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Entwicklung eines Evaluationskonzepts für die Weiterqualifizierung von Leitstellendisponenten

Eine Fallstudie zur Qualitätssicherung

Studienarbeit 2019 18 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Ausgangssituation

2 Beschreibung der Herausforderung der Situation, für die ein Evaluationskonzept entwickelt wird

3 Analyse der Situation und Entwicklung eines Lösungsvorschlags in Form eines Evaluationskonzeptes

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Ausgangssituation

Beschreibung der Weiterbildungseinrichtung:

a. Die Bildungseinrichtung der Trägerschaft ist eine von elf Bildungseinrichtungsstandorten, welche flächendeckend in Baden-Württemberg vertreten sind und durch eine Onlineplattform, dem Lerncampus, ergänzt werden. Träger ist der Landesverband. Die Ziele der Bildungseinrichtungen sind die Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung im Rettungsdienst und der Integrierten Leitstelle (ILS), Fachausbildungen und Fachweiterbildungen im Bereich Rotkreuzdienste sowie Sozialdienste. Das Leitbild ist, Bildungsqualität durch ein qualifiziertes Bildungsangebot in einem optimalen Lernumfeld sicherzustellen und zu fördern. Handlungskompetenzen der Menschen sollen durch die Lernangebote gestärkt und der Freiraum gegeben werden, dass Lernen zum Erfolg wird. Dafür bietet die Bildungseinrichtung eine Schuleinrichtung mit großzügigem Platzangebot, modernen Schulungsräumen, Vollverpflegung und einem Übernachtungsangebot an.
b. In der Bildungseinrichtung mit dem Sitz der Gesamtschulleitung, der zentralen Verwaltung, und der Lehrleitstelle gibt es elf festangestellte Lehrkräfte. Davon ist eine Person der/die Bildungseinrichtungsleiter/in und zwei Lehrkräfte sind für die ILS-Ausbildung qualifiziert. Darüber hinaus wird mit 45 bis 55 externen nebenberuflichen Gastreferenten der unterschiedlichsten Qualifikationen gearbeitet, um ein größtmögliches Fachspektrum abzudecken. In dem Bereich Gäste und Hotelbetrieb (Küche, Rezeption, Zimmer-Service), welcher ebenfalls Ausbildungsstätte ist, sind 25 festangestellte Mitarbeiter/innen teils in Teilzeit und durchschnittlich drei Auszubildende beschäftigt. Für den Bereich der Technik und Instandhaltung sind vier festangestellte Haustechniker und dem Bereich Lager zwei Lageristen beschäftigt.
c. Der Bildungseinrichtungsleiter, die Hauswirtschaft, die Verwaltung und die Haustechnik bilden je eine Führungsebene, welche der Gesamtschulleitung unterstellt sind und berichts- wie rechenschaftspflichtig sind. Die hauptamtlich angestellten Lehrkräfte sind wiederum dem/der Bildungseinrichtungsleiter/in unterstellt. Die freien nebenberuflichen Referenten/innen sind den jeweils zuständigen Lehrgangsleitern/innen, welche für den organisatorischen als auch inhaltlichen Ablauf verantwortlich sind, unterstellt.
d. Zielgruppe sind alle Interessierten und dem jeweiligen Bildungsangebot Voraussetzungen erfüllende Menschen unserer Gesellschaft, besonders aus dem Bereich Baden-Württemberg aber auch über die Landesgrenzen hinweg.
