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' …und morgen die ganze Welt…' - Die Rolle der Geographie zu Zeiten der Kolonisation

Seminararbeit 2005 16 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Politische Geographie

Leseprobe

Inhaltsangabe:

1. Einleitung

2. Der Imperialismus
2.1. Die traditionellen Kolonialmächte
2.2. Die neuen Kolonialmächte
2.3. Die Aufteilung Afrikas im Imperialismus

3. Die Geschichte der deutschen Kolonisation
3.1. Das Streben nach deutschen Kolonien vor dem Imperialismus
3.2. Die deutschen Kolonien

4. Die Rolle der Geographie in der Kolonialisierung
4.1. Forschungsreisen
4.2. Die deutsche Politische Geographie

5. Schlussbemerkungen

6. Literaturangaben

Die Rolle der Geographie zu Zeiten der Kolonisation

1. Einleitung

Das 19. Jahrhundert war eine Zeit des industriellen Fortschrittes und der räumlichen Expansion der europäischen Nationalstaaten. Es galt Handelswege auf- und auszubauen und unbekannte Räume der Welt zu erschließen. Mit der Phase des Imperialismus wurde die Aufteilung der Erde eingeläutet und beispielslose Expansionsbewegungen vollzogen sich zwischen 1880 und 1914.

Auch Deutschland erwarb in der Zeit des Imperialismus Kolonien. Vor allem wegen ihrer blutigen Aufstände gingen die 30 Jahre deutsche Kolonisationsgeschichte als schwarzes Kapitel in die Geschichte Deutschlands ein.

Zunächst soll diese Ausarbeitung einen Überblick über die politischen und wirtschaftlichen Geschehnisse im Imperialismus geben (2. Der Imperialismus).

Die Geschichte der deutschen Kolonien in Afrika wird im 3. Kapitel der Ausarbeitung angerissen.

Wie wirkt sich die deutsche Geographie auf den Prozess der Kolonialisierung aus? Mit dieser Fragestellung wird sich das 4. Kapitel „ Die Rolle der deutschen Geographie zu Zeiten der Kolonisation “ befassen.

2. Der Imperialismus

Seit dem ausgehenden Mittelalter errichteten die europäischen Seemächte Portugal, Spanien, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande Kolonien, um ihre Handelswege auszubauen und zu schützen.

Mit der industriellen Revolution in Europa ging eine neue Ära der räumlichen Expansion von Nationalstaaten einher. Mit der fortschreitenden Technik konnten Entfernungen besser bewerkstelligt werden. Vor allem die Dampfschifffahrt und der Bau von Eisenbahnen führte zu einer neuen Dimension der infrastrukturellen Erschließung der Welt (vgl. MARSTON & KNOX 2001, S. 89ff.). Das Interesse am Reisen und dem Erkunden ferner Länder wuchs in der Bevölkerung vieler Staaten Europas. Im Laufe des 19.Jh. wurde Europa mehr und mehr zu einem wirtschaftlich-technischen Kraftzentrum. Mit der wachsenden Produktionskraft ging jedoch ein Kapital- und Bevölkerungsüberschuss einher. Die Bevölkerungen der einzelnen Staaten begeisterten sich für Kolonialisierung, Vereine und Gesellschaften wurden gegründet.

In der Zeitspanne von 1880 bis 1914 entlud sich diese Dynamik in vielen Expansionsbewegungen der Kolonialmächte. Diese Zeitspanne wird als Imperialismus bezeichnet. Der Wettlauf um Anteile an der Weltherrschaft hatte begonnen. Viele Motive und Strategien spielten bei der Kolonisation eine Rolle. Neben Handelsinteressen und der Suche nach geeigneten Siedlungsflächen war auch Prestige von großer Bedeutung (vgl. RUDOLF & OSWALT 2002, 158).

2.1. Die traditionellen Kolonialmächte

Der Weltmacht Großbritannien gelang es mit gezielten Kolonisationen seine Stellung zu festigen. Mit den Kolonien Singapur und Aden errangen den Briten zwischen 1815 und 1840 sehr bedeutende Siege für die Sicherung des Handelswegs nach Indien. 1842 gelang mit der Eroberung Hongkongs im „Opiumkrieg“ ein weiterer wichtiger strategischer Sieg, der die gewaltsame Erschließung des chinesischen Marktes zur Folge hatte. Indien wurde in der zweiten Hälfte des 19.Jh. Kronkolonie Großbritanniens. Auf dem afrikanischen Kontinent waren die Briten vor allem an Ägypten interessiert. Mit dem Erwerb eines Großteils der Aktien des Suezkanals, und der militärischen Festsetzung in Ägypten, waren weitere wichtige Schritte im Ausbau und Sicherung der britischen Handelsrouten gelungen (vgl. RUDOLF & OSWALT 2002, 158).

Frankreich erwarb zwischen 1880 und 1900 zahlreiche Schutzgebiete in West- und Ostafrika, sowie 1883 Indochina, 1885 Madagaskar und ab 1890 zahlreiche Erwerbungen in der Südsee.

Mit der zunehmenden Aufteilung der Räume grenzten das britische und das französische Kolonialreich aneinander.

