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Der Leviathan. Politischer Zynismus und die Inszenierung des Staatsapparats als aggressive Entität

Bachelorarbeit 2019 30 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Motive für die Wahl des Themas und des Untersuchungsgegenstands
1.2. Zielsetzung und Fragestellungen
1.3. Aufbau der Arbeit und Inhaltsübersicht

2. Theoretischer Bezugsrahmen: Politischer Zynismus
2.1. Zur Relevanz des theoretischen Ansatzes
2.2. Zum Politischen Zynismus
2.3. Verwandte Konzepte
2.3.1. Zum Sozialen Zynismus
2.3.2. Zum Right-Wing-Autoritarismus

3. Filmanalyse
3.1 Im Reich des Leviathan
3.2 Sünde und Sexualität
3.3 Das Gesicht der Macht

4. Diskussion

Bibliographie

1. Einleitung

1.1. Motive für die Wahl des Themas und des Untersuchungsgegenstands

Wenn in einer Gesellschaft Repressionen aufgrund bestimmter Meinungsäußerungen befürchtet werden müssen, bleibt oft die Verschlüsselung kritischer Inhalte, die sich auf machtpolitisch überlegene Strukturen beziehen, als Konflikte im gesellschaftlich- politischen Mikrokosmos nachbarschaftlicher, kommunaler oder familiärer Natur als fraktale Analogie auf wahrgenommene Missstände und Spannungen. Daraus resultierende zynische Einstellungen und Empfindungen formen die Gesellschaft rekursiv ebenso wie sie von ihr geformt werden. So zeigte die kulturvergleichende sozialpsychologische Forschung bisher, dass altruistisches Verhalten in tendenziell autokratischen Gesellschaften, in denen das Vertrauen in die staatliche Ordnung und die Uneigennützigkeit zwischen Fremden schwach ausgeprägt ist, weniger gezeigt wird als in Staaten, in denen der alltägliche Umgang mit Fremden und die Einstellung gegenüber Staatsorganen weniger von Misstrauen geprägt ist.1

Wo das Vertrauen in Politiker, politische Strukturen und die Demokratie im Allgemeinen schwindet, finden zynische Deutungen und Weltbilder Eingang in die Kunst und damit in die Filmindustrie. Exemplarisch wird dies in der vorliegenden Arbeit an zwei Filmen gezeigt: „Leviathan“ (RU, 2014)2 von Andrei Swjaginzew und „Zeit des Zorns“ (IRN, 2010)3 von Rafi Pitts, die im Hinblick auf die Inszenierung von sozialem und politischem Zynismus als handlungstragendes Element und auch filmgestalterisches Mittel analysiert werden sollen. Im Folgenden werden diese beiden Filme zur Vereinfachung der Lesbarkeit nur noch ohne ihre Daten zum Ursprungsland und Produktionsjahr genannt.

Der 1964 in Russland geborene Regisseur und Schauspieler Andrei Swjaginzew, drehte „Leviathan“ inspiriert durch eine wahre Begebenheit: Im Jahr 2008 zerstörte ein Mann in Colorado (USA) mit einem Bulldozer mehrere Gebäude, nachdem seine Werkstattzufahrt durch den Bau einer Zementfabrik blockiert worden war. Anschließend beging der besagte Mann Selbstmord.4

Namensgeber für das Drehbuch war Thomas Hobbes Abhandlung Leviathan. Jedoch auch die Novelle Michael Kohlhaas von Heinrich Kleist und das Buch Hiob waren Inspirationsquellen für das Filmdrama „Leviathan“, welches Swjaginzew mit Oleg Negin als Co-Autor entwickelte. Der Regisseur hat in Russland die Hochschule für Theater und die Akademie für Theaterkunst absolviert und als Schauspieler in Fernseh- und Kinoproduktionen gearbeitet. Zunächst führte Swjaginzew Regie für verschiedene Fernsehformate, bis er schließlich 2003 die Möglichkeit erlangte seinen Debütfilm „Die Rückkehr“ (RU, 2003)5 zu drehen. Dieser, „Leviathan“ und weitere Werke wie z.B. „Die Verbannung“ (RU, 2007)6, „Jelena“ (RU, 2011)7 fanden internationale Anerkennung.

