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Lebenslagen von russlanddeutschen Jugendlichen in Weißwasser

Diplomarbeit 2002 82 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Geschichte der Aussiedler
3.1 Russland wendet sich nach Westen
3.1.1 Die zweite Aussiedlerwelle erreicht den Osten
3.1.2 Russifizierungspolitik unter Alexander II.
3.2 Leben in den Kolonien
3.3 Verdrängung der Deutschen und der Erste Weltkrieg
3.3.1 Zwischen den Kriegen
3.3.2 Auswirkungen der Machtübernahme der NSDAP auf die Russlanddeutschen
3.3.3 Zwischen den Fronten im Zweiten Weltkrieg
3.4 Normalisierung der Lage in der Nachkriegszeit
3.5 Autonomie und Ausreisebewegungen
3.6 Glasnost und Perestroika
3.6.1 Die Gesellschaft „Wiedergeburt“

4. Rechtliche Grundlagen für eine Integration
4.1 Das Zuwanderungsgesetz – kurzer geschichtlicher Abriss
4.2 Der Aufnahmeprozess
4.2.1 Wie wird die deutsche Volkszugehörigkeit bestimmt?
4.2.2 Sprachtest
4.3 Das Aufnahme- und Registrierverfahren
4.3.1 Was geschieht nach der Ankunft in Friedland?
4.4 Kritiken an den gesetzlichen Regelungen
4.5 Eingliederungshilfen
4.5.1 Eingliederungshilfen für jugendliche Aussiedler

5. Zuwanderung und Integration in der Bundesrepublik Deutschland
5.1 Zuwanderungsentwicklungen
5.2 Das Deutschlandbild
5.3 Aussiedlungsmotive
5.3.1 „Als Deutscher unter Deutschen leben“
5.3.2. Wunsch nach Familienzusammenführung
5.3.3. Hoffnung auf ein besseres Leben
5.3.4 Aussiedlungsmotive der Jugendlichen?
5.4 Die Aussiedlungserfahrungen
5.4.1 Die Ausreiseerfahrungen von Jugendlichen

6. Sozialraum Weißwasser
6.1 Brennpunkt Weißwasser Süd
6.2 Ansätze zur Integration in Weißwasser

7. Russlanddeutsche Jugendliche im bundesdeutschen Alltag
7.1 Die Sprache
7.2 Familie und Erziehung
7.3 Schule und Ausbildung
7.4 Die nationale Identität
7.5 Kirchliches Leben
7.6 Soziale Beziehungen und Freizeitgestaltung
7.7 Das Phänomen der Abschottung
7.8 Gewalt und Drogen

8. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Erklärung zur Urheberschaft

1. Einleitung

Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erlebte die Bundesrepublik Deutschland einen stetig steigenden Zuwachs an Deutschen aus den Ostblockstaaten.

Angehörige deutscher Minderheiten, vor hunderten von Jahren in östliche Gebiete ausgewandert, streben zurück nach Deutschland. In ihre Heimat. Dorthin, wo ihre Wurzeln liegen.

Auch in Weißwasser, eine Stadt im Niederschlesischen Oberlausitzkreis, nahm die Anzahl der Aussiedler in den letzten Jahren bedeutend zu. Aus dieser Entwicklung heraus ergaben sich vielfältige Probleme, die auch der Öffentlichkeit nicht verschlossen blieben. Daher und aus der Anregung eines Sozialarbeiters heraus entschloss ich mich, mich genauer mit der Problematik der Spätaussiedler, insbesondere der der jugendlichen Russlanddeutschen, zu beschäftigen. Auch gegenwärtig erfährt diese Problematik eine große Aktualität, was mich in meiner Motivation, dieses Thema zu bearbeiten, weiter bestärkte.

In der hier vorliegenden Arbeit möchte ich über Hintergründe, Ursachen, Folgen und Besonderheiten dieser Zuwanderung aufklären. Dies soll besonders am Beispiel der jugendlichen Aussiedler geschehen.

Ich möchte zu aller erst die unterschiedlichen Begrifflichkeiten, die im Zusammenhang mit dem Thema oft zu lesen sind, klären und Klarheiten schaffen.

In der Folge darauf beschäftige ich mich eingehend mit den geschichtlichen Hintergründen der Aussiedler.

Im vierten Teil erläutere ich das Aufnahmeprozedere, Bedingungen und Eingliederungsunterstützungen für die neuen ‚alten’ Bundesbürger. Hier beschäftige ich mich erstmals mit den Eingliederungshilfen für jugendliche Spätaussiedler.

Nach der größtenteils theoretischen Aufarbeitung komme ich zu einer relativ praktischen Auswertung meines Arbeitsgegenstands.

