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Lerntheorien im Vergleich -instrumentelles Lernen (Skinner) + verbales Lernen (Ausubel)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 24 Seiten

Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Lerntheorien

2. Behaviorismus
2.1 Lerntheorie von Skinner
2.1.1 Beispiele für den Unterricht
2.1.2 Kritik

3. Kognitivismus
3.1 Lerntheorie von Ausubel
3.1.1 Beispiel
3.1.2 Kritik

4. Vergleich der beiden Lerntheorien und Konsequenzen für didaktische Entscheidungen

5. Schluss

6. Erklärung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Lerntheorien haben die Aufgabe den Vorgang des Lernens näher zu erklären. In dieser Arbeit befasse ich mich mit dem Thema Lerntheorien im Vergleich. Dabei beschäftige ich mich mit dem Behaviorismus und setze mich mit Skinners` Lerntheorie auseinander, welche ich in einem Beispiel darlege. Ebenso werde ich in der Betrachtung des Kognitivismus` vorgehen.

Zum Schluss werde ich beide Theorien vergleichen und Konsequenzen für didaktische Entscheidungen ziehen.

1.1.Lerntheorien

[1] „Lerntheorien sind unterschiedliche Versuche, Kenntnisse über Bedingungen des Lernens zu gewinnen, zu beschreiben und zu erklären“( Schaub, /Zenke,1997, S. 233).

Den Lerntheorien liegen drei Kriterien[2] zugrunde:

1. Es vollzieht sich eine Veränderung im Verhalten einer Person oder in ihrer Fähigkeit, etwas zu tun.
2. Es wird angenommen, dass diese Veränderung von irgendeiner Art von Übung oder Erfahrung herrührt.
3. Es ist festgelegt, dass die Veränderung eine überdauernde ist.

Es gibt verschiedene Lerntheorien, welche durch neue Erkenntnisse, vor allem über die Zusammenhänge der menschlichen Informations-verarbeitung beeinflusst bzw. erweitert wurden. Diese unterteilen sich in Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus.

2. Behaviorismus

Die bekanntesten Theorien dieser Kategorie stammen von Pawlow und Skinner. Gemeinsam ist Ihnen die Annahme, den Organismus als eine Art Reiz- Reaktions-System zu sehen. Lernen ist demnach ein konditionierter Reflex. Durch geeignete Stimulation wird ein bestimmtes Verhalten hervorgerufen. Es werden hier die äußeren Bedingungen des Lernens beschrieben.[3]

Der Mensch ist das Produkt allgemein gültiger Lernprozesse. Er ist determiniert durch Umweltgegebenheiten(vgl. Paulus, Nolting, 1999, S. 154).

Im Mittelpunkt behavioristischer Lerntheorien stehen vor allem die Veränderungen des Verhaltens durch Erfahrung. Es werden keine Aussagen über Nicht-Beobachtbares, über innerpsychische Vorgänge z.B. Erleben, Denken oder Gefühle gemacht.

Skinner wird als Vertreter des deskriptiven Behaviorismus gesehen, welcher das Verhalten, die auslösenden Reize und die Konsequenzen beschreibt.

Auf Grundlage des Konzeptes des klassischen Konditionierens (Watson/Pawlow), erfolgte eine Erweiterung durch Skinner (1938) zum Konzept des operanten Konditionierens. Beim klassischen Konditionieren wird davon ausgegangen, dass auf einen Reiz eine bestimmte Reaktion folgt.

2.1 Lerntheorie von Skinner:

Skinner hat auf Grundlage von Lernexperimenten mit Tauben und Ratten

die wissenschaftlichen Grundlagen des lerntheoretisch orientierten

Behaviorismus entwickelt.

operante Konditionierung nach Skinner:[4]

Skinner präsentierte in der Skinner-Box einen bestimmten Reiz erst, nachdem eine bestimmte Reaktion gezeigt wurde. Der Organismus lernt, das sein Verhalten ein bestimmten Effekt hat. Das Tier tut etwas, um bestimmte Folgen zu erzielen.

Er erweiterte den Versuch mit Hilfe von positiver und negativer Verstärkung, indem er auf die Reaktion Futter reichte, oder auch nicht.

Damit soll die Auftrittswahrscheinlichkeit der Verhaltensweise erhöht werden.

Instrumentelles Lernen bedeutet, dass ein Mittel bestimmte

Konsequenzen bewirkt. Diese Verhaltenskonsequenz entscheidet über

das künftige Verhalten. Es besteht eine Kontingenz.

Es gibt vier Formen des instrumentellen Lernens.

a) positive Verstärkung

b) negative Verstärkung

c) Bestrafung

d) Löschung,

dabei sorgen a) und b) für den Verhaltensaufbau, c) und d) für den Abbau.

Ebenso spielen die Motivation, die Situation, das Verhalten und die

Konsequenz eine wichtige Rolle.

