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Der Sonnentanz als Ritual der Sioux-Indianer

Seminararbeit 2012 22 Seiten

Soziologie - Kultur, Technik und Völker

Leseprobe

Inhalte

1 Einleitung

2 Kultur und Verbreitung der Indianer
2.1 Die Gruppe der Sioux-Indianer

3 Ursprung und Verbreitung des Sonnentanzes

4 Funktionen und Zweck des Sonnentanzes

5 Grundelemente eines Sioux-Sonnentanzes
5.1 Akteure
5.2 Aufbau des Festplatzes
5.3 Der heilige Baum
5.4 Schwitzhütte
5.5 Visionensuche
5.6 Blutopfer

6 Ablauf eines Sonnentanzes

7 Historie und Ausblick

8 Der Sonnentanz als Ritual

Bibliografie

1 Einleitung

Der Sonnentanz ist ein religiöses Ritual der indigenen Kultur Nordamerikas, insbesondere der Gruppe der Sioux-Indianer. Solche Rituale erzeugen einerseits religiöse Erfahrungen, repräsentieren allerdings auch ihnen zu Grunde liegende religiöse Überzeugungen (vgl. Wulf 2005: 126). Außerdem zeigen sich im Sonnentanz auch zahlreiche kulturelle Elemente der Sioux, die nicht ummittelbar mit religiösen Traditionen verknüpft sind. Die Zeremonie hat – kulturell wie auch historisch – eine große Bedeutung für die Sioux: sie stellte innerhalb des Jahresablaufs den Höhepunkt dar, da sie eingebettet in ein umfassendes Stammestreffen war und so eine der wichtigsten religiösen Kollektivzeremonien des oben genannten Indianervolks wurde. Daneben gehörte sie bereits seit den ersten Kontakten zwischen Sioux-Indianern und Europäern zu den kontroversesten indianischen Traditionen – was später zu einem Verbot und jahrelangem Misstrauen gegenüber dieser Zeremonie führte.

„Es ist anzunehmen, dass keine indianische Zeremonie so völlig und beharrlich falsch interpretiert worden ist wie der Sonnentanz.“

(Mails 1999: 16)

Das schreibt die amerikanische Anthropologin und Musikethnografin Frances Densmore. Der Grund, weshalb das Ritual vor allem in sogenannten westlichen Kulturkreisen sozialisierten Personen fremd ist, liegt wohl in dessen scheinbarer Grausamkeit und Brutalität. Für die Teilnehmer jedoch werden im Rahmen des Sonnentanzes Gemeinschaft, Dank, Gebet und Solidarität zelebriert; gerade heute ist der Sonnentanz ein wichtiges Stück im Identitätspuzzle moderner Indianer.

In dieser Arbeit soll ein tieferer Einblick in den Ablauf, die Elemente und die Funktion des Sonnentanzes gegeben werden. Dabei möchte ich mich vor allem auf den rituellen Charakter dieser indianischen Zeremonie konzentrieren. Der Sonnentanz wurde und wird von unterschiedlichen indianischen Stämmen – auch außerhalb der Sioux-Sprachgruppe – praktiziert. Hier soll es jedoch explizit um die Ausführung des Rituals durch die Sioux-Indianer gehen, zu denen im folgenden Kapitel eine kurze Einführung gegeben wird.

2 Kultur und Verbreitung der Indianer

Beschäftigt man sich mit den Indianern, wird man schnell feststellen, dass es ebendiese nicht gibt. Die Ureinwohner Amerikas bilden keine homogene Kultur, sondern bestehen aus zahlreichen Einzelkulturen:

„'Die' indianische 'Nation' ist die Summe unzähliger großer, kleiner und kleinster Gruppen, die oft nur wenig gemein haben.“

(Lindig / Münzel 1992: 11).

Dies liegt auch an den stark unterschiedlichen klimatischen Gebieten, welche von Indianern besiedelt wurden (vgl. Lindig / Münzel 1992: 11-12; 16-17). Die moderne Forschung unterscheidet elf Kulturareale: Arktis, Subarktis, östliches und südöstliches Waldland, Prärie, Plains, Plateau, Großes Becken, Nordwestküste, Kalifornien sowie Südwesten. In diesen Räumen lebten unzählige Stämme mit verschiedenen Sprachen und den Umweltbedingungen angepassten Lebensweisen (vgl. Cremer 2000: 15).

