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Karriere oder Familie. Was macht Männer und Frauen glücklicher?

Empirische Evidenz zum Einfluss von Karriere und Familie auf Glück

Masterarbeit 2015 84 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Formelverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anhangsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literaturdiskussion zur Glücksforschung
2.1 Berechtigung der ökonomischen Glücksforschung
2.2 Methoden und Annahmen bei der Messung von Glück
2.3 Einflussfaktoren auf das Glücksniveau in der Literatur
2.3.1 Soziodemografische Faktoren
2.3.2 Ökonomische Faktoren
2.3.3 Politische und kulturelle Faktoren
2.4 Einordnung des Arguments und Forschungslücke

3. Theoretisches Argument
3.1 Nutzen und Kosten von Karriere
3.2 Nutzen und Kosten von Familie

4. Empirische Evidenz zum Einfluss von Karriere und Familie auf Glück
4.1 Datengrundlage: General Social Survey
4.2 Beschreibung der Variablen und deskriptive Statistik
4.2.1 Abhängige Variable Glück
4.2.2 Unabhängige Variablen Familie und Karriere
4.2.3 Kontrollvariablen
4.2.4 Deskriptive Statistik
4.3 Empirisches Design
4.4 Ergebnisse zum Einfluss von Karriere und Familie auf das Glücksniveau von
Männern und Frauen
4.4.1 Ordered Probit Ergebnisse
4.4.2 Marginale Effekte von Karriere auf Glück
4.4.3 Marginale Effekte von Familie auf Glück
4.4.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.5 Diskussion der Qualität der Ergebnisse

5. Schlussbemerkungen

Anhang
Anhang I: Beschreibung der Generierung und Bedeutung der Variablen
Anhang II: Unterschiede zwischen Männern und Frauen bzgl. Glück, Karriere und Familie
Anhang III: Deskriptive Statistik
Anhang III: Deskriptive Statistik
Anhang IV: Ergebnisse der Ordered Probit Regressionen
Anhang V: Ordered Probit marginale Effekte von Karriere auf Glück
Anhang VI: Ordered Probit marginale Effekte von Familie auf Glück
Anhang VII: Vorhergesagte Wahrscheinlichkeiten

Literaturverzeichnis

Abstract

Diese Arbeit analysiert den Einfluss von Karriere und Familie auf das Glücksbefinden von 4.576 US-Amerikanern im Alter von 25 bis 54 Jahren. Anhand von Querschnittsdaten der GSS der Jahre 2000 bis 2012 wird eine Ordered Probit Regression durchgeführt. Die Schätzung berücksichtigt soziodemografische und ökonomische Kontrollvariablen sowie eine Interaktionsvariable von Karriere und Familie. Karriere hat einen positiven Einfluss auf Glück, wobei sich die Ergebnisse je nach Geschlecht sowie für öffentliche und privat Beschäftigte unterscheiden. Ein signifikanter Einfluss von Familie auf Glück konnte in den meisten Fällen nicht gefunden werden.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Mittelwerte der Variablen

Tabelle 2: Vorhergesagte Wahrscheinlichkeit, dass befragte Person sehr glücklich ist

Tabelle 3: Ergebnisse der Ordered Probit Regression für Modelle (1)-(5)

Tabelle 4: Ergebnisse der Ordered Probit Regression für Modelle (6)-(9)

Tabelle 5: Marginale Effekte von Karriere auf die unabhängige Variable Glück

Tabelle 6: Marginale Effekte von Familie auf die unabhängige Variable Glück

Formelverzeichnis

Formel 1: Spezifikation und Formel für Glück

Formel 2: Marginaler Effekt von Karriere auf Glück

Formel 3: Marginaler Effekt von Familie auf Glück

Formel 4: Formel von Glück, wenn eine Person Familie hat

Formel 5: Formel von Glück, wenn eine Person keine Familie hat

Formel 6: Formel von Glück, wenn eine Person keine Karriere hat

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhangsverzeichnis

Anhang I: Beschreibung der Generierung und Bedeutung der Variablen

Anhang II: Unterschiede zwischen Männern und Frauen bzgl. Glück, Karriere und Familie

Anhang III: Deskriptive Statistik

Anhang IV: Ergebnisse der Ordered Probit Regressionen

Anhang V: Ordered Probit marginale Effekte von Karriere auf Glück

Anhang VI: Ordered Probit marginale Effekte von Familie auf Glück

Anhang VII: Vorhergesagte Wahrscheinlichkeiten

1. Einleitung

„We hold these Truths to be self -evident, that all Men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty, and the pursuit of Happiness. “ (Declaration of Independence 1776)

Schon in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung ist das Streben nach Glück als ein unveräußerliches Recht verankert und verdeutlicht, dass Glück schon immer ein Ziel im Leben der Menschen war. Besonders in der heutigen Gesellschaft ist die Verfolgung des individuellen Glücks für viele Menschen das höchste Ziel ihres Lebens. In modernen Industrienationen gibt es inzwischen viele Lebensmodelle und Wahlmöglichkeiten, wobei jeder in der Pflicht steht, durch die eigene Lebenswahl möglichst glücklich zu sein. Pessimistisch wurde dies schon als die „Diktatur des Glücks“ (Marinic 2009) betitelt. Zu oben genannten Lebensmodellen gehört die Wahl zwischen Familie und Karriere, so eine Person denn die Wahlmöglichkeit hat. Karriere und Familie beeinflussen das Leben sehr stark. Gerade junge Menschen wollen immer häufiger sowohl Familie als auch Karriere verwirklichen. Aber machen Familie und Karriere überhaupt glücklich? Und zu welchem Grad? Vorliegende Arbeit widmet sich ebendieser Forschungsfrage, was Männer und Frauen hinsichtlich Karriere oder Familie glücklicher macht. Glück bezieht sich dabei auf das in Umfragen selbstevaluierte Wohlbefinden von Individuen.

Die Frage wird durch eine Kosten-Nutzen-Analyse aus ökonomischer Sicht betrachtet. Obwohl Glück zu den zentralen Themen im Leben gehört, haben Ökonomen die Glücksforschung lange Zeit als unwissenschaftlich entwertet (Frey und Stutzer 2002a:Preface). Doch seit den ersten Arbeiten Easterlins (1974) gewinnt auch die ökonomische Glücksforschung immer mehr an Bedeutung.

Die Arbeit sucht empirische Evidenz zu der Hypothese, dass unter Kosten-NutzenÜberlegungen sowohl Karriere als auch Familie glücklich machen. Allerdings verdienen Frauen weniger als Männer und haben somit weniger Nutzen aus einer Karriere. Ebenso übernehmen sie einen größeren Anteil in der Kindererziehung und Hausarbeit, weshalb ihre Kosten für Familie höher sind als für Männer. Somit wird ein geringerer positiver Effekt von Karriere und Familie auf das Glück von Frauen als für Männer erwartet. Durch eine einfachere Vereinbarkeit von Familie und Beruf im öffentlichen Sektor Einleitung 2 könnten sich die Ergebnisse für staatlich Beschäftigte im Vergleich zu Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft unterscheiden.