„Leviathan“ ist als Politdrama zu verstehen, welches versucht das „Scheitern des kleinen Mannes“ als Korrelat des korrupten politischen Systems zu skizzieren und sich dabei als Kulisse des sozialen und kulturellen Rahmens einer kleinen Gemeinde in der russischen Peripherie zur Zeit der Regierung Putins bedient. Der Protagonist Kolya führt eine Autowerkstatt als einfacher Mechaniker am Barentsee. Gemeinsam mit seiner Frau Lilya und seinem Sohn Roman lebt er in dem selbsterbauten Haus auf dem Grundstück, welches seit Generationen in Besitz seiner Familie ist. Der Bürgermeister Vadim versucht die Familie aus dem Haus vertreiben, um ein Bauprojekt zu realisieren. Kolya setzt sich zur Wehr und erhält dabei Unterstützung von seinem Freund Dimitri, einem Anwalt aus Moskau.

Obwohl die Hauptrollen mit namenhaften Schauspielern aus Russland besetzt wurden, wie z.B. Aleksey Serebryakov, Elena Lyadova, Vdovichenkov, Roman Madyanov und Sergey Pokhodaev und Vladimir Vdovichenkov und 2012 sogar als „Verdienter Künstler der russischen Föderation“ geehrt wurde, erntete Leviathan in der politischen, kirchlichen und journalistischen Öffentlichkeit harsche Kritik: Der Film spiegele zu sehr die negative westliche Sichtweise auf Russland wieder, wodurch sich viele Menschen in Russland „angegriffen und geächtet“ fühlten8. Der amtierende Kulturminister Wladimir Medinski unterstellte Swjaginzew, er benutze die anti-russische Stimmung zu seinem beruflichen Vorteil. Als Folge dessen schlug das Kulturministerium Regelungen vor, um zukünftig Filme verbieten zu können, welche ein negatives Bild von Russland in der Öffentlichkeit zeichnen. An der Stelle sei erwähnt, dass das russische Kulturministerium mehr als ein Drittel der Produktionskosten von „Leviathan“ finanziert hat, der Film jedoch später, vordergründig wegen eines Gesetzes, welches Schimpfwörter in den Medien und Theatern verbot, lediglich in einer zensierten Sprachfassung in die Kinos gebracht wurde.9

Swjaginzew selbst zeigte sich erstaunt darüber, dass der Film so ernst „wie ein Dokumentarfilm“ genommen wurde. Es gehe gar nicht speziell um Russland, sondern um das Scheitern des gewöhnlichen kleinen Mannes10. Ein geflügeltes Wort in Russland besagt allerdings: Man könne in Russland zu jeder Türe hinausgehen, um den Film gesehen zu haben; der Film laufe überall im Land ab. Entsprechend der kontroversen Diskussion gab es auch Lob seitens nationaler Kritiker, die sich über den hohen Wahrheitsgehalt von Leviathan, bezüglich der Situation im aktuellen Russland äußerten11.

Die deutsch-iranische Filmproduktion „Zeit des Zorns“ von dem Regisseur und Schauspieler Rafi Pitts, welche in dieser Arbeit als Vergleichsfilm herangezogen wird, bewegt sich thematisch in einem ähnlichen Radius wie Leviathan: Auch hier findet sich der Protagonist in einem aussichtslosen Kampf gegen die erbarmungslose Gewalt des Staates wieder.

Der Film wird von Pitts als „neorealistischer Western“12 beschrieben und spielt in der Großstadtmetropole Teheran sowie dessen Umland. Wie für Rafi Pitts Filme üblich, wurden auch die Rollen in diesem Film mit Laiendarstellern besetzt. Ausnahmen betreffen den Charakter der Ehefrau und die Hauptrolle, die Pitts selber übernahm, als dessen Darsteller ausfiel.

