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Merkmale der bei PISA erfolgreichen Schulsysteme: Finnland, Kanada und Südkorea

Hausarbeit 2005 16 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Das Bildungssystem von Finnland
1.1 Schulsystem
1.2 Lehrerbildung
1.3 Qualitätssicherung

2. Das Bildungssystem von Kanada
2.1 Schulsystem
2.2 Qualitätssicherung
2.3 Lehrerbildung

3.Das Bildungssystem von Südkorea
3.1 Schulsysteme
3.2 Lehrerbildungen
3.3 Qualitätssicherungen

4. Zusammenfassung

Ausblick

Quellenverzeichnis

Einleitung

Im Rahmen meiner Hausarbeit möchte ich einen Überblick über die Bildungssysteme einiger bei PISA erfolgreicher Staaten geben. Dabei konzentriere ich mich auf einen Vergleich Deutschlands mit den Ländern Finnland, Kanada und Südkorea.

Diese Staaten werden nach ihrem erfolgreichen Abschneiden in beiden PISA- Studien als „Klassensieger“ bezeichnet. Vor allem Deutschland zeigt nach dem eigenen eher bescheidenen Abschneiden ein großes Interesse an den Bildungssystemen der Siegerstaaten. Liegt doch die Vermutung nahe, dass das sehr gute Ergebnis anderer Staaten auf das System zurückzuführen ist in dessen Rahmen Bildung passiert.

Die Tatsache dass die Siegerstaaten unterschiedliche Bildungssysteme haben spricht jedoch gegen die Idee, es gäbe ein Bildungssystem das allen Ansprüchen gerecht wird. Vielmehr spielen anscheinend auch die Einstellung der Bevölkerung und der Eltern zur Bildung eine Rolle, aber auch andere kulturelle und gesellschaftliche Besonderheiten eines Landes. Trotzdem hat die Frage nach einem effektiven Bildungssystem ihre Berechtigung.

Daher möchte ich die Bildungssysteme der genannten Länder vorstellen ohne dabei genauer auf die einzelnen Testergebnisse einzugehen.

Ich konzentriere ich mich auf die Komponenten Schulsystem, Lehrerbildung und Qualitätssicherung. Ich habe diese Kriterien gewählt, da ich sie für die aussagekräftigsten halte. Außer Acht lasse ich deshalb auch finanzielle oder verwaltungstechnische Besonderheiten.

1. Das Bildungssystem von Finnland

1.1 Schulsystem

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Als Besonderheit des finnischen Schulsystems ist zunächst einmal festzustellen, dass die Kinder anders als in den europäischen Nachbarländern im Alter von sieben Jahren eingeschult werden. Vorschulische Bildung findet vorwiegend in den zwei Jahren vor Schuleintritt statt. Diese erfolgt allerdings nicht mit dem Ziel den Kindern schon Lesen oder Schreiben beizubringen. In diesem Zeitraum werden vielmehr die sozialen Beziehungen der Kinder untereinander gefördert. Das schließt den gegenseitigen Respekt ebenso ein wie die Zusammenarbeit der Kinder. Seit dem Jahr 2001 sind die Gemeinden sogar verpflichtet allen sechsjährigen Kindern einen kostenlosen Platz in einer Vorschule anzubieten. Diese sind meist den Kindergärten und Kindertagesstätten angegliedert.[1]

Mit dem Schuleintritt beginnt für die finnischen Schüler die neunjährige Gesamtschule in der vielerorts zwischen Grundstufe (1-6) und Oberstufe (7-9) unterschieden wird. Zum Schulalltag gehören Sonderpädagogen, die in kleinen Gruppen Förderunterricht durchführen, Kuratoren die sich um den Kontakt zum Elternhaus bemühen sowie Schullaufbahnberater, Gesundheitsfürsorger und Schulpsychologen. Diese Dienste teilen sich einige Schulen und Gemeinden aus finanziellen Gründen. Weiterhin haben die Schüler einen rechtlichen Anspruch auf eine kostenlose Schulmahlzeit sowie zahnärztliche Betreuung bis zum 16. Lebensjahr.