e. Inhaltliche Schwerpunkte sind die dreijährige Berufsausbildung zur/m Notfallsanitäter/in. Der Lehrgang zum Rettungshelfer mit anschließender Weiterqualifizierungsmöglichkeit zum Rettungssanitäter. Erfahrenen Einsatzkräften werden Weiterqualifizierungen über die gesamte Bandbreite der Rettungsdienstlichen Tätigkeit angeboten. Ebenfalls ist für den Bereich der ehrenamtlichen Kräfte das Aus- und Weiterbildungsangebot, bis hin zur sozialdienstlichen Weiterbildung, breit gefächert.
f. Die Methodischen Ansätze der Bildungseinrichtung sind umfangreich, von Fachvorträgen bis hin zum selbstorganisierten Lernen, und werden den jeweiligen Kunden und Lerninhalten der Lehrangebote angepasst. Dem pädagogischen Leitbild gemäß werden die Lehrenden zu Lernpartnern und die Bildungseinrichtung zur lernenden Organisation.
g. Durch die geschichtliche Entwicklung der Trägerschaft und den hohen Qualitätsanforderungen gegenüber sich selbst ist die Bildungseinrichtung über die Landesgrenzen hinweg mit einem guten Ruf behaftet.
h. Die berufliche Weiterqualifikation zur „Qualifizierung von Leitstellendisponenten/innen für die Tätigkeit in Integrierten Leitstellen“ nach Anlage 3 wurde am 23.11.2016 per LARD Beschluss des Innenministeriums Baden-Württemberg novelliert und gilt seit 01.01.2017. Die Novellierung war eine große Zäsur in die damals gültige Aus- und Weiterbildungskonzeption zum Erwerb der Qualifikation von Leitstellendisponenten/innen auf einer integrierten Leitstelle. Das zuvor gültige, im Durchschnitt zweieinhalb Jahre dauernde, Durchführungskonzept bestand aus diversen jeweils singulär zu absolvierenden Lehrgängen welche sich inhaltlich, da sie auf Feuerwehr- und Rettungsdienstebene jeweils zu erbringen waren, doppelten. Seit dem 01.01.2017 hat die Weiterqualifizierungsmaßnahme eine Gesamtdauer von 21 Wochen. In den seit 01.01.2017 stattgefundenen elf Lehrgängen gab es seitens der Teilnehmer sehr viel Unmut über die Lehrgangsdauer von 21 Wochen en Block. Des Weiteren ist eine Beschwerde von Lehrgangsteilnehmern über die, Ihrer Meinung nach, nicht Zielgruppenorientierten Lehrinhalte und Lehrmethoden durch Ihre Vorgesetzten eingereicht worden. Da die Bildungseinrichtung ein alleinstellungsmerkmal im Bereich der Weiterqualifizierung für Leitstellendisponenten/innen hat ist zwar der Konkurrenzdruck, durch andere Organisationen, gering, doch als lernende Organisation mit hohem Qualitätsanspruch ist solch eine Beschwerde nicht hinnehmbar. Die Konkurrenz zur Landesfeuerwehrschule als zweite Ausbildungsstätte wird, durch politische Denkanstöße zur Kommunalisierung der Integrierten Leitstellen in Baden-Württemberg, erhöht, da ein Ausscheiden der Hilfsorganisationen in der Zusammenarbeit der Leitstellen den Wegfall der Lehrleitstelle an der Trägerschaft bedeuten würde. Der Druck, den Standort für die „Qualifizierung von Leitstellendisponenten für die Tätigkeit in Integrierten Leitstellen“ nach Anlage 3 in die Zukunft zu sichern, steigt.
i. Als Student an der Universität Kaiserslautern und mitverantwortlicher für die betreffende berufliche Weiterqualifizierungsmaßnahme an der Bildungseinrichtung habe ich den Auftrag erhalten ein Evaluationskonzept zur Qualitätssicherung und der daraus resultierenden Erhöhung der Zufriedenheit der Teilnehmer/innen zu erarbeiten.