Im März 2009 wurde einer der bekanntesten iranischen Filmvertreter Jafar Panahi verhaftet. Zeitgleich wurde auch Pitts Regieassistent Mehdi Pourmoussa verhaftet, er wurde allerdings wieder freigelassen. Dies könnte als eine Art Warnung erfolgt sein13. Wie Pitts bereits in dem Zitat zuvor erwähnt, fanden die Dreharbeiten zu „Zeit des Zorns“ während der Präsidentschaftswahlen statt. „Der Umstand, dass Zeit des Zorns vor den Juni-Unruhen14 2009 gedreht wurde, macht den Film prophetisch.“15

In dieser Geschichte kommen Frau und Kind des vorbestraften Familienvaters Ali Alawi bei politischen Unruhen unter ungeklärten Umständen ums Leben. Bei der Aufklärung von den Behörden im Stich gelassen, sieht der Protagonist keinen Ausweg mehr, als sich am System zu rächen, indem er zwei Polizisten erschießt um anschließend in die Wälder zu flüchten.

Repressalien seitens des Systems erleidet auch der Protagonist von Swjaginzews Leviathan, welcher durch Vertreter von Politik und Kirche aus seinem Haus vertrieben werden soll. Sein Widerstand führt zum Verlust seiner Familie und zu seiner Inhaftierung wegen des angeblichen Mordes an seiner Frau.

1.2. Zielsetzung und Fragestellungen

In dieser Arbeit soll ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt werden, der Theorien aus der Sozialpsychologie exemplarisch auf den Film zur Anwendung bringt. Das thematische Feld spannt sich hierbei auf zwischen der Perspektive des Regisseurs, der Inszenierung des Erlebens und Verhaltens der Charaktere und der Schauspielerführung, in welcher diese zum Ausdruck kommen sowie weiterhin der Gestaltung der relevanten Umweltbedingungen, welche die benannten Konzepte bedingen.

Zudem soll das Repertoire von Gestaltungsmitteln identifiziert werden, welche politischen und sozialen Zynismus darstell- und erlebbar für den Zuschauer machen, sowie ihre Wirkweise analysieren. Hierbei werden sowohl inhaltliche als auch gestalterische Unterschiede wie auch Gemeinsamkeiten beider Filme berücksichtigt.

Ziel dieser Arbeit ist die Überführung sozialpsychologischer Theorien in den filmwissenschaftlichen Diskurs. Damit wird die Erweiterung der Filmtheorie und - ästhetik um einen interdisziplinären Bezugsrahmen angestrebt.

1.3. Aufbau der Arbeit und Inhaltsübersicht

Im Folgenden werden zunächst relevante Theorien vorgestellt, indem die Konzepte „politischer Zynismus“, „sozialer Zynismus“ und „Right-Wing-Authoritarianism“ definiert werden (Kapitel 2). Dabei wird Bezug genommen auf aktuelle Forschungsliteratur aus den Fachbereichen Politikwissenschaften und Psychologie. Schließlich werden mehrere Sequenzen aus „Leviathan“ und „Zeit des Zorns“ analysiert (Kapitel 3), abschließend dargestellt und diskutiert (Kapitel 4).

2. Theoretischer Bezugsrahmen: Politischer Zynismus

2.1. Zur Relevanz des theoretischen Ansatzes

Seit den sechziger Jahren ist der politische Zynismus Bestandteil der Forschungsarbeit in der Politik- und Sozialwissenschaft sowie in der Psychologie. Seit Jahren wächst sogar in westlichen Demokratien das Misstrauen in Politiker und die Demokratie im Allgemeinen16. Eine immer stärker werdende Informationsflut und das Verschmelzen nationaler und internationaler Politik lässt eigene Handlungsmöglichkeiten immer begrenzter erscheinen und marginalisiert den Einfluss gewählter Volksvertreter im globalen Handlungskontext. In der Folge gewinnen theoretische Erklärungsansätze wie politischer und sozialer Zynismus zunehmend an Bedeutung. In die Filmwissenschaft fanden diese Modelle bisher jedoch wenig Eingang.

2.2. Zum Politischen Zynismus

Das Konzept des politischen Zynismus wurde erstmals von Agger, Goldstein und Pearl (1961) eingeführt. Sie definieren politischen Zynismus als “the extent to which people hold politicians and politics in disrepute, the extent to which these words symbolise something negative rather than something positive”.

