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Mobbing. Wie geht eine Lehrperson damit um?

Wissenschaftlicher Aufsatz 2018 9 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mobbing
2.1 Wa s ist Mobbing?
2.2 Forme n von Mobbing
2.3 Mobb ing erkennen

3 Gründe für Mobbing

4 Mobbing – Was kann die Lehrperson dagegen tun?
4.1 Reak tion auf Mobbing
4.2 Mobb ing stoppen

5 Diskussion
5.1 Faz it und pädagogische Konsequenzen
5.2 Of fene Fragen und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

7 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Die Kinder gehen täglich zur Schule und verbringen dort sehr viel Zeit. Daher sollte das schulische Umfeld für sie ein sicherer und vertrauter Ort sein, wo sie gerne hin- gehen. Leider gibt es aber immer wieder Schulkinder, die zum Mobbingopfern wer- den. Die betroffenen Kinder fühlen sich in diesen Fällen nicht mehr wohl und realisie- ren, dass sie von der Gruppe ausgegrenzt werden. Oft verschweigen die gemobbten Schülerinnen und Schüler das Mobbing, um die Situation nicht zu verschlimmern, weshalb das Mobbing lange Zeit unbemerkt bleibt. Die Folgen reichen soweit, dass die betroffenen Kinder nicht mehr in die Schule gehen wollen und versuchen sie zu meiden.

Würden sich die Mobbingopfer umgehend an einer Vertrauensperson wenden, mit der sie das Problem besprechen und bekämpfen könnten, wären sie in dieser Situa- tion nicht auf sich alleine gestellt. Doch viele trauen sich nicht diesen Schritt zu wa- gen. Sie haben Angst, von den Tätern noch mehr gedemütigt zu werden. Damit den Mobbingopfern geholfen werden kann, müssen die Lehrpersonen das Thema „Mob- bing“ sehr ernst nehmen und bei einem allfälligen Verdacht frühzeitig tätig werden.

In der folgenden Arbeit wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten eine Lehrperson hat, um bei einem Mobbingfall vorzugehen. Konkret wird folgende Fragestellung beant- wortet: Was können Lehrpersonen tun, wenn ein Schüler oder eine Schülerin zum Mobbingopfer geworden ist?

Zu Beginn der Arbeit wird der Begriff „Mobbing“ definiert und aufgezeigt, wie Mob- bing entstehen kann. Im Hauptteil der Arbeit wird thematisiert, wie Mobbing zu Stan- de kommt und wie eine Lehrperson in diesem Fall vorgehen kann, um dem betroffe- nen Kind zu helfen und das Mobbing zu stoppen. Schlussendlich wird die obenge- nannte Fragestellung in einem Fazit beantwortet und gleichzeitig die pädagogischen Erkenntnisse daraus gezogen.

2 Mobbing

2.1 Was ist Mobbing?

Der Begriff „Mobbing“, abgeleitet vom Englischen „to mob“, bedeutet auf Deutsch so viel wie „anpöbeln“. Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz (vgl. Dambach, 2015, S. 2) erforschte das soziale Verhalten von Graugänsen und stellte dabei folgendes fest:

Ein krankes oder verletztes Gänschen wurde von einer grossen Gänsegruppe so lange vom Futter, dem Wasser und der Gruppe verdrängt, bis es verstarb. Dadurch schützte sich die Gänsegruppe vor Krankheiten und die Weitergabe von falschen Genen an Neugeborene. Ein ähnliches Verhalten lässt sich auch unter Mitschülern entdecken. In der Schule ist nämlich dann von Mobbing die Rede, wenn eine Gruppe von Schulkindern über eine längere Zeit einen oder mehrere Kinder immer wieder ausschliesset und niedermacht (vgl. ebd., S. 19).

Dan Olewus, Professor für Persönlichkeitspsychologie, definiert Mobbing in der Schule als eine negative Handlung, die über eine längere Zeitdauer besteht. Dabei können einzelne oder mehrere Personen Täter oder Täterin sein. Ziel ist es, dem Betroffenen Schaden zuzufügen. Dabei nehmen die Täter eine derartige Machtposi- tion ein, dass sich das Opfer kaum noch wehren kann (vgl. Dan Olewus, 1993, o.S.).