2 Beschreibung der Herausforderung der Situation, für die ein Evaluationskonzept entwickelt wird

Das zuvor gültige, im Durchschnitt zweieinhalb Jahre dauernde, Durchführungskonzept, zum Erwerb der Befähigung zur/m Leitstellendisponent/in auf einer integrierten Leitstelle, bestand aus diversen, jeweils singulär, zu absolvierenden Lehrgängen welche sich inhaltlich, da sie jeweils auf Feuerwehr- und Rettungsdienstebene zu erbringen waren, doppelten. Seit dem 01.01.2017 hat die Weiterqualifizierungsmaßnahme eine Gesamtdauer von 21 Wochen, welche möglichst am Stück zu absolvieren sind. Nach dem neuen Konzept teilt sich der Lehrgang in aufeinanderfolgende Schulblöcke, welche sich folgendermaßen aufteilen: Vier Wochen an der Trägerschaft, vier Wochen an der Landesfeuerwehrschule, sechs Wochen Praktikumszeit auf der Heimatleitstelle, fünf Wochen an der Trägerschaft, eine Woche an der Landesfeuerwehrschule und die darauffolgende Prüfungswoche, welche auch auf der Landesfeuerwehrschule stattfindet.

In den seit 01.01.2017 stattgefundenen elf Lehrgängen gab es seitens der Teilnehmer sehr viel Unmut über die Lehrgangsdauer von 21 Wochen en Block, welche sich für den Teilnehmer als eine familiäre sowohl als auch soziale Belastung darstellt. In den regelmäßig stattfindenden Feedbackgesprächen, welche das QM-System der, nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifizierten, Bildungseinrichtung vorsieht, ist den Kursleitern aufgefallen, dass die Lehrgangsteilnehmer spätestens nach den sechs Wochen Praktikumszeit auf einer integrierten Leitstelle berichten, dass „die Luft raus“ sei. Der Wunsch nach Urlaub mit der Familie als auch Freizeit mit dem sozialen Umfeld sei sehr groß und belaste alle Beteiligten. In Gesprächen mit den Lehrgangsleitern und der Schulleitung ist die Möglichkeit der Umgestaltung der Kursdauer von 21 Wochen leider als nicht umsetzbar erkannt worden, da dies eine Änderung der Ausbildungsverordnung seitens des Innenministeriums darstellt und momentan als nicht Zielversprechend gesehen wird.

Ebenfalls ist in den Feedbackgesprächen und durch Beobachtungen der Lehrgangsleiter, die regelmäßig in Teambesprechungen reflektiert werden, aufgefallen, dass der fünf Wochen dauernde Block, an der Trägerschaft, in dem es Schwerpunktmäßig um medizinische Inhalte der Notrufabfrage und den daraus resultierenden Sofort- und Erste-Hilfehinweisen geht, als nicht befriedigend von den Teilnehmern reflektiert wurde. Die Grundqualifikationen der Teilnehmer, im Bereich der notfallmedizinischen Vorbildung, sind sehr different, da sowohl Berufsfeuerwehrangehörige mit der Qualifikation des Rettungssanitäters (RS) als auch Rettungsdienstangehörige mit der maximalen Qualifikation des Notfallsanitäters (NFS) an der Weiterqualifikationsmaßnahme teilnehmen. Im Ausbildungsplan ist eine sehr detaillierte Grundausbildung der Notfallmedizinischen Themen, auf dem Ausbildungsniveau des Rettungssanitäters, vorgeschrieben. Teilnehmer/innen mit der Qualifikation NFS sehen sich im Unterricht unterfordert und beschreiben die Wiederholungen der Anatomie und Physiologie als unnötige Zeitverschwendung, wobei Teilnehmer/innen der RS Qualifikation die weiterführenden Ableitungen von Symptomen aufgrund der Pathophysiologie der diversen Krankheitsbilder als äußerst schwierig und überfordernd betrachten. Ebenfalls ist eine heterogene Zusammensetzung der Lehrgangsteilnehmer/innen im Bereich der schon erworbenen Berufserfahrung vorhanden. An den Weiterbildungsveranstaltungen nehmen sowohl Berufsanfänger als auch Teilnehmer/innen welche mehrere Jahre Berufserfahrung besitzen teil. Dieser Umstand macht es den Lehrkräften schwer ein didaktisches Konzept zu entwickeln keine der Teilnehmergruppen zu Unterfordern als auch zu Überfordern. Die Unzufriedenheit beidseits der Teilnehmer spiegelt sich in der Lernmotivation wider und frustriert ebenso die motivierten Kursleiter und Fremdreferenten. Konträr zur Unzufriedenheit der Teilnehmer/innen während der Weiterbildungsmaßnahme, ist den Kursleitern des Öfteren in Gesprächen mit Ehemaligen Teilnehmern/innen eine retrospektive Zufriedenheit mit dem Lehrgang und der vermittelten Handlungskompetenzen bestätigt worden. Die Unzufriedenheit während der Weiterbildungsmaßnahme sei, so berichteten die Teilnehmer von der sozialen Belastung kombiniert mit dem unglücklichen Lehrplan im medizinischen Bereich gekommen und werde jetzt im beruflichen Alltag eher positiv reflektiert. Zusammen mit der Geschäftsleitung wurde, um die Zufriedenheit der Teilnehmer zu erhöhen und weitere Beschwerden zu vermeiden, beschlossen, den Notfallmedizinischen Teil der Ausbildung methodisch didaktisch umzustrukturieren. Um sich ein genaues Bild über die Zufriedenheit der Teilnehmer im Teilabschnitt der fünf Wöchigen notfallmedizinischen Ausbildung zu machen und ein Lösungsszenario zu entwickeln wird eine Evaluation in Auftrag gegeben.