Eine Ordered Probit Regression mit Querschnittsdaten der Jahre 2000 bis 2012 der USamerikanischen GSS liefert folgende Ergebnisse: Karriere hat einen positiven Einfluss auf das Glück von Männern und Frauen. Die Ergebnisse weichen für die Geschlechter leicht ab, wobei der Koeffizient für Männer größer ist. Allerdings hat eine Karriere für Männer dann keinen Einfluss auf Glück, wenn sie bereits eine Familie haben. Karriere erhöht das Glück für öffentlich Beschäftigte mit Familie, was auf eine gute Vereinbarkeit von Familie und Karriere im staatlichen Sektor hinweist. In der Privatwirtschaft Angestellte erfahren einen positiven Einfluss auf Glück, wenn sie keine Familie haben. Ein signifikanter Einfluss von Familie auf Glück konnte in den meisten Fällen nicht gefunden werden.

Folgender Aufbau liegt der Arbeit zugrunde: Der Literaturteil verschafft zunächst einen Überblick über die Berechtigung der ökonomischen Glücksforschung sowie die Methoden und Annahmen bei der Messung von Glück. Außerdem werden die soziodemografischen, ökonomischen sowie politischen und kulturellen Glücksdeterminanten beleuchtet. In Kapitel 3 wird die Argumentationskette durch Kosten- Nutzen-Analysen von Karriere und Familie aufgearbeitet. Kapitel 4 liefert umfangreiche empirische Evidenz zum Einfluss von Familie und Karriere auf Glück.

2. Literaturdiskussion zur Glücksforschung

Die Literaturdiskussion beschäftigt sich nach einer kurzen Einführung zur ökonomischen Glücksforschung sowie zur Messung von Glück mit den bekannten Determinanten von Glück. Dabei orientiert sich das Kapitel stark an der Grundlagenliteratur „Happiness and Economics“ von Frey und Stutzer (2002a).

2.1 Berechtigung der ökonomischen Glücksforschung

Die klassische ökonomische Theorie folgt der Annahme, dass die Agenten im Markt stabile Präferenzen haben und rationale Entscheidungen, welche mit ebendiesen Präferenzen im Markt konsistent sind, treffen (Thaler 1988; Kahneman und Thaler 2006). Als einer der Ersten griff Scitovsky (1976) die Bedenken, der Markt spiegele nicht das wahre Verhalten der Individuen wider, auf. Er nennt Beispiele für elementare menschliche Bedürfnisse, wie persönliche Beziehungen, deren Erfüllung jedoch wegen ihres fehlenden Marktwerts keine Bedürfnisbefriedigung im ökonomischen Sinne darstellt (ibd.:81). Ebenso beschreibt Thaler (1988) unter dem Phänomen „Winner’s Curse“ Anomalien, die nicht mit der Annahme eines rational entscheidenden Individuums vereinbar sind. Er resümiert, ein Konsument versuche zwar den zukünftigen Nutzen seiner Entscheidung zu projizieren und damit seinen Entscheidungsnutzen zu maximieren, diese Vorhersage sei aber im Vergleich zum tatsächlich erlebten Nutzen oftmals verzerrt (Kahneman und Thaler 2006).

Ebenso greift Ng (2003) Beobachtungen auf, welche die traditionelle ökonomische Theorie nicht erklären kann. Er bestätigt eine durch imperfektes Wissen und eingeschränkte Rationalität mögliche Abweichung der Präferenzen eines Individuums vom tatsächlich besten Ergebnis. Somit scheitert ökonomische Theorie daran, bestimmtes individuelles Verhalten zu erklären. Ein nicht erklärbares Phänomen ist bspw. die hohe Bedeutung von relativem Einkommen und Konsum (s. Kapitel 2.3.2). Weiterhin prägen Fairness, Reziprozität sowie die limitierte Fähigkeit, die eigene Zukunft vorherzusagen, wirtschaftliches Handeln und machen es unerklärlich für die traditionelle ökonomische Theorie (Fehr und Schwarz 2002:14; Frey und Stutzer 2002a:22f.; MacKerron 2012). Einen alternativen Erklärungsansatz verlangt ferner die Existenz von Freiwilligenarbeit und Spendenbereitschaft (Frey und Stutzer 2002a:21).

Zusammenfassend ist es nicht möglich, eine direkte Beziehung zwischen beobachtetem Verhalten und individuellen Präferenzen herzustellen. Um hier Theorien zu entwickeln, müssen Wirtschaftswissenschaftler psychologische Erkenntnisse in ihre Überlegungen einbeziehen (Fehr und Schwarz 2002:11). Offer (2006) statiert, dass alternative Wohlfahrtsmessungen, z.B. über Glück, hervorragende alternative Indikatoren sind, welche zusätzliche Erkenntnisse erlauben. Di Tella und MacCulloch (2006) analysieren empirische Studien zu Glück und folgern eine bestehende Korrelation von Glück mit ökonomischem Nutzen. Ferrer-i-Carbonell (2013) bestätigt, dass subjektives Wohlbefinden als Annäherung für Nutzen verwendet werden kann, um das Verhalten von Individuen im ökonomischen Sinne besser zu verstehen. Insgesamt ist Glück ein nützliches Maß für die Messung individueller Präferenzen (Kahneman und Krueger 2006). Zusätzlich hilft subjektives Glücksbefinden als Indikator, die Hintergründe individuellen Verhaltens besser zu verstehen (Ferrer-i-Carbonell 2013).

2.2 Methoden und Annahmen bei der Messung von Glück

Ökonomen der Glücksforschung bedienen sich gewöhnlich Bevölkerungsumfragen, in denen Individuen ihr subjektives Wohlbefinden evaluieren. Die befragten Personen ordnen sich je nach Umfrage auf einer numerischen (z.B. 0-10) oder verbalen (z.B. „sehr schlecht“ bis „sehr gut“) Skala ihrem selbsteingeschätzten Glücksniveau zu (ibd.). Dabei zeigte sich, dass die Befragten bereit und fähig sind, ihr eigenes Glücksniveau konsistent zu evaluieren, womit selbsteingeschätztes Glück der beste Indikator für das tatsächliche Glück eines Individuums darstellt (Frey und Stutzer 2002:26; Ferrer-i- Carbonell 2013). Die Begriffe Glück, Wohlbefinden und Zufriedenheit nutzen die meisten Forscher synonym (Frey und Stutzer 2002a:25; Ferrer-i-Carbonell und Frijters 2004), wobei sich diese Arbeit zur Vereinheitlichung auf den Begriff Glück konzentriert.

Da Glück einen sehr abstrakten Begriff darstellt, gelten einige Annahmen für die Messung von Glück. Erstens können aktuelle Situationen (z.B. ob am Tag der Befragung die Sonne scheint) oder die Fragen, die der Interviewer zuvor stellt, die Selbstevaluierung des Glücks beeinflussen. Jedoch legen Kahneman und Krueger (2006) dar, dass sich diese Effekte in repräsentativen Bevölkerungsumfragen ausgleichen und im Durchschnitt Null ergeben, womit sie keinerlei Systematik besitzen.

