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Urbanisierung, Grundlagen, weltweiter Stand, Vor- und Nachteile urbaner Räume

Referat (Ausarbeitung) 2006 15 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Urbanisierung?

3 Arten der Urbanisierung

4 Merkmale von Urbanisierung

5 Erklärungsansätze von Urbanisierungsprozessen

6 Unterschiede der Verstädterung in Industrie- und Entwicklungsländern

7 Vor- und Nachteile urbaner Räume

8 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung und Zielsetzung

Die städtischen Räume werden weltweit immer größer und ihre Siedlungs- und Verkehrsflächen nehmen ebenfalls stark zu. Städte sind Räume verwirrender Vielfalt, geballter Aktivität und Dynamik, nationale und internationale Innovationszentren. Reichtum, Hochhäuser, technische und kulturelle Höchstleistungen charakterisieren sie ebenso wie Armut und Not, Verfall, Kriminalität und Vereinsamung.

Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Thema „Urbanisierung, Grundlagen, weltweiter Stand, Vor- und Nachteile urbaner Räume“. Es handelt sich hierbei um ein sehr komplexes Themengebiet, so dass es notwendig war, sich auf bestimmte Bereiche zu beschränken. Demnach sollen folgende inhaltliche Schwerpunkte thematisiert werden:

- Erläuterung der Begrifflichkeiten „Urbanisierung“ und „Verstädterung“
- Übersicht der verschiedenen Arten der Urbanisierung
- Beschreibung der wichtigsten Merkmale von Urbanisierung
- Ansätze zur Erklärung von Urbanisierungsprozessen
- Darstellung der Unterschiede in Industrie- und Entwicklungsländern
- Auflistung von Vor- und Nachteilen urbaner Räume

Ziel der Arbeit ist es, die Merkmale und Auswirkungen von Urbanisierung kennen zu lernen, um dadurch die weltweit unterschiedlich verlaufenden Urbanisierungsprozesse, seit der industriellen Revolution, verstehen zu können.

2 Was ist Urbanisierung

Die Begriffe Urbanisierung und Verstädterung werden häufig gleichbedeutend gebraucht, oftmals werden sie aber auch unterschiedlich gekennzeichnet. Somit sollen zunächst Definitionen der beiden Begrifflichkeiten gegeben werden:

Verstädterung ist die Vermehrung, Ausdehnung oder Vergrößerung von Städten nach Zahl, Fläche oder Einwohnern sowohl absolut als auch im Verhältnis zur ländlichen Bevölkerung bzw. zu den nicht-städtischen Siedlungen. Demnach betrifft sie die räumliche Perspektive. Verstädterung ist ein in fast allen Teilen der Erde zu beobachtender Prozess; besonders ausgeprägt ist er heute in Entwicklungsländern.

Urbanisierung ist die Ausbreitung bzw. Diffusion städtischer Lebens-, Wirtschafts- und Verhaltensweisen. Hierbei handelt es sich um die gesellschaftliche Perspektive. Bei diesem Vorgang geht es weniger um ein bevölkerungs- oder flächenmäßiges Wachstum von Städten, sondern um einen Prozess des kulturellen Wandels. In dessen Verlauf verstädtern bisher ländlich geprägte Räume in Bezug auf ihre Sozial-, Berufs- und Erwerbsstruktur sowie auf die Verhaltenweisen ihrer Bewohner.

Meistens schließt der Begriff Urbanisierung die Aspekte der Verstädterung mit ein. (vgl. www.wikipedia.org/wiki/Urbanisierung)

Im Folgenden soll Verstädterung aber synonym mit Urbanisierung verwendet werden.

Somit ist also zunächst festzuhalten, dass Urbanisierung sowohl einen Zustand der Siedlungsentwicklung als auch einen Wachstum- und Ausbreitungsprozess bezeichnet. Der Zustand der Siedlungsentwicklung kann beispielsweise durch den Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung dargestellt werden. Durch die Zunahme des Anteils der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung wird der Wachstumsprozess ausgedrückt und die Übernahme städtischer Lebensformen, Tätigkeiten und Verhaltensweisen beschreibt der Ausbreitungsprozess. (vgl. Gaebe 1987, S. 22)

Um Urbanisierung messbar zu machen wird zwischen Verstädterungsgrad oder –quote und Verstädterungsrate unterschieden:

Der Verstädterungsgrad gibt den Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung eines Gebietes, Landes oder Staates an. Er beschreibt das Ausmaß der Verstädterung in einem Raum.

Die Verstädterungsrate stellt den Zuwachs des Anteils der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung in einem bestimmten Zeitraum dar. Sie gibt die Zunahme der Verstädterung in einem Raum an. (vgl. www.wikipedia.org/wiki/Urbanisierung)

3 Arten der Urbanisierung

Die Arten der Urbanisierung sind weltweit so unterschiedlich, dass eine Generalisierung schwer fällt. In der Bevölkerungsgeographie wird aber zwischen folgenden Arten unterschieden:

1. Physiognomische Verstädterung

Sie bedeutet eine Ausbreitung städtischer Wohnformen und Flächennutzung.