Dazu beschäftige ich mich im Teil Fünf mit den Merkmalen der Integration und Zuwanderung nach Deutschland. Punkte wie die Zuwanderungsentwicklung, das allgemeine Bild von Deutschland, Aussiedlungsmotive und eine Betrachtung der Ausreisemotive jugendlicher Spätaussiedler hier ihre Beachtung. Erstmals verwende ich auch Informationen aus Gesprächen mit zwei Sozialarbeitern aus Weißwasser. Diese werden in eingerückter Form wiedergegeben, wobei keine wortwörtliche Wiedergabe der Aussagen erfolgt.

Um die eigentliche Aufgabenstellung- nämlich die Beschreibung der Lebenssituation von russlanddeutschen Jugendlichen - realistisch wiedergeben zu können, wählte ich die Forschungsmethode des narrativen Interviews. Hierbei befragte ich in einem Gruppeninterview zwei jugendliche Spätaussiedler nach einem im Anhang beigefügten Interviewleitfaden. Ergebnisse dieses Interviews werden in thematisch entsprechenden Stellen eingefügt und in Kursivschrift vom restlichen Text abgehoben. Hier muss ich hinzufügen, dass ich nur einen geringen Teil des Interviews für meine Arbeit verwenden konnte, da die Jugendlichen aufgrund ihres Sprachdefizits große Probleme hatten, sich umfangreicher zu äußern.

Die Ergebnisse meiner qualitativen Sozialforschung dienen dazu, Erkenntnisse aus der Literatur entweder zu unterstreichen oder zu widerlegen. Teilweise lassen sich so Defizite in der theoretischen Aufarbeitung des Themas erkennen, was zum einen sicherlich an der spezifischen Situation in Weißwasser liegt. Ebenso könnten dafür aber auch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Problemschwerpunkte der Autoren sowie eine teilweise nicht mehr zeitgemäßen Informationsstand der Literatur als Ursache aufgeführt werden.

Auch im darauf folgenden sechsten Teil beziehe ich ebenfalls die Ergebnisse meiner Gespräche und Interviews mit ein. Die Stadt Weißwasser wird kurz vorgestellt, der Sozialraum – insbesondere der Stadtteil Süd als sozialer Brennpunkt – erfährt eine besondere Beachtung. Auch wird die aktuelle Diskussion um die Aussiedler und die mit ihnen einhergehenden Berichterstattungen behandelt. Auch kulturelle Projekte für Aussiedlerjugendliche in Weißwasser werden kurz angesprochen.

Der achte Teil befasst sich intensiv mit dem Alltag der russlanddeutschen Jugendlichen. Auf der Grundlage theoretischer Erkenntnisse füge ich hier Erfahrungen von Sozialarbeitern aus der Praxis sowie Interviewergebnisse mit Jugendlichen aus Weißwasser an. Durch diese Methode soll ein umfassender Analyseversuch der Lebensbereiche von Aussiedlerjugendlichen in Weißwasser erfolgen. Mit diesem Abschnitt versuche ich, die Hauptfrage meiner Arbeit zu beantworten.

2. Begriffsbestimmung

Während meiner Recherche zu meinem Thema stieß ich auf verschiedene Begrifflichkeiten. Jeder dieser Wortbedeutungen hat ihre verschiedenen Ursachen und sollten nicht so einfach daher gesagt werden. Die historisch-politischen und psychosozialen Aspekte machen eine saubere Trennung der osteuropäischen Migranten notwendig.

Die Bundesrepublik besteht zu fast einem Viertel aller Bürger aus Osteuropa. Die meisten von ihnen sind als Vertriebene und Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg gekommen. Durch die wechselvolle Geschichte nach dem Krieg sowie die Aufteilung Europas existieren nunmehr seit über fünfzig Jahren lang Ost-West-Migrationen deutscher Volksgruppen, bei der die Spätaussiedler das letzte Glied der Kette bilden.

(vgl. Kornischka 1992, S.5)

Um den Leser die Begrifflichkeiten auch im historischen Bezug näher zu bringen, werde ich sie in zeitlich geordneter Reihenfolge kurz erläutern.

- Vertriebene

Vertriebene sind Deutsche, die infolge territorialer Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer angestammten Heimat in Ost- und auch Mitteleuropa vertrieben wurden. Ihre Zahl beläuft sich auf ca. 12 Mio. Deutsche, von denen etwa 7 Mio. in der BRD aufgenommen wurden.

- Flüchtlinge

Flüchtlinge sind jene, die von 1944 bis 1947 wegen Kriegshandlungen und deren Folgen ihren Wohnort überstürzt verlassen haben. Im Gegensatz zur Vertreibung beruht Flucht auf persönlicher Motivation.