Des Weiteren bestätigt die Forschung zur Messung von subjektivem Wohlbefinden eine hohe Korrelation zwischen dem angegeben Glücksniveau und objektiven physiologischen und medizinischen Kriterien (ibd.). Selbstevaluiertes Glück korreliert mit der Lachaktivität, selbsteingeschätzten Gesundheit und Schlafqualität (Frank 1997; Frey und Stutzer 2002a:33; Steptoe, Dockray und Wardle 2009). Außerdem ist Wohlbefinden mit kreativem Denkvermögen und prosozialem Verhalten verbunden (Huppert 2009). Wie sich eine Person selbst in Bezug auf Glück evaluiert, stimmt zudem mit der Einschätzung von Freunden und Familie überein und hängt damit zusammen, wie ausgeprägt sich eine Person an positive oder negative Ereignisse erinnert (Blanchflower und Oswald 2004). Durch diese starke Korrelation zwischen emotionalem und physischem Ausdruck mit dem angegeben Glücksniveau kann die Glückseinschätzung einer Person als Annäherung für Wohlfahrt gelten (Ferrer-i-Carbonell und Frijters 2004).

Ein Problem bei der Beantwortung der Frage nach persönlichem Glück liegt in der möglichen divergierenden Interpretation der Antwortmöglichkeiten (Kahneman und Krueger 2006). Personen könnten das gleiche tatsächliche Glückslevel haben und trotzdem ein verschiedenes Glücksniveau angeben, weil Personen zu unterschiedlich positiven oder negativen Bewertungen neigen. Da Forscher die Antwortmöglichkeiten so klar wie möglich formulieren, kann man allerdings annehmen, dass die Individuen ein gemeinsames Verständnis von Glück teilen (Ferrer-i-Carbonell und Frijters 2004). Das macht die Antworten ordinal vergleichbar (Ferrer-i-Carbonell 2005; Ferrer-i- Carbonell 2013). Eine eventuelle Restsubjektivität in der Beantwortung der Fragen ist im Fehlerterm inbegriffen (Blanchflower und Oswald 2004).

2.3 Einflussfaktoren auf das Glücksniveau in der Literatur

2.3.1 Soziodemografische Faktoren

Zu den soziodemographischen Einflussfaktoren auf die Lebenszufriedenheit zählen Alter, Geschlecht, Ethnie, Gesundheitszustand, Ehestatus, Bildung und Religiosität. In diesem Kapitel folgt eine nähere Erklärung dieser Einflussfaktoren.

Die Beziehung zwischen Alter und Glück ist komplex und nicht eindeutig. Die meisten Studien stimmen bezüglich einer U-förmigen Beziehung zwischen Alter und Glück überein (Oswald 1997; Blanchflower und Oswald 2004, 2008; Huppert 2009). Studienergebnisse indizieren somit eine negative Beziehung zwischen Alter und Glück und eine Literaturdiskussion zur Glücksforschung 6 positive Beziehung zwischen quadriertem Alter und Glück (Dolan, Peasgood und White 2008). Jüngere und ältere Individuen sind glücklicher als Personen mittleren Alters. Studien weisen Individuen in den 30ern bis 50ern das niedrigste Glücksniveau zu (Oswald 1997; Blanchflower und Oswald 2004, 2008; Dolan, Peasgood und White 2008). Wichtig ist jedoch, zwischen Alters- und Kohorteneffekten zu unterscheiden. Demzufolge muss das Glücksniveau nicht am Alter liegen, sondern kann gleichermaßen auf die Zeit, in die man geboren ist, zurückzuführen sein (Diener et al. 1999). Blanchflower und Oswald (2008) bestätigen die robuste U-förmige Beziehung zwischen Alter und Glück für die USA und Westeuropa bei gleichzeitiger Kontrolle für Geburtsjahrgänge. Studien vermuten die Gründe eines steigenden Glücksniveaus im Alter im sinkenden Aspirationslevel bejahrter Personen. Individuen passen ihre Ziele an das Alter an und geben dem Begriff Glück eine andere Bedeutung als in jüngeren Jahren (Rapkin und Fischer 1992; Frey und Stutzer 2002b)

Frauen geben in Umfragen häufiger als Männer an, sehr glücklich zu sein, wobei dieser Unterschied gering ausfällt (White 1992; Blanchflower und Oswald 2004). Gründe hierfür liegen v.a. in den vorgegeben gesellschaftlichen Geschlechterrollen, durch welche Frauen emotionaler sein dürfen bzw. sollen. Frauen sind offener für intensive emotionale Erlebnisse und eher bereit, diese auszudrücken (Wood, Rhodes und Whelan 1989). Diener et al. (1999) merken an, dass der Geschlechtereffekt von Glück verschwindet, sobald für weitere soziodemographische Faktoren kontrolliert wird. Auch andere Forscher finden keine Korrelation zwischen Geschlecht und Glücksbefinden (Kahneman und Krueger 2006). Daraus folgern Dolan, Peasgood und White (2008), dass das Ergebnis von den unterschiedlichen Kontrollvariablen abhängt, womit wahrscheinlich andere Einflussfaktoren als das Geschlecht wichtigere Determinanten für Glück darstellen. Einigkeit herrscht darüber, dass Frauen häufiger an psychischen Krankheiten wie Depressionen leiden (Frey und Stutzer 2002a:54f; Huppert 2009). Interessant ist zudem das seit den 70ern sinkende Glücksniveau von Frauen, ausgelöst durch die voranschreitende Gleichstellung der Geschlechter. Für Frauen öffneten sich neue berufliche Möglichkeiten, die einen Konflikt zwischen Karriere und Familie hervorrufen können. Mit diesen Chancen stieg außerdem das Anspruchsniveau für Frauen deutlich an, was den Druck der Selbstverwirklichung erhöht (Frey und Stutzer 2002a:55; Stevenson und Wolfers 2009). Neue Einblicke liefern Della Guista, Jewell und Kambhampati (2011), welche sich mit den Unterschieden zwischen den Literaturdiskussion zur Glücksforschung 7 Geschlechtern in den Glücksdeterminanten beschäftigen. Sie finden empirische Evidenz für ein vergleichbares Zufriedenheitslevel von Männern und Frauen. Allerdings haben die einzelnen täglichen Aktivitäten (z.B. bezahlte Arbeit, Hausarbeit und Kinderbetreuung) unterschiedliche Effekte auf Glück für die Geschlechter. Daraus folgern Della Guista, Jewell und Kambhampati (2011), dass Männer und Frauen trotz eines ähnlichen Glückniveaus verschiedene Dinge glücklich machen.