2.1 Die Gruppe der Sioux-Indianer

Das Wort Sioux beschreibt eine Sprachfamilie von Indianern, die sich in den so genannten Great Plains ausgebreitet hatten: diese Prärienlandschaft erstreckt sich vom Osten der Rocky Mountains bis zum Westrand des Mississippi-Tals und von Zentralkanada bis zum Rio Grande in Texas (vgl. Hein 1987: 5). Die Indianergruppe lässt sich entsprechend ihrer Dialekte in drei Sprachgruppen einteilen und unterscheiden: Lakota (westliche Sioux), Nakota (zentrale Sioux) sowie Dakota (östliche Sioux). Die Sprachgruppen wiederum bestehen aus Unterstämmen, die sich jeweils in kleinere Gruppen zergliedern.1 Diese Völker bildeten zum Teil auch eine politische Einheit, die als Sieben Ratsfeuer2 bezeichnet wurde.

Daneben gibt es noch Stämme, die eine große sprachliche und kulturelle Ähnlichkeit mit den Sioux zeigen, aber nicht direkt zu diesen gezählt werden.3 Das Wort Sioux an sich beruht auf der Vereinfachung eines indianischen Wortes: Die Ojibwa, eine in benachbarten Gebieten ausgebreitete Stammesgruppe, bezeichneten die Gruppe der Sioux als na'towe'ssiwak, was „Sprecher einer fremden Sprache“, „Feind“ oder „Schlange“ bedeutet. Zur Vereinfachung des Wortes durch (französischsprachige) Europäer entstand so zunächst die Bezeichnung Nadowessioux, woraus später das vereinfachte Wort Sioux entstand. Da es keinen anderen Begriff für diese Sprachgruppe gibt, wurde das Wort von den meisten Indianern übernommen und hat sich mittlerweile auch in der Literatur durchgesetzt (vgl. Lomosits / Harbaugh 1996: 161; Bolz 1986: 33-35, 42-43).

Die Mehrheit der Sioux gehörte zu den sogenannten Präriekulturen4 – ein kulturelles Muster, welches eine vergleichsweise „sehr junge Kulturerscheinung“ (Lindig / Münzel 1992: 141) in Nordamerika darstellte. Grund dafür war wahrscheinlich die Einführung des Pferdes aus spanischen Kolonien im 17. Jahrhundert, wodurch etliche Stämme dazu übergingen, die Prärien dauerhaft zu besiedeln.5 Das Pferd ersetzte den Hund als Transporttier und sorgte wesentlich für eine erhöhte Mobilität, größere Flexibilität und militärische Vorteile gegenüber sesshaften Stämmen (vgl. Spencer et al. 1965: 337). Die Prärievölker ernährten sich überwiegend von Bisons, aber auch anderen, am Rande der Plains vorkommenden größeren Säugetieren wie Hirschen, Antilopen, Bergschafen, Berglöwen, Wölfen oder Bären. Das Bison stellte allerdings die Grundlage des Prärieindianertums dar: es diente der Ernährung, Fell und Leder wurden zur Herstellung von Zelten und Kleidung genutzt, die Sehnen nutzte man als Bogensehnen oder Nähmaterial, Knochen und Horn wurden zu Besteck oder Arbeitsinstrumenten verarbeitet (vgl. Cremer 2000: 20-21).

Daneben gab es in den Prärien etliche Pflanzenarten, die als Nahrungsmittel oder Medizin genutzt wurden (vgl. Bolz 1986: 46). Die Plainsindianer bewohnten kegelförmige Stangenzelte, die Tipis. Die Zeltstangen konnten eine Länge von über zehn Metern erreichen – eine Größe, die an die Kraft des Pferdes als Zugtier angelehnt war, da die vorherigen Zugtiere, Hunde, solch große und schwere Zeltstangen nicht hätten ziehen können (vgl. Cremer 2000: 21).

Der erste belegte Kontakt zwischen Sioux und Europäern fand 1661 durch zwei Franzosen – Pierre Esprit Radisson samt seinem Begleiter Groseilliers – statt. Seitdem ist diese Indianergruppe geprägt und beeinflusst durch den Einfluss europäischer Siedler und Militärs. Die Kultur dieser Indianergruppe bestand nur etwa 150 Jahre lang, bis Krankheiten die Bevölkerung dezimierten, das Bison zum Großteil ausgerottet wurde und die europäische Besiedlung die Tierwelt reduzierte. Auch wenn diese indianische Kulturform nur recht kurz existierte, wurde sie dennoch weltweit zum Symbol des (nord)amerikanischen Indianertums (vgl. Lindig / Münzel 1992: 141; Bolz 1986: 38-41).

