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Auswirkung der Digitalisierung auf das betriebliche Gesundheitsmanagement

Hausarbeit 2018 17 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Digitalisierung

3. Betriebliches Gesundheitsmanagement
3.1 Definition des betrieblichen Gesundheitsmanagements
3.2 Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements
3.3 Gründe für ein betriebliches Gesundheitsmanagement

4. Digitale Instrumente

5. Auswirkungen der Digitalisierung
5.1 Chancen für das betriebliche Gesundheitsmanagement
5.2 Risiken für das betriebliche Gesundheitsmanagement

6. Zusammenfassung und Ausblick

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Die Arbeitswelt erlebt im Rahmen der Digitalisierung einen Wandel. Es entsteht Dynamik und Komplexität. Zudem entwickeln sich ein wachsender Wettbewerbs- und Leistungsdruck. Außerdem steigen die Erwartungen an die Beschäftigten[1] eines Unternehmens durch die zunehmende Flexibilität und ständige Verfügbarkeit. Es wird von ihnen immer mehr Verantwortung und Eigenorganisation verlangt. Zusätzlich wird die Trennung zwischen Beruf und Privatleben immer schwieriger. All das hat Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten. Dies führt schließlich dazu, dass ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) für Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewinnt.

In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die Begriffe Digitalisierung und BGM definiert. Anschließend werden die Ziele eines BGM dargestellt. Ein Schwerpunkt liegt auf den danach aufgeführten Gründen für ein BGM. Diese beziehen sich besonders auf aktuelle Entwicklungen oder spielen im Rahmen der Digitalisierung eine wichtige Rolle. Im nächsten Abschnitt werden digitale Instrumente vorgestellt, die durch die Digitalisierung entstanden sind und dem BGM neue Möglichkeiten bieten. Im Anschluss werden die verschiedenen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesundheit der Beschäftigten dargelegt. Durch diese ergeben sich sowohl Chancen als auch Risiken für das BGM. Zum Schluss werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick gegeben.

V. a. kleinere Unternehmen zeigen Probleme mit der Einführung eines BGM. Sie sehen sich nicht in der Lage dieses zu finanzieren und teilen ihm einen niedrigen Stellenwert zu. Zudem mangelt es an Zielen für ein konkretes BGM.[2] Ziel dieser Arbeit ist, Unternehmen zu zeigen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Gesundheit ihrer Beschäftigten hat. Es soll deutlich gemacht werden, dass ein BGM für Unternehmen unumgänglich ist. Ein gutes und modernes BGM spielt hinsichtlich verschiedener Faktoren eine immer entscheidendere Rolle. Es soll jedoch auch aufgeführt werden, dass sich im Rahmen der Digitalisierung neue Chancen für ein BGM ergeben, die die Unternehmen nutzen sollen.

2. Digitalisierung

Grundsätzlich bezeichnet Digitalisierung die Umwandlung analoger in digitale Werte für deren Übertragung, Speicherung und Verarbeitung in elektronischer Form.[3] Für die vorliegende Arbeit wird unter Digitalisierung die digitale Revolution verstanden. In diesem Zusammenhang wurden unter anderem Automatisierungen ermöglicht, moderne Arbeitsplätze geschaffen, Computernetze eingeführt und verschiedene Softwareprodukte entwickelt.[4]

Eine Betriebsrätebefragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichem Instituts (WSI) zeigt, dass die Digitalisierung in der Arbeitswelt weit verbreitet ist. So nutzen fast alle befragten Unternehmen das Internet. Weiterhin verfügen 88 % von ihnen über Diensthandys und 83 % über ein eigenes Intranet.[5]

3. Betriebliches Gesundheitsmanagement

3.1 Definition des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Bei einem BGM handelt es sich um eine Vorgehensweise eines Unternehmens, die systematisch und nachhaltig abläuft. Zum einen werden verschiedene gesundheitsfördernde Prozesse und Strukturen entwickelt. Zum anderen beinhaltet BGM ein gesundheitsbewusstes Verständnis der Beschäftigten.[6]

