trotzdem den Wirkungsbereich der Lehrper- son respektieren und die Kompetenz dieser nicht in Frage stellen. Außerdem sollen sie den Kindern in unterstützender Form zur Seite stehen und bei Lernschwierigkeiten unterstützend eingreifen, ohne das Kind in seinem eigenen Lernprozess zu sehr einzu- schränken.

Die Beziehung von Eltern und Lehrern kann durch viele Belastungen empfindlich ge- stört werden. Unrealistische oder gar unpassende Erwartungshaltungen, die auf beiden Seiten vorkommen können, sind ein Beispiel hierfür. Darüber hinaus haben „sowohl Eltern als auch Lehrer [...] Angst vor Vorwürfen und Entwertungen. Aus diesem Grund kommt es häufig nicht zu einer offenen Kommunikation“, stellen Aich und Behr fest (2015, S. 21). Eine gute, professionelle und zielorientierte Kommunikation ist deswe- gen essentiell im Umgang mit Eltern. Durch sie können Missverständnisse vermieden und ein konstruktives Miteinander gefördert werden. Neben den vielfältigen Kontakt- formen mit Eltern, wie Elternsprechtage oder –abende, sind anlassbezogene Gespräche mit Eltern als große Chance zu sehen „in einem konstruktiven Miteinander Frage- und Problemstellungen zu lösen“ (Palzkill et al. 2015, S. 70).

[...]


1 Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, wird in der Hausarbeit die männliche Form gewählt. Trotzdem beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

2 Auch in diesem Fall wird im Folgenden nur noch die maskuline Form „Schüler“ verwendet. Die An- gaben beziehen sich aber auf Schülerinnen und Schüler gleichermaßen.

Details

Seiten
15
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783346162472
ISBN (Buch)
9783346162489
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v535363
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,3
Schlagworte
Kommunikation Schule Elterngespräch Elternabend Potential Ratgeber Steuerung Anreize Förderung Zusammenarbeit

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