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Theorien der Kommunikation

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 27 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung und Ausblick

2. Definition(en) der Kommunikation
2.1. Abgrenzung zur Interaktion

3. Kommunikationskanäle

4. Modelle der Kommunikation
4.1 Die Lasswell Formel
4.2 Vier methodologische Orientierungen zur Erforschung
der Kommunikation
4.2.1 Der mechanistische Ansatz
4.2.1.1 Das Modell von Shannon& Weaver
4.2.2 Der individuumszentrierte Ansatz
4.2.2.1 Die Theorie der kognitiven Dissonanz
4.2.3 Der interpretativ- symbolische Ansatz
4.2.3.1 Das Modell von Mead
4.2.4 Der systemisch- interaktionale Ansatz
4.2.4.1 Watzlawick und die pragmatische Betrachtungsweise

5. Schluss

6. Literatur

1.Einleitung und Ausblick

Kommunikation – ein Thema das heute, auch im Rahmen einer unternehmensbezogenen Sichtweise, scheinbar allgegenwärtig ist. So z.B. bei Seminaren zum Thema Management/ Unternehmensführung und hier in Form von Erlernung innovationsfähigen Kommunikationsverhaltens, der motivierenden Kommunikation von Zielen oder des Führens erfolgreicher Mitarbeiter- bzw. Konfliktgespräche.

Auch das Studentenwerk Mannheim bot im März 2002 unter dem Titel „Bewerbungshilfen für Studierende“ die Simulation eines Assessment Centers an. Unter den Übungen die zum Einsatz kamen befanden sich beispielsweise: Gruppendiskussion, Kurzvortrag, Verkaufsgespräch, Vorstellungsgespräch oder ein Mitarbeitergespräch. Ganz eindeutig Übungen, die ihren Schwerpunkt in der Förderung kommunikativer Kompetenz haben.

Kommunikation spielt also eine wichtige Rolle in unserem Leben, sowohl im Beruf, als auch privat. Frey, Bente & Frenz (1993) betonen: „ Ein universelles Merkmal lebendiger Systeme ist ihre Fähigkeit zur Kommunikation, d.h. zum geregelten Austausch von Informationen innerhalb ihrer Grenzen und mit der Umwelt. Organisationen sind da in vieler Hinsicht natürlichen Organismen vergleichbar“.

Das Seminar „Kommunikation in Unternehmen“ unter der Leitung von Dipl.- Psych. M. Held greift, wie der Titel nahe legt, diese Thematik auf.

Die vorliegende Seminararbeit soll gemäß ihres Titels die Grundlagen legen und verschiedene Theorien der Kommunikation darstellen.

Im Folgenden soll nun zuerst versucht werden eine Definition von Kommunikation vorzunehmen. Weiterhin werden kurz verschiedene Kanäle dargestellt, über die eine mögliche Kommunikation laufen kann. Anschließend sollen, ausgehend von einem einfachen Model der Kommunikation, vier forschungsmethodische Ansätze und jeweils ein exemplarisches Modell näher beschrieben und diskutiert werden.

2. Definition(en) der Kommunikation

Um einen Einstieg in das Thema zu finden beginne ich mit der Definition des Begriffs Kommunikation. In der Literatur, die sich mit dem Thema Kommunikation befasst, lassen sich zahlreiche Begriffsdefinitionen finden. Im Rahmen meiner Hausarbeit sollen nachfolgende Definitionen exemplarisch für diese Vielzahl genannt werden.

Gerbner (1967) schreibt zur Begriffsdefinition folgendes: „Communication can be defined as social interaction through messages“.

Baskin & Aronoff (1980) definieren interpersonale Kommunikation als: „the exchange of messages between persons for the purpose of constructing common meanings“.

Hierbei kann jeder Reiz (verbal oder nonverbal) eine Botschaft sein, wenn er bei einer anderen Person eine Bedeutung hervorruft. Botschaften tragen aber nicht Bedeutungen, sondern sie symbolisieren diese zwischen Personen und müssen interpretiert werden.

Coenenberg (1961) definiert Kommunikation folgendermaßen: „Unter Kommunikation soll hier der Prozess verstanden werden, durch den eine Information oder eine Nachricht von einem Sender zu einem Empfänger übermittelt wird“.

Trotz teilweisem Unterschied im Wortlaut haben alle oben genannten Definitionen gemeinsam, dass sie unter Kommunikation einen Austausch von Informationen oder Nachrichten verstehen. Dies kann also als Grundvorgang des Kommunikationsprozesses gelten.

2.1 Abgrenzung zur Interaktion

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit Kommunikation oft auftaucht ist die Interaktion. Zum Teil werden die Begriffe Kommunikation und Interaktion zwar synonym gebraucht, aber es gibt auch Definitionen, welche die Unterschiede herausarbeiten bzw. Kommunikation im begrifflichen Rahmen der Interaktion einordnen. Bernsdorf (1969): „Kommunikation ist eine spezifische Form sozialer Interaktion“.

