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Dynamische Aspekte der Reverse Logistics in Closed-Loop Supply Chains

Diplomarbeit 2005 120 Seiten

BWL - Industriebetriebslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Die Bedeutung der Reverse Logistics für industrielle Unternehmen

2. Reverse Logistics als integraler Bestandteil der Supply Chain
2.1 Legislative und ökonomische Motivation für Produktrücknahmen
2.2 Grundlagen der Reverse Logistics

3. Ein dynamisches Modell für Closed-Loop Supply Chains
3.1 Die Methode System Dynamics zur Untersuchung dynamischer Systeme
3.2 Das Grundmodell einer um Reverse Logistics erweiterten Supply Chain
3.3 Das Simulationsverhalten des Grundmodells

4. Simulationsanalysen des System-Dynamics-Modells
4.1 Koordinierte Wiedereinsteuerung zur Effizienzsteigerung
4.2 Auswirkungen von Nachfragediskontinuitäten
4.3 Berücksichtigung imperfekter Recyclingprozesse

5. Einblicke in die Dynamik von Closed-Loop Supply Chains

Literaturverzeichnis

Anhang (Gleichungssysteme des System-Dynamics-Modells)

Ehrenwörtliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2-1: Systematik der Recyclingformen

Abbildung 2-2: Prozesskette der Reverse Logistics

Abbildung 3-1: Grobstruktur des System-Dynamics-Modells

Abbildung 3-2: Struktur des Sektors Produktion

Abbildung 3-3: Strukturdiagramm des Subsektors Komponenten

Abbildung 3-4: Struktur des Sektors Produktnutzung

Abbildung 3-5: Ausfallhäufigkeit der Güter über die Nutzungsdauer

Abbildung 3-6: Strukturdiagramm der Alterung von Gebrauchtprodukten

Abbildung 3-7: Struktur des Sektors Reverse Logistics

Abbildung 3-8: Strukturdiagramm des Subsektors Gebrauchtprodukte

Abbildung 3-9: Strukturdiagramm des Gesamtmodells

Abbildung 3-10: Lagerbestände an Fertigprodukten und Komponenten im Basismodell

Abbildung 3-11: Lagerbestand an Rohstoffen und Gesamtkosten im Basismodell

Abbildung 4-1: Strukturdiagramm des erweiterten Subsektors Gebrauchtprodukte

Abbildung 4-2: Lagerbestände an Fertigprodukten und Komponenten im erweiterten Modell

Abbildung 4-3: Lagerbestand an Rohstoffen und Gesamtkosten im erweiterten Modell

Abbildung 4-4: Lagerbestände an Fertigprodukten und Komponenten bei Nachfrageanstieg um 15 %

Abbildung 4-5: Lagerbestand an Rohstoffen und Lieferquote von Rohstoffen bei Nachfrageanstieg um 15%

Abbildung 4-6: Gesamtbestand des Produktionssektors bei Nachfrageanstieg um 25% und Initiierung der Rückflüsse im 48. Monat

Abbildung 4-7: Gesamtbestand des Produktionssektors bei Nachfrageanstieg um 25% und Initiierung der Rückflüsse im 50. Monat

Abbildung 4-8: Gesamtbestand des Produktionssektors bei Nachfrageanstieg um 35% und 50%

Abbildung 4-9: Verteilungsfunktionen der Rückflussaufkommen

Abbildung 4-10: Gesamtbestand des Produktionssektors bei Nachfrageanstieg um 20% und 60%

Abbildung 4-11: Strukturdiagramm des Komponentenrecyclings bei imperfekten Recyclingprozessen

Abbildung 4-12: Gesamtbestand des Produktionssektors und Gesamtkosten bei imperfekten Recyclingprozessen

Abbildung 4-13: Gesamtbestand des Produktionssektors und Gesamtkosten bei imperfekten Recyclingprozessen und Neuteilezuschuss

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Die Bedeutung der Reverse Logistics für industrielle Unternehmen

Seit Beginn der industriellen Revolution ist die Anzahl der gefertigten Güter stetig angestiegen, um die Konsumbedürfnisse der wachsenden Weltbevölkerung zu befriedigen. Dies hat eine erhöhte Beanspruchung der Versorgungsfunktion[1] der ökologischen Umwelt zur Folge, der vermehrt natürliche Ressourcen unwiederbringlich entzogen werden. Aber auch ihre Trägerfunktion[2] wird zunehmend beeinträchtigt, da ihr in bisher unbekanntem Ausmaß Schadstoffe und Abfälle zugeführt werden. Diese Umweltproblematik thematisierte erstmals die Anfang der siebziger Jahre veröffentlichte Studie „The Limits to Growth“, die auf der Basis eines computergestützten Simulationsmodells einen Kollaps der ökologischen Umwelt voraussagte.[3] Sie vermochte einer breiten Öffentlichkeit, die Dringlichkeit der Themen Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften deutlich zu machen, die sich seitdem zu einem zentralen Bestandteil der öffentlichen Diskussion in Industrienationen entwickelt haben.

Auf legislativer Ebene wird seither dem Umweltschutz ein höherer Stellenwert eingeräumt, der sich auch in umweltrechtlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen manifestiert. Die Gesetzgeber folgen dabei zumeist der Forderung der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD), ihre Umweltpolitik am Verursacherprinzip[4] auszurichten, und verankern eine erweiterte Produktverantwortung für Industrieunternehmen in der nationalen Gesetzgebung. Über dieses Konstrukt der erweiterten Produktverantwortung werden Hersteller für die Rücknahme, Verwertung und Beseitigung der von ihnen produzierten Güter verantwortlich gemacht. So soll die Abkehr vom Prinzip der linearen Durchflusswirtschaft hin zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft forciert werden.

Die herstellerseitige Rücknahmeverpflichtung von Produkten am Ende ihres Lebenszyklus stellt aber nicht die einzige Ursache für Produktflüsse entgegengesetzt der traditionellen Flussrichtung dar. In den letzten Jahren haben sich Versand- und Internethandel als alternative Absatzkanäle etabliert, welche sich durch besonders konsumentenfreundliche Rückgaberechte auszeichnen. Dies hat zur Folge, dass Unternehmen verstärkt mit Rückläufen von neuen, möglicherweise aber veralteten Produkten konfrontiert werden, für die ökonomisch und ökologisch optimale Verwendungsmöglichkeiten zu suchen sind.

Der Zwang zu einer verstärkten Kreislaufführung von Produkten bedeutet eine Ausweitung des ursprünglichen Aufgabenbereichs von Industrieunternehmen. War die traditionelle Herangehensweise der Unternehmen an Altprodukte „to ignore them“[5] und endete bisher ihre Verantwortlichkeit mit dem Absatz der Güter, so werden sie nun mit einer Vielzahl von Aufgaben im Anschluss an die Produktnutzungsphase konfrontiert. Diese Aufgaben umfassen u.a. die Rückführung, Behandlung und Wiedereinsteuerung der Produkte in die originäre Lieferkette.[6] Im traditionellen – an einer Durchflusswirtschaft orientierten – Supply Chain Management werden diese Aufgabenbereiche im Allgemeinen ausgeklammert. Daher ist es erforderlich, das Supply Chain Management zu einem Closed-Loop Supply Chain Management[7] zu erweitern, das in sein Optimierungskalkül die zielgerichtete Kreislaufführung von Ressourcen einbezieht. Zentrales Element von Closed-Loop Supply Chains (CLSC) stellt das Feld der Reverse Logistics dar. Reverse Logistics (RL) umfasst die notwendigen Prozesse zur Sammlung, zum Transport, zur Demontage, Behandlung und Wiedereinsteuerung von Altprodukten in die originäre Lieferkette.[8] In dieser Arbeit wird folgende Definition von Reverse Logistics verwendet: “Reverse logistics comprises all activities involved in managing, processing, reducing and disposing of hazardous or non-hazardous waste from production, packaging and use of products, including the processes of reverse distribution.”[9]

Das Management von Closed-Loop Supply Chains zeichnet sich durch ein hohes Maß an Komplexität aus. Dies ist zum einen auf die dem RL-Umfeld inhärente Unsicherheit zurückzuführen. Neben der traditionellen Nachfrageunsicherheit unterliegen die Prozesse der Reverse Logistics einer Angebotsunsicherheit hinsichtlich Qualität, Menge und zeitlichem Anfall des rückzuführenden Güteraufkommens. Daneben können zahlreiche Wechselwirkungen zwischen originärer Lieferkette und Reverse Logistics – resultierend vorwiegend aus der Integration rezyklierter Rohstoffe, Komponenten und Produkte in die Neuproduktion – als komplexitätssteigernd ausgemacht werden. Die gegenseitige Abhängigkeit von traditioneller Supply Chain und Reverse Logistics wurde bisher sowohl seitens der Wissenschaft als auch der Praxis nicht adäquat berücksichtigt, indem lediglich isolierte Teilaspekte betrachtet wurden. Die vorliegende Arbeit hat sich daher zum Ziel gesetzt, erhöhte Komplexität und Kausalzusammenhänge innerhalb einer Closed-Loop Supply Chain im Rahmen des System-Dynamics-Ansatzes abzubilden. Mittels des Simulationsstudiums sollen grundlegende Erkenntnisse über die dynamischen Auswirkungen einer Integration von Sekundärressourcen in den Produktionsprozess gewonnen werden. Besondere Beachtung wird dabei den Implikationen der Reverse Logistics auf das Systemverhalten infolge exogener Störungen in der Nachfrage (Bullwhip-Effekt) zuteil.