Die meisten Plainsstämme lebten – bedingt durch die nomadische Lebensweise – in Kleingruppen zusammen (vgl. Calloway 1999: 302). Die soziale Zugehörigkeit orientierte sich an der Blutsverwandtschaft (bei den meisten Stämmen patrilinear), war aber auch durch Männer- und Geheimbünde organisiert. Männerbünde waren meist nach Altersstufen gestaffelt und hatten verschiedene judikative und sozialisatorische Funktionen: so übernahmen sie unter anderem auch die Aufsicht während der Sonnentänze. Geheimbünde dagegen beschäftigten sich vor allem mit rituellen und religiösen Belangen (vgl. Lindig / Münzel 1992: 156-159).

Die Macht des Stammes wurde durch einen Stammesrat repräsentiert, der aus Männern bestand, die sich in schwierigen Situationen ausgezeichnet hatten. Daneben gab es einen Häuptling, der vor allem in kriegerischen Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle als Koordinator und Verhandlungsführer einnahm (vgl. Cremer 2000: 21). Gemein ist allen Siouxstämmen ein pantheistisches Weltbild: Tiere, Pflanzen, aber auch andere Gegenstände seien von „einer übernatürlichen, magischen Lebenspotenz durchdrungen“ (Lindig / Münzel 1992: 165), die als wakan tanka6 bezeichnet wird.

Die Verbindung zwischen dem Übernatürlichen und den Menschen wurde durch Schamanen7 mittels Riten, kultischer Gegenstände oder Visionen hergestellt. Schamanen werden durch „physischen Stress oder Krankheit“ (Bolz 1986: 204), die eine Vision hervorrufen können, zu ihrer Tätigkeit auserwählt (vgl. Lindig / Münzel 1992: 165; Bolz 1986: 204). Typisch für die Kultur der Plainsindianer ist das sogenannte Quillwork, womit die Verzierung von Gegenständen oder Kleidungsstücken mit gefärbten Stachelschweinborsten bezeichnet wird (vgl. Cremer 2000: 21).

Eine bedeutende Rolle im alltäglichen Leben und während religiöser Zeremonien spielte das Rauchen. Nomadische Indianerstämme nutzten dabei vor allem wild wachsende Tabaksorten (vgl. Cremer 2000: 20, 27). Die Pfeife, als Kalumet bezeichnet, gehörte zu den wichtigsten Gegenständen jedes Sioux-Indianers. Das Kalumet galt als heilig und symbolisierte die Verbindung zwischen dem Göttlichen und dem Menschen. Die Pfeifenköpfe waren meist aus Catlinit8 hergestellt und reichlich mit Ornamenten oder Zeichnungen verziert (vgl. Lindig / Münzel 1992: 153-154, 165; Mails 1999: 30; Bolz 1986: 204-206). Das Rauchen diente ausschließlich Tätigkeiten, die mit religiös-rituellem Hintergrund vollzogen wurden (vgl. Cremer 2000: 31). Dabei war nicht nur das Rauchen an sich als Ritual von Bedeutung, sondern schon die Tabakpflanze selbst galt als heilige Pflanze, fähig, „den Menschen in einen exaltierten Zustand zu versetzen“ (Cremer 2000: 32). So wurde, unter anderem zur Besänftigung von Geistern, Tabak in trockener Form in die Luft oder auf Gegenstände (z.B. heilige Plätze) geworfen oder gestreut (vgl. Cremer 2000: 32).

3 Ursprung und Verbreitung des Sonnentanzes

Das Alter des Sonnentanzes lässt sich nur schwer datieren, da erst mit dem Kontakt der Indianerstämme mit den Europäern Aufzeichnungen gemacht wurden. Die frühste Datierung reicht bis ins Jahr 1610 zurück, gilt allerdings als nicht zuverlässig; der erste genau überlieferte Sonnentanz fand, ausgeführt von den Yanktonai, im Jahr 1713 statt. Die älteste vorhandene Beschreibung eines Sioux-Sonnentanzes stammt von George W. Hill, der die Zeremonie im Jahr 1866 in South Dakota beobachtete (vgl. Holler XXV; Bolz 1986: 208-209). Entstanden sein könnte der Sonnentanz aus Gelübden, die Einzelpersonen in Notsituationen ablegten, in dem Glauben, durch ein persönliches Opfer die Unterstützung übernatürlicher Mächte zu erhalten. Später wurden die erbrachten Opfer dann begrenzt und standardisiert (vgl. Mails 1999: 33, 61).

