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Innereuropäische Querverbindungen zwischen Krakau und Dresden

Seminararbeit 2004 8 Seiten

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Weg zum König von Polen

3. Glanz und Elend in Kursachsen

4. Tod von August dem Starken

5. Anhang

6. Literatur/ Internetquellen

1. Einleitung

Wenn man nach innereuropäischen Querverbindungen zwischen Krakau und Dresden sucht, so muss man sich in die Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts zurückversetzen. Bei näherer Betrachtung fällt die Person sowie das Leben und Wirken von Friedrich August I. als Verbindungselement der Länder Polen und Sachsen auf (siehe Anhang, 1.). Aufgrund seiner legendären Kraft und seinem herrischen Wesen nannte man ihn auch ‚August den Starken’. Bis heute ranken sich viele Legenden um ihn und seine Regierungszeit. Er gilt als der bekannteste Fürst vom Geschlecht der Wettiner und noch heute als Identifikationsfigur der Sachsen. Für sein Fürstentum wollte er den Eintritt in die große europäische Politik und es als dritte deutsche Großmacht, neben Brandenburg-Preußen und dem habsburgerischen Österreich etablieren. Sein bedeutendster Erfolg war zweifelsohne 1697 als er sich zum König von Polen krönen lies. Im folgenden Statement betrachten wir den Weg bis dorthin, der für ihn nicht leicht war.

2. Der Weg zum König von Polen

Eigentlich war das Leben von Friedrich August anders vorgezeichnet. Er wurde am 12. Mai 1670 als Sohn Johann Georgs (III.) und der dänischen Prinzessin Anna-Sophie in Dresden geboren. Sein zwei Jahre älterer Bruder Johann Georg IV. war der Thronerbe. Bis Friedrich August 10 Jahre alt war, regierte sein Großvater das Kurfürstentum Sachsen, danach sein Vater Johann Georg III.[1]

Das Leben am Dresdner kurfürstlichen Hof prägte August, denn es wurden viele höfische Fest- und Feierlichkeiten veranstaltet.[2] Er genoss eine gute Ausbildung mit drei privaten Hoflehrern und zunächst blieb ihm eine militärische Laufbahn. Mit 17 Jahren trat er die sogenannte „Kavalierstour“ an – eine Reise, die ihm die absolutistischen Staaten in Westeuropa, das Leben an anderen Höfen sowie deren Kunst und Kultur näher bringen sollte.[3] In dieser Zeit bereiste er Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und Österreich.[4] Dabei beeindruckte ihn vor allem der kulturelle Reichtum in Frankreich und Italien sowie der Prunk am Hofe Ludwig XIV. in Versailles.[5] Von dieser Reise kehrte er auf Befehl seines Vaters 1689 an den Dresdner Hof zurück, um mit ihm am Rhein gegen Frankreich zu kämpfen. Es machte ihm, trotz kleinerer Verletzungen Spaß, so dass er auch in den weiteren Jahren an Feldzügen teilnahm.[6]

Sein Bruder starb plötzlich und unerwartet am 27.4.1694, so dass Friedrich August I. mit 24 Jahren zum Kurfürst von Sachsen wurde. Zwar hatte er bis dahin wenig Erfahrung mit der Regierung eines Landes, dafür aber Mut und Tatkraft und schon immer Interesse für das Militärische. So war auch ein großes Ziel, neben seinem Streben nach einem absolutistischen Regime (welches ihm aufgrund von Widerständen der Stände nicht gelang) die Verstärkung der Armee zur Militärrüstung, wobei es nötig war, Finanzen durch Steuererhöhungen zu beschaffen. Dadurch machte er sich bei seinem Volk unbeliebt, was ihn jedoch nur wenig störte.1693 heiratete er Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth „mehr aus Kalkül als aus Liebe“[7], die sich viele Mätressen gefallen lassen musste, die bekannteste unter ihnen war die Gräfin Cosel. Die sogenannte Mätressenwirtschaft hatte er bereits bei seinem Vater und älterem Bruder erlebt und als nachahmenswert empfunden.[8] Dabei wurden seinerzeit in Sachsen auch noch Todesurteile wegen Ehebruch vollzogen, wobei sich August aber keineswegs bei seinen zahlreichen Affären gestört fühlte.[9] 1695 und 1696 war Friedrich August Oberbefehlshaber über die kaiserlichen Truppen und verlor die Schlacht gegen die Türken in Ungarn. Er wollte aber unbedingt Glanz und Ruhm für sein Sachsen und natürlich strebte er nach noch mehr Macht. Dieses Ziel schien in greifbare Nähe zu rücken, als 1696 durch den Tod von Johann Sobieski die polnische (Wahl)Königskrone frei wurde.[10]

[...]


[1] Vgl. Czok, Karl, August der Starke und seine Zeit: Kurfürst von Sachsen, König in Polen, 3. Aufl., Leipzig 1997, S. 19

[2] Vgl. ebd., S. 20

[3] Vgl. Groß, Reiner, Kurfürst August I. von Sachsen – Betrachtung über ein Fürstenleben, in Klecker, Christine (Hrsg.), August der Starke und seine Zeit: Beiträge des Kolloquiums vom 16./17. September 1994 auf der Festung Königstein, hrsg. Vom Verein für Sächsische Landesgeschichte e.V., 1995, S. 14

[4] Vgl. Ebd., S. 15

[5] Vgl. MDR-Geschichte Mitteldeutschlands

(<http://www.mdr.de/geschichte/personen/117289-hintergrund-132822.html> am 10.11.2004)

[6] Vgl. Groß, Reiner, Kurfürst August I. von Sachsen, in Klecker, Christine (Hrsg.), August der Starke und seine Zeit, S. 15

[7] Vgl. Ebd.

[8] Vgl. Blaschke, Karlheinz, Kritische Beiträge zu einer Biographie des Kurfürsten August I. von Sachsen, in Klecker, Christine (Hrsg.), August der Starke und seine Zeit, S. 8

[9] Vgl. Ebd., S.11

[10] Vgl. MDR-Geschichte Mitteldeutschlands

(<http://www.mdr.de/geschichte/personen/117289-hintergrund-132822.html> am 10.11.2004)

Details

Seiten
8
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638480086
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v52248
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,7
Schlagworte
Innereuropäische Querverbindungen Krakau Dresden Interkulturseminar Européenne“

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