Studien aus den USA bescheinigen Afroamerikanern ein geringeres Glücksniveau als Weißen (Campbell, Converse und Rodgers 1976:447f.; Frey und Stutzer 2002a:55; Blanchflower und Oswald 2004; MacKerron 2012). Schwarze haben einen durchschnittlich niedrigeren Bildungsstand, was einfachere und eventuell weniger erfüllende Tätigkeiten sowie geringere Einkommen zur Folge hat. Kontrollieren Studien für diese Effekte, bleibt der Unterschied zwar bestehen, verringert sich aber deutlich (Frey und Stutzer 2002a:56). Blanchflower und Oswald (2004) sehen diese bleibende Diskrepanz als Anzeichen für Diskriminierung. Jedoch sind Schwarze in ihrer Studie die einzige Gruppe, die in den letzten Jahren einen statistisch signifikanten Aufwärtstrend im Glücksbefinden erfuhr. Damit verringerte sich der Unterschied im Glücksbefinden zwischen den Ethnien. Ein weiterer Vergleich besteht zur Gruppe der anderen nichtweißen Ethnie, welche ebenfalls ein geringeres Glücksniveau als Weiße hat (ibd.). Dolan, Peasgood und White (2008) äußern allerdings Bedenken, die Gruppe namens andere Ethnie als Vergleichsgruppe zu definieren, da sie sehr heterogen sei. Das Ergebnis hänge dann vom Anteil der einzelnen Ethnien, z.B. dem Prozentsatz an Hispanoamerikanern, ab.

Eine sehr wichtige Determinante für Glück ist der Gesundheitszustand einer Person, welchen die Literatur eingängig als stark positiven Einflussfaktor anerkennt (Frey und Stutzer 2002a:56; Dolan, Peasgood und White 2008; Huppert 2009; MacKerron 2012). Diese Korrelation gilt jedoch nur für den selbstevaluierten Gesundheitszustand und nicht für die durch Experten bewertete körperliche Verfassung (Larsen 1992; Diener et al. 1999; Frey und Stutzer 2002a:56). Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands hat neben direkten Effekten auf das individuelle Glücksbefinden auch indirekte Effekte, welche z.B. den Einkommensverlust wegen krankheitsbedingter Arbeitslosigkeit umfassen (Easterlin 2003). Allerdings gibt es Studien, die eine Anpassung an einen sich verschlechternden Gesundheitszustand, wie eine Behinderung, belegen (Stutzer und Frey 2012). Trotzdem wird das vorherige Glücksniveau nur teilweise wiedererlangt Literaturdiskussion zur Glücksforschung 8 (Oswald und Powdthavee 2008). Der sich im Alter verschlechternde Gesundheitszustand hat dagegen keinen negativen Einfluss auf Glück (Michalos et al. 2001; Frey und Stutzer 2002b).

Interpersonelle Beziehungen stellen in der Forschung eine bedeutende Determinante für Glück dar (Drakopoulos und Grimani, 2013). Dies gilt besonders für die Ehe, welcher ein stark positiver Einfluss auf die Lebenszufriedenheit nachgewiesen wird (z.B. Diener et al. 2000; Blanchflower und Oswald 2004; Stutzer und Frey 2006; Huppert 2009). Diese Ergebnisse bleiben bei Kontrolle anderer Faktoren wie Einkommen und Alter bestehen (Diener et al. 1999). Verheiratete Individuen sind glücklicher als die Gruppe der geschiedenen, getrennt lebenden, verwitweten oder nie verheirateten (Frey und Stutzer 2002a:57). Die Ergebnisse verschiedener Studien deuten darauf hin, dass Individuen mehrere Jahre brauchen, sich nach einer Scheidung oder dem Tod des Ehepartners zu stabilisieren und eventuell nie wieder ihr vorheriges Glücksniveau erreichen (Dolan, Peasgood und White 2008). Insgesamt gilt der positive Effekt von Ehe auf Glück unabhängig von Kultur und Geschlecht (Diener et al. 2000). Mastekaasa (1995) stellt fest, dass ein Zusammenleben mit dem Partner zu ähnlichen Ergebnissen wie eine Ehe führt. Der stark positive Einfluss von Ehe auf Glück liegt v.a. in der emotionalen, sozialen und finanziellen Unterstützung durch den Ehepartner (Argyle 1999; Stutzer und Frey 2006). Mit der Dauer einer Ehe nimmt das Glück nicht ab (Easterlin 2003). Allerdings scheint eine zweite Ehe weniger glücklich zu machen als die erste (Blanchflower und Oswald 2004). Trotz aller positiven Eigenschaften einer Ehe vermuten einige Forscher einen Selektionseffekt, welcher impliziert, dass glückliche und selbstbewusste Menschen eher einen Ehepartner finden und eher verheiratet bleiben (Veenhoven 1989; Frey und Stutzer 2002a:57). Zuletzt war ein sinkender Abstand im Zufriedenheitsniveau zwischen Verheirateten und Ledigen erkennbar (Frey und Stutzer 2006).

Zu den engen interpersonellen Bindungen zählen auch Kinder, wobei sich hier die Ergebnisse zum Einfluss auf Glück sehr bezüglich Methodik und Land unterschieden (Dolan, Peasgood und White 2008). Einige Studien finden keinen Einfluss von Kindern auf Glück (Blanchflower und Oswald 2004; Drakopoulos und Grimani 2013). Stutzer und Frey (2006) weisen zwar einen geringen statistisch signifikanten Einfluss von Kindern auf Glück nach, dieser ist allerdings je nach angewandter Regressionsmethodik positiv oder negativ. Entzerren Studien das Haushaltseinkommen durch eine Literaturdiskussion zur Glücksforschung 9 Äquivalenzskala und verrechnen somit Skaleneffekte, deuten die Ergebnisse auf einen eindeutigeren positiven Effekt von Kindern hin (Lelkes 2006; Schwarze und Härpfer 2006). Dolan, Peasgood und White (2008) weisen hingegen darauf hin, dass die Ergebnisse stark von der Lebenssituation abhängen. Kinder verringern das Wohlbefinden für alleinerziehende Mütter (Mastekaasa 1995), während Paare mit Kindern glücklicher sind als Alleinerziehende (Frey und Stutzer 2000).

Weiterhin gibt es Untersuchungen dazu, ob Bildung glücklicher macht. Obwohl auch hier keine eindeutigen Ergebnisse existieren, deuten die Ergebnisse auf einen positiven Einfluss von Bildung auf Glück hin. Powdthavee, Lekfuangfu und Wooden (2015) erhalten zunächst einen negativen Einfluss von Bildung auf Zufriedenheit, ermitteln aber einen positiven indirekten Effekt, sobald sie die günstigen Auswirkungen auf Gesundheit und Einkommen einbeziehen. Andere Forscher teilen die Annahme, der positive Einfluss von Bildung sei v.a. auf indirekte Effekte durch verbesserte Erwerbsmöglichkeiten, ein höheres Einkommen sowie einen besseren Gesundheitszustand zurückzuführen (Diener et al. 1999; Gerdtham und Johannesson 2001; Dolan, Peasgood und White 2008). Blanchflower und Oswald (2004) stellen in ihrer empirischen Evidenz jedoch einen positiven Effekt von Bildung auf Glück, der bei einer Kontrolle für Einkommen bestehen bleibt, fest. Kontrolliert man für Einkommen oder Gesundheit, könnte dies den Effekt von Bildung allerdings unterschätzen (Dolan, Peasgood und White 2008). Zusätzlich bemerken Diener et al. (1999) sowie Huppert (2009), dass höhere Bildung das Anspruchsniveau steigert. Die daraus resultierenden negativen Effekte lassen eine eindeutige Bewertung eines höheren Bildungsniveaus nicht zu.

