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Neu-Gestaltung von Geschlechterverhältnissen

von Janina Tatan (Autor) Katharina Fey (Autor)

Referat (Ausarbeitung) 2005 14 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlechterverhältnis in der BRD – Bestandaufnahme
2.1 Erwerbsbeteiligung
2.2 Einkommen
2.3 Arbeitslosigkeit
2.4 Hausarbeit
2.5 Politische Macht
2.6 Vergleiche zwischen Ost und West

3. Gründe des hierarchischen Geschlechterverhältnisses

4. Frauenpolitik und Gender Mainstreaming
4.1 Zielsetzung und Defizite der Frauenpolitik
4.2 Das Konzept Gender Mainstreaming
4.2.1 Inhalte
4.2.2 Umsetzung

5. Ausblick

6. Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Durch die Emanzipation der Frau hat sich im Laufe der Jahre vieles an der früher so klaren Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern geändert.

Die Forderung der Frauen nach Gleichberechtigung in allen sozialen und gesellschaftlichen Bereichen wurde immer deutlicher. Da deren Durchsetzung jedoch eher schwierig ist, entsteht, zur Betonung der Wichtigkeit und Bedeutung von Gleichstellung und Gleichberechtigung, die Frauenbewegung, die sich eben diese zur Hauptaufgabe gemacht hat.

Auf Grund des baldigen Scheiterns der Frauenbewegung sowie der Frauenpolitik werden nun neue Konzepte erarbeitet, die das oben genannte Thema zum Ziel haben.

Eines dieser Konzepte, das Gender Mainstreaming, soll im Folgenden, neben der Darstellung der vorherrschenden Verhältnisse, näher erläutert werden.

2. Geschlechterverhältnis in der BRD – Bestandsaufnahme

Männer und Frauen sind in der Bundesrepublik Deutschland zwar im rechtlichen Sinne gleichgestellt, es ist jedoch fraglich ob dies auch auf den sozialen Bereich zutrifft. Im Folgenden soll dies anhand ausgewählter Aspekte genauer erarbeitet werden.

2.1 Erwerbsbeteiligung

„In einer Gesellschaft, in der die Lebenschancen wie auch die soziale Absicherung von Frauen und Männern zu einem beträchtlichen Teil von der Teilhabe an Erwerbsarbeit abhängig sind, ist es für die soziale Gleichheit von grundlegender Bedeutung, in welchem Maße und in welcher Weise diese an der Erwerbsarbeit partizipieren“ (C. Klenner, 2002, S. 17). Wie aus Tabelle 1 hervorgeht ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen von 1950 bis 2000 zwar um fast 20% angestiegen, jedoch ist ihr volkswirtschaftliches Arbeitsvolumen insgesamt gesunken (vgl. C. Klenner, 2002, S. 18). Ihre Beruftätigkeit beschränkt sich, trotz eines angestiegenen Bildungsniveaus, überwiegend auf Teilzeitarbeit (vgl. Tabelle 1 a) oder Minijobs, da sie auf Grund der großen Vereinbarkeitsprobleme von Beruf und Familie nicht die Möglichkeit haben eine Vollzeitarbeit auszuüben und somit das Potenzial qualifizierter Frauen nicht ausgeschöpft werden kann (vgl. C. Klenner, 2002, S. 17). Des Weiteren bestehen für Frauen größere Probleme einen ausbildungsadäquaten Arbeitsplatz zu finden, als es bei Männern der Fall ist. Es ist jedoch festzustellen, dass sich im Laufe der Jahre neben dem traditionellen Ernährermodell viele weitere Optionen der Erwerbsbeteiligung etabliert haben wie z.B. das Zweiverdienermodell oder das Zuverdienermodell.

Die Anwendung der einzelnen Modelle steht in Abhängigkeit zum Familienstand, der Lebensform und der sozialen Situation des Ehepaars oder der Familie (vgl. C. Klenner, 2002, S. 23).

2.2 Einkommen

Ebenso wie die Erwerbsbeteiligung weist auch das Einkommen von Frauen und Männern deutliche Unterschiede auf (vgl. Tabelle 3). Dieser Unterschied liegt zum einen in der geringeren Erwerbsbeteiligung begründet, zum anderen aber auch darin, dass Frauen eher in lohnschwächeren Branchen tätig sind (z.B. Hotel- und Gastronomiegewerbe oder Kleidungsindustrie), sie mit starker Einkommensdiskriminierung zu kämpfen haben (auch in Tarifverträgen) und sie in der Hierarchie der Erwerbstätigkeiten eher die niederen Positionen bekleiden (vgl. C. Klenner, 2002, S. 19 u. 20).

