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Das Frauenbild in der Antike. Gesellschaftliche Betrachtungen der Rolle der Frau in Sparta

Ausarbeitung 2019 9 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben in Sparta
2.1 Erziehung
2.2 Leben der Spartiaten

3. Rolle der Frau
3.1 Geburt, Heirat und Tod
3.2 Das Bild der Spartiatinnen

4. Resümee

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Polis Sparta, ein kleiner Stadtstaat auf der Halbinsel Peloponnes, sei nach dem antiken griechischen Philosophen Xenophanes die berühmteste und mächtigste Stadt Griechenlands geworden - Grund seien die Spartiaten, die Vollbürger Spartas.1 Doch was veranlasste Xenophanes, gerade die Bürger Spartas als Begründung für seine These zu nennen? Welche Unterschiede waren signifikant für den Werdegang Spartas?

In Sparta entwickelten sich in einem andauernden Prozess kulturelle Unterschiede, die für das antike Griechenland einzigartig waren. In der Erziehung der Nachkommen der Vollbürger bestand ihr einziges Ziel in der militärischen Effizienz und deren generationenübergreifenden Fortbestand zum Schutz der Polis Sparta.2 Doch nicht nur die Männer hatten ihre feste Rolle in Sparta. Auch den Frauen kam eine besondere zu Teil, die in weiten Teilen Griechenlands zu Provokation und Spott gegenüber Sparta führte.3

In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, welche Sonderstellung die Frauen in der spartanischen Gesellschaft erfüllten. Hier ist zu betonen, dass ausschließlich auf die Vollbürgerinnen und Vollbürger Spartas, die Spartiatinnen und Spartiaten, eingegangen wird. Dazu ist die folgende Arbeit in zwei Teile gegliedert. Der erste Abschnitt skizziert die Erziehung der Nachkommen und die Rolle des Mannes in der Gesellschaft. Der zweite Teil widmet sich den Spartiatinnen. Hierzu werden die Besonderheiten Spartas und das autoritäre sowie selbstbewusste Bild der Frau herausgearbeitet. Anzumerken ist, dass spartanische Quellen weitestgehend nicht vorhanden sind und man sich auf attische bzw. auch spätere Quellen berufen muss, sodass das rekonstruierte Bild Spartas nicht endgültig ist, sondern vielmehr als Ideal dieser Autoren gesehen werden kann.4

2. Leben in Sparta

Geographisch ist Sparta in der Eurotas-Ebene auf der Halbinsel Peloponnes zu verorten. Umringt von Hochland - im Westen Taygetos, im Osten Parnon und nördlich das arkadische Hochland, südlich das Mittelmeer - bieten die Gebirgsketten der Polis einen natürlichen Schutz vor Feinden. Die Flussebene sei sehr fruchtbar, sodass die Bürger Spartas dort ihre Nahrung anbauten sowie Viehzucht betrieben.5 Es war die Aufgabe der Unfreien, der Heloten, diese Gebiete (klaroi), die als Grundbesitz der Spartiaten fungierten, zu bestellen. Im Verhältnis zu den Heloten waren die Spartiaten eine kleine Gemeinschaft, die durch eine militärische Erziehung der Knaben zu Kriegern die Unfreien über einen längeren Zeitraum unterdrücken konnten.6 Welche Merkmale der Erziehung der Nachkommen prägten diese Intention?

2.1 Erziehung

Das familiäre Leben war in Sparta dem öffentlichen untergeordnet.7 Dieses Ideal durchzog jeden Lebensbereich der Spartiaten - von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod - im Dienst der Polis.

Die Erziehung der Nachkommen gestaltete sich bis zum siebten Lebensjahr gleich, da sowohl Knaben als auch Mädchen von ihrer Mutter lernten und bereits in dieser Phase die Betonung auf die körperliche Entwicklung gelegt wurde. Ab dem siebten Lebensjahr wurden die Spartiaten zusammen, durch das Geschlecht jedoch getrennt, zur militärischen Tüchtigkeit und Selbstdisziplin erzogen (agoge). Im Alter von sieben bis zwölf Jahren lernten die Knaben (paides) Singen und Tanzen und wurden auch rudimentär in Lesen und Schreiben unterrichtet. Bis zum zwanzigsten Lebensjahr erlernten sie Überlebenstechniken und bis zum dreißigsten erhielten sie die harte militärische Ausbildung.8