Andere Forscher gehen davon aus, dass der Sonnentanz ursprünglich der Vorbereitung von Bisonjagden diente und erst später seine Funktion veränderte (vgl. Holler 1995: 39). Unter vielen Anthropologen herrschte lange die Meinung vor, dass das Ritual mit der Entstehung des Nomadentums – dem Zug der Sioux-Stämme in die Prärien – verbunden ist. Jedenfalls breitete sich der Sonnentanz seit seiner Entstehung recht schnell aus und wurde mit seiner Verbreitung immer weiter modifiziert. Das Erleben von Schmerzen ist bei der Sioux-Zeremonie ein wichtiger Bestandteil, tritt bei anderen Stämmen dagegen in den Hintergrund.

Der religiöse Charakter allerdings findet sich bei allen Varianten wieder. Der Name des Rituals rührt nicht von einer Sonnenanbetung her, sondern kommt das durch starre Blicken in die Sonne, das von den meisten Stämmen während des eigentlichen Tanzes durchgeführt wird (vgl. Bolz 1986: 208-209; Mails 1999: 130-131; Holler 1995: XXV).

4 Funktionen und Zweck des Sonnentanzes

Der Sonnentanz ist eine religiöse „Kollektivzeremonie“ (Lindig / Münzel 1992: 169), die zur Bitte um Fruchtbarkeit dient. Es ist „a sacrificial annual ritual, a thanksgiving ceremony and a cosmological new year festival“ (Bolz 1986: 208). Für die Sioux stellt es den Höhepunkt in deren rituellem Jahresablauf dar und dient somit gleichsam als Feier, um die alte Welt zu erneuern – als Quelle des Wachsens und der Erneuerung aller Dinge. Es ist gleichzeitig der höchste Ausdruck der Verehrung für Wakan Tanka (vgl. Bolz 1986: 208, 213).

„But each summer the people came together for the Sun Dance, the central ceremony of the tribe, where they reaffirmed their unity, renewed relationships, and hunted buffalo, the foundation of […] economy and culture.“

(Calloway 1999: 302).

Die Tänzer verpflichten sich zu einem schmerzhaften Ritual, um den Segen und die Förderung einer übernatürlichen Macht für die gesamte Gemeinschaft zu erbitten. Sie fungieren dabei als Medien, welche die magisch-göttliche Kraft kanalisieren, zu den Menschen leiten und so praktisch nutzbar machen soll – die Tänzer bilden während des Tanzes die Verkörperung des Wakan Tanka. Damit zeigt sich die hohe Verantwortung der Sonnentänzer innerhalb des Rituals, was eine besondere Vorbereitung dieser notwendig macht (vgl. Mails 1999: 129-130). Gleichzeitig beinhaltet das Ritual auch eine individuelle Komponente:

„A dancer may remember his own needs, or express his own thankfulness for personal blessing“

(Ahenakew 1995: 46).

Die Teilnehmer verpflichteten sich oft als Tänzer, um für die Erfüllung eines persönlichen Wunsches zu danken: Wurde beispielsweise ein Freund oder Familienmitglied krank, legte man ein Gelübde ab, beim nächsten Sonnenritual zu tanzen, wenn die entsprechende Person wieder gesund werden würde. Dabei spielen auch Visionen eine wichtige Rolle, in denen die Teilnehmer angewiesen werden, zum Erreichen eines bestimmten Ziels am Sonnentanz teilzunehmen (vgl. Mails 1999: 13-18, 61-63; Lindig/ Münzel 1992: 169). Diejenigen, die sich nicht nur zum Tanzen, sondern auch zum Piercing bereit erklären, zeigen so, dass sie im Besitz der vier Tugenden der Sioux sind: Tapferkeit, Großzügigkeit, Standhaftigkeit sowie Rechtschaffenheit. Teilnehmer – die auch später immer wieder durch ihre Sonnentanznarben erkennbar sind – werden in besonderer Weise geehrt und respektiert, was auch für die Verwandtschaft des Sonnentänzers gilt. Obwohl die Teilnahme der persönlichen Entscheidung überlassen war, unterzogen sich vor allem angehende Schamanen und Führungspersönlichkeiten diesem Ritual, um ihre Tugend unter Beweis zu stellen (vgl. Bolz 1986: 212-213).

Sonnentänze werden üblicherweise im Sommer veranstaltet, meist im Juli oder August; sie werden jährlich wiederholt. Dabei übernimmt jede Stammesgruppe innerhalb eines Stammes abwechselnd die Organisation und Ausführung des Sonnentanzes. Dies stellt nicht nur aufgrund des organisatorischen Aufwandes eine gewisse Herausforderung für die jeweilige Stammesgruppe dar, sondern verlangt auch etliche Ressourcen, da alle Teilnehmer – Tänzer, Medizinmänner und Zuschauer – von dem ausrichtenden Stamm mit Nahrungsmitteln versorgt werden.

