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Inszenierung von familiären Konstellationen in den ethnografischen Fotografien von Irving Penn

Hausarbeit 2019 14 Seiten

Kunst - Allgemeines, Kunsttheorie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsgegenstand
2.2 Bildbeschreibung: Gypsy Family
2.2 Bildbeschreibung: Father, Son, Grandfather and Great Grandfather

3. Entwicklung einer Fragestellung mittels des problemorientierten Lernens
3.2 Kennenlernen der Methode und erste Problemformulierung
3.3 Selbststudium und Wissensabgleich in der Gruppe
3.4 Lösungsentwurf und erste Präsentation und Feedback der Expertenrunde
3.5 Verbindung der Ergebnisse mit der Theorie und Praxis
3.6 Problemlösung

4. Untersuchung der Forschungsfrage

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - https://irvingpenn.org/travel abgerufen (16.01.2019)

Abbildung 2 - https://irvingpenn.org/travel abgerufen (16.01.2019)

Abbildung 3 - https://irvingpenn.org/chronology abgerufen (16.01.2019)

Abbildung 4 - http://www.today.com/id/33214155/ns/today- today_entertainment/t/celebrity-photographer-irving-penn-dies/ (17.01.2019)

1. Einleitung

Repräsentationen familiärer Strukturen begegnen uns überall in unserem Alltag. Sowohl Werbung, Fernsehen und anderen mediale Kanäle als auch die verschiedensten KünstlerInnen bedienen sich dem Konstrukt Familie als beliebtes Motiv zur Verbreitung konnotierter Stimmungen, aber dabei auch zur Darlegung verschiedenster Stereotypen. Demzufolge ist eine Auseinandersetzung mit den familiären Repräsentationen in Kunst und visueller Kultur unabdingbar.

Vor diesem Hintergrund ist die Betrachtung ethnografischer Familienportraits besonders interessant, denn jeder von uns kennt lediglich Familienkonstellationen aus unserem kleinen, nahen Teilbereich, der uns umgibt. Konstellationen fremder Kulturen erreichen uns lediglich über Repräsentationen, die aus den Händen Anderer entstammen und uns lediglich ein verkürztes und reduziertes Abbild unbekannter Menschen und Gegenden präsentieren.

Dieser Sachverhalt soll in dem hier vorliegenden Portfolio, am Beispiel der ethnografischen Fotografien von Irving Penn, untersucht werden. Untersuchungsgegenstand sind hier zwei Fotografien, die im nächsten Kapitel vorgestellt werden. Ferner wird die Methode des problembasierten Lernens nach Webler, mit der die nachfolgende Untersuchung stattfand, vor dem Hintergrund der aufgestellten Fragestellung, reflektiert. Anschließend folgen ein Fazit und ein Ausblick auf Grundlage der zusammengetragenen Ergebnisse.

2. Forschungsgegenstand

Als Forschungsgegenstand dienen für diese Hausarbeit zwei Fotografien von Irving Penn. Zum einen die Fotografie mit dem Titel Gypsy Family aus dem Jahr 1966 und zum anderen die Fotografie mit dem Titel Father, Son, Grandfather and Great Grandfahter aus dem Jahr 1970. Bei beiden Fotografien handelt es sich um analoge schwarz/weiß Rollfilmfotografien, die Irving Penn in einem selbst errichteten Fotostudio, in dem geografischen Raum der jeweiligen portraitierten Personen, aufgenommen hat.

Die Fotografien entstanden im Rahmen seiner, wie er sie nannte „ethnografischen Studie“ (Art Institute of Chicago, 2013), bei denen er im Auftrag von unterschiedlichen Zeitschriften in verschiedenste Bereiche der Erde reiste und neben Familien auch Portraits unterschiedlichster Menschen und Gruppierungen machte. Veröffentlicht wurden die hier vorgestellten Fotografien im Rahmen der Serie Worlds in a small room.

2.2 Bildbeschreibung: Gypsy Family

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Irving Penn: Gypsy Family, Spain 1966. Platinum Palladium Photograph, 13 3/8 x 12 1/2 inches.