- Aussiedler

Als Aussiedler gilt, wer nach Abschluss der Vertreibungsmaßnahmen und nach der bundesdeutschen Staatsgründung im Jahre 1949 aus einem der Aussiedlungsgebiete nach Deutschland gekommen ist. Aussiedlungsgebiete sind zum Beispiel die ehemaligen Gebiete der UdSSR, Polen, Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Albanien und China (lt. § 1 (2), Absatz 3 BVFG.

Der Grund für die ersten Aussiedlungsbestrebungen lag in der Idee der Familien- und Verwandtenzusammenführung. Dazu wurden bereits im Jahre 1946 Verträge zwischen der BRD und Polen sowie der Tschechoslowakei ausgehandelt.

Hier erklärt sich auch der Unterschied zur Vertreibung.

Die Aussiedlung beruht auf vertraglichen Vereinbarungen zwischen zwei Staaten, während die Vertreibung einen staatlichen Willkürakt darstellt.

Die Aussiedler der 1950er und 1960er Jahre trafen in einem Land ein, das mitten in einer wirtschaftlichen Aufbauphase steckte und daher jegliche Arbeitskraft bitter benötigte. Daher fiel diesen Aussiedlern eine Integration in den jungen Staat wesentlich leichter als den heutigen Spätaussiedlern.

(vgl. Kornischka 1992, S. 5 ff.)

- Spätaussiedler

Dieser Begriff bezeichnet genau genommen jene Aussiedler, die ab den 1970er Jahren in die BRD – bedingt durch die Ostverträge – in die BRD umgesiedelt sind. Teilweise wurde auch schon vor diesem Zeitpunkt von Spätaussiedlern gesprochen

Der Terminus ‚Spätaussiedler’ ist seit 1993 im BVFG juristisch geregelt. Im Allgemeinen spricht man immer von ‚Aussiedlern’, jedoch unterscheiden sich die Spätaussiedler nicht nur in historischer und politischer Hinsicht, sondern auch sozialpsychologisch von den übrigen hier definierten Gruppen.

Der Unterschied besteht darin, dass den spät ausgesiedelten Menschen die jahrzehntelange Erfahrung mit dem Leben in einem demokratisch geregelten Staat fehlt. Ihre Lebensgeschichte ist nicht die der Bundesrepublik. Dieser Mangel, zusammen mit ihren eigenen Vorurteilen und Einstellungen sowie mit den bundesrepublikanischen Vorurteilen gegenüber Spätaussiedlern ist ein zentrales Problem für diese relativ junge Bevölkerungsgruppe.

Laut Kornischka (vgl. 1992, S. 11) hören die Betroffenen diesen Begriff selbst nicht gerne, da das ‚spät’ im Sinne von ‚zu spät gekommen sein’ assoziiert wird. Dies kann als diskriminierend empfunden werden.

Im Zusammenhang mit der Geschichte der Aussiedler, die im folgenden Kapitel genauer erläutert wird, ist es vielleicht noch von Interesse, die Begriffe ‚Reichs-‚ und ‚Volksdeutscher’ kurz zu erklären.

- Volksdeutsche

Hierbei handelt es sich um einen nationalsozialistischen Begriff, der alle Angehörigen des Deutschen Reiches bezeichnete, die nicht innerhalb der Reichsgrenzen lebten und somit keine deutschen Staatsbürger waren. Dieser Begriff bezog sich vor allem auf die alten deutschen Sprachgebiete in Osteuropa wie in der ehemaligen Sowjetunion oder in Rumänien.

- Reichsdeutsche

Diese Volksgruppe stammt aus den ehemaligen zu dem Deutschen Reich gehörenden Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie. Sie kommen aus den Gebieten, die seit Jahrhunderten zum deutschen Staatenverband gehörten (z. B. Ostpommern, Niederschlesien, Ostpreußen) und nun größtenteils in Polen eingegliedert sind.

(vgl. Kornischka 1992, S. 10 ff.)

Im Verlauf meiner Arbeit werde ich hauptsächlich die Begriffe Aussiedler, Spätaussiedler und Russlanddeutsche verwenden. Hierbei unterscheide ich nicht genau, ob eine Person nun noch Aussiedler oder schon Spätaussiedler von Status her ist. Der Begriff Russlanddeutsche wählte ich aus dem Grunde heraus, da unter den Herkunftsgebieten der Aussiedler an erster Stelle die aus der ehemaligen UdSSR hervorgegangenen Staaten (Kasachstan, Ukraine, Sibirien) dominieren.