Die letzte anzumerkende soziodemografische Determinante von Glück ist Religion, welcher die Literatur einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden zuschreibt (Clark und Lelkes 2005). Dieser Effekt ist allerdings klein (Argyle 1999; Frey und Stutzer 2002a:59). Blanchflower und Oswald (2004) bestätigen dieses Ergebnis, stellen aber heraus, dass Religion die Koeffizienten der anderen Determinanten nicht verändert. Im Allgemeinen ist es unbedeutend, welcher Glaubensgemeinschaft eine Person angehört (Dolan, Peasgood und White 2008). Religion wird die Eigenschaft zugeschrieben, dem Leben einen interpretativen Rahmen zu geben, womit persönliche Erfahrungen Sinn erhalten (Ellison 1991). Religion bildet eine Form der kollektiven Identität und die Glaubensgemeinschaft ein soziales Netzwerk, welches Rückhalt bietet (Diener et al. Literaturdiskussion zur Glücksforschung 10 1999; Frey und Stutzer 2002a:59). Dadurch leiden religiöse Individuen weniger unter negativen Lebensumständen wie Arbeitslosigkeit, was Paneldatenanalysen bestätigen. Demnach sind religiöse Personen in ihrem Glücksgefühl im Zeitverlauf weniger volatil (Clark und Lelkes 2005).

2.3.2 Ökonomische Faktoren

In diesem Kapitel folgt eine nähere Erklärung der ökonomischen Glücksdeterminanten Einkommen, Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit sowie Inflation.

Die größte Bedeutung in der ökonomischen Glücksforschung kommt der Frage, ob ein höheres Einkommen glücklicher macht, zu. Nach der klassischen ökonomischen Theorie lassen sich durch ein höheres Einkommen mehr Güter und Dienstleistungen konsumieren, womit der Nutzen U durch das Einkommen Y steigt: U=U(Y), mit U‘>0 und U‘‘<0 (Frey und Stutzer 2002a:90). Höhere Einkommen sollten folglich in Verbindung mit höheren Konsumniveaus zu einem größeren Wohlbefinden führen (Stutzer und Frey 2010). Die ökonomische Glücksforschung kann diesen Zusammenhang nur unter Einschränkungen bestätigen. Insgesamt gibt es keinen empirischen Konsens, ob Einkommen das Wohlbefinden steigert, wie es die klassische ökonomische Theorie annimmt (Shields und Wheatley Price 2005).

Easterlin (1974, 1995, 2001) ist einer der Pioniere in der Erforschung des Einflusses von Einkommen auf Glück. Easterlin (1974) analysierte Querschnittsdaten von 19 Ländern verschiedener Kontinente und bestätigte die allgemeine Vermutung, dass innerhalb eines Landes im Durchschnitt diejenigen aus der obersten Statusgruppe, d.h. die Personen mit dem höchsten Einkommen, glücklicher sind als diejenigen der niedrigsten Statusgruppe. Dieses Ergebnis legt eine positive Korrelation zwischen Einkommen und Glück nahe. Frey und Stutzer (2000) bestätigen, dass diejenigen, welche innerhalb eines Landes zu den höheren Einkommensklassen gehören, ein höheres subjektives Wohlbefinden angeben als diejenigen mit niedrigerem Einkommen. Jedoch ist der positive Effekt von Einkommen auf Glück sehr gering. Viele Studien stellen heraus, dass dieser positive Effekt lediglich für die unteren Einkommensklassen besteht (Argyle 1999). Ärmere geben v.a. Geld für die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse, wie dem Kauf von Nahrungsmitteln, aus. Drakopoulos und Grimani (2013) begründen den positiven Einfluss von Einkommen auf Glück der unteren Einkommensklassen anhand der Bedürfnispyramide Maslows, wonach die GrundLiteraturdiskussion zur Glücksforschung 11 bedürfnisse als Erstes befriedigt werden müssen, bevor sekundäre Bedürfnisse relevant werden. Die Autoren argumentieren, dass ein höheres Einkommen die Grundbedürfnisse, befriedigt und somit das Glück erhöht. Bei höheren Einkommensniveaus nimmt der Effekt von Einkommen auf Glück hingegen ab, weil die Befriedigung nicht-primärer Bedürfnisse schwieriger durch Geld zu erlangen ist. Es ergibt sich eine kurvenförmige Beziehung zwischen Einkommen und Glück (s.a. Diener et al. 1993). Diese Ergebnisse entsprechen dem traditionellen ökonomischen Betrachtungspunkt (Stutzer und Frey 2010). Auch Blanchflower und Oswald (2004) bestätigen den leicht positiven Einfluss von Einkommen auf Glück. Sie stellen jedoch heraus, dass der Effekt von Einkommen nicht so hoch ist wie der Effekt soziodemographischer Variablen und bei weitem nicht so hoch, wie die ökonomische Theorie annimmt. Diese Ergebnisse wiederholen sich im Querschnittsvergleich zwischen Ländern. Besonders in ärmeren Nationen gibt es eine positive Korrelation zwischen Einkommenssteigerungen und dem durchschnittlichen Wohlbefinden (Frey und Stutzer 2002a:75; Dolan, Peasgood und White 2008). Dieser Effekt verschwindet in Industrienationen (Lane 2000:63). Die Gründe liegen darin, dass arme Menschen durch ein höheres Einkommen ihre Grundbedürfnisse nach Nahrung und Behausung befriedigen können. In reicheren Gesellschaften sind die Dinge, die Individuen glücklicher machen, weniger käuflich. Oswald (1997) untersuchte dazu den Zusammenhang zwischen dem starken Wirtschaftswachstum der Nachkriegszeit in den USA und Europa mit dem Glücksniveau der Bevölkerung. Insgesamt stieg seit den 1970ern das Glücksniveau nur leicht, in wenigen Ländern sank es sogar. Damit folgert Oswald (1997) einen lediglich geringen Einfluss wirtschaftlichen Fortschritts auf das Glücksniveau. Argyle (1999) führt die schwache Beziehung zwischen Einkommen und Glück darauf zurück, dass viele Amerikaner über dem Niveau, zu dem Einkommen das Glück beeinflusst, leben.

