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Wirtschaftskriminalität in Unternehmen. Instrumente zur Aufdeckung und Prävention von dolosen Handlungen

Projektarbeit 2019 12 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was versteht man unter Wirtschaftskriminalität?

3 Instrumente zur Aufdeckung von (dolosen Handlungen) Wirtschaftskriminalität
3.1 Computerunterstützte Prüfungstechniken (CAATs)
3.2 Fraud Due Diligence Audit
3.2 Internes Kontrollsystem (IKS)
3.3 Gefährdungsanalyse
3.4 Interne Revision

4 Was bedeutet Prävention im Bereich Wirtschaftskriminalität

5 Welche Möglichkeiten der Prävention gibt es im Bereich der Wirtschaftskriminalität
5.1 Webinare oder Onlineschulungen
5.2 Seminare
5.3 Überwachung

6 Literaturverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: SchadensentwicklungWirtschaftskriminalität in Mio. Euro

1 Einleitung

In den Nachrichten ist Wirtschaftskriminalität in Unternehmen mit dolosen Handlungen des Öfteren ein aktuelles Thema und kommt in den wirtschaftlichen Krisenzeiten besonders zum Vorschein. Die Schlagzeilen über dolose Handlungen schockieren beispielsweise durch Thesen wie, dass in Krisenzeiten die Prävention vernachlässigt wird und die Wirtschaftskriminalität in Unternehmen steigt.1 2 Deutsche Unternehmen die Defizite oder Korruptionen vorweisen, richten Schaden in mehreren Milliarden Euro an.3 4

Abbildung 1: Schadensentwicklung Wirtschaftskriminalität in Mio. Euro

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Wirtschaftskriminalamt Bundeslagebild 2017

Wie man der Statistik oben in der Abbildung 1 entnehmen kann, war die Gesamtsumme durch die Wirtschaftskriminalität im Vorjahr nur gering angestiegen, doch es entstand im Jahr 2017 ein Schaden in Höhe von 3,73 Milliarden Euro (2016: 2,97 Milliarden Euro), was einem Anstieg um 25,9% entspricht. Somit entspricht die Gesamtschadenssumme ein wenig über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre (Durchschnitt 3,61 Milliarden Euro). Anhand der Gesamtsumme der Schäden kann man die erheblichen Auswirkungen der Wirtschaftskriminalität sehen.5 Deshalb sind für Unternehmen eine sichere Prävention und die Aufdeckung von kriminellen Handlungen in Unternehmen unverzichtbar.

2 Was versteht man unter Wirtschaftskriminalität?

Eine allgemeine Definition für Wirtschaftskriminalität gibt es momentan nicht. Denn die Schwierigkeit besteht aufgrund der Komplexität des Gegenstandes und des Wandels der Erscheinungsformen. Im Jahre 1985 wurde im Schweizer Juristentag 1985 versucht eine allgemeine Definition zu finden, doch vergebens. Um allerdings die Wirtschaftskriminalität zu klassifizieren, wurde ein Indikator-Modell entwickelt. Das bedeutet, je mehr Indikatoren in einem Sachverhalt erfüllt werden, umso stärker sind die Indizien auf das Vorliegen von Wirtschaftskriminalität.6

Bei Wirtschaftsdelikten wir das als sogenanntes Sonderdelikt zugeordnet.7 Bei wirtschaftlicher Kriminalität in Unternehmen handelt es sich um Straftaten von Unternehmensangehörigen in ihrer beruflichen Tätigkeit. Dabei wird zwischen „occupational crime“ und „corporate crime“ unterschieden. Beim „occupational crime“ handelt es sich um eine Berufsstraftat, die eigennützig agieren und dem Unternehmen Schaden. Der „corporate crime“ allerdings ist eine verbandsstraftat. Das wären beispielsweise Schmiergeldzahlungen, damit sich bestimmte Aufträge positiv auf das Unternehmen auswirken. Auch in diesem Fall wäre das ein Teil der Wirtschaftskriminalität.8

Dennoch existiert eine polizeiliche Definition, was man unter Wirtschaftskriminalität versteht. Sie lautet wie folgt: „Die Gesamtheit der in § 74c Abs. 1 Nr. 1-6 GVG aufgeführten Straftaten und Delikte, die im Rahmen tatsächlicher oder vorgetäuschter wirtschaftlicher Betätigungen begangen werden und über eine Schädigung von Einzelnen hinaus das Wirtschaftsleben beeinträchtigen oder die Allgemeinheit schädigen können und/oder deren Aufklärung besondere kaufmännische Kenntnisse erfordert.“9