3 Analyse der Situation und Entwicklung eines Lösungsvorschlags in Form eines Evaluationskonzeptes

Die Bildungseinrichtung der Trägerschaft ist nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert und hata in Ihrem Ablauf der vier Hauptprozesse der Verantwortung der Leitung, dem Management der Ressourcen, der Produktrealisierung, auch die Messung, Analyse und Verbesserung der Organisation und deren Prozesse zu gewährleisten (Tödt/Zech 2012, S.33). Durch den daraus entstehenden Regelkreis der prozessorientierten Qualitätsmanagement Gestaltung ist die Erhöhung der Kundenzufriedenheit eines der zentralen Ziele. Wobei die ISO, um sich auf die Schritte des kontinuierlichen Qualitätskreislaufs zu orientieren, auf den PDCA-Zyklus verweist. Ebenfalls ist in den acht Grundsätzen der ISO 9001:2015 unter dem Punkt eins die Kundenorientierung und Punkt sechs die ständige Verbesserung definiert (Tödt/Zech 2012, S.34). Im Kapitel acht der ISO 9001:2015 ist die Messung, Analyse und Verbesserung für Prozesse im Qualitätsmanagementsystem verankert und geben so den Anlass für die kontinuierliche Weiterentwicklung des QM-Systems als auch der Weiterbildungsorganisation (Tödt/Zech 2012, S.37). Trotz der von Tödt/Zech zitierten kritischen Anmerkung von Ortmann 2010, „…, dass nicht mehr die Qualität der Leistung, sondern die Qualität der Dokumentation des Managements im Fokus der ISO stehe. “ (Tödt/Zech 2012, S.39) ist diesem periodischen Vorgehen der Prozessanalysen das Bewusstsein der ständigen Qualitätsverbesserung der Schulungsmaßnahmen geschuldet. Von der Geschäftsleitung der Bildungsinstitution wurde der Auftrag an einen Mitarbeiter der Organisation erteilt, eine interne Evaluation oder auch Selbstevaluation genannt, durchzuführen. Die Konstellation, dass ein Mitarbeiter sowohl als interessierter als auch betroffener Stakeholder die Evaluation leiten soll, muss, mit Bedacht, über die ganze Zeit der Evaluation als mögliches Problem der Befangenheit beobachtet werden. (Nuissl 2013, S.56). Aus diesem Grunde hat 2017 die Deutsche Gesellschaft für Evaluation (DeGEval) „Standards für Evaluation“ publiziert (DeGEval 2017). Die Aufgabe ein Evaluationskonzept zu erarbeiten bedarf vorheriger Festlegungen in Form eines, im bestmöglichen Fall schriftlich fixiert, Evaluationsauftrags. Besonders eine interne Evaluation, welche oft nur informell beauftragt wird, profitiert von der schriftlichen Fixierung der Rahmenbedingungen (Balzer/Beywl 2014, S.24). Im dargestellten Fall gibt es keinen schriftlich fixierten Evaluationsvertrag, da die Evaluierenden eng mit der Geschäftsleitung zusammenarbeiten und zuerst ein Evaluationsplan ausgearbeitet werden soll. Ebenfalls ist die Finanzierung der Evaluation nicht detailliert ausgehandelt worden, da die Erstellung des Evaluationsplans während der regulären Arbeitszeit stattfindet.

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Details

Seiten
18
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346042637
ISBN (Buch)
9783346042644
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v502974
Institution / Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Note
1,0
Schlagworte
entwicklung evaluationskonzepts weiterqualifizierung leitstellendisponenten eine fallstudie qualitätssicherung

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Titel: Entwicklung eines Evaluationskonzepts für die Weiterqualifizierung von Leitstellendisponenten