Die Erziehung der Mädchen gestaltete sich etwas anders, obwohl auch hier die körperliche Tüchtigkeit Bestandteil der Erziehung war.9 Man glaubte, dass kräftige Mütter kräftige Nachkommen zeugen, sowie besser die Geburtswehen überstehen können.10 Nach Rechenauer blieben die Spartiatinnen ab dem siebten Lebensjahr weiterhin in ihrem familiären Umfeld, sodass sich eine weibliche Identität bilden konnte und das geschlechtsspezifische Selbstbewusstsein dieser ausprägte.11 Während die Knaben rudimentär in Lesen und Schreiben unterrichtet wurden, erhielten die Mädchen durchaus auch eine rhetorische, philosophische und künstlerische Ausbildung und zusätzlich die gleiche Ernährung wie Knaben, was im antiken Griechenland keinesfalls anerkannt war.12 So entwickelte sich bereits früh eine Sonderstellung der Frau in Sparta, die sowohl selbstbewusst erschien, als auch Respekt und Autorität genoss - ein nicht übliches Bild zur damaligen Zeit, sodass Aristoteles sogar die spartanische Gesellschaft als „Frauenherrschaft“ bezeichnete und das weibliche Geschlecht von Natur aus unter dem männlichen sah.13 Obwohl sie an der Politik nicht partizipieren durften, besaßen sie Macht in der Polis.14

2.2 Leben der Spartiaten

Mit der Geburt eines Nachkommen war schon früh im Leben der Spartiaten das familiäre Leben unter das öffentliche Leben gestellt. Im Dienst Spartas mussten Nachkommen gezeugt werden, die als Gemeingut galten. Bevor diese in die Gesellschaft eingegliedert wurden, war es Brauch, die Nachkommen durch einen Ältestenrat zu mustern - entsprach es dem Ideal der Spartiaten oder war das Kind missgebildet oder schwach, entschied über Leben oder es wurde im Taygetos-Gebirge dem Tod überlassen.15 Ausschließlich Vollbürgern war es gestattet ein politisches Mitspracherecht zu besitzen. Vollbürger war jedoch nur der, der zu den gemeinschaftlichen Mählern (syssitia) der Männer seinen Beitrag leisten konnte.16 Während die Männer jedoch weiterhin unter sich trainierten oder gar in kriegerischen Kämpfen verwickelt waren, musste dieser Beitrag auch erwirtschaftet werden. Die meiste Zeit waren die Männer für das Gemeinwohl der Polis von ihren Familien getrennt, sodass die wirtschaftliche Leistung der Polis und des einzelnen Mannes den Frauen überlassen wurde und die Männer von dem ökonomischen Erfolg ihrer Frau abhängig waren.17 Der Fortbestand der Polis oblag nach Außen den Männern durch militärischen Schutz, nach Innen hingegen der Frau durch ihr wirtschaftliches Management. Somit wurde der Frau eine Sonderstellung zu Teil: Die Polis war Identifikationsmerkmal für Spartiatinnen und absoluter Gehorsam sowie Loyalität waren Ziele der Erziehung - das Leben im Dienst der Polis natürlich.

3. Rolle der Frau

Einige oben genannte Merkmale waren wichtig für die Sonderstellung der Frau in Sparta. Doch signifikante Unterschiede im Leben der Spartiatinnen konnte man in Punkto der Geburt, der Heirat und des Todes erkennen. Diese gilt es jetzt herauszuarbeiten.

[...]


1 Vgl. zu Baltrusch 2016, S. 11.

2 Vgl. zu Schuller 1995, S.79.

3 Vgl. zu Rechenauer 2017, S.26.

4 Vgl. zu Leppin 2014, S.79f.

5 Vgl. zu Baltrusch 2016, S.13. Vgl. zu Hartmann 2007, S.39.

6 Vgl. zu Welwei 2017, S.108 und S.114. Vgl. zu Schuller 1995, S.79.

7 Vgl. zu Schuller 1995, S.78.

8 Vgl. zu Hartmann 2007, S.45.

9 Vgl. zu Thommen 2017, S.118.

10 Vgl. zu Rechenauer 2017, S.29.

11 Vgl. zu Rechenauer 2017, S.29.

12 Vgl. zu Dettenhofer 1994, S.20.

13 Vgl. zu Dettenhofer 1994, S.19f. Vgl. zu Rechenauer 2017, S.26. Vgl. zu Thommen 2017, S. 117.

14 Vgl. zu Rechenauer 2017, S.28.

15 Vgl. zu Hartmann 2007, S.49.

16 Vgl. zu Hartmann 2007, S.40. Vgl. zu Dettenhofer 1994, S.27.

17 Vgl. zu Dettenhofer 1994, S.28.

Details

Seiten
9
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346114013
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v515009
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
Schlagworte
frauenbild antike gesellschaftliche betrachtungen rolle frau sparta

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Titel: Das Frauenbild in der Antike. Gesellschaftliche Betrachtungen der Rolle der Frau in Sparta