Eine weitere Definition von Interaktion lautet wie folgt: „Die gegenseitige Beeinflussung von Individuen innerhalb von und zwischen Gruppen und die dadurch entstehenden Änderungen des Verhaltens oder der Einstellungen, Meinungen, etc., ein weiterer Begriff als Kommunikation, z.T. aber auch mit diesem synonym. Gelegentlich wird berücksichtigt, dass Kommunikation ein asymmetrischer Prozess sein kann, während Interaktion stets einen symmetrischen Prozess meint.“ (Dorsch Psychologisches Wörterbuch 13. Aufl. 1998, S. 408)

Der Begriff der Interaktion ist also meist weiter gefasst. Er zielt oft nicht nur auf manifeste Inhalte des Informationsaustausches ab, sondern umfasst auch stärker Aspekte der Beziehungsebene. Bei der Interaktion geht es also nicht nur darum was ausgetauscht wird, sondern auch darum wie etwas vermittelt wird.

Weiterhin soll nun versucht werden den Begriff Interaktion nach zwei Gesichtspunkten weiter zu differenzieren.

1. Differenzierung nach der Regelhaftigkeit der Interaktion:

Die Interaktion lässt sich gliedern in Interaktionsanlässe und Interaktionsprozesse. Wobei sich Interaktionsanlässe weiter untergliedern lassen in zwingend vorgeschriebenen (prescribed) und spontanen (emergent) Kommunikationskontakt.

Ebenso lassen sich Interaktionsprozesse weiter untergliedern in formelle und informelle Interaktionsprozesse.

Im Hinblick auf das Thema des Seminars lässt sich festhalten, dass Interaktionen in Unternehmen meist formell und präskriptiv verlaufen. Dies ergibt sich oft aus der Binnenstruktur der Organisation, welche bestimmte Zusammenhangsbeziehungen zwischen ihren Mitgliedern erwirkt. Dennoch lassen sich nicht alle Interaktionen innerhalb einer Organisation hier einordnen.

2. Differenzierung nach der Richtung der Interaktion:

Innerhalb einer Organisation sind Interaktionen auf und über verschiedene Ebenen der betrieblichen Hierarchie denkbar:

a) Vertikal: Interaktion von „oben nach unten“ oder vice versa. Als Beispiel könnte Interaktion zwischen Vorgesetztem und Untergebenem genannt werden.
b) Horizontal: Horizontale Interaktion findet dort statt, wo Individuen gleichen Ranges aufeinander treffen, z.B. an der Kontaktstelle zwischen zwei Organisationen.
c) Diagonal: Kontakte über verschiedenen Hierarchieebenen hinweg, wobei die Akteure sich nicht unmittelbar in einem Vorgesetzten- Untergebenen- Verhältnis befinden.

Hiermit sind nun etwaige Unterschiede zwischen Kommunikation und Interaktion per Definitionen herausgearbeitet worden, um einleitend das Themengebiet abzustecken. Genau hierin liegt meiner Meinung nach auch einer der Nachteile von Definitionen. Sie grenzen das Themengebiet (und somit den Blickwinkel) ein, durch Betonung bestimmter und Vernachlässigung anderer Aspekte. Ich habe versucht diese Problematik etwas zu lindern durch Darstellung verschiedener Definitionen, doch natürlich sind auch alle oben genannten Definitionen geprägt vom Interessenschwerpunkt des jeweiligen Forschers.

3. Kommunikationskanäle

Wie oben dargestellt, wird die Kommunikation als Austausch von Botschaften zwischen Personen definiert. Folglich muss es Kanäle geben, über die Botschaften vom Sender zum Empfänger gelangen können.

Argyle (1979) unterteilt die möglichen Kommunikationskanäle nach dem Bewusstheitsgrad des Signals in verbale und nonverbale Kommunikation.

Die verbale Kommunikation läuft bewusst in Form von Lautäußerungen ab. Die nonverbale Kommunikation hingegen bezieht sich auf Botschaften, die meist unbewusst durch z.B. Körperdistanz oder –nähe, Gestik, Mimik, Haltung und Ausdrucksverhalten (z.B. Klang der Stimme) decodiert und encodiert werden.

Mögliche Gründe für einen Gebrauch nonverbaler Kommunikation sind:

- Das Schließen von Lücken in der verbalen Kommunikation,
- die Erhöhung des Wirkungsgrades verbaler Kommunikation durch Nutzung eines zweiten Kanals,
- die Möglichkeit einer subtileren Ausdrucksweise,
- die Schaffung von Redundanzen,
- die Koordination der Kommunikation,
- der Ausdruck von Dingen, die sprachlich schwerer auszudrücken sind (z.B. Emotionen).

4. Modelle der Kommunikation

Nachdem nun eine Definition des Sachverhaltes unter weiterer Differenzierung, sowie eine Darstellung möglicher Kommunikationskanäle vorgenommen wurde, möchte ich nun zuerst kurz ein Grundmodell der Kommunikation vorstellen. Darauffolgend dann ausführlicher verschiedene methodologische Orientierungen zur weiteren Erforschung der Kommunikation erörtern.

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Details

Seiten
27
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638131711
Dateigröße
551 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v5197
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Lehrstuhl Psychologie 1
Note
2,0
Schlagworte
Theorien Kommunikation Unternehmen

Autor

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