Bei einem Vergleich von Ländern verschiedener Entwicklungsstufen hinsichtlich des Glücksniveaus erkannte schon Easterlin (1974), dass Menschen in ärmeren Nationen nicht unglücklicher sind als in reicheren Nationen. Außerdem untersuchte Easterlin (1974) Zeitreihendaten aus den USA von 1946 bis 1970 und erkannte, dass das Glücksniveau nicht mit dem starken Wirtschaftswachstum der Nachkriegsjahre anstieg, sondern vielmehr konstant geblieben ist. Wirtschaftswachstum steigert folglich nicht das Wohlbefinden. Da diese Erkenntnis auf den ersten Blick den oben genannten Literaturdiskussion zur Glücksforschung 12 Ergebnissen, dass Einkommen zu einem bestimmten Grad glücksfördernd ist, widerspricht, beziehen sich die meisten Forscher auf das Easterlin Paradox (Stutzer und Frey 2010). Easterlin (1974) bemerkte als Erster, dass Individuen aus dem Vergleich mit anderen Nutzen ziehen, wodurch Glück relativ ist. In einem gegebenen Land sind reichere Individuen glücklicher als ärmere. Wird aber von allen Individuen in einem Land das Einkommen angehoben, erhöht dies nicht das Glück aller (Easterlin 1974, 1995, 2001). Individuen neigen bei der Evaluierung des persönlichen Glücks dazu, die eigene Position mit einem Referenzstandard zu vergleichen. Ein höheres Einkommen in westlichen Ländern führt zwar zu einem höheren möglichen Konsum von Luxusartikeln. Allerdings hängt Glück auch von Referenznormen ab. Individuen vergleichen ihr Einkommen sowohl mit dem Einkommen anderer als auch mit dem eigenen vergangenen Einkommen. Des Weiteren hängt die Einschätzung des eigenen Einkommens von der Wahrnehmung, inwiefern es ausreicht, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, ab (Ferrer-i-Carbonell 2005). Individuen vergleichen sich immer mit Personen, die ein höheres Einkommen haben, anstatt mit Personen einer niedrigeren Einkommensklasse. Reichere Personen haben somit einen negativen externen Effekt auf ärmere, was aber umgekehrt nicht gilt (Stutzer und Frey 2010). Zusätzlich gewöhnen sich Individuen an neue Situationen, indem sie ihre Erwartungen ändern. Ein steigendes Einkommen ist mit einer steigenden Erwartungshaltung verbunden, was ein Indiz für die Anpassungsfähigkeit des Menschen ist (Easterlin 1974). Der Anpassungseffekt impliziert eine Abhängigkeit des Glücks von Veränderungen. Regelmäßiger Konsum senkt die Zufriedenheit, womit Individuen erneut nach mehr streben (Stutzer und Frey 2010). Diese sogenannte hedonistische Tretmühle (Brickman und Campbell 1971) lässt Personen ständig nach höherem Einkommen streben. Die Theorie des relativen Einkommens erklärt folglich, warum Personen mit einem höheren Einkommen zu einem gegebenen Zeitpunkt ein höheres Glücksniveau als diejenigen mit einem niedrigeren Einkommen haben (sozialer Vergleich), warum aber gleichermaßen keine Beziehung zwischen dem Einkommen pro Kopf und Glück im Zeitverlauf in Industrieländern herrscht (Adaptionseffekt) (Stutzer und Frey 2010). Easterlin (2001, 2003) merkt zusätzlich an, dass die Bewertung des eigenen Wohlbefindens zu einem bestimmten Zeitpunkt auf den materiellen Ansprüchen zu genau diesem Zeitpunkt basiert. Deshalb bleibt im Laufe des Lebenszyklus das Glück bei steigendem Einkommen konstant. Je höher das Anspruchsniveau und damit die Differenz zum tatsächlichen Einkommen ist, desto negativer wirkt sich dies auf das Glück aus (Stutzer Literaturdiskussion zur Glücksforschung 13 2004; Dolan, Peasgood und White 2008). Der Effekt des relativen Einkommens verstärkt sich bei hohen Einkommensniveaus, während bei niedrigen Einkommensstufen das absolute Einkommen an Bedeutung gewinnt (McBride 2001). Easterlins (1974, 1995, 2001) Theorie des relativen Einkommens wurde auch von Scitovsky (1976:133-145), Layard (1980), Frank (1999:107-121) sowie Graham und Pettinato (2002:18-24) ausführlich dargelegt. Die Ergebnisse bestätigt auch eine Studie mit Lotteriegewinnern, welche nach ihrem Lottogewinn nicht signifikant glücklicher waren als die Kontrollgruppe (Brickman, Coates und Janoff-Bulman 1978).

Jedoch gibt es Forscher, welche die relativen Einkommenseffekte nicht bestätigen können. Veenhoven (1991) merkt an, dass Glück nur teilweise auf Vergleichen beruht und sich diese Vergleichsstandards nicht vollständig an Umstände anpassen. V.a. Individuen, die unter chronischem Hunger, dauerhafter Gefahr oder Isolierung leiden, könnten nicht glücklich sein, auch wenn es ihnen in ihrem Leben schon einmal schlechter ergangen sei oder es anderen Personen noch schlechter gehe. Solange es um die Befriedigung der Grundbedürfnisse geht, ist Glück nicht relativ. Diese Ergebnisse bestätigen Akay und Martinsson (2011) in einer Studie im ländlichen Äthiopien, wo sie keinen Einfluss von relativem Einkommen auf Glück nachweisen konnten. In sehr armen Regionen hat nur das absolute Einkommen einen Einfluss auf Glück, da dies der Befriedigung der Grundbedürfnisse dient. Des Weiteren können Diener et al. (1993) in einer Studie mit 39 Ländern keine Evidenz für den Einfluss relativer Standards auf das Glück finden. So fanden sie bspw. heraus, dass Einkommen in ärmeren und reicheren Regionen in den USA den gleichen Effekt auf Glück hat. Komplett gegenteilige Ergebnisse zu Easterlin bringt Senik (2004) für Gesellschaften in Umbruchsphasen hervor. Aus der Analyse russischer Paneldaten für 1994 bis 2000 erkennt sie, dass bei einer hohen Unsicherheit der Umwelt und damit verbundenen hohen Einkommensvolatilitäten ein Anstieg im Einkommen der Referenzgruppe zu Steigerungen im Glück führt. Steigt das Einkommen der Vergleichspersonen, antizipieren Individuen für sich ein höheres zukünftiges Einkommen.

Besonders seit der Finanzkrise im Jahr 2007 gibt es vermehrte Untersuchungen zur Auswirkung von Rezessionen auf das Glück. Gudmundsdottir (2013) vergleicht das Glücksniveau der Jahre 2007 vor und 2009 nach der Finanzkrise in Island. Die Ergebnisse indizieren einen Rückgang im Glück nach dem Kollaps. Auch Montagnoli und Moro (2014) untersuchen die Auswirkungen von Bankenkrisen auf das WohlLiteraturdiskussion zur Glücksforschung 14 befinden in 18 europäischen Ländern von 1980 bis 2011. Bankenkrisen senken nach ihren Ergebnissen das Glück über die Verluste im individuellen Einkommen, BIP und Arbeitsmarkt hinaus, was ein deutliches Zeichen für psychologische Kosten einer Krise darstellt. Hervorzuheben ist, dass BIP-Verluste während Rezessionen auf das Glück schwerer wiegen als BIP-Steigerungen in gleicher Höhe. Auch die Adaption daran dauert länger (Di Tella, MacCulloch und Oswald 2003).

Neben dem Einkommen betrachten einige Forscher den Einfluss von Einkommensungleichheit auf Glück. Alesina, Di Tella und MacCulloch (2004) stellen durch ihre empirische Analyse in den USA und Europa eine negative Korrelation zwischen hoher Ungleichheit und Glück fest. Dabei ist dieser negative Effekt in Europa stärker als in den USA, was ein Indiz für eine höhere soziale Mobilität in den USA darstellen könnte. Da ungleiche Gesellschaften eher von materiellen und individualistischen Werten geprägt sind, könnte auch dies den negativen Einfluss von Ungleichheit auf Glück erklären (Huppert 2009).