Zu den unstrittigen Straftaten der Wirtschaftskriminalität gehören deshalb folgende Delikte:10

1. Anlagedelikte - Anlagebetrug
2. Finanzierungsdelikte - Kreditbetrug
3. Insolvenzdelikte - Bankrott
4. Arbeitsdelikte - Arbeitsvermittlungsbetrug
5. Wettbewerbsdelikte - Verrat von Geschäfts- oder Betriebsgeheimnissen
6. Gesundheitsdelikte - Abrechnungsbetrug

3 Instrumente zur Aufdeckung von (dolosen Handlungen) Wirtschaftskriminalität

Fraud: "Die Anwendung des eigenen Berufs zur persönlichen Vermehrung durch den bewussten Missbrauch oder die falsche Benutzung der Ressourcen oder Vorrat der anstellenden Organisation."11

Diese Bezeichnung umfasst eine Menge von Reaktionen von Führungskräften, Mitarbeitern, Managern und Leitern von Organisationen. Zu den möglichen Missachtungen zählen die missbräuchliche Verwendung von Vermögen, irreführende Aussagen und Korruption sowie geringfügiger Diebstahl, fehlerhafte Überstunden und die Verwendung von Unternehmenseigentum zum persönlichen Vorteil sowie der Missbrauch von Lohnabrechnungen und Krankheitszeiten. 12

Das Entdecken und Angehen von dolosen Handlungen bei unzureichender Prävention sind entscheidend, nicht nur für den Erfolg des Unternehmens, sondern auch für dessen Existenz. Ebenso sollte vorweg angedeutet werden, dass eine ausschließliche Zerlegung der Instrumente in Aufdeckung und Prävention meiner Meinung nach sachlich nicht richtig wäre, da beide Instrumente (Aufdeckung + Prävention) absolut geeignete Beschaffenheit haben die Aufdeckung zu beschleunigen auch wenn im nach hinein die Hauptkonzentration nur bei einem dieser Instrumente liegt. Im Folgenden sollen einige Beispiele für Präventivmaßnahmen näher erläutert werden.

3.1 Computerunterstützte Prüfungstechniken (CAATs)

Computer Assisted Auditing techniques (CAATs) sind IT-Programme die von den Prüfern anwendet und vor allem zur Massendatenanalyse eingesetzt werden. Mit Hilfe dieses IT-Programms kann die interne Buchhaltungsabteilung eines Unternehmens vernünftige Befunde liefern. Es ist ein sehr hilfreiches Tool, das dem Wirtschaftsprüfer dabei unterstützt, effektiv zu arbeiten. Die Ursache für den Einsatz von solchen Tools ist die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Prüfungsdurchführung.13

3.2 Fraud Due Diligence Audit

Das Fraud Due Diligence Audit ist eine Aufgliederung der Aufbau- und Ablauforganisation zur Offenlegung von Fraudrisiken und Fraudvorfällen. In diesem Zusammenhang wird das bedeutendste System für Interne Kontrollsysteme, das COSO I Modell, herangezogen.

Im Rahmen des Audits erfolgt eine umfangreiche Untersuchung von (Teil) Organisationen, Prozessen und einzelnen Transaktionen. Im Gegensatz zu den Standard-IT-Tools, liegt sich der Schwerpunkt der Prüfung nicht auf der Rechnungslegung. Im Rahmen des sogenannten Fraud Triangle wird der Täter, sein Motiv und seine Gelegenheit Bestandteil der Untersuchung.

Eines der Hauptelemente dieses Ablauf- und personenzentrierten Ansatzes ist eine Berücksichtigung von sogenannten Red Flags, also von unscharfen und weichen Anzeichen. Hierbei stellt sich die Frage was gesucht und verhindert werden soll und welche Kapazität dafür zur Verfügung steht. Es werden bestimmte Abläufe und Einheiten selbsttätig überprüft, sobald sich arglistige Handlungsmuster identifiziert lassen. Bei einem begründeten Verdacht oder stichhaltigen Beweisen erfolgt eine Vollprüfung.