Ein modernes BGM soll sich nicht nur auf einzelne Maßnahmen konzentrieren. Aus diesem Grund wird für die vorliegende Arbeit unter BGM eine Strategie des Unternehmens verstanden, „(…) die darauf ausgerichtet ist, gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz vorzubeugen, Gesundheitspotenziale zu stärken und zu fördern und das Wohlbefinden der Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu verbessern“.[7] Entscheidend ist zusätzlich, dass das BGM genau auf die Beschäftigten des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten ist.[8]

3.2 Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Es folgt eine Darstellung der Ziele eines BGM, die Unternehmen verfolgen sollen. Grundsätzlich haben diese sich auch im Rahmen der Digitalisierung nicht verändert, allerdings gibt es seitdem andere Bedingungen in den Unternehmen.[9]

Hauptziel ist die Erreichung einer Situation, in der sowohl das Unternehmen als auch die Beschäftigten von dem BGM profitieren.[10] Das Unternehmen möchte eine Gewinnsteigerung und eine Sicherung der Arbeitsplätze erreichen, wofür gesunde Beschäftigte eine wichtige Rolle spielen. Den Beschäftigten geht es vorrangig um die Sicherung der eigenen Existenz. Daneben sind diese aber auch an der eigenen Gesundheit interessiert.[11] Die Investition in ein BGM lohnt sich, obwohl sich der Erfolg nicht sofort zeigen wird. Durch ein gutes BGM fühlen sich die Beschäftigten in ihrem Unternehmen wohl und identifizieren sich mit diesem. Dies hat auf längere Sicht eine Reduzierung der Fehlzeiten zur Folge. Daraus folgt dann wiederum eine Steigerung der Produktivität und der Wettbewerbsfähigkeit.[12]

Um die genannten Ziele zu erreichen, müssen alle an der Umsetzung beteiligt sein. In größeren Unternehmen kann dafür ein eigenes BGM-Team eingeführt werden. Dieses soll sowohl aus spezialisierten Fachleuten sowie aus Externen und Akteuren aus verschiedenen Institutionen bestehen.[13] Eine wichtige Rolle bei der Zielumsetzung spielt auch ein vorbildliches Verhalten der Führungskräfte.[14] Für eine erfolgreiche Zukunft ist die Kommunikation und eine verständliche Gestaltung der Prozesse zwischen allen Beteiligten entscheidend.[15]

3.3 Gründe für ein betriebliches Gesundheitsmanagement

Es gibt verschiedene Gründe, die für die Einführung eines BGM sprechen. Zunächst gibt es Gesetze, die ein BGM vorschreiben oder Unternehmen bei diesem unterstützen. Im Sozialgesetzbuch (SGB) wird zum einen sichergestellt, dass Beschäftigte bei längerer Arbeitsunfähigkeit finanziell unterstützt werden und zudem ihren Arbeitsplatz erhalten.[16] Zum anderen erhalten Unternehmen Unterstützungen durch die Krankenkassen im Rahmen einer betrieblichen Gesundheitsförderung.[17] Zusätzlich werden durch das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) Unternehmen dazu verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und im Anschluss erforderliche Maßnahmen einzuleiten und diese dann zu dokumentieren.[18]

Daneben ist einer der meist genannten Gründe die Reduzierung des Krankenstandes und die damit verbundene Leistungssteigerung des Unternehmens. In diesem Zusammenhang wird häufig diskutiert, ob sich die Investition in ein BGM für das Unternehmen lohnt. Die Kennzahl Return on Prevention ermöglicht eine Darstellung des Ausmaßes, ob sich diese Prävention lohnt. Aus dem Abschlussbericht der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung geht hervor, dass sich ein Präventionsnutzen von 2.645 € pro Mitarbeiter bei einem Einsatz von 1.200 € betrieblichen Präventionskosten ergibt.[19] Auch Chapman bestätigt in seiner Metaanalyse Einsparungen von rund 25 % in Hinblick auf den Krankenstand und weiteren damit verbundenen Kosten.[20] Kosten entstehen nicht nur direkt durch die Fehlzeiten der Beschäftigten, sondern auch durch indirekte Kosten. Diese umfassen anteilige Kosten für die Vertretung des Kranken, Ausfälle in der Produktion, ungenutztes Anlagevermögen sowie für nicht erbrachten Umsatz während der Fehlzeit.[21]

