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Konflikte und ihre Lösungsmöglichkeiten

von Martin Wiesbrock (Autor) Simone Schwoch (Autor)

Hausarbeit 2004 22 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Definition von Konflikt

4. Konfliktfall in einer Einrichtung
4.1 Fall
4.2 Darstellung des Konflikts
4.3 Lösung des Konflikts
4.4 Konfliktmanagement in der Einrichtung allgemein

5. Beschreibung einer weiteren Einrichtung
5.1 Lösung der Konflikte in dieser Einrichtung

6. Grundvoraussetzungen einen Konflikt zu lösen

7. Lösungsmöglichkeiten für einen Konflikt

8. Außergerichtliche Streitbeilegung
8.1 Schiedsverfahren
8.2 Schlichtungsverfahren
8.3 Mediation
8.3.1 Definition von Mediation
8.3.2 Geschichtliche Entwicklung der Mediation
8.3.3 Vorteile der Mediation
8.3.4 Das Mediationsverfahren
8.3.4.1 Einführung in die Mediation
8.3.4.2 Erarbeitung der Streifragen
8.3.4.3 Erarbeitung von Prioritäten, Optionen und Alternativen
8.3.4.4 Lösungsfindung
8.3.4.5 Festhalten der erzielten Vereinbarung
8.3.4.6 Erfordernisse an den Mediator

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Auf das Themenfeld professioneller Umgang mit Konflikten sind wir aufmerksam geworden, als wir das Seminar „Konfliktmanagement durch Mediation“ besucht haben. Dieses Thema scheint uns interessant, da in der heutigen Gesellschaft die Bedeutung von Konflikten und ihre Lösungsmöglichkeiten immer mehr an Relevanz gewinnt und da wir alle immer wieder mit Konflikten konfrontiert werden. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, uns tief greifender mit diesem Themenbereich zu beschäftigen. Obwohl wir gerade erst anfangen uns in die Thematik einzuarbeiten, fällt uns auf, dass dieses Thema sehr vielschichtig und umfangreich ist. Unser besonderes Interesse für die Ausarbeitung wird auf dem Mediationsverfahren und dem praktischen Umgang mit Konflikten in uns bekannten sozialen Einrichtungen liegen.

2. Einleitung

Bei der Bearbeitung des Themas wollten wir vorab klären, was ein Konflikt ist.

Die Definition aus dem Fremdwörterlexikon schien uns für die Erklärung des Wortes „Konflikt“ nicht ausreichend. Daher haben wir nach einer weiterführenden Definition gesucht. Weiter haben wir einen konkreten Konfliktfall in einer Behindertenwohnstätte und dessen Lösung beschrieben. Als nächsten Punkt beschreiben wir, wie allgemein mit Konflikten in dieser Einrichtung umgegangen wird. Um einen weiteren Praxisbezug herzustellen ist eine andere Einrichtung und deren Konfliktbearbeitung beschrieben. Danach werden die Grundvoraussetzungen für eine Konfliktlösung erörtert und anschließend die Lösungsmöglichkeiten für einen Konflikt aufgezeigt. Folgend wird näher auf das Mediationsverfahren als eine Konfliktlösungsmöglichkeit eingegangen. Erst wird eine Definition für Mediation gegeben, ihre geschichtliche Entwicklung wird vorgestellt, die Vorteile die bietet werden geschildert und die verschieden Phasen des Mediationsverfahrens werden dargestellt.

3. Definition von Konflikt

Konflikte sind schon sehr lange in der Geschichte der Menschheit enthalten und nicht selten hat deren Eskalation schlimmen Schaden angerichtet. Kriege, Straßenschlachten oder auch Auseinandersetzungen im kleineren Rahmen, wie Nachbarschaftskonflikte und Schlammschlachten im Zuge einer Scheidung gehören einfach täglich in unsere Nachrichten und in unseren Alltag. Menschen erleben Konflikte häufig als bedrohlich, störend, zerstörerisch und schmerzhaft. Daher versucht man Konflikten aus dem Weg zu gehen, ist dies nicht möglich kommt es oft zu Auseinandersetzungen auf der persönlichen Ebene oder Machtkämpfen gegeneinander.

Nach dem Fremdwörterlexikon ist ein Konflikt definiert als

<lat.;“Zusammenstoß“>

1.a) (bewaffnete, militärische) Auseinandersetzung zwischen Staaten;

b) Widerstreit der Motive, Zwiespalt[1]

Die folgende Definition beschreibt einen Konflikt genauer.

„Ein Konflikt kann man als Auseinandersetzung, Belastung und/oder Schwierigkeit verstehen, die bei der beteiligten Person – oder den beteiligten Personen – eine emotionale Betroffenheit und Beeinträchtigung hinterlässt. Dieser sehr offenen Begriffsbestimmung folgend fängt der Konflikt schon in jenem Moment an, in welchem wir unsere Gefühle spüren. Empörung frisst sich leicht als Ärger fest und raubt uns Konzentration und Lebensfreude. Konflikte sind also nicht etwa nur aus der Sache heraus gegeben. Und sie spielen sich keineswegs ausschließlich im zwischenmenschlichen Bereich ab, sondern auch in uns selbst.[2]

4. Konfliktfall in einer Einrichtung

4.1 Fall

Konflikt in einer Behindertenwohnstätte zwischen zwei Betreuern einer Wohngruppe.