2.3 Arbeitslosigkeit

„Frauen tragen ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko als Männer. (…) Ihr Anteil an den registrierten Arbeitslosen [liegt] höher als ihr Anteil an den Erwerbsbeteiligten“ (ebd.). Es kann davon ausgegangen werden, dass bei Frauen Unterbeschäftigung vorherrscht, da ihr Anteil an der Stillen Reserve bei etwa 70% liegt (vgl. ebd.).

2.4 Hausarbeit

In Deutschland ist noch immer eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung vorherrschend. „Die Haus- und Familienarbeit wird nach wie vor (…) überwiegend von Frauen geleistet“ (ebd.) (vgl. Tabelle 4). Es ist jedoch festzustellen, dass sich das Verhalten der Männer, wenn auch nur langsam, ändert. Besonders im Bereich der Kinderbetreuung wenden sie mehr Zeit auf als noch in den vergangenen Jahren und liegen mit ihrem Zeitaufwand von 13,2 Std. pro Woche und Kind nicht weit unter der Stundenzahl der Mütter (vgl. ebd.). Demzufolge ergibt sich für das Jahr 2000 eine insgesamt höhere Arbeitsbelastung der Männer, wobei zu berücksichtigen ist, „dass Frauen mit vergleichbarer Gesamtarbeitsbelastung durch den höheren Anteil an unbezahlter Arbeit weit weniger Einkommen und berufliches Prestige erwerben“ (C. Klenner, 2002, S. 21).

2.5 Politische Macht

Die Beteiligung von Frauen an der politischen Macht ist eher gering. Wie aus Tabelle 5 hervorgeht liegt ihre Beteiligung an den Länderparlamenten der BRD bei maximal 40%. Im europäischen Vergleich wird jedoch deutlich, dass die Situation in Deutschland nicht ungewöhnlich oder etwa schlecht ist – Deutschland liegt mit seiner Beteiligung von Frauen an der politischen Macht im oberen Drittel (vgl. C. Klenner, 200, S. 22).

2.6. Vergleiche zwischen Ost und West

Beim Vergleich zwischen Ost- und West-Deutschland wird deutlich, dass in fast allen Bereichen Unterschiede festzustellen sind (vgl. Tabellen 1 und 3). Es stellt sich daher die Frage worauf sich diese Unterschiede zurückführen lassen.

In der ehemaligen DDR war die qualifizierte Berufstätigkeit von Frauen eine Selbstverständlichkeit und wurde auch nicht mit der Gründung einer Familie in Frage gestellt, da für die Unterbringung und Betreuung der Kinder ausreichend gesorgt war (vgl. ebd.). Die nach der Wende sinkende Erwerbsbeteiligung ist nicht zwangsläufig auf die Übernahme der westlichen Gewohnheiten zurückzuführen, sondern vielmehr auf die gesamtwirtschaftliche Situation, sowie die negativen Anreize, die das Steuer- und Sozialversicherungssystem mit sich gebracht hat (vgl. ebd.). Ob von einer höheren Qualifizierung der ostdeutschen Frauen die Rede sein kann, ist fraglich. Ihr Einkommen liegt jedoch bei 94% (in Relation zu den Männern) weit über dem der westdeutschen Frauen mit nur 75% (vgl. Tabellen 1 und 3).

3. Gründe des hierarchischen Geschlechterverhältnisses

Bereits im 18 Jh. wurde die Annahme vertreten, dass das Verhalten und der Charakter eines Menschen durch die Gene bestimmt wird. Gene und andere biologisch determinierte Merkmale, z.B. die unterschiedliche Fortpflanzungsfunktion und die unterschiedliche hormonelle und anatomische Ausstattung führen daher zur biologischen Unterscheidung zwischen Mann und Frau (vgl. Zimbardo / Gerrig, 2003, S. 491). Diese Merkmale sind universell und können nicht durch soziale Einflüsse verändert werden (vgl. ebd.).

Der Mann übernimmt auf Grund seiner Anatomie und seines physischen Äußeren die Schutzfunktion für die eher kleinere und schmaler gebaute Frau. Sie ist ihm damit rein körperlich unterlegen.

Im Laufe der Zeit haben diese biologischen Unterschiede „zur Entwicklung traditioneller sozialer Rollen geführt“ (ebd.).

Es wurde zur Selbstverständlichkeit, dass Frauen nahe beim Haus bleiben und sich um die Kinder kümmern, da sie zum einen auf Grund ihrer biologischen Merkmale dazu bestimmt waren (z.B. Stillen des Babys), zum anderen jedoch durch ihre nicht so kräftige Anatomie. nicht in der Lage waren die körperlich anstrengende und schwere Wald- und Feldarbeit zu verrichten (vgl. ebd.).

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638481618
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v52448
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,0
Schlagworte
Neu-Gestaltung Geschlechterverhältnissen Familie Sozialer Wandel

Autoren

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Titel: Neu-Gestaltung von Geschlechterverhältnissen