3. Geschichte der Aussiedler

Um den Status der Aussiedler als deutsche Staatsangehörige sowie ihr Selbstverständnis als Deutsche zu verstehen, ist es wichtig, die geschichtlichen Hintergründe genauer zu erläutern. Vorweg möchte ich noch kurz erwähnen, dass nicht nur die ehemaligen (russischen) Gebiete der Sowjetunion Herkunftsländer der Aussiedler darstellen. Auch in Ländern wie Polen und Rumänien lebten und leben deutsche Minderheiten. Im Unterschied zu den Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion bringen die Rumänien- und Polendeutschen wesentlich bessere Eingliederungsvoraussetzungen mit. Diese Minderheiten hatten während ihrer Geschichte nicht solche starken Angleichungsprozesse auszuhalten und konnten ihre Sprache, Kultur und Traditionen ungestörter pflegen als die russlanddeutsche Volksgruppe. Zudem genossen sie eine größere Akzeptanz in der einheimischen Bevölkerung.

(vgl. Heinen 2000, S. 4)

Die Gruppe der Russlanddeutschen bildet hier eine Ausnahme. Daher und aus dem Grund, dass in Weißwasser hauptsächlich Aussiedler aus den ehemaligen sowjetischen Gebieten leben, werde ich mich ausschließlich ihrer Geschichte widmen.

3.1 Russland wendet sich nach Westen

Schon immer fanden Völkerwanderungen in der Geschichte der Menschheit statt. In dem Falle der Aussiedlung fanden bereits im Mittelalter Kontakte zwischen Russland und Deutschen statt. Diese wurden besonders durch Kaufleute und Geistliche hergestellt. Iwan III. (1426 – 1505) versuchte, diese Personengruppen zu längeren Aufenthalten in Russland zu bewegen, da es sich hauptsächlich um Militärexperten (vgl. Dietz/Hilkes 1992, S. 13), Ärzte, Baumeister oder Handwerker handelte.

Unter Zar Peter I. (1689 – 1725), der sich Europa zuwandte, stieg der Bedarf an ausländischen Fachleuten. Unter ihnen befanden sich auch einige Untertanen deutscher Fürsten. Die meisten von ihnen verblieben nur für eine kurze Zeit, ein Teil von ihnen blieb aber auch für immer. So bildeten sie die Anfänge einer deutschen Bevölkerung. Diese Elite ist jedoch von den später in das Land gelangten Siedlern zu unterscheiden, die meist bäuerlichen Ursprungs waren und die Vorfahren der heutigen Russlanddeutschen bilden.

Eine grundlegende Änderung erfuhr die russische Ausländerpolitik unter Katharina II. (1762 – 1796). Sie war bestrebt, die wirtschaftliche Situation in Russland gezielt durch die Anwerbung deutscher Handwerker, Bauern und Wissenschaftler zu verbessern. (vgl. Koss/Schubert 1998, S. 18) Sie sollten brach liegende Gebiete urbar machen, da die in Leibeigenschaft lebenden einheimischen Bauern an ihren Grundherren gebunden waren und eine Umsiedlung in diese Gebiete nur schwer vollzogen werden konnte.

So erließ sie 1763 ein Einladungsmanifest, welches eine breite Palette von Privilegien zusicherte. Diese waren unter anderem: Religionsfreiheit, Befreiung von Militär- und Zivildienst, Steuerfreiheit für bis zu 30 Jahre, Selbstverwaltung und staatliche Unterstützung bei der Umsiedlung.

Da die politische Lage in den deutschen Fürstentümern zu diesem Zeitpunkt durch den Siebenjährigen Krieg sehr unsicher war, erschien vielen Bewohnern aus den deutschen Siedlungsgebieten das Angebot der Zarin als äußerst attraktiv. So entschieden sich zwischen 1764 und 1767 zwischen 23.000 und 29.000 Siedler – unter ihnen auch einige Franzosen, Holländer oder Schweden - zur Auswanderung in die Wolgagebiete, in die Gebiete rund um Petersburg oder Schwarzes Meer.

Diese Ansiedlung in den zumeist brachliegenden Gegenden führte in den ersten Jahren zu großen Schwierigkeiten. Die Neusiedler fanden keine Infrastruktur vor, mussten mit den Feindseligkeiten der russischen Siedler und den ungewohnten klimatischen Bedingungen klarkommen. Sie waren nunmehr gezwungen, mit den harten Lebens- und Arbeitsbedingungen von vorn anzufangen. So blieb die wirtschaftliche Entwicklung in den ersten Jahrzehnten hinter den Erwartungen zurück. Dennoch wurden den Siedlern mit der Zeit mehr Rechte zugesprochen, sie erhielten mehr Land und Kredite, um die Entwicklung der Region weiter zu fördern. In den Jahren 1800 bis 1803 wurde die Selbstverwaltung der Kolonien gesetzlich geregelt.