Zum Erreichen der Zielsetzung wird folgender Lösungsweg eingeschlagen: In Kapitel 2 wird auf Umfeld und Prozesse der Reverse Logistics eingegangen, um so den Rahmen für die spätere Modellentwicklung aufzuspannen. Dazu werden zunächst gesetzliche Grundlagen und direkte und indirekte ökonomische Anreize als Ursachen der Produktrücknahmen seitens der Hersteller identifiziert. Darauf folgend werden verschiedene Quellen und Senken der Produktrückflüsse definiert und Reverse Logistics als viergliedrige Prozesskette charakterisiert. Abschließend erfolgt eine Systematisierung der dem RL-Umfeld inhärenten Angebotsunsicherheit.

In Kapitel 3 wird auf Basis der gewonnen Erkenntnisse ein System-Dynamics-Modell einer generischen Closed-Loop Supply Chain konzipiert, dessen Ausgangsstruktur anhand der wesentlichen Modellsektoren Produktion, Produktnutzung und Reverse Logistics erläutert wird. Darauf folgen eine Validierung der Modellstruktur sowie eine Diskussion der durch Simulation des Basismodells gewonnenen Ergebnisse.

Die in Kapitel 4 zunächst vorgenommene Erweiterung des System-Dynamics-Modells um eine sektorübergreifende Koordination der Produktions- und Recyclingprozesse strebt eine Verbesserung des zuvor beobachteten Systemverhaltens an. Sich daran anschließende Szenarioanalysen betrachten Auswirkungen der Reverse Logistics auf die Systemdynamik bei unterschiedlicher Konfiguration des Modellsektors Produktnutzung und der Intensität des Nachfrageanstiegs.

Kapitel 5 fasst die durch das Simulationsstudium gewonnenen zentralen Aussagen und Erkenntnisse der Arbeit zusammen und zeigt Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer Weiterentwicklung des konzipierten System-Dynamics-Modells auf.

2. Reverse Logistics als integraler Bestandteil der Supply Chain

2.1 Legislative und ökonomische Motivation für Produktrücknahmen

2.1.1 Umweltrechtliche Rahmenbedingungen für Industrieunternehmen

Als sozioökonomische Ursachen für die angesprochene Umweltproblematik können der Kollektivgutcharakter der Umwelt und das Auftreten externer Effekte identifiziert werden. Umweltgüter weisen – wie öffentliche Güter (Kollektivgüter) – die Eigenschaften der Nicht-Rivalität des Konsums und der Nicht-Ausschließbarkeit auf.[10] Niemand kann durch Marktpreise von deren Nutzung ausgeschlossen und sie können von allen gleichermaßen in Anspruch genommen werden.[11] Jeder kann also von Umweltgütern profitieren, ohne etwas zu ihrer Bereitstellung beitragen zu müssen. Daraus resultiert das Problem des free-riding (Freifahrerverhalten), da für das Individuum der Anreiz besteht, sich an der Finanzierung von Umweltgütern nicht zu beteiligen, als „Trittbrettfahrer“ aber von den Beiträgen anderer zu profitieren.[12] Diese Problematik ist ursächlich für ein Unterangebot an öffentlichen Gütern, was in besonderem Maße auch für das öffentliche Gut Umweltqualität gilt.[13]

Unter externen Effekten[14] werden die Auswirkungen individueller Entscheidungen von Wirtschaftssubjekten auf die Nutzenfunktionen unbeteiligter Dritter verstanden, die nicht über den Marktpreis vermittelt werden.[15] Erfolgt eine Monetarisierung dieser externen Effekte, wird von externen Kosten gesprochen. Sie bezeichnen die Kosten, die den Betroffenen entstehen, ohne Eingang in die Wirtschaftsrechnung des Verursachers zu finden.[16] Somit ergibt sich eine Differenz zwischen den gesamt anfallenden Kosten (sozialen Kosten) und den für die Produktionsentscheidung relevanten privaten Produktionskosten. Die Lenkungsfunktion des Preissystems versagt, was zu einer zu hohen Produktionsmenge des Verursachers führt.[17] Diese Fehlallokation hat eine Übernutzung von Ressourcen zur Folge, so dass Wohlfahrtsverluste entstehen.[18]

Staatliche Eingriffe zur Steuerung der Allokationsmechanismen mit dem Ziel der Korrektur der externen Effekte und der Regulierung der Bereitstellung öffentlicher Güter sind erforderlich. Um das zuvor beschriebene Marktversagen mit den einhergehenden Fehlallokationen zu vermeiden, wird eine Internalisierung der externen Kosten angestrebt. Hierdurch können die Grenzkosten des Verursachers erhöht werden, worauf sich ein pareto-optimales Marktgleichgewicht einstellt.[19] Eine Internalisierung externer Kosten wird auch als ökonomisches Verursacherprinzip bezeichnet.

Das Verursacherprinzip findet im Abfallrecht in dem Konstrukt der umfassenden Produktverantwortung der Hersteller seine Anwendung.[20] Diese Produktverantwortung erfährt im „Gesetz zur Förderung einer abfallarmen Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen“ (KrW-/AbfG) zum ersten Mal eine gesetzliche Verwirklichung. Das KrW-/AbfG etabliert in seinem dritten Teil (§§ 22 bis 26) die abfallrechtliche Produktverantwortung der Hersteller und Vertreiber für die von ihnen in Umlauf gebrachten Erzeugnisse. Sie bildet ein Kernstück des Gesetzes und umfasst unter anderem die Entwicklung, Herstellung und das Inverkehrbringen von wieder verwendbaren und entsorgungsfreundlichen Erzeugnissen,[21] den vorrangigen Einsatz von Sekundärrohstoffen in der Produktion[22] und die Rücknahme der Erzeugnisse nach deren Gebrauch mit anschließender Verwertung oder Beseitigung.[23] Im Rahmen dieser erweiterten Produktverantwortung nimmt die Rücknahmeverpflichtung für Altprodukte eine besondere Stellung ein, da hierdurch eine Verschiebung der Entsorgungsverantwortung für Güter erfolgt. Lag zuvor die Entsorgungspflicht noch beim Letztbesitzer eines Produktes, so geht diese nun durch die Rücknahmeverpflichtung an den Hersteller über. Der so entstandene Feedback-Loop zwischen Entwicklungs- und Entsorgungsphase eines Produktes veranlasst den Hersteller, im eigenen Interesse dessen Entsorgungseigenschaften in sein Kosten-Nutzen-Kalkül aufzunehmen und bereits in der Produktentwicklung zu berücksichtigen.[24] Dadurch ist ein ökonomisches Anreizsystem für die Entwicklung abfallarmer und recyclingfreundlicher Produkte geschaffen. Die verbleibenden Entsorgungskosten werden im Marktpreis reflektiert und so an den Endkunden weitergegeben.[25] Auf kompetitiven Märkten mit hoher Nachfrageelastizität führt dies zu einem starken Anreiz für den Hersteller, die anfallenden Entsorgungskosten durch entsprechende Produkteigenschaften zu minimieren, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Ausdehnung der Verantwortung auf den gesamten Produktlebenszyklus zwingt zur Abkehr von traditionellen end-of-pipe -Technologien, die lediglich nachsorgende Maßnahmen zur Verringerung der Umweltwirkungen von Abfall darstellen. Sie erfordert einen Wandel hin zu einer vermeidungsorientierten, integrierten Betrachtungsweise von Abfällen mit geschlossenen Stoffkreisläufen.[26] Die umfassende Produktverantwortung des KrW-/AbfG stellt allerdings keine unmittelbar verpflichtende Vorschrift, sondern lediglich einen allgemeinen Rechtsgrundsatz dar. Seine Konkretisierung in Bezug auf Produktart, Adressatenkreis und Umfang hat mittels Rechtsverordnungen zu erfolgen.[27] Bisher wurden bereits Rechtsverordnungen für Güterverpackungen (VerpackV), Batterien (BattV), Altfahrzeuge (AltautoV) und Elektroschrott (ElektroG) seitens des Gesetzgebers erlassen, wobei die beiden letzteren im Folgenden vorgestellt werden sollen.

Für Altfahrzeuge werden die durch das KrW-/AbfG geforderten abfallwirtschaftlichen Ziele durch die AltautoV (Verordnung über die Überlassung, Rücknahme und umweltverträgliche Entsorgung von Altfahrzeugen) formuliert. Diese erlegt den Herstellern umfangreiche Rücknahme- und Recyclingziele für ihre Altfahrzeuge auf. Sie sind dazu verpflichtet, Altfahrzeuge ihrer Marke unentgeltlich zurückzunehmen[28] und zu diesem Zweck ein flächendeckendes Sammelsystem einzurichten.[29] Spätestens ab dem 1. Januar 2006 sind mindestens 85 Gewichtsprozent[30] der Altautos einer Verwertung zuzuführen. Dieser Anteil steigt ab dem 1. Januar 2015 auf 95 Gewichtsprozent an.[31]

Das „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten“ (ElektroG) legt auf Basis zweier EU-Richtlinien Anforderungen an die Produktverantwortung für Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten fest. Es reagiert damit auf die überproportional stark wachsende Menge von Elektronikschrott,[32] der aufgrund seiner Schadstoffhaltigkeit einer besonders sensiblen Entsorgung bedarf. Im Gegensatz zu der für Altfahrzeuge auferlegten alleinigen Produktverantwortung der Hersteller sieht die Regelung des ElektroG eine geteilte Produktverantwortung vor. Während bei der Sammlung der Altgeräte auf die bestehenden Sammelstrukturen der Kommunen zurückgegriffen wird,[33] sind die Hersteller verantwortlich für die darauf folgende Behandlung der Geräte.[34] Hierbei ist gefordert, dass ein möglichst hoher Anteil wieder verwendet oder stofflich verwertet wird.[35] Je nach Typ des Altgerätes sieht das Gesetz Verwertungsquoten von 50 bis 80 Prozent vor.[36]