2. Funktionale Verstädterung

Es kommt zu einer Verflechtung zwischen Stadt und Land, was auch als „Stadt-Land-Kontinuum“ bezeichnet wird. Dabei breitet sich die städtische Produktion aus und es entwickeln sich neue Kommunikations- und Informationsnetze.

3. Soziale Verstädterung

Das Umland nimmt Normen und Wertvorstellungen der städtischen Bevölkerung an, und auch das Konsumniveau und die Haushaltsführung gleichen sich an.

4. Demographische Verstädterung

Da Verstädterung sowohl einen Zustand als auch einen Prozess bedeuten kann, lässt sich genauer zwischen Verstädterung als demographischer Zustand (Verstädterungsgrad oder –quote) und Verstädterung als demographischer Prozess (Verstädterungsrate) unterscheiden.

5. Verdichtung des Städtesystems

Die Zahl der Städte nimmt z. B. durch Neugründungen oder Verleihung des Stadttitels zu. Typische Gründungsphasen waren das Hochmittelalter, die Epoche des Barocks (Residenz-/Festungsstädte) und das Industriezeitalter (z. B. Eisenhüttenstadt).

(vgl. www.wikipedia.org/wiki/Urbanisierung)

4 Merkmale von Urbanisierung

Urbanisierungsprozesse mit einer auffälligen Zunahme der Bevölkerung in den Kernstädten hat es in verschiedenen Kulturen und zu verschiedenen Zeiten gegeben. Nachstehend sollen Merkmale von Urbanisierung, die im Zusammenhang mit der industriellen Revolution stehen, betrachtet werden.

1. Zunahme der städtischen Bevölkerung

Vor 1800 war der Anteil der Stadtbevölkerung an der gesamten Erdbevölkerung (d.h. der Verstädterungsgrad) sehr gering, denn nur etwa 2-3 Prozent der 900 Millionen Menschen lebten damals in Städten. 1950 lebten hingegen bereits knapp 30 Prozent der Menschen in Städten, 2000 waren es 47 Prozent und für das Jahr 2030 wird prognostiziert, dass etwa 60 Prozent der nun mehr als acht Milliarden Menschen in Städten leben werden. (www.un.org/popin) Allerdings gibt es zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern noch weitere Unterschiede, auf die in Kapitel 5 genauer eingegangen wird.

Nach dem Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung können vier Verstädterungsphasen unterschieden werden:

- Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung beträgt weniger als 25 Prozent (insbesondere afrikanische Länder südlich der Sahara, einige wenige asiatische Länder)

- Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung liegt zwischen 25 – 50 Prozent (fast alle anderen Länder Afrikas, einige mittel- und südamerikanische sowie asiatische Entwicklungsländer)

- Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung liegt zwischen 50 – 75 Prozent (Länder wie Libyen, Ägypten und Tunesien, aber auch Mexiko, Brasilien und Südkorea)

- Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung beträgt mehr als 75 Prozent (hoch entwickelte Industrieländer Nordamerikas und Europas, Japan und Australien sowie die von Europäern kolonialisierten Länder Südamerikas wie Argentinien und Chile) (vgl. Gaebe 1987, S. 24)

2. Zunahme der Bevölkerung und Fläche der Städte

Nicht nur der Verstädterungsgrad beschreibt die Siedlungsentwicklung und Urbanisierung, sondern auch die Bevölkerungszunahme der Städte, insbesondere der Kernstädte. Städte wachsen durch Zunahme der Einwohnerzahl und der Fläche horizontal und vertikal, dass heißt durch neue und höhere Gebäude.

3. Zunahme der Zahl der Städte und der Millionenstädte

Ein weiteres Verstädterungsmerkmal ist die Zunahme der Zahl der Städte und insbesondere der Städte mit mehr als einer Million Einwohnern. So gab es 1900 zehn Millionenstädte und 100 Jahre später im Jahr 2000 waren es bereits mehr als 250. Gleichzeitig hat sich aber auch der räumliche Schwerpunkt der Millionenstädte aus den Industrie- in die Schwellen- und Entwicklungsländer verlagert und aus den Mittelbreiten zum Äquator.

4. Ausbreitung städtischer Siedlungs-, Lebens- und Wirtschaftsformen

Auch die Übernahme und Ausbreitung städtischer Siedlungs-, Lebens- und Wirtschaftsformen im weiteren Umland der Städte ist ein Merkmal der Urbanisierung. Die Gesamtheit all dieser Faktoren bzw. der Zustand hoher Intensität städtischer Lebensformen wird als Urbanität bezeichnet. Indikatoren sind beispielsweise die Veränderung der Bevölkerungsdichte, der Berufsstruktur und der Wohnformen. (nach: Gaebe 2004, S. 20ff. und Gaebe 1987, S. 22ff.)

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Details

Seiten
15
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638462815
Dateigröße
847 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v49954
Institution / Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta – Geographie
Note
1,3
Schlagworte
Urbanisierung Grundlagen Stand Vor- Nachteile Räume Städtische Siedlungen

Autor

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Titel: Urbanisierung, Grundlagen, weltweiter Stand, Vor- und Nachteile urbaner Räume