3.1.1 Die zweite Aussiedlerwelle erreicht den Osten

Die zweite Einwanderungswelle setzte unter der Regierung Alexanders I. (1801 – 1825) zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Übermäßige Steuerabgaben, Rekrutierungen für die Napoleonischen Kriege (1792 – 1815), schlechte Ernten und daraus folgende Hungersnöte waren für Tausende Menschen aus den südwestlichen Teilen des deutschen Staatenbundes Grund genug, nach Russland überzusiedeln. In Anbetracht dieser vermehrten Zuwanderung erließ Alexander I. im Jahre 1804 eine Einschränkung der Einwanderungsanzahl auf maximal 200 Kolonistenfamilien pro Jahr. Zudem wurde die Siedlung dieser Personen mit Auflagen erschwert.

Dennoch betrug in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Gesamtanzahl der deutschen Neusiedler etwa 55.000. Unter ihnen waren ganz besonders Einwanderer aus dem Elsass, Bayern und der Pfalz vertreten.

3.1.2 Russifizierungspolitik unter Alexander II.

Der Nachfolger von Alexander I., Alexander II. (1855 – 1881) führte umfangreiche Reformen ein. Im Jahre 1871 nahm er die alten Vorrechte der deutschen Ansiedler zurück. Dies geschah aus mehreren Gründen. Zum einen hatten sich die deutschen Kolonien aufgrund der Privilegien erfolgreich entwickelt, zum anderen hatten sich aber alarmierende Unterschiede zwischen der Produktivität der deutschen Siedler und der russischen Bevölkerung aufgetan. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert hatten die Deutschen bereits 3.000 Kolonien im gesamten Gebiet Russlands gegründet. Die berufliche und soziale Differenz zwischen Einheimischen und Neusiedlern nahm zu. Das zog natürlich Spannungen nach sich. Um diesen Ungleichheiten entgegenzusteuern, hob Alexander II. unter anderem die Sonderstellung der Kolonien auf und unterstellte sie der allgemeinen Staatsverwaltung; 1874 wurden die Deutschen zum Militärdienst verpflichtet. Diese deutschfeindliche Stimmung veranlasste wiederum einen großen Teil der Siedler dazu auszuwandern.

Das Klima und die Stimmung gegen die Deutschen verstärkten sich mit einer Denkrichtung – die der Slawophilen – die in der Besiedlung der russischen Gebiete durch Deutsche eine Gefahr der Germanisierung sahen. Sie befürchteten eine Behinderung der von ihnen angestrebten Russifizierung (vgl. Eisfeld 2000, S. 19) und forderten eine Verdrängung der deutschen Bauern. So verursachte das Fremdengesetz von 1887 eine große Auswanderungswelle nach Übersee. Diese Entwicklung wurde durch die Russifizierung des in den Kolonien bestehenden Schulwesens weiter bestärkt.

Eine Volkszählung gab Aufschluss über die zahlenmäßige Verteilung der deutschen Siedler. Im Jahre 1897 lebten 1,8 Mio. (also insgesamt 1,4 % der gesamten Bevölkerung (vgl. Silbereisen 1999, S. 53)) Russlanddeutsche im Zarenreich (vgl. Hartmann 1992, S. 13), davon über die Hälfte (56 %) im europäischen Teil Russlands. 22 % von ihnen lebten an der Wolga, 21 % am Schwarzen Meer. Nur 1 % von ihnen bewirtschaftete Gebiete in Mittelasien oder Sibirien. Von allen 1,8 Mio. Siedlern lebten 77 % auf dem Land und nur 23 % in den Städten, hier ganz besonders Lodz, Riga, Moskau, St. Petersburg und Odessa.

5 % der Deutschen übten akademische Berufe aus, 5,5 % arbeiteten im Bereich Handel und Verkehr (vgl. Hartmann 1992, S. 14). Ein geringer Anteil von 2,4 % verdingte sich im Militärdienst oder als Kaufleute.

Der Großteil aller Siedler arbeitete in der Land- und Forstwirtschaft (58%), 21 % verdienten sich ihren Lebensunterhalt in der Industrie und nur 6,3 % waren als Angestellte und Arbeiter angewiesen. Die soziale Distanz zwischen der städtischen und ländlichen Bevölkerung ist somit als sehr groß zu bezeichnen.

Die religiöse Zugehörigkeit belief sich auf 76 % Lutheraner, 13 % Katholiken und ca. 4 % als Reformierte oder Mennoniten. Der Rest bestand aus anderen Glaubensgemeinschaften (vgl. Dietz/Hilkes 1992, S. 19).

