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DRG - Systeme im Krankenhauswesen

Hausarbeit 2005 21 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

1. Einleitung

Seit dem Jahr 2000 befindet sich das deutsche Krankenhauswesen in einem großen Umbruch. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung, im deutschen Gesundheitswesen, wird ein neues Abrechnungssystem (DRG) für die Krankenhäuser derzeitig eingeführt. Man entfernt sich von den Tagespauschalen hin zu Fallpauschalen. Damit verbunden sind auch massive Änderungen der Gesundheitsträger und auch eine veränderte Angebotsspalette der Krankenhäuser. Die Krankenhäuser müssen sich heute betriebswirtschaftlich ausrichten und neue finanzielle Quellen erschließen. Zudem entstehen seit den letzten fünf Jahren ganze Krankenhausketten, die die wirtschaftlich bedrohten Krankenhäuser aufgrund des finanziellen Drucks aufkaufen. In dieser Hausarbeit wird das neue Abrechnungssystem vorgestellt und die damit verbundenen Veränderung erläutert und näher beleuchtet. Zudem wird es noch einen Ausblick auf die weitere zukünftige Entwicklung geben.

2. Begriffserklärung „ Diagnosis Related Group“

[1] „Unter Diagnosis Related Groups (DRG) versteht man ein Patientenklassifikationssystem (PCS), dessen Ziel die systematische Zuordnung aufwandsähnlicher Fälle zu möglichst kostenhomogenen Fallgruppen unter Beachtung von Kriterien der medizinischen Zusammgehörigkeit ist.“

[2] DRG-Systeme versuchen also die ökonomischen und klinisch-medizinische Sicht auf einem gemeinsamen Nenner zu bringen. Die Patientenschaft bzw. deren Behandlung wird grob in zwei Gruppen unterteilt:

- Klinisch definierten Gruppen
(meist nach Diagnose bzw. Behandlung)
- Gruppen mit ähnlichen Behandlungskosten

Die klinische Seite strebt nach einer optimalen Behandlung und will daher eine Zusammenfassung der Patienten in ähnliche Fälle, ausgehend von Problemen und Zielen bei der Behandlung der einzelnen Patienten. Dies wird mit Hilfe sogenannter Behandlungspfade realisiert. Die ökonomische Seite, meist vertreten durch die Klinikverwaltung bzw. Kostenträger, möchte auf Basis der angefallenen Ist-Kosten der Einzelfälle Produktions- und Verkaufseinheiten bzw. Kostenträger und Tarifpositionen definieren. Auf betrieblicher Ebene geht es folglich um die Frage einer Balancierung und Planung von Kosten und Ertrag, aus politischer, überbetrieblicher Sicht um die Frage der Kostenbegrenzung. Hilfreiche Instrumente sind hier auf der Kostenseite die Kostenträgerrechnung und auf der Ertragsseite Pauschalen und das Gesamtbudget“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Klinische und Ökonomische Sicht von Patientenklassifikationssystemen (PCS) (Quelle: Fische, 2000)

[3] Mansky (2000) stellt zusammenfassend die praktischen Auswirkungen der Implementation von DRG-Systemen fest:

„Anhand der Fallgruppen können einerseits die Entgelte (für medizinische Leistungen) bemessen werden, andererseits kann durch entsprechende statistische Auswertungen alles erbrachten und bewerteten Leistungen eines Krankenhauses, ein Krankenhaus hinsichtlich seiner Preis-/Leistungsstruktur mit anderen Häusern verglichen werden.“

3. DRG - Das Grundprinzip

[4] Die Entwicklung des DRG-Systems begann schon 1967, als eine Forschungsgruppe, der Yale University, den Auftag bekam ein Instrument zu Entwickeln, womit man die Leistungserbringung der stationären Leistungen messen kann. Das Instrument sollte zudem auch für die Qualitätssicherheit dienen. Dieses Grundsystem entwickelte sich weiter, wobei dann auch homogene Behandlungsprozesse definiert wurden und auch die prospektive Vergütung mit integriert wurde. Dieses war dann das erste DRG-System. Dieses DRG-System ist seit 1983 in den USA weit verbreitet und dient dort der Klassifikation der Falldaten in Gruppen mit ähnlichen Kosten. Dabei bezieht man sich hauptsächlich auf die Hauptdiagnose und weiterer Klassifikationsmerkmale wie:

- Alter
- Geschlecht
- Austrittsart

3.1 DRG-Systemstruktur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: DRG-Systemstruktur, Dänzer Klinikum Mannheim 2004

3.2 Stammbaum des DRG-Systems

Aus diesem DRG-System haben sich in den letzten 20 Jahren auf der ganzen Welt verschiedene DRG-Systeme entwickelt. In der folgenden Abbildung erkennt man gut die Verwandschaft der verschiedenen DRG-Systeme die es derzeitig weltweit gibt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Stammbaum der DRG-Systeme (Quelle, Fischer 2000, KGSH Reimund 2005)

Ausgehend vom oben dargestelltem Forschungsprojekt wurden die DRG-Systeme international und länderspezifisch weiterentwickelt. Eine ausschnittsweise Beschreibung des obigen Stammbaums wird in der nachfolgenden Tabelle, die einen Überblick über die internationale DRG-Familie gibt, näher erläutert. Es handelt sich hierbei um die wichtigsten Entwicklungsschritte des DRG-Systems bei seiner Weiterentwicklung und Spezialisierung in den jeweiligen Anwendungsländern.

Der Stammbaum veranschaulicht gut die einzelnen DRG-Systeme in den verschiedenen Ländern und deren Beziehung zu einander. Es ist sehr deutlich zu erkennen das deren Anfang in den USA war, und es sich dann über Skandinavien weiter nach Europa und nach Australien durchgesetzt hat.

3.3 Entwicklungsschritte des DRG-Systems

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Überblick über internationale DRG-Systeme (Quelle: Fischer 2000)

4. Funktionsweise der G-DRG

[5] Bei jedem stationären Krankenhausaufenthalt werden Haupt- und Nebendiagnosen des Patienten ermittelt. Diese sind unterteilt in Hauptgruppen, Prozeduren und dem Schweregrad. Dieses Ergebnis, wird mittels einer Computersoftware in denn “Grouper“ eingegeben. Der Grouper ist eine Software der die richtige DRG mit Hilfe der von dem behandelnen Arzt festgestellten Diagnosen ermittelt. Dieser Grouper zeigt dann die Fallpauschale für den Patienten an, die das Krankenhaus nach der Entlassung für den Patienten erhält.

Beispiel für eine DRG

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durch dieses Beispiel einer DRG kann man leicht erkennen, um was für einen medizinischen Fall es sich hierbei handelt.

Das „G“ bezeichnet die Hauptgruppe und sagt uns somit das es sich um eine „Krankheit und Störung der Verdauungsorgane“ handelt. Weiter handelt es sich um eine chirurgische Prozedur mit der Behandlungsnummer „7“ und dem Schweregrad „B“. Der Fall ist eine Appendektomie (Entfernung des Blinddarmes) ohne komplexe Nebendiagnose.

[...]


[1] Eugen Münch, 2002

[2] Vgl. W. Fischer 2000

[3] Thomas Mansky S.150

[4] Vgl. Arbeitspapier des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement S. 3 - 4

[5] Vgl. Arbeitspapier des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement S. 12

Details

Seiten
21
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638481755
ISBN (Buch)
9783640203772
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v52470
Institution / Hochschule
Fachhochschule Flensburg
Note
2,3
Schlagworte
Systeme Krankenhauswesen Qualitätsmanagment

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Titel: DRG - Systeme im Krankenhauswesen