2.1.2 Ökonomische Vorteile durch erneute Nutzbarmachung

Neben den angeführten gesetzlichen Auflagen zur Sammlung und Behandlung von Altprodukten existieren direkt und indirekt ökonomisch motivierte Gründe, die Hersteller zu einer freiwilligen Rücknahme ihrer Produkte veranlassen. Zur Sicherung eines stetigen Rücklaufs qualifizierter Produkte werden ihren Letztbesitzern häufig monetäre Anreize für die Rückgabe offeriert.[37] Den bedeutendsten Beweggrund für eine freiwillige Produktrücknahme stellt das Kosteneinsparpotential dar, das eine Aufarbeitung ganzer Produkte oder dessen Komponenten sowie das Recycling von Wertstoffen bergen.[38] So kann eine Substitution von primären durch sekundäre Produktionsfaktoren zu einer Senkung der Produktionskosten beitragen.[39] Diese rein ökonomisch motivierte Produktrücknahme findet sich traditionell bei Herstellern langlebiger Gebrauchs- und hochwertiger Industriegüter, ist aber zunehmend auch bei kurzlebigen elektronischen Geräten anzutreffen.[40]

Zu den indirekt ökonomisch motivierten Gründen für eine Produktrücknahme können marketing- und wettbewerbsstrategische Überlegungen der Hersteller gezählt werden. Ihre Produktverantwortung dient den Herstellern als Medium, das eigene Umweltbewusstsein und ihr ökologisch orientiertes Unternehmensprofil zu kommunizieren.[41] Dadurch soll das eigene Produkt für die steigende Anzahl umweltbewusster Kunden attraktiv gemacht werden. Zwar fragt der Verbraucher in erster Linie eine Funktionserfüllung und erst nachgeordnet ein bestimmtes Umweltverhalten nach, doch müssen die Produkte zunehmend auch ökologischen Ansprüchen gerecht werden, um erfolgreich im Markt bestehen zu können.[42] Auch geht das ökologische Engagement häufig mit einem Imagegewinn der Unternehmen einher, die dadurch ihr Ansehen sowohl in der Gesellschaft und den Medien wie auch bei den eigenen Mitarbeitern steigern können.[43] Beispielhaft sei hier die Eastman Kodak Company erwähnt, die nach Markteinführung einer Einwegkamera zunächst von der Öffentlichkeit der Ressourcenverschwendung angeklagt wurde. Durch Einführung eines Rücknahme- und Recyclingprogramms für die Kameras – bei dem über 75 Prozent ihrer Bestandteile einer erneuten Nutzung zugeführt werden – konnte das Unternehmen sein Image entscheidend verbessern.[44]

Ein weiterer Grund für eine freiwillige Selbstverpflichtung der Hersteller zur Rücknahme von Produkten und deren Recycling stellt der Schutz des Sekundärmarktes dar.[45] Zunehmend engagieren sich Hersteller selbst in diesem profitablen Marktsegment und versuchen durch Rücknahme ihrer eigenen Produkte zu verhindern, dass diese von unabhängigen Drittanbietern aufgearbeitet und erneut in Umlauf gebracht werden.[46] Sie wirken damit möglichen Schädigungen ihres Markennamens entgegen, die aus unsachgemäßem Aufarbeiten oder minderer Qualität der aufgearbeiteten Produkte resultieren könnten.[47] Um den Rücklauf der Altprodukte zu steigern und ihre unautorisierte Aufarbeitung zu erschweren, werden die Güter mitunter mit technischen Barrieren ausgestattet, die nach Ablauf eines Nutzungszyklus eine erneute Ingebrauchstellung der Güter durch nicht lizenzierte Drittanbieter verhindern.[48]

2.2 Grundlagen der Reverse Logistics

2.2.1 Konsumtionsprozesse als Quelle von Produktrückflüssen

2.2.1.1 Reverse Logistics als zeitkritischer Prozess

Industrieunternehmen werden aus den im vorigen Abschnitt diskutierten Gründen zunehmend mit dem Rücklauf der von ihnen produzierten Güter konfrontiert. Durch das Schließen von Stoffkreisläufen kann es gelingen, gesetzlichen Regelungen zu folgen und zugleich neue Wertschöpfungspotentiale zu nutzen; gelingt dies nicht, können sich aus den Rückflüssen hohe finanzielle Belastungen für die Unternehmen ergeben.[49]

De Brito klassifiziert Rückflüsse hinsichtlich ihrer Ursprünge in den Stufen einer typischen Lieferkette.[50] Sie differenziert zwischen Rückflüssen von Produktionsrückständen, Distributionsrückgaben und Rückgaben von Konsumrückständen.[51]

Unter Produktionsrückständen werden hier bei der Neuproduktion anfallende Rückstände von Hilfs- und Betriebsstoffen sowie qualitativ minderwertige Komponenten und Endprodukte verstanden.

Auf der nächsten Stufe downstream der Lieferkette fallen Distributionsrückgaben an. Diese umfassen von den Händlern an die Hersteller rückgeführte Verpackungen, nicht abgesetzte Produkte mit händlerseitiger Rückgabeoption und vom Hersteller initiierte Produktrückrufe.

Endkundenseitig werden Hersteller mit Neu-, Gebraucht- und Altprodukten konfrontiert. Auf Arten und Ursachen der dem Konsumsektor entspringenden Rückflüsse soll in den folgenden Abschnitten, aufgrund ihrer Relevanz für das spätere Modellverständnis, genauer eingegangen werden.[52]

Retouren, auch bekannt als commercial returns (CR), bezeichnen den Güterfluss entgegengesetzt der traditionellen Flussrichtung, der durch gesetzlich vorgeschriebene oder freiwillig eingeräumte Rückgaberechte verursacht wird. Die vorangegangene Transaktion wird dabei rückgängig gemacht und dem Kunden der Warenwert erstattet. Deshalb repräsentieren sie eine vom Hersteller nicht angestrebte Art des Produktrückflusses.[53] In der Vergangenheit hat das Aufkommen an CR hohe Wachstumsraten verzeichnet; so betrug der Wert, der im Jahr 2002 in den USA zurückgegebenen Waren, über 100 Milliarden US$.[54]

Die Gründe für dieses enorme Volumen an Retouren sind vielfältig, können aber auf drei wesentliche Sachverhalte zurückgeführt werden. Zum einen kann der stetige Zuwachs von Internet- und Versandhandel, dem umfassende Rücknahmeverpflichtungen seitens des Gesetzgebers auferlegt sind, für die hohen Rückgabequoten verantwortlich gemacht werden.[55] Die erweiterten Rücknahmeverpflichtungen innerhalb dieser Absatzkanäle führen zu einer Kundenmentalität des „buy three and then return two“.[56] Zum anderen üben Hersteller und Händler durch ihr Streben nach Wettbewerbsvorteilen gegenüber den Konkurrenten eine immer großzügigere Rücknahmepolitik aus. Sie zielen damit auf eine Reduzierung des dem Produktabsatz inhärenten Transaktionsrisikos ab, wobei ihnen die freiwillige Einräumung eines erweiterten Rückgaberechts als eindeutiges Signal für die Qualität des offerierten Produkts dient.[57] Auf Verbraucherseite können ein gestiegenes Qualitätsbewusstsein und eine Abnehmermacht als Ursachen für das hohe Aufkommen von Retouren ausgemacht werden.[58]

Da es sich bei CR um neue oder neuwertige Güter handelt, zeichnen sie sich durch ein hohes Wiederverwendungspotential aus.[59] Ein Großteil der Produkte kann nach einer Inspektion ohne weitere Aufbereitungsmaßnahmen erneut dem Markt zugeführt werden; auch defekte Retouren eignen sich wegen ihrer kurzen Nutzungsdauer und dem damit einhergehenden geringen Verschleiß meist für eine Verwendung in hochwertigen Recyclingformen.[60]

Dem Faktor Zeit kommt bei der Ausgestaltung der Prozesse der Reverse Logistics eine besondere Bedeutung zu. Je mehr Zeit für Rückführung, Inspektion und Behandlung der CR benötigt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer ökonomisch attraktiven Verwendungsmöglichkeit.[61] Von fundamentaler Bedeutung bei der Bestimmung der Zeitempfindlichkeit der Güter ist ihr marginal value of time (MVT). Dieser ist definiert als „the loss in [a product’s] value per unit of time spent awaiting completion of the recovery process.“[62] In Analogie zu Fishers Klassifikation in funktionale und innovative Produkte und deren Implikationen für das Layout von Lieferketten[63] können in Abhängigkeit vom MVT Gestaltungsprinzipien für die Prozesse der Reverse Logistics abgeleitet werden. Dabei stehen die Zielgrößen Geschwindigkeit und Kosteneffizienz in einem konfliktären Zusammenhang. Für Güter mit hohem MVT ist auf eine zeitbasierte Strategie mit dem Ziel der Durchlaufzeitminimierung zu achten; eine lange Prozessdauer kann einen Großteil ihres Wertes vernichten. Üblicherweise fallen in diese Kategorie Produkte mit kurzen Lebenszyklen wie Saisonware oder elektronische Güter, die einen Wertverlust von einem Prozent pro Woche erleiden können.[64] Im Gegensatz dazu ist bei Gütern mit geringem MVT wie Elektrowerkzeugen eine auf Kosteneffizienz ausgerichtete Gestaltung der RL zu bevorzugen.

Determinierend für das Erreichen der Zielgrößen Geschwindigkeit und Kosteneffizienz ist der Zentralisierungsgrad der Inspektions- und Demontagetätigkeiten der Retouren.[65] Während Kosteneffizienz durch ein hohes Maß an Zentralisierung und dadurch ermöglichten Kostendegressionseffekten erreicht wird, kann die RL durch Vorverlagerung der Inspektionsprozesse beschleunigt werden. Hierbei werden die Retouren direkt beim Händler auf ihre Qualität überprüft und lediglich derjenige Anteil, der einer Aufbereitung bedarf, wird dem Hersteller zugeführt. Die restlichen Produkte werden erneut abgesetzt oder direkt entsorgt.

