Lade Inhalt...

Die 5 Axiome der Kommunikationstheorie nach Paul Watzlawick

Hausarbeit 2019 25 Seiten

Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Paul Watzlawicks Person

Kurzbeschreibung der Theorie

Die Axiome und ihre Störungen
Erstes Axiom
Zweites Axiom
Drittes Axiom
ViertesAxiom
Fünftes Axiom

Eigene Begutachtung derAxiome
Erstes Axiom
Zweites Axiom
DrittesAxiom
ViertesAxiom
Fünftes Axiom

Aktualität in Bezug auf heutige Marketingprozesse
Erstes Axiom
Zweites Axiom
Drittes Axiom
Viertes Axiom
Fünftes Axiom

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

In der Sprachwissenschaft ist man seit langem bemüht, eine einheitliche Bestimmung struktureller Merkmale in der Kommunikation festzulegen und diese greifbar zu machen. In der Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick, die der Psychologe Ende der 1960er Jahre veröffentlichte, versucht er Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Kommunikation zu aufzustellen.

Im Jahr 1969 wurde das Buch „Menschliche Kommunikation - Formen, Störungen, Paradoxien“ von Paul Watzlawick, Janet H. Beavin und Don D. Jackson veröffentlicht. In diesem wird versucht, eine Systematisierung der Pragmatik in der Kommunikation zu schaffen. Diese ist stark an die Syntaktik und Semiotik angelehnt, die es bereits erfolgreich geschafft haben, Regeln über Wortverwendungen zu formulieren, die einem Objekt und dessen dazugehöriges Wort miteinander verbinden. Dieses soll nun auch auf non-verbaler Ebene in der Kommunikation möglich gemacht werden. Ziel der Hausarbeit ist es, die Theorie mit ihren Inhalten zu erklären und die Argumente sowie die Begründungen die Watzlawick anführt, um eine Gesetzmäßigkeit der non-verbalen Kommunikation aufzustellen und festzulegen.

In Kapitel eins wird zuerst nur auf die Person Watzlawick eingegangen, da seine Kommunikationstheorie viel Aufmerksamkeit erlang und diese bis heute noch in vielen Branchen anzufinden ist. Darüber hinaus soll nachvollzogen werden, was seine Inspirationen, Ansätze und Überzeugungen waren. Im zweiten Kapitel geht es um eine Kurzbeschreibung der Kommunikationstheorie, worauf sie basiert und welchen Nutzen diese haben sollen. Im dritten Kapitel werden die fünf pragmatischen Axiome chronologisch und einzeln beschrieben sowie ihre dazugehörigen Störungen veranschaulicht. Im vierten Kapitel werden diese Axiome kritisch begutachtet. Hierbei wird geprüft, ob diese eventuelle Abweichungen oder Änderungen haben können. Dieses wird anhand von eigenen Praxisbeispielen begründet. Im fünften Kapitel folgt der Bezug zu der Marketingbranche und die Anwendung in der Praxis. Jedes Axiom wird zuerst mit einem Bereich im Marketing verglichen, um einen Anwendungsbereich zu finden. Ist dieser Anwendungsbereich gefunden, wird es auf Aktualität geprüft. Abschließend folgt ein Fazit der eine eigene Meinung beinhaltet, die sich auf die Verständlichkeit der Theorie bezieht, ob es Watzlawick gelungen ist, eine Systematisierung der non-verbalen Kommunikation gelungen ist und wie aktuell die Axiome im Jahr 2019 noch sind.

Paul Watzlawicks Person

Paul Watzlawick war ein österreich-amerikanischer Psychotherapeut, Kommunikationswissenschaftler und Autor. Seine wohl bekannteste Veröffentlichung ist die Kommunikationstheorie, in der er die fünf pragmatischen Axiome nennt, die die Grundvoraussetzung seiner Theorie sind. Diese wurden im Jahr 1969 im Buch „Menschliche Kommunikation - Formen Störungen Paradoxien“ von Paul Watzlawick, Janet H Beavin und Don D Jackson aufgestellt. Weitere sehr bekannte Werke sind weiterhin Bücher „Anleitung zum Unglücklichsein“, „Die Möglichkeit des Anderssein“ oder „Vom Schlechten des Guten“, welche ebenfalls durch die Kommunikationstheorie beeinflusst wurden. Die pragmatischen Axiome sind die Grundvoraussetzung Watzlawicks Kommunikationstheorie, die in dieser wissenschaftlichen Arbeit behandelt werden.