Ein weiterer wichtiger ökonomischer Einflussfaktor auf Glück ist der Erwerbstätigkeitsstatus. Studien zeigen einen negativen Einfluss individueller Arbeitslosigkeit auf Glück (Dolan, Peasgood und White 2008). Einschlägige empirische Studien verfassten hierzu Clark und Oswald (1994) sowie Winkelmann und Winkelmann (1998). Manche Forscher bezweifeln dabei die Kausalität von Arbeitslosigkeit und Glück (Huppert 2009). Unglückliche Individuen könnten dazu neigen, weniger produktiv und von schlechterer Gesundheit zu sein, womit sie eine höhere Wahrscheinlichkeit eines Arbeitsplatzverlusts haben (Dolan, Peasgood und White 2008). Jedoch sprechen die Ergebnisse der empirischen Studie von Lucas et al. (2004) gegen Selektionseffekte, da Individuen vor ihrem Arbeitsplatzverlust im Durchschnitt nicht unter Alkoholproblemen oder Depressionen litten. Der negative Effekt von Arbeitslosigkeit auf Glück wiegt schwer. Demnach ist ein Arbeitsplatzverlust gravierender als eine Scheidung oder Trennung (Clark und Oswald 1994) sowie ein schlechter Gesundheitszustand (Winkelmann und Winkelmann 1998). Lelkes (2006) berechnete, dass Arbeitslose eine um 19 Prozentpunkte geringere Wahrscheinlichkeit haben, sehr glücklich zu sein, als Beschäftigte. Clark und Oswald (1994) sowie Winkelmann und Winkelmann (1998) halten in ihren Studien die indirekten Effekte, wie Einkommensverluste, konstant. Dadurch zeichnen sich die psychischen Kosten der Arbeitslosigkeit, die Individuen über den Verlust des gesunkenen materiellen Lebensstandards hinaus erfahren, ab (Lelkes Literaturdiskussion zur Glücksforschung 15 2006; Stutzer und Frey 2010; Gudmundsdottir 2013). Diese nichtfinanziellen Kosten von Arbeitslosigkeit übersteigen bei weitem die durch den Einkommensverlust entstehenden finanziellen Belastungen (Winkelmann und Winkelmann 1998; Drakopoulos und Grimani 2013). Die psychischen Kosten von Arbeitslosigkeit ergeben sich zunächst durch einen Verlust im Selbstwertgefühl der Betroffenen. Außerdem haben Arbeitslose eher Probleme mit Depressionen sowie sozialen Beziehungen. Zusätzlich fällt durch den Arbeitsplatzverlust die disziplinierende Zeitstruktur eines Arbeitstages weg. Ein schwerwiegender Faktor ist auch der Verlust des sozialen Status, da dieser oftmals die Rolle in der Gesellschaft definiert und somit Arbeitslosigkeit mit einem Stigma behaftet ist (Frey und Stutzer 2002a:100; Stutzer und Frey 2012). Unterschiedliche Gruppen sind verschiedenen stark vom Schock der Arbeitslosigkeit betroffen. Ergebnisse indizieren, dass Arbeitslosigkeit Männer härter trifft als Frauen (Clark 2003; Blanchflower und Oswald 2004), da für Männer die Arbeit häufig eine zentralere Rolle im Leben spielt (Frey und Stutzer 2002a:99). Außerdem leiden Individuen mittleren Alters, d.h. zwischen 30 und 49 Jahren, stärker unter Arbeitslosigkeit (Clark und Oswald 1994; Winkelmann und Winkelmann 1998). Der individuelle Einfluss von Arbeitslosigkeit auf Glück hängt weiterhin stark von sozialen Normen ab (Shields und Wheatley Price 2005; Huppert 2009; Gudmundsdottir 2013). Besteht in der Referenzgruppe eine hohe Arbeitslosigkeit, schwächt der negative Effekt von Arbeitslosigkeit stark ab. Diese Referenzgruppe können andere Haushalts- und Familienmitglieder oder die Bewohner der Region darstellen (Clark und Oswald 1994; Clark 2003). Somit scheint in Gegenden, in denen eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht und damit als normativ gilt, der negative Einfluss von Arbeitslosigkeit auf Glück geringer zu sein. Clark (2003) berechnete, dass sich in Großbritannien in Regionen mit einer Arbeitslosigkeit von 24% der negative Effekt von Arbeitslosigkeit neutralisieren würde. Bezüglich der Frage, inwiefern sich der negative Einfluss von Arbeitslosigkeit mit deren Länge ändert, divergieren die Ergebnisse. Einige Resultate indizieren, dass der negative Koeffizient von Arbeitslosigkeit mit der Zeit abnimmt und somit Langzeitarbeitslose glücklicher sind als Kurzzeitarbeitslose. Hinweise auf eine vollständige Adaption existieren jedoch nicht (Clark und Oswald 1994; Lucas et al. 2004). Andere Ergebnisse schließen hingegen jeglichen Gewöhnungseffekt an Arbeitslosigkeit aus (Oswald 1997; Winkelmann und Winkelmann 1998; Oesch und Lipps 2011). Auch nach einer Wiedereingliederung in das Berufsleben finden die zuvor von Arbeitslosigkeit Betroffenen nicht zu ihrem vorherigen Glücksniveau zurück (Lucas et al. 2004). Knabe und Rätzel (2011) sprechen hier von einer bleibenden Narbe, die einer Person nach einer erfahrenen Arbeitslosigkeit bleibt. Diese äußert sich durch pessimistischere Erwartungen an die eigene Zukunft, in dem Sinne, erneut arbeitslos zu werden. Ebenso leiden nicht direkt von Arbeitslosigkeit betroffene Personen, welche Arbeitslose in ihrem näheren Umfeld haben, unter Arbeitslosigkeit (Clark 2003). Folglich sinkt z.B. für die Kinder oder Ehepartner Arbeitsloser das Wohlbefinden (Lane 2000:172).

Außerdem existiert ein negativer Effekt der allgemeinen Arbeitslosenquote auf das Glück von Individuen, inklusive derer, die selbst nicht von Arbeitslosigkeit betroffen sind (z.B. Di Tella, MacCulloch und Oswald 2001). Durch eine hohe Arbeitslosenquote treten zunächst negative allgemeine Effekte für die Gesellschaft auf, die jede Person in einer Region betreffen. Dazu gehören eine steigende Kriminalitätsrate und höhere Belastungen für die öffentlichen Haushalte sowie der Anstieg sozialer Ungleichheit in der Gesellschaft. V.a. aber erhöht eine steigende Arbeitslosenquote die Angst Beschäftigter vor der eigenen Arbeitslosigkeit (Di Tella, MacCulloch und Oswald 2003; Stutzer und Frey 2010).