Ein weiterer Grund für ein BGM ist der demografische Wandel. Die Bevölkerungszahl in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) wird in einigen Jahren sinken. 2013 lag diese noch bei 80,0 Millionen Menschen. Nach Berechnungen des Statischen Bundesamtes wird die Einwohnerzahl der BRD im Jahr 2060 zwischen 67,6 und 73,1 Millionen Menschen liegen, abhängig von der Stärke von Zuwanderungen. Das Verhältnis zwischen der Geburtenzahl und der älteren Bevölkerung verändert sich. 2060 wird die Bevölkerung von älteren Menschen dominiert werden und die jüngeren Jahrgänge werden weiter zurückgehen.[22] Der demografische Wandel hat zur Folge, dass den Unternehmen immer mehr qualifizierte Nachwuchskräfte fehlen. Parallel dazu wird das Eintrittsalter in die Rente immer weiter angehoben, sodass die Belegschaft im Unternehmen immer älter wird. Auch die Digitalisierung nimmt hierbei eine wichtige Rolle ein. Die Generation Y repräsentiert die jungen Beschäftigten. Sie stehen der Digitalisierung eher positiv gegenüber, da diese Gruppe mit der Technik aufgewachsen ist. Die Silver Surfer ab 50 Jahren stehen der Digitalisierung hingegen skeptischer gegenüber.[23]

Als eine Folge des demografischen Wandels wird die Attraktivität des Unternehmens immer wichtiger. Im Rahmen des Fachkräftemangels sollen sich junge qualifizierte Beschäftigte für das jeweilige Unternehmen entscheiden. Zu den Auswahlkriterien gehört unteranderem ein gutes BGM. Aber v. a. die ältere Belegschaft rückt immer mehr in den Mittelpunkt, denn diese verfügt über wichtige Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten. Ein gutes BGM kann eine Frührente oder ein frühzeitiges Verlassen dieser Gruppe verhindern.[24]

Es sprechen jedoch auch im Rahmen der Digitalisierung noch weitere Gründe für ein BGM, die im weiteren Verlauf dieser Arbeit thematisiert werden.

4. Digitale Instrumente

Ein wichtiger Aspekt im Rahmen der Digitalisierung sind digitale Instrumente, die Unternehmen in Hinblick auf ein BGM neue Optionen bieten.[25] Die Weltgesundheitsorganisation definiert das sogenannte mHealth als „(…) medical and public health practice supported by mobile devices, such as mobile phones, patient monitoring devices, personal digital assistants (PDAs), and other wireless devices“.[26]

[...]


[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird die männliche Sprachform verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beide Geschlechter.

[2] Vgl. Wallenfels, M.: Mitarbeitergesundheit: Auch kleine Firmen werden aktiv, in: Ärzte Zeitung, 2015, H. 244D, S. 9.

[3] Vgl. Mertens, P.; Barbian, D.; Baier, S.: Digitalisierung und Industrie 4.0 - eine Relativierung, Wiesbaden 2017, S. 35.

[4] Vgl. Bendel, O.: Digitalisierung, https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/digitalisierung-54195/version-277247, Zugriff am 18.11.2018.

[5] Vgl. Ahlers, E.: Die Digitalisierung der Arbeit. Verbreitung und Einschätzung aus Sicht der Betriebsräte (WSI Report, Nr. 40), Düsseldorf 2018, S. 5, Sp. 1, https://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_40_2018.pdf, Zugriff am 22.12.2018.

[6] Vgl. Drupp, M.: Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt. Trends, Rahmenbedingungen und Beispiele guter Praxis unter besonderer Berücksichtigung der Unterstützungsmöglichkeiten durch die GKV, in: Ternès, A.; Wilke, C. (Hg.): Agenda HR - Digitalisierung, Arbeit 4.0, New Leadership. Was Personalverantwortliche und Management jetzt nicht verpassen sollten, Wiesbaden 2018, S. 76.

[7] Salvaggio, N.: Betriebliches Gesundheitsmanagement. Der ökonomische Nutzen der Unternehmen bei betrieblicher Gesundheitsförderung, Saarbrücken 2007, S. 14.