2.2.1.2 Produktleasing zur Gestaltung der Rückflüsse

Der Terminus end-of-use -Rückgaben (EOU-Rückgaben) bezeichnet den Rücklauf von Gebrauchtgütern, die ihren Zweck für den Kunden erfüllt haben, sich aber nicht zwangsläufig am Ende ihres Lebenszyklus befinden.[66] Die Gebrauchtgüter stiften ihren Besitzern keinen Nutzen mehr, für den Hersteller stellen sie aber aufgrund ihres häufig guten Zustands und dem dadurch noch vorhandenen Abnutzungsvorrat eine wertvolle Ressource dar.[67] Eine direkte Weiterverwendung der rückgeführten Produkte erweist sich meist als nicht durchführbar; ein Teil der Güter kann jedoch nach ihrer Demontage, Reinigung und Aufarbeitung zu Produkten remontiert oder auf Komponentenebene in der Produktion eingesetzt werden. Wegen des Wertschöpfungspotentials dieser hochwertigen Recyclingform sind EOU-Rückgaben charakteristisch für ökonomisch motivierte Recyclingprogramme der Hersteller. Die gebräuchlichsten Quellen für diese Art des Produktrückflusses sind auslaufende Leasingverträge, Inzahlungnahme der Gebrauchtprodukte bei Neukauf und Rückkaufprogramme der Hersteller.[68] Hierbei werden den Besitzern in Abhängigkeit von der Restqualität der Produkte finanzielle Anreize für eine Rückgabe geboten.

Besonders durch das Leasing von Gütern gelingt dem Hersteller eine zeitliche und mengenmäßige Steuerung der Rückläufe, da er bei dieser Form des Absatzes wirtschaftlicher und rechtlicher Eigentümer der Produkte bleibt.[69] Anstelle eines Verkaufs des materiellen Produktes erfolgt lediglich ein zeitlich befristeter Nutzenerwerb seitens des Kunden. Die mit dem Leasing verbundenen Zugriffsrechte des Herstellers auf die Produkte erlauben ihm eine wenn auch unterschiedlich erfolgversprechende Steuerung des zeitlich, quantitativ und qualitativ dispersen Aufkommens an Gebrauchtgütern. So kann die den Rückflüssen normalerweise anhaftende Unsicherheit bezüglich Anfallzeitpunkt und -menge weitgehend beseitigt und eine konstante Versorgung der Aufarbeitungsprozesse mit Gebrauchtgütern sichergestellt werden.[70] Die qualitative Steuerung der Gebrauchtgüter im Rahmen des klassischen Leasingvertrags hingegen gestaltet sich als problematisch,[71] da der Hersteller das Produktnutzungsverhalten des Kunden in der Regel nicht direkt beobachten und beeinflussen kann. Zudem trägt der Kunde die Konsequenzen seines Verhaltens aufgrund des zeitlich begrenzten Nutzungsrechts des Gutes nicht selbst; moral-hazard -Risiken für den Hersteller sind die Folge. Durch das Leasing begleitende Servicekonzepte (lease with service contract)[72] kann der Hersteller eine kontinuierliche Überwachung der Nutzungsphase betreiben und so den moral hazard zu begrenzen versuchen.[73] Zusätzlich können durch diese Überwachung Informationen über den Zustand des Produkts hinsichtlich Verschleiß und Schädigungen gewonnen werden.[74] Diese Informationen ermöglichen dem Hersteller die Ableitung optimaler Wartungs- und Aufarbeitungsstrategien, die die Erlöse des Gutes über seinen gesamten Lebenszyklus maximieren.[75]

Aufgrund des häufig erheblichen Residualwertes von Gebrauchtprodukten unterliegen diese, ähnlich den commercial returns, einem zum Teil beträchtlichen Obsoleszenzrisiko. Zusätzlich wirkt bei EOU-Rückgaben die Tatsache, dass diese erst nach einer gewissen Nutzungsdauer an den Hersteller rückgeführt werden und so eine erhebliche Zeitspanne zwischen Absatz der Güter und deren Rückgabe liegen kann. Wird ein technischer Fortschritt bei Neuprodukten unterstellt (hoher MVT der Produkte), so gilt es bei der Ausgestaltung der RL auf eine zeitbasierte Strategie mit dem Ziel der Durchlaufzeitminimierung zu achten.[76]

2.2.1.3 Konsumabfälle als Quelle von Sekundärrohstoffen

Nach Ablauf ihrer Lebensdauer werden die von ihren Besitzern nicht mehr benötigten Produkte zu Altproduktrückständen. Der Rücklauf der Altprodukte, die am Ende ihres ökonomischen und physischen Lebenszyklus stehen, wird auch als end-of-life -Rückgaben (EOL-Rückgaben) bezeichnet.[77] Sie beschreiben den klassischen Fall von Produktrückflüssen, resultierend vorwiegend aus der in der Europäischen Union gesetzlich verankerten Produktverantwortung der Hersteller. Durch die Rücknahmeverpflichtung ist der Rücklauf von Altprodukten weitgehend push -gesteuert.[78] Der Hersteller hat kaum eine Möglichkeit der aktiven Einflussnahme auf Qualität, Menge und zeitlichen Anfall der Rückgaben. Dies und die lange Zeitspanne zwischen Absatz und Rücklauf der Produkte erschweren Vorhersagen über das Altproduktaufkommen erheblich.

Als Ursachen für die Altproduktentstehung können technische, ökonomische und gesellschaftliche Einflussfaktoren ausgemacht werden.[79] Für die Hersteller ist die technische Güterobsoleszenz, bedingt durch den mit der Nutzung einhergehenden Verschleiß, von besonderer Relevanz, da dieser sich konstitutiv auf die Restqualität und somit das Recyclingpotential eines Produktes auswirkt. Altprodukte sind gemeinhin durch einen schlechten Zustand gekennzeichnet, da sie durch die Beanspruchung während ihres Lebenszyklusses einen hohen Abnutzungsgrad aufweisen; daher ist ihre direkte Weiterverwendung oder Aufarbeitung unter technischen und ökonomischen Gesichtspunkten zumeist weder praktikabel noch sinnvoll. Das nur wenig Wert erhaltende und damit meist unwirtschaftliche Recycling auf stofflicher Ebene,[80] abzielend auf eine Gewinnung von Sekundärrohstoffen, stellt in diesem Zusammenhang die gebräuchlichste Recyclingform dar. Einer Entsorgung der Produkte sind durch gesetzlich vorgeschriebene Verwertungsquoten enge Grenzen gesetzt.[81]

Wegen des geringen ökonomischen Potentials des Materialrecyclings ist bei der Ausgestaltung der RL für Altprodukte der Zielgröße Kosteneffizienz unbedingte Priorität vor der Minimierung der Durchlaufzeit einzuräumen.[82] Unabdingbar für das Erreichen der Kosteneffizienz sind ein hohes Altproduktaufkommen und eine Zentralisierung der Recyclingprozesse. Sie ermöglichen eine Realisierung von Skalenerträgen.[83] Die für ein wirtschaftliches Recycling benötigten Volumina an Altprodukten lassen sich von einzelnen Herstellern nur selten erzielen; daher können in der Praxis häufig branchenweite Kooperationen zur Prozessierung der Altprodukte beobachtet werden.[84]

2.2.2 Recycling als Senke von Produktrückflüssen

2.2.2.1 Systematik der Recyclingformen

Das Recycling[85] ist essentieller Bestandteil des vom Gesetzgeber geforderten Konzepts der Kreislaufwirtschaft. Unter dem aus dem griechischen Wort „kyklos“ (der Kreis) abgeleiteten Begriff wird das Schließen von Produkt- und Materialkreisläufen verstanden; hierbei werden stoffliche und energetische Objekte an ihre Produzenten rückgeführt und für einen erneuten Einsatz in Produktions-, Distributions- und Konsumtionsprozessen nutzbar gemacht.[86] Obwohl das Prinzip der erneuten Nutzbarmachung an sich nicht neu ist, hat das Recycling erst in der jüngeren Vergangenheit Eingang in die politische und wissenschaftliche Diskussion gefunden. In der deutschsprachigen Literatur herrscht hinsichtlich der Beschreibung und Abgrenzung der einzelnen Recyclingformen eine enorme begriffliche Vielfalt. Ausschlaggebend dafür sind die ihrer Systematisierung zugrunde liegenden, diversen Klassifizierungskriterien.[87] Im Gegensatz dazu hat sich in der englischsprachigen Literatur eine wertschöpfungskettenbezogene Kategorisierung der Recyclingformen als Diskussionsgrundlage etabliert.[88] Diese wird im Folgenden dem in der deutschsprachigen Literatur häufig verwendeten Kaskadenmodell gegenübergestellt. Damit soll dem Leser die Einordnung der meist anglo-amerikanischen Fachtermini der Reverse Logistcs in die im deutschsprachigen Raum gebräuchliche Terminologie erleichtert werden.

Das Kaskadenmodell differenziert die Recyclingformen nach fünf Wertschöpfungsstufen, auf denen der Wiedereinsatz der Rückstände erfolgen kann.[89] Dabei weist die erste Recyclingstufe das höchste und die fünfte das geringste Wertschöpfungspotential auf. Beim Produktrecycling (1. Stufe) steht die komplette Aufarbeitung des Produkts im Vordergrund, wobei ein Großteil der im originären Produktionsprozess entstandenen Wertschöpfung erhalten bleiben kann. Das Bauteil- oder Komponentenrecycling (2. Stufe) fokussiert hingegen auf die erneute Nutzbarmachung von aus den Rückständen gewonnenen Komponenten; diese werden als Ersatzteile oder als Substitute für Neukomponenten in der Produktion eingesetzt.[90] Beim werk- und rohstofflichen Recycling (3. und 4. Stufe), auch als Materialrecycling zusammengefasst, wird die Identität des Produkts zerschlagen und Werkstoffe und Rohstoffe durch physikalische bzw. chemische Behandlungen zurückgewonnen. Das thermische Recycling (5. Stufe) schließlich zielt auf eine Energieerzeugung durch Müllverbrennung ab.