Bei der Fotografie Gypsy Family handelt es sich um eine schwarz/weiß Fotografie aus dem Jahr 1966, die in Spanien in einer Scheune aufgenommen wurde und von Irving Penn für diese Fotografie zu einem Fotostudio zweckentfremdet wurde (ebd., Art Institute of Chicago, 2013). Zu sehen sind vier Personen, von denen drei Personen - zwei Kinder und eine erwachsene weiblich konnotierte Frau im Vordergrund sitzen und die zweite erwachsene, männlich konnotierte Person, hinter ihnen in der Bildmitte steht. Die Frau in der Mitte trägt ein Kopftuch, ihre Haare sind nach hinten gebunden, schauen jedoch leicht unter dem Kopftuch hervor. Sie schaut direkt in die Kamera und macht einen erschöpften Eindruck, der durch ihre Augen und ihre Falten unterstrichen wird. Rechts von ihr ist das weiblich konnotierte Kind zu sehen, deren Haare ebenfalls nach hinten gebunden sind und eine Blume oder ein Schmuckstück im Haar trägt. Es trägt ein verknittertes, an ein Kleid erinnerndes Oberteil und schaut mit geöffnetem Mund ebenfalls direkt in die Kamera. Links von der Mutter ist das zweite Kind zu sehen, welches eine zerzauste Kurzhaarfrisur trägt und ein verknittertes Hemd an hat. Auch dieses Kind schaut mit geöffnetem Mund direkt in die Kamera und es scheint, als wenn es jeden Moment aus dem Bildausschnitt herausfällt. Über ihnen steht der Vater und hat seine beiden Hände auf die Schulter der Mutter und Tochter liegend. Er trägt einen Hut, ein Jackett und darunter ein Hemd, welches weniger zerknittert ist, als die Kleidung der drei anderen Personen. Um seinen Hals trägt er einen Stock, der an einer langen Kordel gebunden ist. Er blickt ebenfalls direkt in die Kamera und hat dabei eine Zigarette in seinem Mundwinkel. Die Anordnung der Köpfe der Personen im Bildraum bilden ein Dreieck, bei dem der Vater auffällig weit oben positioniert ist. Der Hintergrund ist rau und erinnert an eine Mauer. Das Licht kommt leicht von der Seite und betont so die Falten der Haut und der Kleidung.

2.2 Bildbeschreibung: Father, Son, Grandfather and Great Grandfather

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Irving Penn: Father, Son, Grandfather and Great Grandfather. New Guinea, 1970. Silver Gelatin Photograph, Ed. of 5; 15 1/2 x 15 3/8 inches.

Bei der Fotografie Father, Son, Grandfather and Great Grandfather handelt es sich um eine schwarz/weiß Fotografie aus dem Jahr 1970, die in Neu Guinea in einem portablen, selbst gebauten Studio von Irving Penn aufgenommen wurde (Irving Penn Foundation, 2019).

Zu sehen sind drei männliche erwachsene Personen und ein Kind, deren Geschlecht lediglich auf Grundlage des Titels zu definieren sind. Im Vordergrund sitzen die zwei ältesten Personen auf einem Gegenstand, der an einen Stein oder ein Stück Holz erinnert. Sie haben ihre Beine gespreizt und ihre Hände liegen auf den Knien. Bis auf ein Gewand, welches lediglich ihr Genital verdeckt, sind die Personen nackt zu sehen. Hinter ihnen, in der Mitte des Bildraumes, steht die dritte erwachsene Person, die ebenfalls einen freien Oberkörper zeigt und einen

Reifen um den rechten Oberarm trägt. Auffallend ist, dass diese Person höher positioniert ist, als die beiden sitzenden Personen im Vordergrund. Vor der Person in der Mitte steht das Kind, welches eine Art Bastrock trägt, sich nach hinten an die Person dahinter lehnt und von dieser mit den Händen vor dem Bauch festgehalten wird. Alle Personen schauen ernst und zielgerichtet in die Kamera und die Köpfe der drei erwachsenen Personen bilden ein Dreieck. Das Licht kommt leicht von der Seite, wodurch in allen Gesichtern auf einer Gesichtshälfte ein Schatten geworfen wird. Der Hintergrund ist weich verwischt und auf dem Boden sind Fußspuren und Verschmutzungen zu erkennen.