Auch wenn die Stammestreffen, die den Sonnentanz einbetten, oft rund zwei Wochen dauern, so ist die Länge der Zeremonie an sich festgelegt: sie dauerte „vier Tage und vier Nächte“ (Lindig / Münzel 1992: 169), da vier als heilige Zahl9 gilt. (vgl. Mails 1999: 93-94, 131; Holler 1995: XXI). Daneben besaß der Sonnentanz in seinen Ursprüngen eine hohe soziale Bedeutung: konzentriert auf einen riesigen Lagerplatz hatten die Indianer Gelegenheit, um Kontakte zu schließen und zu erneuern, einzelne Gruppen zu reorganisieren und politische Angelegenheiten zu besprechen; es wurden ebenso Verwandtschaftsbeziehungen gefestigt und Heiraten arrangiert (vgl. Mails 1999: 22; Bolz 1986: 213).

[...]


1 Stämme der Lakota: Teton, Oglala, Sicangu, Hunkpapa, Minneconjou, Sihasapa, Oohenonpa, Itazipco. Stämme der Nakota: Wiciyela, Yankton, Yantonai. Stämme der Dakota: Santee, Mdewakanton, Wahpekute, Wahpeton, Sisseton (vgl. Bolz 1986: 42-43).

2 Die Sieben Ratsfeuer wurden gebildet von den Teton, Yankton, Yanktonai, Mdewakanton, Wahpekute, Wahpeton und Sisseton (vgl. Bolz 1986: 35).

3 Dazu gehören die Assiniboin, Mandan, Hidatsa, Crow, Winnebago, Iowa, Oto, Kansa, Omaha, Ponca, Osage, Quapaw, Catawba, Ofo, Biloxi und Tutelo (vgl. Lindig / Münzel 1992: 144; Lomosits / Harbaugh 1996: 161; Bolz 1986: 34).

4 Diese werden auch Plains-Indianer genannt aufgrund der amerikanischen Bezeichnung für Prärie (plain) (vgl. Lindig / Münzel 1992: 141). Von den siouxsprechenden Stämmen, die nicht zum Prärieindianertum wechselten, soll hier abgesehen werden.

5 Die betreffenden Stämme ernährten sich vor ihrer Übersiedlung in die Prärien überwiegend vom Anbau von Pflanzen. Durch die klimatischen Bedingungen in den Plains – geringer jährlicher Niederschlag und hohe Temperaturen – war Bodenbau nur beschränkt möglich, wodurch sich sehr schnell nomadische Jägerkulturen entwickelten (vgl. Lindig / Münzel 1992: 141-143).

6 Wakan Tanka wird heute oft mit dem christlichen Gott gleichgesetzt. Seine ursprüngliche Bedeutung ist unklar und wird von den Sioux unterschiedlich beschrieben, geht allerdings darüber hinaus. Der Begriff kann übersetzt werden mit 'die große Kraft', 'das Heilige' oder 'etwas schwer Verständliches' (vgl. Bolz 1986: 204).

7 Den Schamanen, auch heilige Männer oder Medizinmänner genannt, obliegt die Kontrolle der wakan-Wesen. Von diesen erhalten sie die Macht, Gegenstände mit einem Geist zu versehen. Die wichtigste Kategorie solcher Gegenstände sind persönliche Medizinbeutel, die den Träger beschützen sollen (vgl. Bolz 1986: 204).

8 Bei Catlinit handelt es sich um rotes Aluminiumsilikat, das von einem speziellen Steinbruch bezogen wurde. Dieser wurde zuerst von dem amerikanischen Maler George Catlin (1796-1872) besucht und beschrieben (vgl. Lindig / Menzel 1992: 153). Siehe dazu auch dessen Reisebericht mit eigenen Zeichnungen (Catlin 1979).

9 Die Vier findet sich nach dem Glauben der Sioux-Indianerkultur in allen Lebensbereichen und teilt die Welt (beziehungsweise alles in der Welt) in vier Teile: so gibt es vier Pflanzenteile, vier Abschnitte im Leben eines Menschen, vier Tageszeiten und vier Himmelsrichtungen (vgl. Mails 1999: 93-94).

Details

Seiten
22
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783346025500
ISBN (Buch)
9783346025517
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v498154
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Soziologie
Note
1.0
Schlagworte
Indianer Indigene Völker Nordamerika Rituale Kultursoziologie Soziologie

Autor

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Titel: Der Sonnentanz als Ritual der Sioux-Indianer