Der wertschöpfungskettenbezogene Ansatz nach Thierry differenziert die Recyclingformen nach Eintrittspunkt ihres Outputs in die Wertschöpfungskette.[91] Er unterscheidet dabei zwischen drei Rückstandstransformationsprozessen innerhalb des Produkt- und Komponentenrecyclings. Rückstände können durch Modernisierung (refurbishing) auf ein vordefiniertes Qualitätsniveau gebracht werden. Bei der Aufarbeitung (remanufacturing) hingegen erreicht das rezyklierte Produkt die Qualität und Zuverlässigkeit neuer Produkte, während die Ausschlachtung (cannibalization) lediglich die erneute Nutzbarmachung einzelner Komponenten zum Ziel hat. Das stoffliche Recycling (recycling) entspricht weitgehend dem Materialrecycling und zielt dementsprechend auf eine Rückgewinnung der den Produkten enthaltenen Roh- und Wertstoffe ab. Die Behandlungsprozesse weisen hinsichtlich ihrer ökonomischen und ökologischen Wertigkeit Unterschiede auf. Während sich etwa das remanufacturing durch großes Wertschöpfungspotential auszeichnet, weist das recycling das geringste Wertschöpfungspotential auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-1: Systematik der Recyclingformen

Abbildung 2-1 stellt die erläuterten Zusammenhänge zwischen beiden Kategorisierungen in übersichtlicher Form dar und setzt die verschiedenen Formen des Recyclings in Bezug zu dem originären Leistungserstellungsprozess. Dabei entspricht die hier vorgenommene Unterscheidung von drei Produktionsstufen der im System-Dynamics-Modell implementierten Systematisierung des Produktionsprozesses.

2.2.2.2 Erhalt von Wertschöpfung durch Remanufacturing

Remanufacturing bezeichnet „the restoration of used products to a like-new condition, providing them with performance characteristics and durability at least as good as those of the original product.”[92] Aus der Definition geht die Zielsetzung des remanufacturing deutlich hervor, welches eine Verlängerung des Lebenszyklus von Altprodukten und deren Komponenten um weitere Nutzungszyklen anstrebt. Die rückgeführten Produkte werden dabei zerlegt und ihre Einzelteile umfangreichen Funktionstests unterzogen; defekte Teile werden entsorgt, aufarbeitbare Produktbestandteile in einen neuwertigen Zustand versetzt.[93] Der Output des remanufacturing kann verschiedener Gestalt sein: Zum einen können ganze Produkte aufgearbeitet und in primären oder sekundären Absatzmärkten vertrieben werden.[94] Zum anderen kann eine Fokussierung auf die Aufarbeitung bestimmter Komponenten vorliegen, die als Substitute für Neukomponenten in den originären Herstellungsprozess eingespeist[95] oder als Ersatzteile vorgehalten werden.[96]

Die Möglichkeit der Aufarbeitung rückgeführter Produkte ergibt sich aus der Unsicherheit in der Produktdesignphase über deren Nutzungsintensität. Dies hat ein overengineering von Komponenten zur Folge, so dass diese am Ende des Nutzungszyklus des Produktes noch unverbrauchtes Nutzungspotential bieten.[97] Mittels Aufarbeitung kann der verbrauchte Teil der Wertschöpfung wiederhergestellt werden, wodurch die Komponenten für einen weiteren Nutzungszyklus zur Verfügung stehen.[98]

Das Kriterium der like-new-condition in der angeführten Definition grenzt das r emanufacturing von anderen Rückstandstransformationsprozessen des Produkt- und Komponentenrecyclings ab. Es zielt nicht auf die bloße Wiederherstellung der Funktion der Güter ab, sondern gibt umfassende Qualitätsziele für aufgearbeitete Produkte vor. Dadurch erreichen diese dasselbe Qualitäts- und Zuverlässigkeitsniveau wie Neuprodukte und werden daher auch mit gleicher Garantie ausgestattet.[99]

Beim remanufacturing können wesentliche Teile der ursprünglichen Produktidentität und damit der im originären Produktionsprozess entstandenen Wertschöpfung beibehalten werden. Es ermöglicht dadurch ein Schließen des Stoffkreislaufs auf einem hohen Wertschöpfungsniveau und ein gleichzeitiges Erreichen ökologischer und ökonomischer Effizienz.[100] Das remanufacturing minimiert zu entsorgenden Abfall und auch der selbst benötigte Faktoreinsatz ist vergleichsweise gering in Relation zu der Neuproduktion. Dies hat nennenswerte Kosteneinsparungen durch wegfallende Entsorgungsaufwendungen und durch einen Zugang zu günstigeren Produkten und Komponenten zur Folge.[101] Hersteller stellen sich als effizienteste Akteure auf dem Gebiet des remanufacturing heraus: Ihre Überlegenheit begründet sich durch direkte Zugriffsmöglichkeiten auf ein bereits bestehendes Sammel-, Distributions- und Ersatzteilnetzwerk. Zusätzlich besitzen die Hersteller gegenüber unabhängigen Aufarbeitern Informations- und Wissensvorteile, da nur sie Zugang zu sämtlichen Produktspezifikationen und Kenntnis der Produktionsschritte und Ausfallursachen haben.[102] Trotz des aufgezeigten Potentials hat sich das remanufacturing nur in den USA zu einer Massenindustrie entwickelt.[103] Dabei machen die Hersteller nur fünf Prozent der Aufarbeitungsunternehmen aus.[104] Zurückzuführen ist dieses geringe Engagement unter anderem auf ihr Unwissen um das ökonomische Potential von remanufacturing.[105]

2.2.2.3 Sekundärrohstoffe durch stoffliches Recycling

Beim stofflichen Recycling wird das Produkt nach Beendigung seines Nutzungszyklus in seine Materialbestandteile zerlegt. Diese werden möglichst sortenrein erfasst und getrennt auf stofflicher Ebene verwertet.[106] Im Gegensatz zum remanufacturing werden beim stofflichen Recycling Gestalt und Funktionalität der rückgeführten Produkte aufgelöst. Hierbei steht die Maximierung der rückzugewinnenden Roh- und Wertstoffe bei gleichzeitiger Minimierung der zu entsorgenden Restabfälle im Vordergrund.[107] Die rezyklierten Materialien werden in Form von Sekundärrohstoffen in den originären Produktionsprozess eingespeist und führen dadurch zu einer inputseitigen Ressourcenschonung. Zudem können sie an Sekundärmärkten veräußert werden, wodurch das stoffliche Recycling nicht zwangsläufig zu einem Schließen des Materialkreislaufs im Sinne einer Closed-Loop Supply Chain führt.[108]

Die Auflösung der Produktgestalt impliziert den unwiederbringlichen Verlust der in den Gütern enthaltenen Arbeits- und Energieinvestitionen: Der Stoffkreislauf wird auf niedriger Wertschöpfungsebene geschlossen. Das stoffliche Recycling besitzt somit hinsichtlich seiner ökonomischen und ökologischen Wertigkeit nur geringes Potential.[109] Es resultiert also weniger aus ökonomischem Interesse der Hersteller, sondern dient zuerst der Erfüllung gesetzlich vorgeschriebener Recyclingquoten. Die Bereitstellung von Sekundärrohstoffen sucht dabei, die Kosten für Transport und Prozessierung der rückgeführten Güter zu kompensieren. Investitionen in benötigte Recyclingtechnologien setzen hohe inverse Produktflüsse zur Realisierung von Skalenerträgen für eine kostendeckende Durchführung der RL voraus.[110] In der Praxis werden daher Sammlung, Transport und stoffliches Recycling der Güter im Rahmen einer branchenweiten Kooperation häufig an unabhängige Drittanbieter fremdvergeben, die aufgrund von Spezialisierungsvorteilen günstigere Konditionen anbieten können.[111]

Auch die Frage nach dem ökologischen Sinn des stofflichen Recyclings kann nicht grundsätzlich beantwortet werden, da es nicht die ressourcenschonende Wirkung höherwertiger Recyclingformen entfacht.[112] Zwar kann durch die Bereitstellung sekundärer Produktionsfaktoren der bei der Produktion anfallende Energie- und Ressourcenverbrauch verringert werden, doch sind zusätzliche Energieaufwendungen für Sammlung, Transport und Prozessierung der Altprodukte notwendig. Die ökologische Vor- oder Nachteilhaftigkeit des stofflichen Recyclings ist daher anhand einer Ökobilanz oder anderer ökologischer Bewertungskriterien zu ermitteln.[113]

Neben den ökonomischen und ökologischen Grenzen sind dem stofflichen Recycling auch physikalische Grenzen gesetzt, die dem Entropiegesetz (Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik) folgen.[114] Angewandt auf das Recycling besagt es, dass bei jedem Recyclingvorgang Umwandlungsverluste auftreten, sodass keine vollständige Rückgewinnung der eingesetzten Stoffe und Energien möglich ist.[115] Diese Tatsache wird besonders in dem Effekt der Qualitätseinbuße des Rezyklats – verglichen mit seinem Ursprungsprodukt – deutlich. Die Problematik dieses so genannten downcycling wird zusätzlich durch eine nicht sortenreine Erfassung und Verwertung der Stoffe verschärft, welche in minderwertigen Rezyklaten resultieren.[116] Dem downcycling kann effektiv durch Erhöhung der Demontagetiefe der Produkte zur Wiederherstellung der Sortenreinheit und durch Konstruktion recyclinggerechter Produkte entgegengewirkt werden; bei diesen Konzepten existieren jedoch ökonomische Grenzen, die es zu berücksichtigen gilt.