Aus dieser Definition geht hervor, dass der Gegenstand von politischem Zynismus sowohl der Politiker als auch die Politik an sich ist oder sein kann und sich auf ebendiese beschränkt. Den Gegenpol von politischem Zynismus bildet dementsprechend politisches Vertrauen. Dieses umfasst eine allgemein positive Einschätzung der Integrität, Kompetenz und Responsivität politischer Akteure. Wenn ein Politiker als nicht integer wahrgenommen wird, entsprechen die daraus resultierenden Emotionen und Überzeugungen dem Konzept des politischen Zynismus17. Typische Verhaltensweisen von Politikern, die der politische Zyniker diesem unterstellt sind dementsprechend Manipulation, Eigennützigkeit, Profitstreben, Unehrlichkeit und moralische Verkommenheit18. Die Ursache von politischem Zynismus liegt dabei auf gesellschaftlicher Ebene in der Überzeugung, Politiker seien korrupt und eigennützig. Aus der Perspektive des Individuums entsteht politischer Zynismus aus der Auffassung, das öffentliche Geschehen nicht beeinflussen zu können und im gesellschaftlichen Diskurs keine Stimme zu haben (Litt, 1963).

2.3. Verwandte Konzepte

2.3.1. Zum Sozialen Zynismus

Das Oxford English Dictionary definiert einen Zyniker als „jemand, der eine Disposition zum Zweifel an der Aufrichtigkeit oder Gutherzigkeit menschlicher Motive und Taten an den Tag legt“. Das Weltbild des Zynikers ist also ausgesprochen negativ. Während sich der politische Zynismus auf politische Strukturen und Akteure beschränkt, generalisiert der soziale Zyniker seine negativen Überzeugungen auf die Gesamtheit seiner Mitmenschen. Sie neigen entsprechend dazu, die Gesellschaft als solche zu kritisieren und ein tiefes Misstrauen gegenüber der menschlichen Natur und Selbstlosigkeit zu hegen. Kollektives Handeln und politische Partizipation werden demzufolge mit wachsendem sozialem Zynismus weniger wahrscheinlich. Psychologen betrachten Zynismus (in Abgrenzung zu politischem Zynismus, welcher eher eine Einstellung bezeichnet, auch wenn er dem sozialen Zynismus in Hinblick auf Inhalt und Valenz ähnelt) als Persönlichkeitseigenschaft, welche mit höherer Dominanzorientierung einhergeht (s. Kap. 2.3.2).

2.3.2. Zum Right-Wing-Autoritarismus

“ Right-wing authoritarianism is an ›individual‹ factor, a personality variable, a ›trait‹ if you like, developed on the premise that some persons need very little situational pressure to (say) submit to authority, while others often require significantly more. Conceived as a set of covarying attitudes (that is, attitudes that tend to go together), it is operationally defined as the score on an attitude scale that I named (in a burst of creativity) the RWA Scale19

Mit Autoritarismus gehen spezifische Einstellungen und Verhaltensweisen einher, so führt die Neigung, Autoritäten früh nachzugeben und anzuerkennen zu eher konservativen, traditionellen Wertvorstellungen und einem rigiden Festhalten an selbigen. Die Legitimität herrschender Normen und Machtstrukturen wird kaum in Frage gestellt und disparierende Meinungen und Ideologien können nur schlecht toleriert werden. Das Wesen von Autoritarismus prädestiniert also dazu, faschistische Überzeugungen zu adaptieren.

Während das Attribut „autoritär“ bei Individuen einen Führungsstil bezeichnet, werden „autoritäre“ Regime häufig mit totalitären Regierungen gleichgesetzt. Die Gemeinsamkeit ist hier das Machtgefälle. Mit mehr Macht ausgestattete Teile der Gesellschaft setzen diese auf aggressive Art und Weise gegen Schwächere ein20.

Nach Adorno handelt es sich bei sozialem Zynismus um eine Komponente von Autoritarismus. Alle drei Konstrukte weisen damit konzeptuelle und empirische Überschneidungen auf, weshalb sie alle im Vorfeld dieser Arbeit näher beleuchtet wurden.

[...]


1 Vgl. Herrmann, B., Thöni, C. & Gächter, S. (2008). Antisocial punishment across Societies. Washington: Science, 319 (5868), 1362-1367.

2 „Leviathan“, RU 2011, Regie: Andrei Swjaginzew.

3 „Zeit des Zorns“, IRN 2010, Regie: Rafi Pitts.