Um den Ursprung der Theorie zu verstehen, muss man jedoch zuerst auf den Mensch Paul Watzlawick eingehen. Paul Watzlawick wurde 1921 in Villach, Österreich geboren. 1946 begann er ein Studium im Bereich der Philosophie und neue Sprachen am Institut für Ökonomie und Handel an der Universität Venedig. 1949 schloss er sein Philosophiestudium ab und promovierte. Das Thema befasste sich mit einer sprachphilosophischen Untersuchung, die er sogar auf russisch verfasste. Weiterhin ließ er sich von 1951 bis 1954 zum Psychotherapeuten am Carl-Gustav-Jung-Institut in Zürich ausbilden, die er erfolgreich mit einem Analytik Diplom abschloss. Besonders diese Ausbildung prägte Watzlawick in seinem weiteren Leben. Nach seinem Diplom verließ er das Land nach Indien, um dort seine eigene Praxis zu eröffnen. Die Praxis hatte wenig Erfolg, jedoch traf Watzlawick auf eine Person, die ihn noch nachtragend inspirieren sollte. Sein Name war Juddi Krishnamurti, ein indischer Philosoph. Dieser behauptete, dass keine vorgegebenen Pfade zur Wirklichkeit hinführe.1 Watzlawick entdeckte eine neue Sicht auf die Dinge im Leben und mit dieser den Konstruktivismus. Ab 1957 übernahm er den Lehrstuhl für Psychotherapie der Universität El Salvador. I960 wurde er ein Mitglied der Palo-Alto-Gruppe am Mental Research Institute, MRI, wo er zu den Themen Kommunikation, Psychotherapie und Familientherapie forschte. Besonders der Umgang mit schizophrenen Personen im Institut hatte einen großen Einfluss auf die Kommunikationstheorie, welches Watzlawick im Buch auch immer wieder betont. 1967 erhielt er darüber hinaus einen Lehrauftrag an der Stanford University, USA. Sein restliches Leben verbrachte er dann in Palo Alto, wo er im Alter von 85 im Jahr 2007 verstarb. Warum die Person Watzlawick so ausführlich beschrieben wird, hat den Grund, dass Paul Watzlawick einen großen Einfluss auf dem Gebiet der Kommunikation schon in frühen Jahren hatte und sie bis heute noch in vielen Bereichen anzufinden ist, wie beispielweise dem Marketing. Um auf den Begriff „konstruktivistisch“ zurück zu kommen, bedarf es einer Erklärung. Konstruktivismus bedeutet, dass es keine objektive Wirklichkeit gibt, denn jede einzelne Person konstruiert sich ihre eigene Wirklichkeit die auf der Basis ihrer Erziehung, Beziehung, familiäre Umstände, Erfahrungen oder andere Ereignisse zurückzuschließen sind.2 Um dieses verständlicher zu machen, folgt ein Beispiel, das die Konstruktion verschiedener Wirklichkeiten veranschaulicht. Watzlawick hat eine Versuchsreihe aufgestellt, in der es um das Paarungsverhalten von Amerikanern und Engländerinnen ging. Hierbei empfanden die jungen amerikanischen Männer die jungen englischen Frauen als abweisend. Wiederum waren die Frauen der Ansicht, dass die Männer zu aufdringlich seien. Grund dafür sei jedoch lediglich eine andere Wahrnehmung der Realität. Aufgrund von Erziehung, Erfahrung, Beziehung, etc., war der Geschlechtsverkehr bei einem amerikanischen Mann bereits in derfünften Phase nach dem kennenlernen einer Frau. Diese Phase hatten die Frauen allerdings erst in der 25. Phase, worauf sich diese belästigt gefühlt haben und die Männer es als abweisend wahrgenommen haben. Jedoch hatten sie nur eine andere Art der Wahrnehmung. Im Grunde geht es darum, dass jede Person eine andere Wirklichkeit entwickelt.3 Die Erkenntnis der verschiedenen Wirklichkeitsvorstellungen haben ebenfalls einen großen Einfluss aufdie Kommunikationstheorie gehabt, welchen man im weiteren Verlauffeststellen wird. Im Folgenden Verlauf werden nun die Absicht der Kommunikationstheorie, dessen Inhalte und Basis erläutert. Darüber hinaus werden Beispiele angeführt, um es verständlicher zu machen.

