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Prüfungsangst - Auslöser, Symptome und wie man sie behandeln kann.

Seminararbeit 2004 25 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition
2.1 Angst
2.2 Prüfungsangst

3. Auslöser
3.1 Freuds Ansatz
3.2 Außerschulische Auslöser
3.3 Schulische Auslöser

4. Abwehrmechanismen von Angst
Verdrängung
Verleugnung
Projektion
Reaktionsbildung
Somatisierung (Konversion)
Verschiebung
Rationalisierung (Intellektualisierung)
Identifikation
Sublimierung
Widerstand
Fixierung
Regression
Mechanismus des Ungeschehen machens
Wendung gegen die eigene Person

5. Symptome
5.1 Physiologische Symptome
5.2 Kognitive Symptome
5.3 Emotionale Ebene
5.4 Verhaltensebene

6. Angstreduktion
6.1 Schulische Möglichkeiten
6.2 Das autogene Training
6.3 Progressive Muskelrelaxation
6.4 Atemübungen
6.5 Selbstbeeinflussung

7. Abschlussreflexion

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsverzeichnis

10. Selbständigkeitserklärung

1. Einleitung

Da durch die Prüfungsangst die Leistung und somit auch die Noten negativ beeinflusst werden und sie so einen schlechten Einfluss auf das zukünftige berufliche Leben hat, ist es auch im Interesse der Gesellschaft vorzubeugen oder Prüfungsangst zu reduzieren. Denn schließlich kann der Prüfling in diesem Fall nicht leisten, was eigentlich möglich wäre.

Prüfungsangst ist ein bekanntes Thema, doch nicht jeder weiß, dass auch er davon betroffen ist. Die Symptome sind sehr unterschiedlich, so dass die Diagnose schwer fällt. Doch es gibt schon frühe Erklärungsansätze für die Entstehung und viele verschiedenen Methoden, Prüfungsangst in den Griff zu bekommen.

Ich möchte mit meiner Hausarbeit die Komplexität der Prüfungsangst aufzeigen. Weiter möchte ich deutlich machen, dass es Möglichkeiten gibt, Prüfungsangst positiv zu beeinflussen oder ihr durch Unterrichtsgestaltung entgegen zu wirken.

Zuerst werde ich mich der Definition von Angst und Prüfungsangst, den Symptomen und den Auslösern widmen.

Bei der Definition gehe ich von der Angst an sich auf die situationsspezifische Prüfungsangst über, um den Begriff genau von anderen Ängsten zu trennen.

Die Symptome sind in drei Kategorien unterteilt, um sie besser erkennen zu können. Dabei wird eine trockene Aufzählung der verschiedenen Symptome trotzdem nicht ausbleiben.

Den möglicherweise frühsten Beitrag zum Thema der Angstauslöser lieferte Siegmund Freud. Seinen Ansatz werde ich zuerst erläutern um auf dieser Basis weitere Ansätze zu analysieren. Hierbei werden vor allem unter der Kategorie schulische Auslöser verschiedene Verhaltensweisen oder Methoden der Lehrperson aufgeführt, die es möglichst zu vermeiden gilt und somit auch zum Kapitel der Angstreduktion gehört.

Ich möchte im Abschnitt Angstreduktion Methoden aufzeigen, die der Betroffenen selbst erlernen und anwenden kann, um die Prüfungsangst eigenständig zu behandeln.

2. Begriffsdefinition

In diesem Kapitel möchte ich die Vielfältigkeit der Angst aufzeigen, um dann genauer auf die situationsspezifische Angst in Form der Prüfungsangst einzugehen.

2.1 Angst

Angst ist ein Sammelbegriff für viele Erscheinungen, so dass eine einheitliche Definition schwer fällt (vgl. Spandl 1979, S. 15).

Es ist ein im Alltag erscheinender Affekt, der biologisch verankert oder erlernt ist und als Schutzreaktion auf eine bedrohliche Situation auftritt (vgl. ebd., S. 17; Höhn 1984, S. 17). Es ist ein akuter Zustand in einer bestimmten Situation (Gaspar-Sottmann 2002, S.12).

Man kann Angst als unangenehmen Gefühls- oder Spannungszustand mit physiologischen Begleiterscheinungen und Verhaltensänderungen, die ich im Kapitel 3 näher erläutern werde, beschreiben (vgl. Spandl 1979, S. 15; Held 1983, S. 3, Krope 1978, S. 9). Die Gefühlsreaktion ist für den objektiven Betrachter unerklärlich (vgl. Höhn 1984, S. 20).

Angst ähnelt der Furcht, die „sich auf Situationen bezieht, in denen die Gefahrenquelle eindeutig ersichtliche ist.“ (Spandl 1979, S. 16) Angst unterscheidet sich durch die irrationale Komponente von der Furcht. „Die bedrohliche Reizkomponente ist mehrdeutig und unbestimmt; sie ist permanent gegenwärtig und ohne [gegenständlichen Grund]“ (ebd., S. 16).