[8] Vgl. Kaminski, M.: Betriebliches Gesundheitsmanagement für die Praxis. Ein Leitfaden zur systematischen Umsetzung der DIN SPEC 91020, Wiesbaden 2013, S. 27.

[9] Vgl. Hasselmann, O.; Schauerte, B.; Schröder, J.: Digitalisierung: Herausforderungen meistern und Krisen vermeiden. Handlungsfelder der Betrieblichen Gesundheitsförderung, in: Badura, B. u. a. (Hg.): Fehlzeiten-Report 2017. Krise und Gesundheit - Ursachen, Prävention, Bewältigung, Berlin 2017, S. 41.

[10] Vgl. Kaminski, M.: a. a. O., S. 29.

[11] Vgl. Draxler, T.; Cheung, A.: 30 Minuten Gesundheitsmanagement, Offenbach 2010, S. 28.

[12] Vgl. Kaminski, M.: a. a. O., S. 29.

[13] Vgl. Draxler, T.; Cheung, A.: a. a. O., S. 29 f.

[14] Vgl. Ternès, A.: Sensibilisierung, Akzeptanz und Motivation für Maßnahmen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, in: Ghadiri, A.; Ternès, A.; Peters, T. (Hg.): Trends im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Ansätze aus Forschung und Praxis, Wiesbaden 2016, S. 7.

[15] Vgl. Halbe-Haenschke, B.; Reck-Hog, U.: Die Erfolgsstrategie für Ihr BGM. Methoden und Umsetzung eines effektiven betrieblichen Gesundheitsmanagements Wiesbaden 2017, S. 62.

[16] Vgl. §167 Abs. 2 SGB IX.

[17] Vgl. §20b Abs. 1 SBG V.

[18] Vgl. §§ 5, 6 ArbSchG.

[19] Vgl. Bräunig, D.; Kohstall, T.: Berechnung des internationalen "Return on Prevention" für Unternehmen: Kosten und Nutzen von Investitionen in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz (DGUV-Report, Nr. 1.), 2. Aufl., Berlin 2013, S. 17, Sp. 1, 32.

[20] Vgl. Chapman, L. S.: Meta-Evaluation of Worksite Health Promotion Economic Return Studies: 2012 Update, in: American Journal of Health Promotion, 26. Jg., 2012, H. 4, S. 7, 9.

[21] Vgl. Jancik, J. M.: Betriebliches Gesundheitsmanagement. Produktivität fördern, Mitarbeiter binden, Kosten senken, Wiesbaden 2002, S. 56, 148.

[22] Vgl. Statistisches Bundesamt: Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Wiesbaden 2015, S. 15 – 26, https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung/BevoelkerungDeutschland2060Presse5124204159004.pdf?__blob=publicationFile, Zugriff am 22.12.2018.

[23] Vgl. Ternès, A. u. a.: Integriertes Betriebliches Gesundheitsmanagement. Sensibilisierungs-, Kommunikations- und Motivationsstrategien, Wiesbaden 2017, S. 19 f.

[24] Vgl. Ternès, A.: Sensibilisierung, Akzeptanz und Motivation für Maßnahmen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, in: Ghadiri, A.; Ternès, A.; Peters, T. (Hg.): Trends im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Ansätze aus Forschung und Praxis, Wiesbaden 2016, S. 4.

[25] Vgl. Hasselmann, O.; Schauerte, B.; Schröder, J.: Digitalisierung: Herausforderungen meistern und Krisen vermeiden. Handlungsfelder der Betrieblichen Gesundheitsförderung, in: Badura, B. u. a. (Hg.): Fehlzeiten-Report 2017. Krise und Gesundheit - Ursachen, Prävention, Bewältigung, Berlin 2017, S. 41.

[26] World Health Organization: mHealth. New horizons for health through mobile technologies. Based on the findings of the second global survey on eHealth, Genf 2011, S. 6.

Details

Seiten
17
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346078421
ISBN (Buch)
9783346078438
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v507606
Institution / Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Note
1,0
Schlagworte
auswirkung digitalisierung gesundheitsmanagement

Autor

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Titel: Auswirkung der Digitalisierung auf das betriebliche Gesundheitsmanagement