Kurzbeschreibung der Theorie

Zu allererst geht es in der Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick um den Versuch, Grundsätze für das menschliche Verhalten in der Kommunikation festzulegen. Watzlawick nennt dies die Systematisierung der Pragmatik in der Kommunikation. Pragmatik ist in diesem Fall die Lehre von Sprechen und Handeln. Diese Systematisierung soll wie in der Semantik und Semiotik gelingen, er möchte eine einheitliche Vereinbarung der non-verbalen Kommunikation schaffen.4 In den Gebieten der Semantik und Semiotik gibt es bereits eine klare Vereinbarung von Zeichen und Symbolen. Diese Vereinbarung will Watzlawick ebenfalls anhand von zwischenmenschlichen Beziehungen begründen. Demnach werden in der Kommunikationstheorie auch Phänomene von Beziehungen aufgegriffen wie beispielsweise die Rückkopplung. Die Rückkopplung ist eine „Kausalkette, in der Ereignis a Ereignis b bewirkt, b dann c verursacht und c seinerseits d usw. [,..]“5 und ist nur ein Beispiel von vielen. Diese Rückkopplung kann bekannterweise positiv und negativ sein. In der Theorie wird überwiegend von einer negativen Rückkopplung ausgegangen. Eine negative Rückkopplung liegt beispielsweise vor, wenn wir ein Ereignis A haben, dieses allerdings nicht auf Ereignis B wirkt, Ereignis B ist also nicht dasselbe wie Ereignis A. Dieses wird im weiteren Verlauf deutlicher. Auf dieser Basis haben die Autoren die folgenden fünf pragmatischen Axiome gebildet. Diese sollen die „[...] einfachsten Eigenschaften der Kommunikation [aufzeigen] die im Bereich des Zwischenmenschlichen wirksam sind.“6 Zwischenmenschliche Beziehung sind darüber hinaus auch Begegnungen mit fremden Personen, einem Arbeitskollegen, Freundschaften und weitere. Weitergehend wird die Kommunikation nicht nur als die verbale Kommunikation, Worte und Sätze, definiert, sondern auch aus dem menschlichen Verhalten, also der non-verbalen Kommunikation. Es ist eine Zusammensetzung der Pragmatik, Semantik und Semiotik. Folglich daraus hat jedes Verhalten eine Beeinflussung auf jegliche Beziehungen, dementsprechend auch auf die Handlungen in dieser Beziehung.