Heutzutage sieht man Angst auch in Zusammenhang mit Stress, einem durch Stressoren (belastende Einflüsse) entstandenen Spannungszustand, der sowohl psychisch als auch physiologisch sein kann. Der Spannungszustand ist hierbei nicht nur negativ zu werten, denn er hilft auch Belastungen zu überwinden (vgl. ebd., S. 16).

„Wille und Verstand sind in dem Zustand der Angst teilweise ausgeschaltet.“ (Höhn 1984, S. 19)

2.1 Prüfungsangst

„Aufgrund der Erlebnissubjektivität des Emotionalen kann der mit der Prüfungsangst verbundene innere Zustand kaum objektiv definiert werden.“ (Gaspar-Sottmann 2002, S. 11).

Prüfungsangst ist eine situationsspezifische Angst. Sie tritt vor oder in leistungsthematisierten Situationen und Bewertungssituationen auf, die als bedrohlich empfunden werden (vgl. Gaspar-Sottmann 2002, S. 12 f; Höhn 1979, S. 18; Spandl 1979, S. 13).

Prüfungen definieren sich durch die Fremdbestimmung und Fremdbewertung. Sie stellen eine herausgehobene, kritische Leistungssituation dar, bei der bisher Erlerntes angewendet werden soll (vgl. Spandl 1979, S. 22; Höhn 1984, S. 17). Sie rufen bei Schülern unangenehme Gefühle oder Spannungszustände hervor und werden als Belastung empfunden (vgl. Spandl, S.22).

Prüfungsangst ist ein hemmender Faktor, der sowohl das Sozialverhalten, das Selbstwertgefühl, die Stellung unter Mitschülern, den Lernprozess als auch die Leistung negativ durch seine unterschiedliche Intensität beeinflussen kann (vgl. Gaspar-Sottmann 2002, S. 11; Höhn 1984, S. 18 ; Krope 1978, S. 9; Spandl 1979, S. 13). Wie stark sich die Prüfungsangst äußert, hängt von der Veranlagung des Betroffenen, der Prüfungsart, der Wichtigkeit und der Schwierigkeit der Prüfung ab (vgl. Spandl 1979, S. 22 f).

Durch die empirische Forschung wird zwischen Wenig-Prüfungsängstlichen und Hoch-Prüfungsängstlichen unterschieden. Die Hoch-Prüfungsängstlichen weisen eine stärkere subjektive Angst, negative aufgabenirrelevanten Kognitionen, beeinträchtigte Problemlösungen in einer Prüfungssituation auf. Beide Gruppen unterscheiden sich jedoch nicht durch ihr physiologisches Erregungsniveau in einer Prüfungssituation (vgl. Held 1983, S. 7 f).

Angst beeinflusst die Leistung unterschiedlich. So wird bspw. bei unbekannten, komplexen Aufgaben die Leistung negativ beeinflusst, bei bekannten, leichten Aufgaben kann die Leistung so gar erhöht werden. Dies führte zu der Erkenntnis, dass Angst nicht ausschließlich für Erfolg und Misserfolg verantwortlich ist, „sondern [dass] kognitive Prozesse die physiologische Erregung und erlebte Angst begleiten oder durch sie ausgelöst werden“ (ebd., S. 8).

3. Auslöser

Es gibt verschiedene Ansätze über die Angstauslöser. Freuds Angsttheorie ist wohl die früheste, sie kann aber auf alle weiteren Ansätze gut übertragen werden.

Da der Ausbildungsgrad über unsere künftige soziale Stellung entscheiden kann, ist die Interaktion zwischen schulischen und außerschulischen Angstauslösern sehr eng. So vermittelt nicht nur die Prüfungssituation in der Schule einen hohen Druck, sondern auch die elterliche Erziehung, da die Eltern natürlich von der Bedeutung der Prüfungen für das spätere Leben wissen, sie für ihre Kinder nur den besten Lebensstandart möchten und somit eine gute Prüfungsnote wünschen.

Die verschiedenen Ebenen der Auslöser und die Beziehung der Ebenen untereinander sollen in diesem Kapitel erläutert werden.

3.1 Freuds Ansatz

Warum Angst entsteht beschrieb schon Freud in seiner psychoanalytischen Angsttheorie. Dabei entstanden zwei unterschiedliche Auffassungen.

Im ersten Ansatz 1895 ging Freud davon aus, dass Angst durch das unterdrücken von Triebimpulsen (sexuellen Energien) entsteht und somit eine Folge von Verdrängung ist. Verdrängte Libidoenergien, die nicht abgebaut werden, setzten sich in Form von neurotischer Angst frei (vgl. Gaspar-Sottmann 2002, S. 16; Spandl 1979, S. 60).

Der zweite Ansatz beschrieb im Jahr 1926 die Entstehungsursache von Angst mit dem strukturellen Persönlichkeitsmodell.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

Demnach sollten Verdrängungen eine Folge der Angst des ´Ich` vor der Libido sein (vgl. Gaspar-Sottmann 2002, S. 16; Spandl 1979, S. 60).

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Details

Seiten
25
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638475860
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v51687
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,0
Schlagworte
Prüfungsangst Auslöser Symptome Seminar Fehlerkultur

Autor

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Titel: Prüfungsangst - Auslöser, Symptome und wie man sie behandeln kann.