3.2 Leben in den Kolonien

Eines der Privilegien, welches im Einladungsmanifest von 1763 verzeichnet war, stellte das Recht auf freie Religionsausübung sowie den Bau von Bethäusern und Kirchen dar. Im Laufe der Jahre entwickelte sich so eine feste Struktur und Leitung mit eigenem Bistum. Aufgrund der großen geographischen Entfernungen zwischen den einzelnen Siedlungsgebieten, aber auch aufgrund von wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsunterschieden, konfessionellen Grenzen zwischen Lutheranern, Katholiken, Mennoniten und anderen kleineren Sekten, wurden die deutschen Gruppen zunächst als eigenständig behandelt. Sie konnten sich selbst verwalten und ihre kulturelle Eigenständigkeit wahren. Dies führte dazu, dass die verschiedenen deutschen Dialekte, Traditionen und Verhaltensweisen bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges relativ gut erhalten blieben. (vgl. Hilkes/Dietz 1992, S. 19)

Eng mit der Kirche verbunden war das Schulsystem. Von Geistlichen initiiert, wurde ausschließlich in deutscher Sprache unterrichtet, gelesen und geschrieben. Somit hatten die Pfarrer nicht nur die Aufsicht über den Religions- sondern auch Deutschunterricht.

Im Vergleich zur gesamtrussischen Bildungssituation war die Schulsituation in den deutschen Kolonien wesentlich weiterentwickelt. Während im russischen Volk noch 78 % Analphabeten existierten, konnte in den deutschen Siedlungen jeder lesen und schreiben. Dies führte dazu, dass das koloniale Schulwesen unter der deutschen und auch russischen Bevölkerung ein hohes Ansehen genoss, bald eigene Lehrkräfte ausbilden konnte sowie höhere Mädchen- und Knabenschulen gründete.

Die wirtschaftliche Verflechtung mit dem gesamtrussischen Markt war mit einer Integration der Kolonisten in die Gesellschaft verbunden. Die deutschen Stadteinwohner und Kolonialisten waren ergebene Untertanen ihrer Landesherren und leisteten dem Land Hilfe, auch wenn sie aufgrund ihrer Militärfreiheit nicht dazu verpflichtet waren. Während des Krimkrieges (1853 – 1856) zum Beispiel leisteten viele Deutsche freiwillige Dienste hinter der Front, sie übernahmen die Lebensmittelversorgung oder versorgten Verwundete. (vgl. Eisfeld 2000, S. 19)

3.3 Verdrängung der Deutschen und der Erste Weltkrieg

Da Russland im Krimkrieg unterlag, sollte das Land mit Hilfe zahlreicher Reformen wieder gestärkt werden. Durch diese Änderungen waren besonders die Kolonisten betroffen; ihre Privilegien wie Selbstverwaltung und Militärfreiheit wurden aufgehoben. Dies führte dazu, dass viele Kolonisten aus religiösen Gründen das Land verließen Zusätzlich zu dieser Verschlechterung der Lage kam eine Denkrichtung – die der Slawophilen – hinzu, die sich mit der „Deutschen Frage in Russland“ beschäftigten. Sie befürchteten, dass die Siedler eine Russifizierung der Gebiete verhindern würden und forderten somit eine Verdrängung der deutschen Bauern. (vgl. Eisfeld 2000, S. 19)

Zudem verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Russland und den übrigen europäischen Nationalstaaten. Besonders bedroht sah sich Russland von Deutschland, die Einführung neuer Handelszölle zwischen den beiden Staaten verschlechterte die Lage noch mehr. (vgl. Silbereisen 1999, S. 55)

Im Fremdengesetz von 1887 und in darauf folgenden Erlässen wurden nach und nach alle Vorrechte der deutschen Siedler aufgehoben. Der Gefahr der Germanisierung sollte durch eine Umsiedlung der Deutschen begegnet werden. Die deutschfeindliche Stimmung hielt weiter an, und so wurde im Jahre 1891 unter Alexander III. das deutsche Schulwesen russifiziert. Zudem versuchte man, eine gesetzliche Grundlage für die Verdrängung der russischen Untertanen deutscher Volkszugehörigkeit zu schaffen (in den Jahren 1910 und 1912). Diese Versuche konnten bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges abgewehrt werden.

