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Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) in der Sekundarstufe

Ein kurzer Überblick

Referat (Ausarbeitung) 2004 12 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Probleme und Entstehungsfaktoren in der Sekundarstufe I

3. Allgemeine Fördermaßnahmen

4. Fördermaßnahmen in speziellen Bereichen
4.1. Lesen
4.2. Handschrift
4.3. Abschreiben
4.4. Verfassen von Texten
4.5. Rechtschreibung

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) in der Sekundarstufe verdient in mehrer Hinsicht seine Aufmerksamkeit. Zum einen können beim Wechsel von der Grundschule in die Sekundarstufe durch unterschiedliche Bedingungsfaktoren Probleme beim Lesen und Rechtschreiben verstärkt werden oder erst hier in Erscheinung treten. Dies erfordert eine genaue Betrachtung der Barrieren bei diesem Wechsel. Zum anderen muss der Gedanke, dass eine Förderung in dieser Altersstufe nicht mehr möglich ist und somit den Kindern ein bleibendes Etikett anhaftet, überwunden werden.

Im Folgenden werde ich zunächst auf die Probleme und Entstehungsfaktoren von LRS in der Sekundarstufe eingehen und anschließend einige Fördermöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen anführen.

2. Probleme und Entstehungsfaktoren in der Sekundarstufe I

Wie schon beschrieben stellt der Wechsel von der Grundschule in die Sekundarstufe

eine besondere Herausforderung für viele Schüler dar.

Ein Grund dafür ist, dass man nicht an die Lernvoraussetzungen, die die Kinder aus der Grundschule mitbringen, anknüpft, was Grundlage für das Gelingen des Unterrichts ist.

Tymister beschreibt „ alle Schüler so weit wie möglich mit ihrer Lebenswelt, mit ihren Interessen und Bedürfnissen, mit ihren Problemen und Erfolgen, selbstständig handelnd, also sprechend, hörend, schreibend, lesend (verstehend), aber auch bastelnd und werkend, spielend und feiernd in das Unterrichtsgeschehen zu integrieren.” [1] als Ziel eines offenen, handlungsorientierten und kommunikativen Unterrichts.

Oftmals fehlen jedoch die Kenntnisse über die Lerninhalte in der Grundschule, insbesondere die des Deutschunterrichts.

Gerade Gymnasiallehrer setzen zum Beispiel das Beherrschen der Orthografie voraus und entbinden sich damit von der Verantwortung einer weiteren Förderung in diesem Bereich und ignorieren damit mögliche Schwierigkeiten. Der Schriftspracherwerb muss jedoch als Prozess verstanden werden, in dem unterschiedliche Lernvoraussetzungen und Entwicklungstempi zu Leistungsunterschieden führen. Wenn „…der Abstand zwischen den Kindern innerhalb einer Klasse […] bis zu drei Entwicklungsjahren.“[2] betragen kann, so ist es verständlich, dass auch in der Sekundarstufe erhebliche Unterschiede bezüglich des Entwicklungsstandes der Kinder wieder zu finden sind.

Das plötzliche Schreiben von langen und ungeübten Diktaten, die zur Leistungsmessung betragen sollen, stellt des Weiteren eine Herausforderung für viele Schüler dar. Auf diesen Punkt werde ich später noch einmal näher eingehen.

Neben diesen Faktoren, die zu einer Verstärkung oder zur Entstehung von Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben führen können, haben die Kinder teilweise bereits negative Erfahrungen gemacht, die sie in ihr Selbstbild übernommen haben. Gerade wenn eine Etikettierung durch dem Schüler nahe stehende Personen wie die Eltern, Mitschüler und Lehrer geschieht, sind die Schüler selbst schnell von ihrem Unvermögen bezüglich der Rechtschreibung überzeugt.

Diese negative Etikettierung verdeutlicht Lösel[3] anhand eines Schaubildes:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lösel beschreibt, wie bestimmte Abweichungen von den Normvorstellungen des Lehrers zu einer negativen und verzerrten Wahrnehmung des Schülers führen. Was der Norm entspricht, ist in der Schule weitestgehend mittelschichtsorientiert. Diese kollidiert unter Umständen mit der Lebenswelt des Schüles, beeinflusst dessen Beurteilung und bringt eine bestimmte Behandlung des Schülers hervor. Dieser übernimmt das von ihm erwartete Verhalten in sein Selbstbild und verhält sich dementsprechend. Der Kreislauf beginnt vom Neuen und spitzt sich immer weiter zu.

[...]


[1] Tymister, H.J. in: Naegele / Valtin: LRS – Legasthenie in den Klassen 1-10, Band 2, Beltz Verlag, Weinheim und Basel 2001

[2] Scheerer-Neumann, G. : Lese-Rechtschreibschwierigkeiten: Analyse und Förderung (gesammelte Beiträge), Potsdamer Studien zur Grundschulforschung Heft 29, Potsdam 2002

[3] Lösel in : Werning, R. Lütje-Klose,B.: Einführung in die Lernbehindertenpädagogik – München 2003

Details

Seiten
12
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638462792
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v49952
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
1,0
Schlagworte
Lese-Rechtschreibschwierigkeiten Sekundarstufe Leserechtschreibschwierigkeiten Klasse

Autor

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Titel: Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) in der Sekundarstufe