Die Axiome und ihre Störungen

Erstes Axiom

Vorab bedarf es einer Begriffserklärung, um den weiteren Inhalt besser nachvollziehen zu können. In der Kommunikationstheorie definiert Watzlawick den Begriff „Mitteilung“ als „Eine einzelne Kommunikation [...]“ und den Begriff „Interaktion“ als „Ein wechselseiter Ablauf von Mitteilungen zwischen zwei oder mehreren Personen Das erste pragmatische Axiom lautet „man kann nicht nicht kommunizieren“. Dieses Axiom besagt, dass es unmöglich ist nicht zu kommunizieren, auch wenn man keine Worte miteinander wechselt. Auch ohne das aussprechen von Worten, also der verbalen Kommunikation, kann eine Nachricht vermittelt werden. Der Sender kann dem Empfänger eine Nachricht über non-verbale Kommunikation vermitteln. Dieses kann er beispielsweise durch eine bestimmte Körperhaltung, wie verschränkte Arme oder das starren auf dem Boden ausdrücken. Damit sagt der Sender dem Empfänger oder den Empfängern in einem non-verbalen Kontext, dass er mit keinem Reden möchte. Verschränkte Arme bedeuten beispielsweise eine Abwehrhaltung.7 8 Diese non-verbale Kommunikation, nennt man auch „Metakommunikation“. Der Sender sendet seine Mitteilung über eine Metaebene an Außenstehende. Metakommunikation bedeutet darüber hinaus eine Nachricht, die über das verbale hinaus geht, also über das Verhalten.9 Paul Watzlawick spricht in seiner Theorie über die „paralinguistische Phänomene“. Paralinguistische Phänomene sind alle Dinge, die im Zusammenhang mit dem Verhalten eines Menschen zusammenstehen. Darunter gehört zum Beispiel der Tonfall, Schnelligkeit oder Langsamkeit der Sprache, allerdings auch die Körpersprache wie die Mimik, Gesten oder Körperhaltung des Senders. Demzufolge hat jedes Verhalten einen gewissen Mitteilungscharakter.10 In Relation zur Aussage des Axioms über die Definition des Begriffes „Mitteilung“, ist bei der einseitigen Kommunikation, sprich die Kommunikation, bei der ein Sender lediglich eine Mitteilung nach außen sendet, die Vermittlung dieser über die Mimiken, Gesten oder Körperhaltung. Bei der Interkation handelt es sich um das Verhalten beim Wortwechsel, zum Beispiel der Tonfall, die Schnelligkeit beziehungsweise Langsamkeit der Sprache, stottern und noch viele andere Dinger. Dementsprechend kann gesagt werden, dass eine Nachricht oder generell das Kommunizieren zu anderen nicht immer absichtlich ist, da auch selbst ein Schweigen etwas vermittelt. Darüber hinaus ist ein Nicht-sprechen eines Senders an den Empfänger, auch ein Beispiel dafür, wie seine Beziehung zu diesem ist oder wie er diese haben will.11 Schaue man sich nun die Störung dieses Axiomes an. Ein Sender drückt seine Mitteilung durch sein Verhalten aus. Was passiert allerdings, wenn dieses Verhalten falsch gedeutet wird und der Sender mit seiner non-verbalen oder verbalen Sprache doch etwas ganz anderes Aussagen will. Dies ist zum Beispiel bei schizophrenen Leuten zu beobachten. Watzlawick schreibt über eine Frau, die eine vermeintlich harmlose Aussage getätigt hat. Diese Aussage hat allerdings eine viel tiefgründiger Bedeutung. „Meine Mutter musste heiraten, und deshalb bin ich hier.“12 Was sie sagt, ist das sie aufgrund des neuen Lebensumstandes ihrer Mutter in die Psychiatrie muss. Allerdings hatte sich im Nachgang herausgestellt, dass sie das Resultat einer unehelichen Schwangerschaft war, dieser Umstand der Grund ihrer Verfassung gewesen war, ihre Mutter keine Schuld an der Hochzeit trug und dass sie durch das „hier“ ausdrücken wollte, dass sie auf der Welt war.13 Solch eine Mitteilung kann also nicht nur aus Absicht, sondern auch aus dem Unterbewusstsein getätigt werden. Dieses Verhalten gibt es auch unter psychisch normalen Menschen. Stellt man sich die Situation vor, man sitzt im Flugzeug. PassagierAsetzt sich neben Passagier B. A möchte mit B reden, allerdings möchte B nicht kommunizieren. Trotzdem kann er dieser Konfrontation nicht aus dem Weg gehen. Er habe nun mehrere Möglichkeiten: Abweisung, Annahme oder Entwertung. Die Entwertung bezieht sich auf rhetorische Mittel, um die Konversation so schnell wie möglich zu beenden. Als weiteres Mittel kann B sich verschieden Verhalten, beispielsweise kann er Müdigkeit oder Taubheit vortäuschen.14 Diese Beispiele leiten zum zweiten Axiom über, welches eine Interaktion mindestens zweier Personen voraussetzt.

[...]


1 Vgl. Theorieblabla, „Paul Watzlawick: Menschliche Kommunikation (5 Axiome)", 29. Mai 2018, https://www.youtube.com/watch?v=5PKLh7elvoU.

2 Vgl. Renate Buber und Hartmut H. Holzmüller, Hrsg., Qualitative Marktforschung: Konzepte - Methoden - Analysen, 2., überarb. Aufl, Gabler-Lehrbuch (Wiesbaden: Gabler, 2009)., S.130

3 Vgl.Paul Watzlawick, Janet Beavin Bavelas, und Don D. Jackson, Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien, Nachdr. der 10., unveränd. Aufl. 2000 (Bern: Huber, 2003)., S.20

4 Vgl. Watzlawick, Bavelas, und Jackson.

5 Watzlawick, Bavelas, und Jackson, S. 31, Z. 33-34.

6 Watzlawick, Bavelas, und Jackson, S. 50, Z. 7-8.

7 Watzlawick, Bavelas, und Jackson, S. 50f.

8 Vgl.Monika Matschnig, Körpersprache: verräterische Gesten und wirkungsvolleSignale, 8. Aufl (München: Gräfe&Unzer,2014),S.24.

9 Vgl. Watzlawick, Bavelas, und Jackson, S. 41f.

10 Vgl. Watzlawick, Bavelas, und Jackson, S. 51.

11 Vgl. Watzlawick, Bavelas, und Jackson, S. 51.

12 Watzlawick, Bavelas, und Jackson, S. 73, Z. 7.

13 Vgl. Watzlawick, Bavelas, und Jackson, S. 73f.

14 Vgl. Watzlawick, Bavelas, und Jackson, S. 77.

Details

Seiten
25
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346099822
ISBN (Buch)
9783346099839
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v512986
Institution / Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf
Note
1,3
Schlagworte
Paul Watzlawick Kommunikationstheorie fünf Axiome

Autor

Zurück

Titel: Die 5 Axiome der Kommunikationstheorie nach Paul Watzlawick