Im Jahre 1915, umgehend nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges, wurden die so genannten Liquidationsgesetze erlassen. (vgl. Eisfeld 2000, S. 19) In einer Zone von 150 km im südlichen und westlichen Grenzbereich des Russischen Reiches wurde der Grundbesitz der Russlanddeutschen enteignet (vgl. Schwab 1990, S. 17). Das zog natürlich den wirtschaftlichen Ruin und die Vertreibung von rund 200.000 Kolonisten nach sich. Die Liquidationsgesetze wurden bis 1917 auf alle deutschen Kolonien im europäischen Teil Russlands ausgeweitet. Dies entsprach zwar nicht den sicherheitspolitischen Erfordernissen und zog große volkswirtschaftliche Schäden nach sich, jedoch wurden die Deutschen Russlands als „innerer Feind“ gesehen und bekämpft. (vgl. Eisfeld 2000, S. 19)

3.3.1 Zwischen den Kriegen

Diese Entwicklung vollzog sich bis zum Jahre 1917, wurde dann aber durch den Ausbruch der Februarrevolution gestoppt. Die Provisorische Regierung verkündete nach der Abdankung Nikolaus II., dass alle Einwohner des Russischen Reiches gleiche Bürgerrechte erhalten. (vgl. Eisfeld 2000, S. 19)

So verbesserte die Neue Ökonomische Politik die Lage der Russlanddeutschen vorübergehend; durch Autonomiebestrebungen der Deutschen wurde diese sogar bestärkt. (vgl. Schwab 1990, S. 17)

Im Jahre 1918 wurde die Wolgaregion als autonomes deutsches Gebiet anerkannt und 1924 zu einer „Autonomen Sozialistischen Republik“ der Wolgadeutschen ausgerufen. (vgl. Silbereisen 1999, S. 54) Damit ging eine Übernahme der deutschen Nationalsprache als Amtsprache einher. War das Deutsch-Sprechen während des Ersten Weltkriegs in der Öffentlichkeit verboten, so wurde Deutsch nun wieder zur Unterrichts- und Geschäftssprache. Dies war sicherlich psychologisch wirksam für das Selbstverständnis der deutschen Volksgruppe.

Auch in der Ukraine bildeten sich nationale Verwaltungseinheiten, in welche die deutsche Sprache gepflegt wurde. (vgl. Schwab 1990, S. 17)

Trotz der offiziellen Akzeptanz wurden die Deutschen nicht gleichberechtigt behandelt. In der Zeit unter Stalin verschlechterte sich die Situation wieder, es fanden Enteignungen deutscher und altrussischer Bauern statt , wobei die deutschen Siedler im weitaus größeren Umfang zwangskollektiviert wurden. Ab 1929 wurde das stark ausgeprägte religiöse Leben der Deutschen durch kirchenfeindliche sowjetische Politik eingeschränkt, die Eltern wurden zu einer antireligiösen Erziehung angewiesen. Diese Verschlechterung der Situation der Deutschen und auch anderer Volksgruppen veranlasste Tausende von Siedlern, nach Übersee auszuwandern.

3.3.2 Auswirkungen der Machtübernahme der NSDAP auf die Russlanddeutschen

Die Machtübernahme der NSDAP in Deutschland hatte auch Auswirkungen auf die Deutschen in der UdSSR. Bereits im Jahre 1934 wurden alle Deutschen – auch kommunistische Emigranten - in der Sowjetunion auf inoffizielle Listen erfasst und somit wiederum zum „inneren Feind“ gemacht. Sie wurden von sowjetischen Behörden verdächtigt, Verbindungen mit dem Nationalsozialistischen Regime zu unterhalten und Spionage zu betreiben. Diese Listen bildeten die Grundlage für die Stalinschen Säuberungen und die Deportation Hunderttausender Menschen nach 1941.

Bereits 1935 betrafen diese Repressionen die Bevölkerung verschiedener Gebiete. Nach der Öffnung der Archive in den 1990er Jahren wurde bekannt, dass zum Beispiel in den Jahren 1937/38 rund 120.000 unschuldige Deutsche zum Tode, 66.000 zu Gefängnis- oder Lagerhaft von zehn bis fünfundzwanzig Jahren und ca. 7.000 zur Haft von drei bis fünf Jahren verurteilt wurden.

Zudem wurde im Jahre 1938 die deutsche Sprache außerhalb der „Autonomen Sozialistischen Republik“ verboten und die jeweilige Landessprache – ob russisch oder ukrainisch – eingeführt. (vgl. Schwab 1990, S. 20) Später, im November 1938, lösten die Behörden sämtliche deutsche Siedlungen in der Ukraine auf.

3.3.3 Zwischen den Fronten im Zweiten Weltkrieg

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gerieten die Russlanddeutschen zwischen die Fronten zweier totalitärer Systeme und mussten die größte Bewährungsprobe ihrer Existenz als nationale Minderheit bestehen.