2.2.3 Reverse Logistics als vierstufige Prozesskette

Die RL dient der Verbindung der Angebotsseite von Rückständen mit der Nachfrageseite rezyklierter Güter, Komponenten und Rohstoffe. Sie besteht aus einer Anzahl verschiedener Prozesse, welche wesentlich von der traditionellen Produktion differieren und damit neue Herausforderungen an die Hersteller stellen. Wie aus Abbildung 2-2 ersichtlich, setzt sich die Prozesskette der RL aus den Gliedern Sammlung, Selektion, Behandlung und Wiedereinsteuerung zusammen. Da die Behandlung der Rückstände bereits in Kapitel 2.2.2 ausführlich diskutiert wurde und die Wiedereinsteuerung größtenteils dieselbe Problematik wie die Distribution im Rahmen der Produktion aufweist, beschränkt sich die folgende Betrachtung auf die Prozesse der Sammlung und Selektion.

[...]


[1] Mit der Versorgungsfunktion der ökologischen Umwelt wird ihre Funktion als Quelle von Ressourcen wie Wasser, Luft und Energie bezeichnet. Vgl. hierzu Meffert, Heribert und Manfred Kirchgeorg: Marktorientiertes Umweltmanagement: Konzeption – Strategie – Implementierung mit Praxisfällen, Stuttgart 1998, S. 9.

[2] Unter Trägerfunktion der ökologischen Umwelt wird ihre Fähigkeit verstanden, Produktions- und Konsumptionsrückstände aufzunehmen. Vgl. hierzu Steven, Marion: Umwelt als Produktionsfaktor?, in: Zeitschrift für Betriebswirtschaft (ZfB), 61. Jg. (1991), Nr. 4, S. 512-514.

[3] Vgl. Meadows, Dennis L, Donella H. Meadows, Peter Milling und Erich Zahn: Die Grenzen des Wachstums: Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit, Hamburg 1978.

[4] Vgl. Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD): Recommendation of the Council on Guiding Principles concerning International Economic Aspects of Environmental Policies C (72) 128, 1972.

[5] Thierry, Martijn, Marc Salomon, Jo Van Nunen und Luk Van Wassenhove: Strategic Issues in Product Recovery Management, in: California Management Review, Vol. 37 (1995), Nr. 2, S. 114.

[6] Für eine ausführliche Diskussion der zusätzlich anfallenden Aufgaben für Unternehmen im Rahmen des Closed-Loop Supply Chain Management vgl. Dyckhoff, Harald, Rainer Souren und Jens Keilen: The Expasion of Supply Chains to Closed Loop Systems: A Conceptual Framework and the Automotive Industry’s Point of View, in: Dyckhoff, Harald, Richard Lackes und Joachim Reese (Hrsg.): Supply Chain Management and Reverse Logistics, Berlin 2004, S. 15-21.

[7] In der Literatur wird hierfür auch häufig der Begriff Closed Loop Management synonym verwendet. Vgl. z.B. Dyckhoff, Harald, Rainer Souren und Jens Keilen: The Expansion of Supply Chains to Closed Loop Systems, S. 14.

[8] Vgl. hierzu auch die Ausführungen zur Prozesskette der Reverse Logistics in Kapitel 2.2.3.

[9] Steven, Marion: Networks in Reverse Logistics, in: Dyckhoff, Harald, Richard Lackes und Joachim Reese (Hrsg.): Supply Chain Management and Reverse Logistics, Berlin 2004, S. 164.

[10] Vgl. Wiesmeth, Hans: Umweltökonomie: Theorie und Praxis im Gleichgewicht, Berlin 2003, S. 64.

[11] Vgl. Wicke, Lutz: Umweltökonomie: eine praxisorientierte Einführung, München 1991, S. 41.

[12] Vgl. Wicke, Lutz: Umweltökonomie, S. 41.

[13] Vgl. Monopolkommission: Wettbewerbsfragen der Kreislauf- und Abfallwirtschaft: Sondergutachten der Monopolkommission gemäß § 44 Abs. 1 Satz 4 GWB, Baden-Baden 2003, S 23.

[14] Klassische Beispiele für externe Effekte im Umweltbereich sind unter anderem die Belastung der Ozonschicht, Landschaftszerstörung und Luftverschmutzung. Vgl. Wiesmeth, Hans: Umweltökonomie, S. 57.

[15] Vgl. Weimann, Joachim: Umweltökonomik: eine theorieorientierte Einführung, Berlin 1995, S. 32-37.

[16] Vgl. Wicke, Lutz: Umweltökonomie und Umweltpolitik, München 1991, S. 21.

[17] Vgl. Michaelis, Peter: Ökonomische Aspekte der Abfallgesetzgebung, Tübingen 1993, S. 8.

[18] Vgl. Killinger, Sebastian: International Environmental Externalities and the Double Dividend, Cheltenham 2000, S. 21.

[19] Vgl. Killinger, Sebastian: International Environmental Externalities and the Double Dividend, S. 24-32.

[20] Vgl. Fischer, Kristian: Strategien im Kreislaufwirtschafts- und Abfallrecht: unter besonderer Berück-sichtigung der Produktverantwortung der Wirtschaft; dargestellt an den Rechtsordnungen der Bundes-republik Deutschland, der Europäischen Gemeinschaft und des Auslandes, Heidelberg 2001, S. 4-5.

[21] § 22 Abs. 2 Nr. 1 KrW-/AbfG.

[22] § 22 Abs. 2 Nr. 2 KrW-/AbfG.

[23] § 22 Abs. 2 Nr. 5 KrW-/AbfG.

[24] Vgl. Toffel, Michael W.: Closing the Loop: Product Take-Back Regulations and Their Strategic Implications, in: International Journal of Corporate Sustainability, Vol. 10 (2003), Nr. 9, S. 164.

[25] Vgl. Michaelis, Peter: Ökonomische Aspekte der Abfallgesetzgebung, S. 59.

[26] Vgl. hierzu auch die im KrW-/AbfG in § 4 Abs. 1 formulierte Prioritisierung der Vermeidung von Abfall vor seiner stofflichen und energetischen Verwertung.

[27] Vgl. von Köller, Henning: Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, Berlin 1995, S. 131.

[28] § 3 Abs. 1 AltautoV.

[29] § 3 Abs. 3 AltautoV.

[30] § 5 Abs. 1 AltautoV, wobei der Anteil der Verwendung oder stofflichen Verwertung mind. 80 Gewichtsprozent des Leergewichts der Altautos betragen muss.

[31] § 5 Abs. 2 AltautoV, wobei der Anteil der Verwendung oder stofflichen Verwertung mind. 85 Gewichtsprozent des Leergewichts der Altautos betragen muss.

[32] Mit Wachstumsraten von 3 bis 5 Prozent weist die Menge an Elektro- und Elektronikschrott ein dreimal schnelleres Wachstum als die Menge an kommunalen Abfällen insgesamt auf, vgl. Berg, Henriette und Anette van Dillen: Hersteller und Nutzer in der Bringschuld – Das ElektroG regelt die Umsetzung der Produktverantwortung bei Elektro- und Elektronikgeräten in Deutschland, in: Müllmagazin, 17. Jg. (2004), Nr. 3, S. 23.

[33] § 9 Abs. 3 ElektroG.

[34] § 10 Abs. 2 ElektroG.

[35] § 11 Abs. 1 ElektroG.

[36] § 11 Abs. 1 Nr. 1-4 ElektroG.

[37] Vgl. hierzu auch die Ausführungen zu waste-stream und market driven approach in Guide Jr., V. Daniel R. und David W. Pentico: A Hierarchical Decision Model for Re-manufacturing and Re-use, in: International Journal of Logistics: Research and Applications, Vol. 6 (2003), Nr. 1-2, S. 30.

[38] Vgl. Flapper, Simme Douwe P., Jo A.E.E. van Nunen und Luk N. van Wassenhove: Introduction, in: Flapper, Simme Douwe P., Jo A.E.E. van Nunen und Luk N. van Wassenhove (Hrsg.): Managing Closed-Loop Supply Chains, Berlin 2005, S. 9.

[39] Als Musterbeispiel und Branchenvorreiter für die Aufarbeitung von Kopiergeräten gilt die Xerox Europe Ltd., die durch die freiwillige Rücknahme und erneute Nutzbarmachung der Altgeräte erhebliche Kosteneinsparungen in der Produktion erzielt, vgl. Maslennikova, Irina und David Foley: Xerox’s Approach to Sustainability, in: Interfaces, Vol. 30 (2000), Nr. 3, S. 226-233.

[40] Sogar bei kurzlebigen Gütern wie Mobiltelefonen kann sich eine Rücknahme und Aufarbeitung als profitabel erweisen, wie der Fall der ReCellular Inc. zeigt. Vgl. Guide Jr., V. Daniel R., Kumar Neeraj, Charles Newman und Luk N. Van Wassenhove: Cellular Telefone reuse: the ReCellular Inc. case, in: Flapper, Simme Douwe P., Jo A.E.E. van Nunen und Luk N. van Wassenhove (Hrsg.): Managing Closed-Loop Supply Chains, Berlin 2005, S. 151-156.

[41] Vgl. Souren, Rainer: Umweltorientiertes Marketing, in: Dyckhoff, Harald (Hrsg.): Umweltmanagement: zehn Lektionen in umweltorientierter Unternehmensführung, Berlin 2000, S. 212.

[42] Vgl. Nickel, Werner und Günter Fleischer: Einführung, in: Nickel, Werner (Hrsg.): Recycling-Handbuch: Strategien-Technologien-Produkte, Düsseldorf 1996, S. 3.

[43] Vgl. Olesch, Gunther: Ökologie als Wettbewerbsvorteils, in: UmweltMagazin, 35. Jg. (2005), Nr. 7/8, S. 26-27.

[44] Vgl. o.V.: One-Time-Use Cameras - A tale of Product Stewardship, http://www.kodak.com/US/en/ corp/HSE /oneTimeUseCamera.jhtml?pq-path=7225, 14.10.2005.