Spanien wurde im Laufe des 19. Jh. zur sinkenden Weltmacht. Seine letzen bedeutenden Kolonien verloren die Spanier mit Kuba und den Philippinnen 1898 im Krieg mit den USA.

Auch von der portugiesischen See- und Kolonialmacht war im 19.Jh. nicht viel übrig. Einzig bei der Aufteilung Afrikas gelang Portugal mit Angola und Mosambik die Einnahme von größeren Gebieten (vgl. RUDOLF & OSWALT 2002, 159). Die Niederlande bauten im Laufe des 19.Jh. Niederländisch-Indien zu einer modernen Kolonie aus.

Der von Russland praktizierte Festlandimperialismus soll hier nur kurz angeschnitten werden. Bedeutende Ereignisse waren der Verkauf Alaskas an die USA im Jahre 1867, sowie der Krieg zwischen Russland und China in den Jahren 1904-1905. Die russische Niederlage „war das Ende der Expansion in Ostasien“ (vgl. RUDOLF & OSWALT 2002, 158).

2.2. Die neuen Kolonialmächte

Neben den traditionellen Kolonialmächten versuchten auch die jungen Nationalstaaten Europas im imperialistischen Wettlauf um die Aufteilung der Welt Kolonien zu gründen.

Die USA wurden mit dem Erwerb Kubas und der Philippinen in die Riege der Kolonialmächte aufgenommen. Belgien gelang mit dem Erwerb des Kongobeckens 1885 eine der reichsten Regionen Afrikas in Besitz zu nehmen. Italiens versuchte die altrömische Mittelmeerpolitik wieder aufzunehmen, was jedoch nur geringe Erfolge, wie den Erwerb von Eritrea, mit sich brachte. Neben Eritrea konnten noch Italienisch-Somaliland und Einflusszonen in Libyen erworben werden. Ein Krieg gegen Abessinien im Jahre 1896 endet mit einer schweren Niederlage für die Italiener.

Auch Deutschland wurde im Imperialismus zur Kolonialmacht. Mit Deutsch-Südwest, Togo, Kamerun und Deutsch Ostafrika gewann das deutsche Kaiserreich große Gebiete in Afrika. Außerdem erwarb es mit Kiautschou eine Kolonie in China, sowie einige Inseln im pazifischen Ozean (vgl. RUDOLF & OSWALT 2002, 158). Die deutschen Kolonien in Afrika werden im folgenden Kapitel der Ausarbeitung genauer beschrieben (siehe 3. Die deutschen Kolonien).

2.3. Die Aufteilung Afrikas im Imperialismus

Afrika war vor dem 19.Jh. den Europäern größtenteils unbekannt. Vereinzelte Territorien in Nordafrika waren als Stützpunkte für Reise- und Handelsrouten interessant. Die Briten sicherten ihre Handelsroute nach Indien mit einer Reihe von Stützpunkten im Mittelmeer und einer Schutzherrschaft über Ägypten. Zuvor hatten sie über lange Zeit Kolonien in Südafrika um den Seeweg um das Kap zu sichern. Mit der britischen Schutzherrschaft über Ägypten im Jahre 1882, und der französischen Besetzung Tunis 1881, begann die Aufteilung eines ganzen Kontinents (vgl. RUDOLF. & OSWALT 2002, 146). Die Briten wollten ihre südafrikanischen Kolonien über ihre ostafrikanischen Einflussgebiete mit Ägypten verbinden. Die Devise lautete „vom Kap bis Kairo“.

„Die Berliner Kongokonferenz legte in der Kongoakte (1885) die Spielregeln für die koloniale Durchdringung Afrikas fest: Staaten sollten nur noch Anspruch auf Gebiete erheben können, die sie auch tatsächlich in Besitz nahmen“ (RUDOLF & OSWALT 2002, 146). Diese Regelung für den Gebietserwerb hat die koloniale Aufteilung des afrikanischen Kontinents innerhalb von nur drei Jahrzehnten zur Folge.

1890 einigte sich Großbritannien mit Deutschland über den Austausch Helgolands gegen Sansibar. Auch Uganda wurde von den Deutschen als britisch anerkannt.

Mit dem Ausbruch des Burenkrieges im Jahre 1896 änderte sich die Beziehung zwischen Deutschland und Großbritannien. Nachdem Kaiser Wilhelm II. öffentlich den Buren, aufgrund ihrer holländischen Abstammung, Sympathien zugesprochen hatte, trafen erstmals die Interessen Deutschlands und Großbritanniens aufeinander.

Der Burenkrieg dauerte 3 Jahre an und endete mit einem Sieg der Briten über die Burenrepubliken Oranje und Transvaal (vgl. RUDOLF & OSWALT 2002, 146). Der Krieg war äußerst brutal. Das Land wurde verwüstet und die Zivilbevölkerung in Konzentrationslager gesperrt. Von 200.000 Inhaftierten starben 25.000 (vgl. RUDOLF & OSWALT 2002, 146). Die Burenrepubliken wurden in die Kronkolonie eingegliedert und 1910 wurde schließlich die Südafrikanische Union gegründet.

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Details

Seiten
16
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638467704
Dateigröße
821 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v50575
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Institut für Geographie und ihre Didaktik
Note
gut
Schlagworte
Welt… Rolle Geographie Zeiten Kolonisation Seminar Mein Blick Welt

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