Mit dem schnellen Einmarsch der deutschen Armee in die westliche Region der Sowjetunion gerieten die dort lebenden Deutschen in die Gewalt der Wehrmacht. (vgl. Hartmann 1992, S. 30)

Sie wurden in so genannten Durchschleusungslagern auf ihre „rassische Reinheit und politische Zuverlässigkeit“ überprüft. In drei Kategorien wurden diese rund 310.000 Russlanddeutschen – nunmehr als Volksdeutsche deklariert - unterteilt und je nach rassischen und politischen Wert gen Westen nach Schlesien oder in die heutigen Gebiete Polens umgesiedelt. Die so genannten „Belasteten“ wurden in Konzentrationslager abtransportiert, während die Mehrheit nach der rassenpolitischen und volksbiologischen Überprüfung und „…je nach Einstufungskategorie in ein Sammellager zu parteipolitischen Indoktrination, in ein Übergangslager für das Altreich oder zur Ansetzung auf die requirierten Höfe ins Neureich geschickt.“ wurden. (Hartmann 1992, S. 34)

Die später einrückende Rote Armee deportierte einen Teil von ihnen wieder in die sibirischen Gebiete zurück, was zur Folge hatte, „….dass die auseinander gerissene Minderheit wieder zwangsweise zusammengeführt wurde.“ (Hartmann 1992, S. 30) Zusätzlich dazu wurden ca. 100.000 Menschen, die in die Gebiete der späteren westlichen Besatzungszone umgesiedelt wurden, von den Westalliierten an die Sowjetunion ausgeliefert und in die UdSSR „repatriiert“.(Eisfeld 2000, S. 22). Bis Ende September 1945 belief sich die Gesamtzahl der repatriierten Personen auf rund 2,03 Mio. Personen.

Die repatriierten Menschen mussten, soweit sie die Strapazen der Deportation überlebt hatten, unter menschenunwürdigen Bedingungen in Arbeitslagern oder in der Arbeitsarmee als Zwangsarbeiter ihre Dienste leisten. Die Gesamtzahl der Deutschen in den Arbeitslagern wird auf rund 100.000 geschätzt. (vgl. Eisfeld 2000, S. 20)

Wenig später widerfuhr den in der Autonomen Wolgarepublik lebenden Deutschen ein ähnliches Schicksal. Sie wurden der gemeinschaftlichen Kollaboration mit Deutschland beschuldigt und in die Gebiete nach Sibirien und Kasachstan umgesiedelt. Bis Ende 1941 wurden so nach amtlichen Unterlagen rund 800.000 Menschen deportiert und in Verbannungsorten untergebracht. (vgl. Eisfeld 2000, S.19) Man schätzt, dass ca. 300.000 von ihnen die langen Transporte nicht überlebt haben. (vgl. Koss/Schubert 1998, S. 19)

Die Republik der Wolgadeutschen wurde 1941 aufgelöst und zwischen den Gebieten Saratow und Stalingrad aufgeteilt.

Im Zuge dieser vollständigen Deportation der Russlanddeutschen verlagerten sich ihre Lebensgebiete bis heute nach Sibirien oder nach Kasachstan und Kirgisien.

Nach der Beendigung des Zweiten Weltkrieges war es den Deutschen verboten, in ihre früheren Kolonien zurückzusiedeln. Sie blieben zerstreut in mehreren unzusammenhängenden Wohngebieten, so dass die Russifizierung ungehindert eingeleitet werden konnte. Aus Angst vor Repressalien wagten es die Deutschen nicht, in der Öffentlichkeit Deutsch zu sprechen. Auch mit ihren Kindern sprachen sie nur noch russisch. „Von einer Rehabilitierung der Deutschen als nationale Minderheit kann daher bis in die Gegenwart hinein keine Rede sein …“(Hartmann 1992, S. 30)

Innerhalb der großen Gruppe der Deportierten unterscheidet man zwischen vier Gruppen. Die relativ große Gruppe von 500.000 Menschen war dadurch gekennzeichnet, dass sie schon vor Kriegsbeginn deportiert wurden, in festen Häusern lebten und trotz der Aberkennung aller Bürgerrechte eine relativ privilegierte Stellung genossen.

Die zweite Gruppe der Zwangsdeportierten waren aufgrund der übereilten Evakuierung mittel- und besitzlos. Die ca. 600.000 bis 700.000 Menschen mussten aus dem Nichts eine neue Existenz aufbauen. Erschwert wurde dies durch unerfüllbar hohe Arbeitsnormen mit schwerer körperlicher Arbeit und einer täglichen Arbeitszeit von 14 Stunden. Dies hatte eine hohe Sterblichkeit, eine Verwahrlosung der Kinder sowie schwere Krankheiten zur Folge. Eine andere Art der Arbeit war ihnen verboten.

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Details

Seiten
82
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638130882
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v5077
Institution / Hochschule
Fachhochschule Lausitz in Cottbus
Note
1,0
Schlagworte
Lebenslagen Jugendlichen Weißwasser

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Titel: Lebenslagen von russlanddeutschen Jugendlichen in Weißwasser