4 Vgl. Wolf, S.: Russian film inspired by Colorado news story gets Oscar nod. Auf: http://www.cpr.org/news/story/russian-film-inspired-colorado-news-story-gets-oscar-nod (Zugriff am: 14.09.2018).

5 „Die Rückkehr“, RU 2003, Regie: Andrei Swjaginzew.

6 „Die Verbannung“, RU 2007, Regie: Andrei Swjaginzew.

7 „Jelena“, RU 2011, Regie: Andrei Swjaginzew.

8 MacFarquhar, N.: Russian Movie ‘Leviathan’ Gets Applause in Hollywood but Scorn at Home. Auf: https://www.nytimes.com/2015/01/28/world/europe/leviathan-arussian-movie-gets-applause-in- hollywood-but-scorn-at-home.html?_r=0 (Zugriff am: 18.06.2018).

9 Vgl. Andrey Zvyagintsev. Biography. Auf: http://www.imdb.com/name/nm1168657/bio?ref_=nm_ov_bio_sm (Zugriff am: 15.09.2018).

10 Vgl. Dpa. Leviathan. Golden Globe Sieger spaltet Russland. Auf: http://www.zeit.de/news/2015- 01/26/film-leviathan---golden-globe-sieger-spaltet-russland-26105207 (Abruf am 18.06.2018).

11 Vgl. MacFarquhar, Auf: https://www.nytimes.com/2015/01/28/world/europe/leviathan-arussian- movie-gets-applause-in-hollywood-but-scorn-at-home.html?_r=0 (Zugriff am: 18.06.2018).

12 Vgl. Kalmazadeh, D.: „The Hunter": "Man realisiert, dass man nicht alleine ist. Auf: https://derstandard.at/1297216051340/Man-realisiert-dass-man-nicht-alleine-ist (Zugriff am 19.06.2017).

13 Vgl. Assheuer, T.: Grün ist die Farbe der Revolution. Die Zeit. Auf: http://www.zeit.de/2010/15/Kino-Rafi-Pitts (Zugriff am: 08.12.2018).

14 Die Juni-Unruhen beziehen sich auf den Machtkampf zwischen dem mächtigen Religionsführer Ali Chamenei und Ali Akbar Haschemi Rafsandschani, dem Ex-Ministerpräsidenten. „Chamenei will starr an revolutionären Idealen festhalten und nimmt eine Militarisierung in Kauf, der Geistliche und Geschäftsmann Rafsandschani plädiert für eine pragmatischere Politik und sanfte Modernisierung und vertritt seit Langem eine Politik der Öffnung gen USA.“ (vgl. Nüsse, 2009). Während Chamenei die Werte der iranischen Revolution beschützt wissen wolle, versuchten Politiker wie Rafsandschani einen Wandel herbeizuführen, was zu massiven Unruhen hinter den Kulissen der Regierung führte (ebenda).

15 Vgl. Assheuer, T.: Auf: http://www.zeit.de/2010/15/Kino-Rafi-Pitts (Zugriff am: 08.12.2018).

16 Vgl. Dalton, R. J. (2004). Democratic challenges, democratic choices; The erosion of political support in advanced industrial democracies. Oxford: Oxford University Press.

17 Vgl. Dancey, L. (2012). The Consequences of Political Cynicism: How Cynicism shapes Citizens‘ Reactions to Political Scandals. Pittsburgh: Political Behavior, 34. 411-423.

18 Vgl. Pattyn et al. (2012). Stripping the Political Cynic: A Psychological Exploration of the Concept of Political Cynicism. European of Personality, 26, 566-579.

19 Vgl. Altemeyer, B. (1988). Enemies of freedom: Understanding right-wing authoritarianism. San Francisco: CA: Jossey-Bass.

20 Vgl. Funke, F. (2005). The Dimensionality of Right-Wing-Authoritarianism: Lessons from the Dilemma between Theory and Measurement. Political Psychology, 26, 2.

Details

Seiten
30
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346060396
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v505456
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,5
Schlagworte
Leviathan Politischer Zynismus Filmanalyse Russischer Film iranischer Film Zeit des Zorns Rafi Pitts Andrei Swjaginzew sozialer Zynismus Drama Tragödie vergleichende Analyse Macht Machtstrukturen internationaler Film

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