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Norddeutschland - Der Bergbau und seine Probleme

Hausarbeit 2006 16 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Allgemeines zum Bergbau

3. Rohstoffe und Bodenschätze Norddeutschlands

4. Bergbauspezifische Probleme am Beispiel des Braunkohletagebaus in der Niederlausitz
4.1. Braunkohleabbau und Weiterverarbeitung als regionale Monoindustrie
4.2. Landschaftszerstörung und Umweltbelastung durch Bergbau
4.3. Durch Tagebau bedingte Umsiedlung
4.4. Rekultivierung von Abraumkippen in der Niederlausitz

5. Schlussbemerkungen

6. Literaturangaben

Norddeutschland – Der Bergbau und seine Probleme

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Der Bergbau in Deutschland hat seit Mitte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung verloren. Vor allem die weltweite Überproduktion von Rohstoffen, wie beispielsweise Kohle und Eisenerz, war sicherlich von großer Bedeutung für diese Entwicklung. Im Laufe der letzten hundert Jahre stand der Bergbau vor einigen komplexen Problemen. Manche Rohstoffe aus Deutschland sind in dieser Zeitspanne nahezu bedeutungslos geworden. Jedoch hat auch der Bergbau selbst einige Probleme für Menschen, Wirtschaft und Natur bestimmter Regionen mit sich gebracht.

In dieser Ausarbeitung soll zunächst erläutert werden, was im einzelnen zum Industriezweig Bergbau gehört. Nach diesem allgemeinen Teil soll der Focus auf Norddeutschland gerichtet werden. Es wird kurz aufgezeigt, über welche Rohstoffe und Bodenschätze der Raum Norddeutschland verfügt. Danach werden, am Beispiel des Braunkohleabbaus in der Niederlausitz, einige Probleme des Bergbaus in Norddeutschland dargestellt. Die Probleme, die vorgestellt werden betreffen die Menschen, die Wirtschaft und die Landschaft der Region im Osten Brandenburgs. Neben den Problemen in der Region, sollen auch unter 4.4. die aktuellen Bemühungen um die Rekultivierung von Abraumkippen in der Niederlausitz beschrieben werden.

2. Allgemeines zum Bergbau

Unter Bergbau versteht man die Gewinnung und Förderung von Bodenschätzen. Bodenschätze unterteilen sich in Energierohstoffe, Erze und Salze. Zu den Energierohstoffen gehören die fossilen Brennstoffe (z.B. Steinkohle, Braunkohle) aber auch die Kernbrennstoffe (z.B. Uran). Erze sind natürliche Mineralvorkommen aus denen Metalle gewonnen werden können. Salze, wie beispielsweise Stein- oder Kochsalze, bilden eine weitere Gruppe unter den Bodenschätzen (vgl. LESER 1997, 75 u. a.).

Der Abbau und die Förderung von Bodenschätzen können sowohl oberirdisch (Tagebau), wie auch unterirdisch (Untertagebau) vollzogen werden, wobei Lokalisation und Ver-witterungsbeständigkeit der einzelnen Materiale ausschlaggebend sind (Abbildungen 1 & 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 (Quelle: www.wirtschaft.saarland.de) Abbildung 2 (Quelle: www.tu-freiberg.de)

Der Untertagebau arbeitet in Tiefen von oftmals 1000 m. Die unterirdischen Arbeitsstätten sind mit Stollen und Schächten mit der Förderanlage verbunden (vgl. LESER 1997, 933). Die Weiterverarbeitung der gewonnenen Materialien wird oftmals direkt an der Oberfläche, bzw. in kurzer Distanz zur Förderanlage vollzogen. Ein Beispiel für Untertagebau in Norddeutschland ist die Eisenerzförderung in Peine und Salzgitter und die Weiterverarbeitung in einer, sich um den Förderort ansiedelnden Schwerindustrie (vgl. HAVERSATH 1997, 49). Ehemalige Bergwerksstollen werden auch genutzt um Sonderabfälle und radioaktive Reststoffe zu lagern. Vor allem aufgrund der Halbwertzeit radioaktiver Abfälle findet heute noch eine rege Diskussion um die Lagerung dieser Materialien statt. Die Hydrologie und die Tektonik von Bergbaustätten spielen hierbei eine große Rolle.

Im Übertagebau wird zunächst die Bodenoberfläche abgetragen, bis man das zu fördernde Material abbauen kann. Abbildung 3 zeigt schematisch wie die Förderung von Braunkohle in der Lausitz funktioniert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 (Quelle: RUHREN & SCHWEDE 1997)

Die Deckschicht, bzw. das Deckgebirge darf nur von geringer Mächtigkeit sein (vgl. LESER 1997, 862). Je nachdem wie mächtig die abzutragende Rohstoffschicht ist (in Abbildung 3 Braunkohleflöze), kann ein Tagebau sich bis zu 500 m in die Erdoberfläche einarbeiten. Man spricht dann auch von einem Tieftagebau (vgl. LESER 1997, 862). Die Rohstoffgewinnung durch Übertagebau hat große Auswirkungen auf die Landschaftsökosysteme und die Hydrologie der Region. „Wegen der großen Flächenbeanspruchung (→Landschaftsverbrauch) erfolgt eine vollständige –Ausräumung der Kulturlandschaft- und deren weitgehende Zerstörung“ (LESER 1997, 862). Im weiteren Verlauf der Ausarbeitung wird dies eingehender behandelt.

3. Rohstoffe und Bodenschätze Norddeutschlands

Das norddeutsche Tiefland und die nördlichen Teile der Mittelgebirge verfügen über eine Reihe verschiedenster Bodenschätze. Schon seit der vorindustriellen Zeit sind im norddeutschen Raums Tone, Sande, Kiese und Schotter marktnahe zu erschließen gewesen. Eine Expansion der Sand- und Kiesgruben in Norddeutschland ging mit dem Beginn der Betonbauweise einher (vgl. HAVERSATH 1997, 49). Kiese, Sande und Tone sind im Wesentlichen im Bereich des quartären Untergrunds zu finden. In der Niederlausitz und bei Helmstedt stehen, ebenfalls unter einer quartären Deckschicht, Braunkohleflöze aus dem Tertiär an, welche für den Tagebau erschlossen sind und zur Strom- und Fernwärmeerzeugung genutzt werden (vgl. HAVERSATH 1997, 49). Auf den Abbau der Braunkohle in der Niederlausitz wird im weiteren Verlauf der Ausarbeitung noch genauer eingegangen.Auf Helgoland und Rügen sind bereits weitgehend abgebaute Kalksteine und Gipse zu finden (Abbildung 4). Auch in Bad Segeberg sind Kalksteine in Form der „Kalkberge“ (Abbildung 5) zu finden.

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Details

Seiten
16
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638467698
ISBN (Buch)
9783638909921
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v50574
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Institut für Geographie und ihre Didaktik
Note
gut
Schlagworte
Norddeutschland Bergbau Probleme Seminar

Autor

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