[45] Unter Sekundärmarkt wird hier der Markt mit Ersatz- und Zuberhörteilen sowie aufgearbeiteten Produkten verstanden. Vgl. Toffel, Michael W.: Strategic Management of Product Recovery, in: California Management Review, Vol. 46 (2004), Nr. 2, S. 122-123.

[46] Ein typisches Beispiel hierfür ist die Befüllung von Druckerpatronen und die erneute Nutzbarmachung von Einwegkameras durch unabhängige Drittanbieter.

[47] Vgl. hierzu die von der Kodak GmbH betriebene Aufklärungskampagne über aufgearbeitete Einwegkameras von Drittanbietern und deren häufig festgestellte Mängel http://wwwde.kodak.com/eknec/ PageQuerier.jhtml?pq-path=4213/4214&pq-locale=de_DE, 14.10.2005.

[48] So verbaut beispielsweise die Firma Lexmark sogenannte „killer chips“ in den Druckerpatronen, die diese am Ende ihres Nutzungszyklus unbrauchbar machen. Zusätzlich strebte Lexmark bereits mehrere Gerichtsverfahren an, um einer nicht autorisierten Aufarbeitung entgegen zu wirken. Vgl. hierzu Truini, Joe: Legal Ink dries for Lexmark, in: Waste News, Vol. 11 (2005), Nr. 4, S. 14.

[49] Vgl. Hughes, David: Reverse Thinking In The Supply Chain, in: Logistics & Transport Focus, Vol. 5 (2003), Nr. 7, S. 30.

[50] Vgl. hierzu und im Folgenden de Brito, Marisa P.: Managing Reverse Logistics or Reversing Logistics Management, Erasmus Research Institute of Management (ERIM), Erasmus University Rotterdam, ERIM PhD Series Research in Management N. 35, Rotterdam 2004, S. 53-55.

[51] Für eine Übersicht von Fallstudien zu den aufgeführten Rückflusskategorien vgl. de Brito, Marisa P.: Managing Reverse Logistics or Reversing Logistics Management, S. 95-99.

[52] Dabei wird auf eine Darstellung der von de Brito angeführten Produktrückflüsse im Rahmen von Servicekontrakten verzichtet.

[53] Vgl. Amini, Mohammad M. und Donna Retzlaff-Roberts: Reverse Logistics Process Reengineering: Improving Customer Service Quality, in: Cycle Time Research, Vol. 5 (1999), Nr. 1, S. 32.

[54] Vgl. Stock, James, Thomas Speh und Herbert Shear: Many Happy (Product) Returns, in: Harvard Business Review, Vol. 80 (2002), Nr. 7, S. 16

[55] Vgl. Trebilcock, Bob: Return to sender, in: Warehousing Management, Vol. 9 (2002), Nr. 4, S. 25.

[56] Hughes, David: Reverse Thinking In The Supply Chain, S. 31.

[57] Vgl. Wood, Stacy L.: Remote Purchase Environments: The Influence of Return Policy Leniency on Two-Stage Decision Processes, in: Journal of Marketing Research, Vol. 38 (2000), S. 159.

[58] Vgl. Stock, James, Thomas Speh und Herbert Shear: Many Happy (Product) Returns, S. 16.

[59] Vgl. Avittathur, Balram und Janat Shah: Tapping Product Returns through Efficient Reverse Supply Chains: Opportunities and Issues, in: IIMB Management Review, Vol. 16 (2004), Nr. 4, S. 85-89.

[60] Für eine Auflistung der für die verschiedenen Produktrückflüsse gebräuchlichen Dispositionsarten vgl. Fleischmann, Moritz: Quantitative Models for Reverse Logistics, Berlin 2001, S.19-24 und Krikke, Harold, Ieke le Blanc und Steef van de Velde: Creating Value from returns, Center Applied Research, Tilburg University, Discussion Paper 2, Tilburg 2003, S. 9.

[61] Vgl. hierzu und im Folgenden Blackburn, Joseph D., V. Daniel R. Guide Jr., Gilvan C. Souza, Luk N. Van Wassenhove: Reverse Supply Chains for Commercial Returns, in: California Management Review, Vol. 46 (2004), Nr. 2, S. 6.

[62] Blackburn, Joseph D., V. Daniel R. Guide Jr., Gilvan C. Souza, Luk N. Van Wassenhove: Reverse Supply Chains for Commercial Returns, S. 10.

[63] Vgl. hierzu Fisher, Marshall L.: What Is the Right Supply Chain for Your Product, in: Harvard Business Review, Vol. 75 (1997), Nr. 2, S. 105-116.

[64] Vgl. Flapper, Simme Douwe P., Jo A.E.E. van Nunen und Luk N. Van Wassenhove: Future developments in managing closed-loop supply chains, in: Flapper, Simme Douwe P., Jo A.E.E. van Nunen und Luk N. Van Wassenhove (Hrsg.): Managing Closed-Loop Supply Chains, Berlin 2005, S. 204.

[65] Vgl. hierzu und im Folgenden Blackburn, Joseph D., V. Daniel R. Guide Jr., Gilvan C. Souza, Luk N. Van Wassenhove: Reverse Supply Chains for Commercial Returns, S. 11-17.

[66] Vgl. Fleischmann, Moritz: Quantitative Models for Reverse Logistics, S. 20-21.

[67] Vgl. de Brito, Marisa P. und Rommert Dekker: Reverse Logistics – a framework, Econometric Institute, Erasmus University Rotterdam, Report EI 2002-38, Rotterdam 2002, S. 10.

[68] Vgl. Krikke, Harold, Ieke le Blanc und Steef van de Velde: Product Modularity and the Design of Closed-Loop Supply Chains, in: California Management Review, Vol. 46 (2004), Nr. 2, S. 26.

69 Vgl. Rainfurth, Claudia: Nutzungsintensivierung von Produkten durch Dienstleistungen, Miete, Leasing und Parallelwirtschaft, in: Fleig, Jürgen (Hrsg.): Zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft: Mit Nutzenverkauf, Langlebigkeit und Aufarbeitung ökonomisch und ökologisch wirtschaften, Stuttgart 2000, S. 204.

[70] Vgl. Guide Jr., V. Daniel R. und Vaidyanathan Jayaraman: Product acquisition management: current industry practice and a proposed framework, in: International Journal of Production Research, Vol. 38 (2000), Nr. 16, S. 3795-3796.

[71] Vgl. Thierry, Martijn, Marc Salomon, Jo Van Nunen und Luk Van Wassenhove: Strategic Issues in Product Recovery Management, S. 116.

[72] Für eine detaillierte Beschreibung verschiedener Leasingkonzepte und ihrer Implikationen vgl. Fishbein, Bette K., Lorraine S. McGarry und Patricia S. Dillion: Leasing: A Step Toward Producer Responsibility, New York 2000, S. 16-20.

[73] Zur Bedeutung der Überwachung der Produktnutzungsphase zur Informationsgewinnung vgl. van Nunen, Jo A.E.E. und Rob A. Zuidwijk: E-Enabled Closed-Loop Supply Chains, in: California Management Review, Vol. 46 (2004), Nr. 2, S. 45-52.

[74] Bereits heute kann das Nutzungsverhalten der Kunden mittels elektronischer Datenerfassung dokumentiert werden. Vgl. hierzu Klausner, Markus, Wolfgang M. Grimm und Chris Hendrickson: Reuse of Electric Motors in Consumer Products – Design and Analysis of an Electronic Data Log, in: Journal of Industrial Ecology, Vol. 2 (1998), Nr. 2, S. 89-102.

[75] Vgl. Lang, Jürgen: Informationssysteme unterstützen Nutzungsintensivierung und Lebensdauerverlängerung, in: Fleig, Jürgen (Hrsg.): Zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft: Mit Nutzenverkauf, Langlebigkeit und Aufarbeitung ökonomisch und ökologisch wirtschaften, Stuttgart 2000, S. 184.

[76] Vgl. Krikke, Harold, Ieke le Blanc und Steef van de Velde: Product Modularity and the Design of Closed-Loop Supply Chains, S. 26.

[77] Vgl. de Brito, Marisa P.: Managing Reverse Logistics or Reversing Logistics Management, S. 55.

[78] Vgl. Krikke, Harold, Ieke le Blanc und Steef van de Velde: Creating Value from returns, S. 9.

[79] Vgl. Rudolph, Armin: Altproduktentsorgung aus betriebswirtschaftlicher Sicht, Heidelberg 1999, S. 146-149. Zu umfangreichen Untersuchungen über die Entstehung von Altprodukten vgl. auch Dutz, Eckart: Die Logistik der Produktverwertung, München 1996, S. 18-23 und Bellmann, Klaus: Langlebige Gebrauchsgüter: ökologische Optimierung der Nutzungsdauer, Wiesbaden 1990, S. 25-29.

[80] Zu Ausführungen über das ökonomische Potential eines reinen stofflichen Recyclings von Elektrowerkzeugen vgl. Klausner, Markus und Chris T. Hendrickson: Reverse-Logistics Strategy for Product Take-Back, in: Interfaces, Vol. 30 (2000), Nr. 3, S. 156-165.

[81] Vgl. hierzu auch die Ausführungen in Kapitel 2.1.1 zu gesetzlich vorgeschriebener Verwertungsquoten von Altfahrzeugen und Elektronikschrott.

[82] Durch die mit dem Materialrecycling einhergehende Zerschlagung der Produktidentität befindet sich der Output des Recyclingprozesses auf niedriger Wertschöpfungsstufe. Hier vollzieht sich lediglich ein sehr schleichender technischer Fortschritt wodurch der Faktor Zeit bei der Gestaltung der RL für Altprodukte vernachlässigt werden kann. Vgl. Ihde, Gösta B. und Eckart Dutz: Kreislaufwirtschaft – Eine logistische Herausforderung, in: Eichhorn, Peter (Hrsg.): Ökologie und Marktwirtschaft, Wiesbaden 1996, S. 131.