In den ersten vier Schuljahren werden ausschließlich verbale Beurteilungen geschrieben. Noten müssen erst ab der 7., können aber schon ab der 5. Klasse zusammen mit einer verbalen Beurteilung gegeben werden. Letzteres ist Praxis in den meisten Schulen.

Nach dem Abschluss der neunten Klasse entscheidet der Notendurchschnitt des Abschlusszeugnisses, ob ein Schüler in die gymnasiale Oberstufe aufgenommen wird. Den erforderlichen Notendurchschnitt legt die Kommune fest, der die Schule angehört. Über die Einstellung von Lehrern und die Gestaltung der Lehrpläne im Rahmen nationaler Empfehlungen entscheiden ebenfalls die jeweiligen Kommunen. Diese Rahmenempfehlungen wurden unter großer gesellschaftlicher Zustimmung vom Zentralamt für Unterrichtswesen erarbeitet.

Die Oberstufe ist ähnlich wie in einigen deutsche Bundesländer (z. B. Bayern) als klassenloses Kurssystem organisiert. Die zentralen Abiturprüfungen können jeweils im Frühjahr und im Herbst absolviert werden. Dabei können die Schüler Prüfungen zeitversetzt und fächerweise absolvieren - frühestens nach zwei und spätestens nach drei Jahren in der Oberstufe. Da es pro Jahr zwei Termine für die Abiturprüfungen gibt, kann ein Schüler seinem Lerntempo entsprechend entscheiden, wann er sich in welchem Fach prüfen lässt. Voraussetzung sind die nötigen Leistungsnachweise. Außerdem kann in der Oberstufe niemand sitzen bleiben. Zudem gibt es die Möglichkeit, Prüfungen zu wiederholen oder zu verbessern. Das Ziel des finnischen Bildungssystems wurde von Experten[2] sinngemäß so formuliert: „so viel Förderung für alle wie nur möglich und so geringe Auslese wie möglich“.

1.2 Lehrerbildung

Eine weitere finnische Besonderheit ist, dass alle Lehrer ab dem Vorschulbereich eine universitäre Ausbildung absolvieren müssen. Außerdem erfolgt die Auswahl der Bewerber wesentlich strenger als das in Deutschland der Fall ist. Das führt zu einer Sondierung derjenigen, die für den Beruf ungeeignet scheinen. Des Weiteren sind jährliche Fort- und Weiterbildungen für Lehrer Pflicht und zum Teil Voraussetzungen für Beförderung und Gehaltserhöhung. Hinzu kommt, dass den Lehrern die Möglichkeit gegeben wird, die Weiterbildungen mitzugestalten. Die Mindeststundenzahl die unterrichtet werden muss beträgt für einen Grundschullehrer 24, für einen Fachlehrer 19 Stunden wobei jede Überstunde zusätzlich bezahlt wird. Dadurch entstehen wiederum Spielräume für die Lehrer, über die sie selbst entscheiden können. Um Ausfälle zu vermeiden, werden häufig auch Stundenlehrer und Studenten eingestellt.

1.3 Qualitätssicherung

Landesweit verbindliche Kontrollarbeiten dienen in Finnland der Qualitätssicherung. Diese Tests sind freiwillige und sollen auf zentraler Ebene eine Orientierung geben. Für die Zukunft ist eine Datenbank geplant, in der Lehrer standardisierte Leistungstests abrufen können. Damit wird ihnen die Möglichkeit der Selbstevaluierung gegeben und sie können Defizite besser erkennen. In den letzten Jahren wird aber verstärkt daran gearbeitet, die Standardisierung und Qualitätssicherung des Schulsystems auszubauen.

[...]


[1] Bundesministerium für Bildung und Forschung: Vertiefender Vergleich der Schulsysteme ausgewählter PISA Teilnehmerstaaten. Bonn 2003

[2] Piri, Ritta/Domisch, Rainer: Schulentwicklung in Finnland. In: Pädagogik, Heft6/Juni2002,S.43-48

Details

Seiten
16
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638464857
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v50223
Institution / Hochschule
University of Sheffield
Note
2,3
Schlagworte
Merkmale PISA Schulsysteme Finnland Kanada Südkorea

Autor

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