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Zur Konzeption des romantischen Dichters unter dem Aspekt 'Der Weg des Dichters Heinrich von Ofterdingen'

Referat (Ausarbeitung) 2005 9 Seiten

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe

Der Weg des Dichters Heinrich von Ofterdingen

In Novalis`„Heinrich von Ofterdingen“ erreicht der Traum seine höchste Bedeutung. Er symbolisiert eine Tür, die sich entgegen der zeitlosen Welt hin öffnet. Eine Welt jenseits aller Einsamkeit, aller Hoffnungslosigkeit.

Wo alle Wünsche enden, beginnt Novalis`Roman.

Während die Eltern schlafen, hat sich das Begehren des jungen Heinrich an einen sprechenden Ort verschoben. Die Erzählungen eines Fremden wecken in Heinrich das Begehren nach dem Ungreifbaren, dem Metaphysischen, dem Streben nach dem Sinn aller Dinge.[1]

Im Traum schließlich zeigt sich Heinrich all das, wovon der Fremde gesprochen hatte. Es eröffnet sich für ihn eine wunderbare Welt von paradiesischem Zustand.

An dieser Stelle des Romans ist bereits eine Andeutung an das „Goldene Zeitalter“ zu erkennen.

Zugleich erblickt Heinrich erstmals die blaue Blume, welche die für ihn noch unbekannte Mathilde verkörpert. Auch symbolisiert die blaue Blume die Sehnsucht nach Erfüllung, dem Sinn des Ganzen, der inneren Einheit und die Selbstverwirklichung.

Nachdem Heinrich in seinem Traum die blaue Blume erschienen ist und er eine Art Sehnsucht und innere Berufung verspürt, nimmt seine Mutter ihn auf eine Reise nach Augsburg mit, um seinen Großvater zu besuchen. Somit gibt sie den Rahmen für die Handlung vor.

Auf der Reise fungiert seine Mutter als wichtige Bezugsperson. Aus ihr schöpft er immer wieder neue Kraft und Hoffnung.

„Sie war Höhle und Wasser, sie war die Stimme, die den Sohn weckte, und die Umarmung, die ihm den Traum ersetzte; sie war das Wort, das den Vater zum Schweigen brachte, als der Sohn schlief, und sie war das Wort, das den Vater zum Reden brachte, als der Sohn erwachte. Sie ist der Hermes der Reise und der Trost der Trennung.“ [2]

Durch die Hilfe seiner Mutter rückt Heinrich auf der Reise seinem Ziel und seiner Berufung zum Dichter-Sein Stück für Stück näher. Dies wird vor allem durch verschiedene Episoden deutlich, in denen Heinrich auf unterschiedlichste Charaktere trifft. Einige erzählen ihm Geschichten, andere wiederum leiten ihn durch geistreiche Gespräche zu immer neueren Erkenntnissen über sich und die Welt.

Die Reise, die er mit seiner Mutter zusammen antritt, ist somit nicht nur als Bildungsreise zu verstehen, sondern besonders unter dem Aspekt der Entfaltung Heinrichs zu betrachten.

Heinrichs Inneres scheint immmer mehr Form zu bekommen, sein dichterisches Potential verfestigt sich und auch scheint sich seine Bestimmung immer mehr herauszukristalisieren.

Zu Beginn seiner Reise begegnet Heinrich den Kaufleuten, die ihm sogleich von den Dichtern, denen sie auf ihren Reisen begegnet sind, erzählen.

[...]


[1] Vgl. Novalis: Heinrich von Ofterdingen. Hrsg. von Wolfgang Frühwald. 3 Aufl. Stuttgart: Reclam 2004 S.9 Z.7-12

[2] Vgl. Jens Schreiber: Das Symptom des Schreibens. Roman und absolutes Buch in der Frühromantik (Novalis/ Schlegel). Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH 1983 Europäische Hochschulschriften: Reihe 1, Dt. Sprache und Literatur; Bd. 649

Details

Seiten
9
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638468602
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v50683
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Schlagworte
Konzeption Dichters Aspekt Heinrich Ofterdingen

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Titel: Zur Konzeption des romantischen Dichters unter dem Aspekt 'Der Weg des Dichters Heinrich von Ofterdingen'