3. Entwicklung einer Fragestellung mittels des problemorientierten Lernens

3.2 Kennenlernen der Methode und erste Problemformulierung

Die Methode des problembasierten Lernens habe ich auf Grundlage eines Auszuges von Wolff-Dietrich Webler aus seinem Aufsatz Problembasiertes Lernen (PBL) - Praxisanleitung kennengelernt. In der ersten Seminarsitzung konnte ich leider erst später dazu stoßen, weshalb mir meine Gruppenmitglieder die Methode und den Arbeitsauftrag noch einmal kurz vorstellten. Schnell konnte ich mich in die Arbeitsphase einfinden und auf Grundlage der Kleingruppendiskussion eine erste Idee der Forschungsfrage formulieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Fotografien von Irving Penn bereits vor Augen, fasste aber eine grobe Forschungsfrage zusammen, die zuerst auf das Setting in familiärer Repräsentation im nicht­privaten Raum abzielte.

3.3 Selbststudium und Wissensabgleich in der Gruppe

Im Rahmen des Selbststudiums befasste ich mich zunächst mit unterschiedlichen fototheoretischen Positionen um mich dann anhand verschiedener Positionen dem Forschungsgegenstand zu nähern. Dabei untersuchte ich zunächst die Inszenierung der Fotografien und die Frage, wie ihr Wahrheitsgehalt zu charakterisieren ist. Im Rahmen des Wissensabgleiches in der Kleingruppe fand ein reger und gewinnbringender Austausch über die verschiedenen Forschungsfragen der Gruppenmitglieder statt. Ferner konnte auf Grund der unterschiedlichen Forschungsschwerpunkte ein kurzer Überblick über Repräsentationen familiärer Konstellationen gegeben werden, wodurch jedes Gruppenmitglied Schlüsse für seinen eigenen Forschungsgegenstand ziehen konnte. Zudem erschlossen sich ähnliche Stränge und Ansätze, Literatur konnte gegenseitig vorgestellt werden, wodurch die eigene 6 Forschungsfrage konkretisiert werden konnte und weitere Ideen für den folgenden Forschungsprozess entstanden.

3.4 Lösungsentwurf und erste Präsentation und Feedback der Expertenrunde Schließlich tauchte ich noch tiefer in die Theorie und die praktische Umsetzung ein und präsentierte meine Ergebnisse vor der Expertenrunde. Hier ergab sich schnell der Entschluss, dass die ursprüngliche Fragestellung noch einmal korrigiert werden müsse, da der Grad der Inszenierung, bei dem von mir gewählten Forschungsgegenstand, weniger interessant als die Frage nach der Art der Inszenierung sei.

3.5 Verbindung der Ergebnisse mit der Theorie und Praxis

Nachfolgend beschäftigte ich mich genauer mit dem Forschungsgegenstand dahingehend, wie der Schaffungsprozess des Künstlers abgelaufen ist. Hierfür recherchierte ich nach Hintergrundinformationen sowie nach Informationen über den Künstler Irving Penn selbst. Ferner untersuchte ich die fototheoretische Position von Susan Sontag, die ich im Fazit einbringen werde.

3.6 Problemlösung

Durch die Vorbereitung einer erneuten Präsentation konnten meine bisherigen Ergebnisse strukturiert und der Kern meiner Forschungsfrage klar herausgearbeitet werden. Auf Grund der zuvor geführten Diskussionen und des Feedbacks innerhalb des Seminars, sowie des Inputs der anderen Präsentationen, konnte ich meine Fragstellung wie folgt konkretisieren:

Wie werden familiäre Konstellationen in den ethnografischen Fotografien von Irving Penn inszeniert und wie ist diese Inszenierung zu bewerten?

Um diese Fragestellung zu untersuchen, habe ich mir folgende Teilforschungsfragen gestellt, die im nächsten Kapitel unter Zunahme der gesammelten Informationen untersucht werden:

i. Welche Ziele verfolgt Irving Penn mit seinen ethnographischen Fotografien?
ii. Wie erfolgte der Schaffungsprozess und wie lief dabei die Interaktion zwischen Fotograf und den portraitieren Personen ab?

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346089465
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v509793
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,7
Schlagworte
inszenierung konstellationen fotografien irving penn

Autor

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Titel: Inszenierung von familiären Konstellationen in den ethnografischen Fotografien von Irving Penn