4.2 Darstellung des Konfliktes

Einmal im Jahr fährt jede Wohngruppe mit den Betreuern zusammen in den Sommerurlaub. Bei dem letzten Sommerurlaub mit der Wohngruppe entstand eine Meinungsverschiedenheit zwischen einem Betreuer und einer Betreuerin. Die dritte Betreuungsperson war nicht mit in die Meinungsverschiedenheit miteinbezogen und hielt sich komplett daraus. Bei dieser Meinungsverschiedenheit ging es darum, dass die Betreuerin der Meinung war, der Betreuer würde zu locker mit den Bewohner umgehen, ihnen zu viele Freiheiten lassen und dadurch seiner Aufsichtspflicht nicht nachkommen. Der Betreuer vertrat die Ansicht, dass die Behinderten im Urlaub so viele Freiheiten wie möglich genießen sollten, da sie alle eigenständige Menschen seien. Dieser kleine Konflikt hatte weiter keinen Einfluss mehr auf den Sommerurlaub.

Da diese Meinungsverschiedenheit nie richtig besprochen und geklärt wurde, baute sich im Laufe des Jahres ein Konflikt auf. Die Betreuerin fühlte sich nicht ernstgenommen und übergangen und der Betreuer seinerseits fühlte sich als Fachkraft gekränkt, als inkompetent hingestellt. Im Laufe der Zeit kritisierten die beiden ständig an ihrem gegenüber herum und suchten Fehler des anderen. Die dritte Betreuerin wollte zu dem Streit keine Position beziehen und war der Meinung, sie habe damit nichts zu tun. Am Ende war es soweit, dass der Betreuer und die Betreuerin nicht mehr miteinander geredet haben und nebeneinander her gearbeitet haben.

Das Jahr darauf stand wieder der Sommerurlaub mit der Wohngruppe an. Bei der Planung der Planung der Urlaubsreise war klar, dass der Betreuer und die Betreuerin auf Grund des Konfliktes nicht zusammen in den Urlaub fahren wollten. Es bestand die Möglichkeit, dass der Betreuer und die dritte Betreuerin gemeinsam mit den Bewohnern wegfahren. Eine andere Lösung wäre, dass die in den Konflikt involvierte Betreuerin zusammen mit der dritten Betreuerin in den Urlaub fahre. Die erste Möglichkeit war aber für die Betreuerin nicht akzeptabel, da sie sich bei dieser Lösung ausgeschlossen fühlte. Die zweite Lösung kam nicht in Frage, zumal in der Wohngruppe ein männliches Mitglied wohnte, der zwar gerne mit der Gruppe in den Urlaub fahren wollte, bei dem aber die beiden Betreuerinnen Bedenken hatten. Der Bewohner zeigte in der Vergangenheit ein herausforderndes Verhalten und in der Wohngruppe war es schon zu gewalttätigen Übergriffen gekommen. Die beiden Betreuerinnen fühlten sich alleine mit dem Bewohner im Urlaub überfordert. Die Betreuer machten den Vorschlag, die beiden Betreuerinnen fahren mit der Wohngruppe in den Urlaub, aber ohne den zu Gewalt neigenden Bewohner mitzunehmen. Dieser könnte dann mit dem Betreuer zusammen eine Reise machen. Da sich der Bewohner bei dieser Lösung aus der Gruppe ausgeschlossen fühlte und sein Verhalten sich gebessert, er aktiv an sich gearbeitet hatte und er der Meinung war, er sei jetzt in der Lage, Probleme ohne Gewalt zu lösen, ging er mit diesem Anliegen zu Wohnstättenleitung.

4.3 Lösung des Konfliktes

Da die Betreuer der Wohngruppe alleine nicht zu einer Konfliktlösung kamen, wurden nun die Führungskräfte mit an der Lösung beteiligt. Erst schilderte jeder einzeln seinen Standpunkt, ohne dass dieser von den Sozialpädagogen bewertet wurde. Anschließend fand eine Teambesprechung statt, bei der mit allein zusammen über das Problem geredet wurde. Für die Führungskräfte war klar, dass der Bewohner nicht aus dem Gruppengeschehen, also von der Urlaubsreise ausgeschlossen werden durfte. Bei so einer Urlaubsreise sei unter anderem auch Ziel, dass die Gruppe mehr zusammen wächst und dem Bewohner so die Möglichkeit einer Integration verwährt würde. Eine solche Urlaubsreise sollte nach den Wünschen der Bewohner gestaltet werden und nicht nach den Vorlieben der Betreuer. Bei diesem Teamgespräch kam auch der ursprüngliche Konflikt der letzten Urlaubsreise zur Sprache und wurde das erste Mal richtig diskutiert. Von dieser Basis aus wurde dann die Betreuer aufgefordert selbstständig Problemlösungen zu erarbeiten, die bei einem späteren gemeinsamen Gespräch mit der Leitung benannt werden sollten und es zu einer einvernehmlichen Lösung kommen sollte. Die am Konflikt unbeteiligte Betreuerin wurde von den Sozialpädagogen aufgefordert Position zu beziehen und sich aktiv am Geschehen zu beteiligen. In dem Gespräch zwischen den drei Betreuern konnten die Unstimmigkeiten und Missverständnisse geklärt und richtig gestellt werden, wodurch sich die Lage entspannte. Bei dem darauf folgenden Gespräch mit der Leitung konnten die drei Betreuer ihre erarbeitete Lösung vorstellen. Es fiel den Beteiligten nicht leicht, aber sie konnten sich einigen alle gemeinsam mit den Bewohnern in den Urlaub zu fahren. Die berufliche Zusammenarbeit der drei Betreuer besserte sich nach diesem Gespräch deutlich.

[...]


[1] Duden, Das Fremdwörterbuch, 2001 (Mannheim) S. 530

[2] Zoff mit der Schule, Konfliktgespräche mit Lehrern führen, Dieter Enkhardt, 2002 (Berlin) S. 71

Details

Seiten
22
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638470438
ISBN (Buch)
9783638677301
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v50938
Institution / Hochschule
Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Emden
Note
2,0
Schlagworte
Konflikte Lösungsmöglichkeiten

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