2.2 Formen von Mobbing

Mobbing kann in unterschiedlicher Art und Weise ausgeübt werden. Eine häufig vor- kommende Art ist der verbale Angriff (vgl. Dambach, 2015, S. 3). Ein Opfer wird da- bei mit negativen Worten konfrontiert, beschimpft und beleidigt. Beispiele für solche Ausdrücke sind „du stinkst“ oder „du bist dumm“. Oft werden auch Gerüchte über die Opfer verbreitet, um dieses zu demütigen. Eine weitere Mobbingform ist das Strei- chespielen in der Schule. Beispielsweise werden die Schuhe oder andere Gegen- stände des Betroffenen verstecket. Selbst vor körperlichen Attacken schrecken die Mobber in vielen Fällen nicht zurück. Die Täter stellen dem Opfer etwa ein Bein oder ziehen den Stuhl hinter ihm weg, damit es zu Boden fällt. Diese und noch weitere Streiche führen dazu, dass das Opfer die Situation als peinlich empfindet und dadurch wütend oder traurig wird.

Wird das Mobbingopfer von den anderen Schulkindern ausgegrenzt und verstossen, kann dies gravierende Folgen haben. Mit der Zeit wird das Kind zunehmend trauriger und zurückhaltender (vgl. ebd.). Dies geht meistens so weit, dass es nicht mehr ger- ne in die Schule geht und seine schulischen Leistungen nachlassen. Oft bemerken die Lehrkräfte das Leiden des Opfers sehr spät, da ein gemobbtes Kind zunächst in der Schule sowie auch zu Hause verschweigt und Angst davor hat, sich jemandem anzuvertrauen (vgl. ebd.).

2.3 Mobbing erkennen

Sobald eine Lehrperson den Verdacht erweckt, dass ein Schulkind gemobbt und von anderen Schülern ausgeschlossen wird, sollte sie die Situation während der Schul- zeit und auch in der Pause beobachten. Selbst bei ausserschulischen Aktivitäten kann erkannt werden, ob ein Kind von einer Gruppe oder der gesamten Klasse ab- gestossen wlrd. Dabellst es wtchtlg,elne Analyse des Verhaltes und der Persenllch­ kelt des Opfers vorzunehmen. Eln ungew6hnllches Verhaltensmuster, wte aggressl­ ves oder aufgedrehtes Handeln, welches vorher wenig oder nie der Fall gewesen war, kann ein Anzeichen fur Mobbing sein. Solche Verhaltensanderungen kommen oft zustande, weil die Opfer es nichlmehr ertragen kOr!nen, ausgeschlossen zu wer­ den und deshalb nach Anerkennung in verschiedenster Form kimpfen (vgl.ebd., S. 6).

3 Grunde fiir Mobbing

Es gibt zahlreiche verschiedenste Griinde fUr Mobbing und deshalb kann kaum ver­ allgemeinert werden, wann und weshalb gewisse Schulerinnen und Schuler zu Op­ fem werden. Mobbing entwickelt sich schleichend uber eine liingere Zeitdauer. so­ dass es erst nach einer gewissen Zeit von den Lehrpersonen erkannt wird. Ausser­ dem entsteht das Mobbing In vtelen allen Fiillen unter der Dynamlk der Titer,welche das Opfer auf verschledene Arlen nledermachen, den MIHiufem, welche slch der jeweiligen Mobbinggruppe" anschliessen,um nicht selber zum Opfer zu werden,den Unbeteiligten, die oft nur zusehen und sich aus der Sache raushalten und zuletzt dem Opfer, welches sich nicht wehren kann und den Hiinseleien durch die Gruppe ausgeliefert ist (vgl.Hi)gger, 2014,S.20).

Neben der Gruppendynamik sollen auch Aspekte, wie die persanlichen Merkmale, zum Beispiel ein aussergewohnliches Aussehen der Schiilerinnen und Schiiler, ein Grund fUr Mobbing sein (vgl.Braungardt,T.• Vogel M.,Schmiedeberg J. & Schneider w., s.261).

Zu Beginn der Mobbingdynamik wirkl nach aussen alles noch sehr harmlos, sodass die lehrpersonen die Sachlage noch nlcht emst nehmen konnen unci die Hanselelen und Beschlmpfungen nlcht als Mobbing elnstufen.Das Opfer reaglert anfangs melsl sensibel oder gleichgultig auf die Schikanen der Tater. Beides fuhrt jedoch dazu, dass die Tater sich uber das Opfer Iustig machen und Spass daran linden,es weiter zu provozieren (vgl. Hagger, 2014.S.20). Hogger (2014) betont: .Die Beispiele zei­ gen, dass das Opfer - so lange es keine Hilfe von aussen bekommt - mit jedem Verhalten auf verlorenem Posten 1sr (S.20).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abblldung1: Mobblng-Dynemlk. (HI:)gger, 2014, S. 20)

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Details

Seiten
9
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346027092
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v501410
Note
erreicht
Schlagworte
mobbing lehrperson

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Titel: Mobbing. Wie geht eine Lehrperson damit um?