Während beim Number Crunching große Mengen an Daten verarbeitet und geprüft werden, ist bei einem Fraud Due Diligence einer effizienteren Nutzung der Prüfungskapazitäten gegeben.14

3.2 Internes Kontrollsystem (IKS)

Um eine Richtlinieneinhaltung und Schadensabwehr zu gewährleisten, werden Abläufe anhand von technischen und organisatorischen Regeln im Rahmen eines internen Kontrollsystems (IKS) identifiziert und überwacht. Diese Identifizierung und Überwachung wird durch das Vier-Augen-prinzip umgesetzt, wobei auf jeden Kontrollvorgang eine Gegenkontrolle erfolgt. Maßnahmen hierfür können manuell oder maschinell gelegt werden. In der Praxis liegt das Problem vor allem in der Ablaufbeschreibung, da Fachbereiche nun mal nicht auf Kontrollen spezialisiert sind.15

3.3 Gefährdungsanalyse

Im Rahmen von Gefährdungsanalysen wird die Aufbau- und Ablauforganisation einer Organisation untersucht. Diese Analyse wird durch bestimmte Faktoren beeinflusst. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem die Form des Anti-Fraud-Management-Systems und des IKS, interne und externe Prüfungen sowie Erfahrungen aus der Vergangenheit.16

3.4 Interne Revision

Bei der Internen Revision handelt es sich um einen Prüf- und Beratungsvorgang, der zur systematischen Bewertung und Verbesserung des Risikomanagements in einer Organisation dient. Ziel ist hierbei vor allem eine Steigerung der Effektivität und Weiterentwicklung der Organisation. Hauptaufgabe der Internen Revision ist vor allem, eine Bestätigung von Sachverhalten mit Hilfe des IKS, sowie eine Beratung innerhalb der Organisation. Zur Verfolgung des Organisationsziels soll dieses und die hierfür durchgeführten Organisationsprozesse durchleuchtet werden. Durch systematische Verfahren erfolgt eine Analyse des Risikomanagements, sowie der Steuerung und Überwachung innerhalb der Organisation. Diese sollen so kritisch betrachtet und weiterentwickelt werden.

Hierbei handelt es sich nicht um eine dauerhafte und ganzjährige Prüfung der Organisation. Vielmehr soll durch ein im Vorfeld festgelegter Zyklus jeder Organisationsbereich einmal abgedeckt werden. Bei der Prüfung der Unternehmensbereiche muss ein Auslassen bestimmter Bereiche durch das Entstehen von Schnittstellen zwischen zwei Bereichen vermieden werden.

[...]


1 https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundeskriminalamt-deutlich-mehr-faelle-von-wirt schaftskriminalitaet-in-deutschland/22675726.html?ticket=ST-6119407-2fzRVjfta25mZbMBBTsO-ap3, Abruf: 25.05.2019

2 https://industrie.de/top/8035/, Abruf: 25.05.2019

3 https://www.pwc.de/de/risiko-management/praevention-von-wirtschaftskriminalitaet-deutsche-unternehmen-mit-defiziten.html, Abruf: 27.05.2019

4 https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96587/AOK-Millionenschaden-durch-Abrechnungsbetrug-und-Korruption, Abruf: 27.05.2019

5 https://www.bka.de/DE/Presse/Listenseite_Pressemitteilungen/2018/Presse2018/180611_BundeslagebildWirtschaftskriminalitaet2017.html, Abruf: 27.05.2019

6 Vgl. Peemöller et al., 2005, S. 19-20

7 Vgl. Volk, 2006, S.8

8 Vgl. Wittig, 2017, S.7

9 https://www.lka.polizei-nds.de/kriminalitaet/deliktsbereiche/wirtschaftskriminalitaet/definition-wirtschaftskriminalitaet-844.html, Abruf: 28.05.2019

10 https://www.lka.polizei-nds.de/kriminalitaet/deliktsbereiche/wirtschaftskriminalitaet/definition-wirtschaftskriminalitaet-844.html, Abruf: 28.05.2019

11 http://www.forum-wirtschaftskriminalitaet.org/aufdeckung/fraud-due-diligence.html?L=38, Abruf: 15.05.2019

12 http://www.forum-wirtschaftskriminalitaet.org/einfuehrung/taeterbild.html?L=358, Abruf: 15.05.2019

13 https://www.readyratios.com/reference/audit/computer_assisted_audit_techniques_caats.html

14 http://www.forum-wirtschaftskriminalitaet.org/aufdeckung/fraud-due-diligence.html?L=38,Abruf: 16.05.2019

15 https://de.wikipedia.org/wiki/Interes_Kontrollystem, Abruf: 17.05.2019

16 http://www.forum-wirtschaftskriminalität.org/praevention/gefaehrdungsanalyse.html?L=616

Details

Seiten
12
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346028846
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v498981
Institution / Hochschule
Hochschule München
Note
1,3
Schlagworte
wirtschaftskriminalität unternehmen instrumente aufdeckung prävention handlungen

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