Lernen ist entsprechend der Lernsituation situationsabhängig,

es muss einem Motiv des Lernenden entsprechen.

Skinner unterscheidet zwischen Antwort -und Wirkverhalten.

Beim Antwortverhalten werden Reaktionen durch identifizierbare Reize ausgelöst, beim Wirkverhalten wird ein spontanes Verhalten gezeigt, welches auf die Umwelt wirkt und Konsequenzen erfährt.

Das führt zu zwei unterschiedlichen Konditionierungstypen:

a) Konditionierung des Antwortverhaltens

=Reiz-Reaktions-Lernen

b) Konditionierung des Wirkverhaltens = operante Konditionierung = instrumentelles Lernen

Es beschreibt die Bedingungen für die Veränderung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens.

Wichtig ist der Begriff der Kontingenz, der eine Regelmäßigkeit beschreibt, mit der Umwelteinflüsse von den Verhaltensweisen der Person abhängen.

Der Aufbau eines Verhaltens kann durch Darbietung einer angenehmen Konsequenz oder durch Entzug einer unangenehmen Konsequenz erfolgen. Genau das Gegenteil geschieht bei dem Abbau eines Verhaltens(vgl. Edelmann, 1994, S.125)

1. positive Verstärkung

Ein Verhalten wird belohnend verstärkt.

V Þ K v+

2. negative Verstärkung

Ein Verhalten folgt der Entzug aversiver Konsequenzen, das Verhalten wird also mit Entzug der negativen Konsequenz „belohnt“.

V Þ K –av

3. Bestrafung

Dem Verhalten folgt ein unangenehmes Ereignis.

V Þ K av

4. Löschung

Dem Verhalten folgt nichts, keine Konsequenz.

V Þ K0

Die Situation

Es gibt in bestimmten Situationen diskriminative (unterscheidende) Stimuli, sogenannte Hinweisreize, welche eine Belohnung hervorrufen (S D) und die, die keine Belohnung bewirken (SD). Häufig sind diese nicht eindeutig, sie sind situationsabhängig, was bedeutet, dass es nur einen begrenzten Transfer gibt, was gleichbedeutend ist mit einem relativ starrem, gewohnheitsmäßigem Verhalten.

Die Motivation

Ein Verhalten braucht einen Aufforderungscharakter der voraussichtlichen Folgen und das Motiv des Lernenden, diese Folgen herbeiführen oder meiden zu können, sie müssen also motivationsadäquat sein.

Verstärkung

Selbstverstärkung

Der Lerner verstärkt sich selbst, frei und überlegt.

Er setzt sich die Normen selbst und misst sich daran.

Es gibt verschiedene Arten der Verstärkung.

Bei der positiven Verstärkung unterscheidet man primäre und sekundäre Verstärkung. Unter primärer Verstärkung versteht man angeborene Reize, welche ohne Lernprozesse verstärkend wirken. Die sekundäre Verstärkung wirkt erst mit der primären Verstärkung zusammen verstärkend und entspricht dem Reiz-Reaktions-Lernen.

Außerdem gibt es:

materielle Verstärker: Spielzeug

soziale Verstärker: prima, fleißig, auf die Schulter klopfen

Aktivitätsverstärker Filme

informative Verstärker: Zielerreichung Þ wo stehe ich

Wichtig ist, dass nur gelernt wird, wenn die Verstärkung dem Verhalten unmittelbar folgt. Bei neu erlerntem Verhalten ist deshalb in der Anfangsphase eine kontinuierliche Verstärkung von Nöten und förderlich, wogegen nach der Festigung nur noch eine intermittierenden Verstärkung hilfreich ist, sonst würde es schädlich sein und zum Abbau führen.

So ist bei der Verhaltensformung eine Immerverstärkung gut, es ist eine Weiteentwicklung vom Versuch und Irrtum.

Negative Verstärkung

Hier gibt es zwei Verhaltensarten:

a. Fluchtverhalten bei direkter Konfrontation mit den Folgen

b. Vermeidungsverhalten beugt mit Hilfe von warnenden Signalreizen

der Konfrontation mit den Folgen vor.

es gibt Zwangssituationen, in denen man die aversiven Folgen vermeiden muss/soll oder auch selbst will.

[...]


[1] Schaub, /Zenke: Wörterbuch Pädagogik, dtv-Verlag,1997, S. 233

[2] Ulich 1998, S. 59

[3] Der Brockhaus

[4] dtv-Atlas zur Biologie, Band 2, S. 400, 418f

Details

Seiten
24
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638469906
Dateigröße
670 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v50868
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
bestanden
Schlagworte
Lerntheorien Vergleich Lernen Psychologie Lehrens

Autor

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Titel: Lerntheorien im Vergleich -instrumentelles Lernen (Skinner) + verbales Lernen (Ausubel)