Des Weiteren bedingt Inflation das Glück. Der Einfluss von Inflation kann nur durch Ländervergleiche im Zeitverlauf ermittelt werden. Innerhalb eines Landes ist es nicht möglich den Inflationseffekt von anderen Zeiteffekten zu isolieren (Dolan, Peasgood und White 2008). Empirische Studien sind sich über den negativen Einfluss von Inflation auf das Glücksniveau in den USA, Europa, Asien und Lateinamerika einig (Di Tella, MacCulloch und Oswald 2001, 2003; Graham und Pettinato 2001; Bjørnskov 2003; Wolfers 2003; Alesina, Di Tella und MacCulloch 2004; Blanchflower et al. 2014). Individuen fürchten Inflation, weil sie zu einer Verschlechterung des Lebensstandards führen kann (Blanchflower et al. 2014) sowie zur ungleichen Einkommensverteilung beiträgt (Frey und Stutzer 2002a:115). Die Folgen von Inflation werden im Allgemeinen dementsprechend mit einer steigenden Unsicherheit verbunden (Bjørnskov 2003). Dies verschärft die Aversion von Individuen gegenüber Inflation, womit diese bereit sind, große Kosten zu tragen, um Inflation abzumildern (Frey und Stutzer 2000).

Der in der Ökonomie verbreitete Trade-Off zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation, z.B. im Rahmen der Phillipskurve, findet auch in der Glücksforschung Beachtung. Da Individuen Inflation mit stark nachteiligen Effekten verbinden, nehmen Ökonomen oftmals Verluste in den Beschäftigungszahlen sowie in der Produktion hin, um die Literaturdiskussion zur Glücksforschung 17 Inflation einzudämmen (Wolfers 2003). Ergebnisse der ökonomischen Glücksforschung geben hier eine neue Sichtweise. Arbeitslosigkeit weist einen stärkeren negativen Effekt auf Glück als Inflation auf (Dolan, Peasgood und White 2008). Während Di Tella, MacCulloch und Oswald (2001) berechnen, dass ein Anstieg in der Arbeitslosenquote um einen Prozentpunkt einem Anstieg in der Inflation um 1,7 Prozentpunkte gleicht, kommen andere Studien noch auf höhere Werte. Wolfers (2003) sowie Blanchflower et al. (2014) kalkulieren, dass der Effekt von Arbeitslosigkeit fünf Mal stärker als der Effekt von Inflation ist.

2.3.3 Politische und kulturelle Faktoren

Forscher vermuten einen Zusammenhang zwischen politischen Faktoren, wie dem Grad der Demokratie oder Mitbestimmungsrechten, sowie kulturellen Faktoren mit Glück. Allerdings ist die verfügbare Literatur hierzu weitaus geringer als zu den soziodemografischen und ökonomischen Faktoren.

Frey und Stutzer (2000; 2002a:133ff.) untersuchten für die Schweiz den Zusammenhang zwischen demokratischen Institutionen und Glück. Die föderale Struktur des Landes mit den direkten Mitbestimmungsrechten kommt dieser Analyse zugute (Dolan, Peasgood und White 2008). Frey und Stutzer (2002a:149f.) schätzen Ländervergleiche zu dem Thema als schwierig ein, wohingegen sich eine Analyse der 26 Schweizer Kantone eignet. Die Schweiz erlaubt eine solche Studie, da sich die einzelnen Kantone hinsichtlich der direkten Partizipationsmöglichkeiten der Bürger sowie dem Ausmaß der politischen Dezentralisierung unterscheiden. Frey und Stutzer (2000) untersuchten den Einfluss direkter Demokratie mit den Bürgerinitiativen und -entscheiden sowie lokaler Autonomie im Sinne von Dezentralisierung und Föderalismus auf das Wohlbefinden der Bürger. Sowohl der Grad der direkten Demokratie als auch der lokalen Autonomie haben einen positiven Einfluss auf Glück. Dahinter steht der Mechanismus, dass durch einen höheren Grad an Demokratie die Politiker motivierter sind nach den Interessen der Bürger zu regieren. Wenn sie die Wünsche der Bürger nicht beachten, riskieren sie, nicht wiedergewählt zu werden und dadurch einen Machtverlust (Frey und Stutzer 2002a:133). Lokale Autonomie und direkte Demokratie sind dabei fest miteinander verstrickt. Bspw. verfestigt direkte Demokratie föderale Strukturen. Bürger sind an starkem Föderalismus interessiert, um möglichst viel Einfluss auf die Politik zu haben. Beide Variablen korrelieren also stark miteinander, womit die beiden Effekte nur schwer auseinander gehalten werden können. Literaturdiskussion zur Glücksforschung 18 Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen von direkter Demokratie profitieren.

Dorn et al. (2007) dagegen untersuchten 28 Länder nach dem Grad der Demokratie und dessen Einfluss auf Glück. Die Studie repliziert den positiven Effekt von Demokratie auf Glück auch nach Kontrolle für Einkommen und Kultur (definiert über Sprache und Religion). Dieser Effekt ist für Staaten, welche eine etablierte demokratische Tradition haben, stärker als für Nationen, die sich gerade nach dem Abgang eines autoritären Regimes in einer Umbruchsphase befinden. Es kann folglich nach der Einführung demokratischer Strukturen eine Weile dauern, bis sich die positiven Wirkungen einer Demokratie entfalten.

Inglehart und Klingemann (2000) fassen die positive Korrelation zwischen demokratischen Institutionen und Glück zusammen, merken jedoch an, dass andere Faktoren, die das direkte Umfeld betreffen, wichtigere Glücksdeterminanten darstellen.

Studien, die sich mit dem Einfluss von Kultur auf Glück befassten, fokussierten sich hierbei auf die Unterscheidung individualistischer und kollektivistischer Gesellschaften. Kollektivistische Gesellschaften haben einen starken Zusammenhalt, kooperieren vermehrt innerhalb Gruppen und sind auf Gruppenharmonie bedacht. In individualistischen Gesellschaften hingegen sind Personen loser mit einer Reihe verschiedener Gruppen verbunden, wobei hier eine geringere Konformität, Kooperation und soziale Unterstützung besteht (Argyle 2002:185). Diener, Diener und Diener (1995) weisen individualistischen Gesellschaften ein höheres Glücksniveau zu als kollektivistischen Völkern. Zwar gibt es in kollektivistischen Gesellschaften ein Netzwerk sozialer Unterstützung, jedoch können Personen in individualistischen Gesellschaften ihre persönlichen Ziele freier verfolgen. Hinsichtlich des Glücks ist die Realisierung persönlicher Ziele wahrscheinlich wichtiger als ein starkes Netzwerk. Außerdem könnte das Streben nach Glück in individualistischen Gesellschaften verbreiteter sein als in kollektivistischen Kulturen. In individualistischen Gesellschaften implizieren viele glücklich sein als maximales Ausnutzen der eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten, was wiederum erwartet wird (Suh und Oishi 2002). Wenn Personen in individualistischen Gesellschaften unzufrieden sind, ändern sie leichter ihre Lebensumstände. Personen in kollektivistischen Gesellschaften dagegen verzichten eher auf ihr individuelles Glück, um Erwartungen anderer zu erfüllen und bleiben z.B. unglücklich verheiratet (Diener 2000).

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Details

Seiten
84
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783346049278
ISBN (Buch)
9783346049285
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v504635
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Note
1,0
Schlagworte
Karriere Familie Glücksforschung happiness reasearch economics economics of happiness emprical evidence general social survey life satisfaction

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Titel: Karriere oder Familie. Was macht Männer und Frauen glücklicher?