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Shuten doji - der Trunk mit dem Menschenfresser

Hausarbeit 2005 12 Seiten

Kunst - Kunsthandwerk

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. nara ehon

3. Technische Merkmale

4. Funktion

5. Schlussbetrachtung

6. Abbildungsverzeichnis

7. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wer ein Buch zur Hand nimmt, verfolgt ein ganz bestimmtes Ziel. Sei es der Wunsch nach Bildung, die Suche nach Informationen oder einfach der pure Zeitvertreib. Ein bestimmtes Buch wird nie ohne Grund hergestellt, für sich selbst oder andere gekauft, noch gelesen, woraus folgt, dass ein Buch in der Art seiner Existenz nicht ohne Funktion ist. Wie diese auch immer ist, das Buch hat sich in seinem Inhalt, seiner Form, seinen Illustrationen, in seiner gesamten Erscheinungsform nach dieser Funktion zu richten. Das Erscheinungsbild kann je nach Zeit und Land unterschiedlich in Erscheinung treten.

Anhand der dreibändigen Erzählung des in Japan entstandenen Shuten dôji (Inventarnummer 12 785 a-c), welche sich im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt befindet, soll beispielhaft näher auf den Begriff des nara ehon eingegangen, anschließend im Hinblick auf die Funktion eines Buches zunächst die Besonderheit des Buchformats, wie dann auch deren Illustrationen erläutert und abschließend auf den Inhalt der Erzählung eingegangen werden.

2 nara ehon

Um Missverständnissen vorzubeugen, sollte zunächst auf den Begriff des nara ehon eingegangen werden. Auch wenn es eine Zeit gab, in der eine gewisse Einigkeit über die „Bücher aus Nara“ geherrscht hat, so scheiden sich heute umso mehr die Geister. Man könnte vermuten, dass es einen bestimmten Zusammenhang zwischen dem Namen und der Stadt Japans Nara geben müsste, welcher jedoch nicht so ganz klar ist. Bis in die 1960er Jahre war man versucht, Nara als den wahren Entstehungs- und Herstellungsort dieser Bücher zu benennen, jedoch scheint heute umso klarer zu sein, dass es sich nicht um diese Stadt, sondern um Kyôto gehandelt haben muss, wo nara ehon hauptsächlich angefertigt worden waren.[1] Auch wurde festgestellt, dass es nicht die eigentlichen Produzenten oder Rezipienten waren, welche den Begriff nara ehon prägten, denn sowohl im frühen 16. Jh. zu Beginn der Produktion, als auch im frühen 18. Jh., also gegen Ende der Produktion, wurden die hergestellten Bücher entweder sôshi („Hefte“, Büchlein“) oder ezôshi („Bildhefte“) genannt. Erst in der Meiji-Zeit kam es zu der Entstehung dieses Begriffs, in den 1950ern dann zu der Definition, welche von Schmitt-Weigand als Definition aus Bequemlichkeit ansieht, die der Vereinfachung mehr huldige als der präzisen Datierung und Differenzierung.[2] Handelte es sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch um eine recht übersichtliche Definition, welche nara ehon als eine begrenzte Zahl von handgeschriebenen und illustrierten Bücher mit festgelegten Vorgaben beschrieb, so wurde der Begriff in den 1950ern bereits als Sammelbegriff für eine Vielzahl von illustrierten Büchern verwendet. Dazu gehörten beispielsweise nun neben Büchern mit farbigen Illustrationen auch solche mit monochromen.[3]

Trotz dieser Diskussion, soll der Einfachheit halber jedoch auch hier der Begriff nara ehon verwendet werden, jedoch zum einen mit einer möglichst klaren Definition und zum anderen mit dem deutlichen Vermerk, dass es sich um das stellvertretende Einsetzen eines Begriffs auf symbolischer Ebene handelt mit Absicht zu komprimieren und nicht um einen wörtlich zu nehmenden, der lediglich allumfassend der Kommodität dient.

[...]


[1] Vgl. Schmitt-Weigand, John: Das Nara ehon „Hômyô dōji“ (17. Jh.). Eine illustrierte Handschrift im Besitz des Museums für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main. Edition, Übersetzung und entstehungsgeschichtliche Studien, Wiesbaden 2004, S.35. Schmitt-Weigand zieht hier wiederum die Meinungen verschiedener Kunsthistoriker wie beispielsweise Matsumoto Ryūshin, Tokudan Kazuo und Bābara Rūshu heran.

[2] Vgl. Schmitt-Weigand, Wiesbaden 2004, S.36.

[3] Ebd.

Details

Seiten
12
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638474535
Dateigröße
906 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v51497
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Institut für Ostasiatische Kunstgeschichte
Note
1
Schlagworte
Shuten Trunk Menschenfresser Bild Text Japan Jahrhunderts

Autor

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