[83] Vgl. Fleischmann, Moritz, Hans Ronald Krikke, Rommert Dekker und Simme Douwe P. Flapper: A characterisation of logistics networks for product recovery, in: Omega, Vol. 28 (2000), Nr. 6, S. 663.

[84] Zu kooperativen Ausgestaltungsformen von RL-Netzwerken vgl. Dutz, Eckart: Die Logistik der Produktverwertung, S. 113-116. Beispielhaft für eine branchenweite Kooperation sei das Duale System Deutschland erwähnt, das der Erfassung und Verwertung von Verkaufsverpackungen dient. Vgl. ausführlich zum Dualen System Deutschland Vahrenkamp, Richard: Logistikmanagement, München 2000, S. 160-161.

[85] In der deutschsprachigen Literatur wird der Begriff Recycling meist synonym für alle Formen der Nutzbarmachung von Rückständen verwendet. Vgl. Der Rat von Sachverständigen zu Umweltfragen: Abfallwirtschaft, Stuttgart 1991, S. 28-29.

[86] Vgl. Dutz, Eckart: Die Logistik der Produktverwertung, S. 29.

[87] Für eine detaillierte Darstellung möglicher Klassifizierungskriterien und den daraus resultierenden Systematisierungen von Recyclingformen vgl. Pitz, Thomas: Recycling aus produktionstheoretischer Sicht, Heidelberg 2000, S. 7-32.

[88] Vgl. Thierry, Martijn, Marc Salomon, Jo Van Nunen und Luk Van Wassenhove: Strategic Issues in Product Recovery Management, S. 117-121.

[89] Vgl. Hauser, Henrik und Peter Röttchen: Verwendungs- und Verwertungskonzepte, in: Jünemann, Reinhardt (Hrsg.): Entsorgungslogistik III, Berlin 1995, S. 90.

[90] Vgl. Steven, Marion: Recycling in betriebswirtschaftlicher Sicht, in: Das Wirtschaftsstudium, 24. Jg. (1995), Nr. 8/9, S. 691.

[91] Vgl. hierzu und im Folgenden Thierry, Martijn, Marc Salomon, Jo Van Nunen und Luk Van Wassenhove: Strategic Issues in Product Recovery Management, S. 117-121.

[92] Lund, Robert T.: „Remanufacturing“: The Experience of the United States and Implications for Developing Countries, World Bank Technical Paper No. 31, (UNDP Project Management Report No. 2), 1984, S. 1.

[93] Vgl. Thierry, Martijn, Marc Salomon, Jo Van Nunen und Luk Van Wassenhove: Strategic Issues in Product Recovery Management, S. 119-120.

[94] Der Absatz aufgearbeiteter Produkt ist häufig nur mit erheblichen Preisabschlägen möglich, da auf Verbraucherseite ein negatives Empfinden gegenüber aufgearbeiteten Produkten vorherrscht. Vgl. für eine Studie zur Preissensibilität der Käufer bei aufgearbeiteten elektronischen Geräten Knight, Mark und Jonathan D. Linton: The Remanufacturing Equation, in: Circuits Assembly, Vol. 15 (2004), Nr. 10, S. 26-31.

[95] Beispielhaft sei das Aufarbeiten von Kopiergeräten genannt. Vgl. Maslennikova, Irina und David Foley: Xerox’s Approach to Sustainability, S. 227 und Abbildung 2 S. 230.

[96] Zum remanufacturing für die Ersatzteilversorgung in der Nachserienphase vgl. Spengler, Thomas und Marcus Schröter: Konzeption eines System-Dynamics-Modells zur strategischen Planung von Closed-Loop Supply Chains, in: Zeitschrift für Betriebswirtschaft (ZfB), Special Issue Nr. 3 (2005), S. 1-30.

[97] Vgl. Klausner, Markus und Chris T. Hendrickson: Reverse-Logistics Strategy for Product Take-Back, S. 158.

[98] Dabei gilt: Je höher der Abnutzungsvorrat am Ende eines Nutzungszyklus, desto geeigneter ist das betreffende Produkt für ein remanufacturing. Vgl. hierzu Steinhilper, Rolf und Ulrike Hudelmaier: Erfolgreiches Produktrecycling zur erneuten Verwendung und Verwertung. Ein Leitfaden für Unternehmer, Eschborn 1995, S. 65-69.

[99] Vgl. Ritchey, Jaime, Farzad Mahmoodi, Mark Frascatore und Amy Zander: Assessing the Technical and Economic Feasibility of Remanufacturing, Proceedings of the Twelfth Annual Conference of the Production and Operations Management Society POM, Orlando 2001, S. 2.

[100] Folgende Regel findet bei der Bestimmung ökonomischer und ökologischer Effizienz von Recyclingformen Anwendung: Je vollständiger das Produkt beim Recycling erhalten bleibt, desto größer die ökologischen und ökonomischen Einsparpotenziale. Vgl. Steven, Marion: Recycling in betriebswirtschaftlicher Sicht, S. 691.

[101] Vgl. Hormozi, Amir M.: Make it again, in: IIE Solutions, Vol. 31 (1999), Nr. 4, S. 46-48.

[102] Vgl. Jacobsson, Nicholas: Emerging Product Strategies – Selling services of remanufactured products, IIIEE Dissertation Lund University, Lund 2000, S. 35-39.

[103] Die remanufacturing -Industrie in den USA umfasste im Jahr 1996 480.000 Beschäftigte in 73.000 Unternehmen, die einen Jahresumsatz von 53 Milliarden US$ erwirtschaften. Vgl. Lund, Robert T.: The Remanufacturing Industry: Hidden Giant, Boston 1996, S. vii.

[104] Vgl. Guide Jr., V. Daniel R.: Production planning and control for remanufacturing: industry practice and research needs in: Journal of Operations Management, Vol. 18 (2000), Nr. 4, S. 471.

[105] Vgl. zu möglichen Gründen für das spärliche Engagement der Hersteller im Bereich des remanufacturing von Produkten Giuntini, Ron und Kevin Gaudette: Remanufacturing: The next great opportunity for boosting US productivity, in: Business Horizons, Vol. 46 (2003), Nr. 6, S. 45-46.

[106] Vgl. Thierry, Martijn, Marc Salomon, Jo Van Nunen und Luk Van Wassenhove: Strategic Issues in Product Recovery Management, S. 120.

[107] Vgl. Gungor, Askiner und Surendra M. Gupta: Issues in environmentally conscious manufacturing and product recovery: a survey, in: Computers & Industrial Engineering, Vol. 36 (1999), Nr. 4, S. 824.

[108] Unter Closed-Loop Supply Chain wird hier der Einsatz der rückgewonnenen Stoffe im originären Produktionsprozess des Herstellers verstanden. Demgegenüber bezeichnet eine Open-Loop Supply Chain die Veräußerung der rezyklierten Stoffe. Vgl. Fleischmann, Moritz, Hans Ronald Krikke, Rommert Dekker und Simme Douwe P. Flapper: A characterisation of logistics networks for product recovery, S. 660.

[109] Über die ökologischen Konsequenzen enger Kreisläufe vgl. Stahel, Walter R.: Langlebigkeit von Gütern – Materialrecycling – Ressourcen-Effizienz, in: Hockerts, Kai, Arnd Petmecky, Sven Hauch, Stefan Seuring und Ralf Schweitzer (Hrsg.): Kreislaufwirtschaft statt Abfallwirtschaft: optimierte Nutzung und Einsparung von Ressourcen durch Öko-Leasing und Servicekonzepte, Ulm 1994, S. 59-62.

[110] Vgl. Dekker, Rommert, Jacqueline Bloemhof-Ruwaard, Moritz Fleischmann, Jo Van Nunen, Erwin Van der Laan und L.N. Van Wassenhove: Operational Research in Reverse Logistics: Some Recent Contributions, in: International Journal of Logistics: Research and Applications, Vol. 1 (1998), Nr. 2, S. 144.

[111] Vgl. Fleischmann, Moritz: Quantitative Models for Reverse Logistics, S. 53.

[112] Vgl. Stahel, Walter R.: Langlebigkeit und Materialrecycling: Strategien zur Vermeidung von Abfällen im Bereich der Produkte, Essen 1991, S. 53-59. Stahel bezeichnet hier das Materialrecycling als „letzter Retter in der Not“, S. 59, dem grundsätzlich hochwertigere Recyclingstrategien vorzuziehen sind.

[113] Für mögliche Vorgehensweisen einer ökologischen Bewertung von Recyclingkonzepten vgl. Stahl, Beate: Ökologische Bewertung – Gestaltungspotentiale für die Schonung der Umwelt, in: Fleig, Jürgen (Hrsg.): Zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft – Mit Nutzenverkauf, Langlebigkeit und Aufarbeitung ökonomisch wirtschaften, Stuttgart 2000, S. 305-307.

[114] Vgl. Pitz, Thomas: Recycling aus produktionstheoretischer Sicht, S. 38-43.

[115] Dabei trifft für höherwertige Recyclingformen diese Problematik nur in geringerem Maße zu. Vgl. Kaufmann, Guido: Möglichkeiten und Grenzen des Produktrecycling: vor dem Hintergrund einer ökologieorientierten Unternehmensführung, Hamburg 2002, S. 142.

[116] Zur Bedeutung der Sortenreinheit für das stoffliche Recycling vgl. bspw. Stahel, Walter R.: Langlebigkeit und Materialrecycling: Strategien zur Vermeidung von Abfällen im Bereich der Produkte, S. 72-73.

Details

Seiten
120
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638485876
ISBN (Buch)
9783640319251
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v53028
Institution / Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,3
Schlagworte
Dynamische Aspekte Reverse Logistics Closed-Loop Supply Chains

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Titel: Dynamische Aspekte der Reverse Logistics in Closed-Loop Supply Chains