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Das Menschenbild und die Seele in Platons Höhlengleichnis

Hausarbeit 2019 15 Seiten

Philosophie - Philosophie der Antike

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Philosophische Anthropologie

3. Platon

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wer bin ich? Was bin ich? Was ist der Sinn meines Lebens? Warum bin ich hier?

Diese Fragen stellt sich im Laufe des Lebens jeder Mensch und so beschäftigen Sie sich auch auf den unterschiedlichsten Weisen mit ihnen. Manche verbringen ihr Leben damit, sie zu beantworten und manche ignorieren sie und kümmern sich nicht darum, die Antworten oder auch den Sinn des Lebens zu finden.

Es gibt verschiedene Wissenschaften, die sich mit der Frage, was der Mensch ist, beschäftigen, wie zum Beispiel die Medizin. Jedoch liegt der Fokus der Medizin auf der Anatomie des Menschen und nicht dessen Sinn. Anders als in der Medizin geht es in der Philosophischen Anthropologie um die Lehre des Menschen. Man versucht sich tiefgründig mit der Frage des Seins zu beschäftigen und auch Antworten auf die oben genannten Fragen zu finden.

Im Folgenden möchte ich das Menschenbild von Platon einer Analyse unterziehen, indem ich das Höhlengleichnis deute. Anschließend werde ich mich mit der Platonischen Unterscheidung der Seele beschäftigen. Dazu werde ich noch kurz auf Platon als Person eingehen. Vorerst soll allerdings geklärt werden, was der Begriff „Philosophische Anthropologie“ zu bedeuten hat und wer in der Bestimmung dieser Disziplin eine große Rolle spielte.

2. Philosophische Anthropologie

Die „Philosophische Anthropologie ist die Lehre vom Menschen unter dem Gesichtspunkt des Menschenseins selbst“ (Hengstenberg, Hans-Eduard 1957, Vorwort Z. 1-2). Sie ist das, was die Philosophen über den Menschen als Mensch zu lehren haben. Dazu hebt sie verschiedene Aspekte des Menschseins hervor, wie die Seele, den Geist und unterscheidet sie genau durch diese unterschiedlichen Perspektiven.

Sie unterscheidet sich von anderen Einzelwissenschaften, welche sich zwar auch mit dem Menschen beschäftigen, jedoch unter anderen Aspekten: biologischen, physiologischen, psychologischen etc.

Die Philosophische Anthropologie konzentriert sich auf den Menschen im Ganzen, sprich auf die Ganzheit und Einheit des Wesens (vgl. Schüßler, Werner 2000 S.9). Dieses Ganze meint den Menschen als „solchen“, also den Menschen als Menschen, aber auch den Menschen in verschiedenen Teilen. Zum Beispiel die Stellung des Menschen in der Welt beziehungsweise im Universum.

Die Philosophische Anthropologie hat sich schon seit Jahrhunderten bewährt. Schon vor der Zeit von Sokrates dachten die Philosophen, die Sophisten, über den Menschen nach. Die Sophisten waren die ersten Kulturphilosophen und ihnen zufolge sind kulturelle Einrichtungen, wie Sitte und Recht von menschlicher Setzung (vgl. Schüßler, Werner 2000 S.15). In der Antike zeigen sich frühste Entwicklungen der klassischen Menschenbilder. Zu den Grundtypen gehören die platonischen, aristotelischen, epikureischen und stoischen Menschenbilder.

Das Interesse mehr über den Menschen und sein Sinn zu erfahren war schon immer groß. Dieses anthropologische Interesse regte Jahrhunderte lang andere Fragebereiche der Philosophie an, zum Beispiel ethnische, naturphilosophische, metaphysische und einige mehr (vgl. Dierkes, Hans 1989 S.5). Jedoch gibt es die Bezeichnung „Philosophische Anthropologie“ erst seit ungefähr dem 20. Jahrhundert bei Max Scheler. Er gilt als der Begründer der modernen philosophischen Anthropologie. In seiner Schrift „Die Stellung des Menschen im Kosmos“ (1928) formulierte er die Aufgaben einer philosophischen Lehre vom Menschen. Er fasst eine Reihe von verschiedenen Forschungsergebnissen und Einfällen in einem großen Gesamtbild zusammen. Scheler bleibt den Gedankengängen von Aristoteles und Schellig verhaftet und wiederholt dazu auch die Platonischen Grundgedanken von Geist und Leib (vgl. Diekers, Hans 1989 S.37). In der Schelerschen Anthropologie rückt dann der Dualismus von Geist und Lebensdrang in den Mittelpunkt, dieser findet im Menschen seinen komplementären Ausgleich.

Nun ist kurz eine Unterscheidung der modernen Philosophischen Anthropologie und der früheren Anthropologie aufzuführen: Die moderne Philosophische Anthropologie bezieht die Ergebnisse der Einzelwissenschaften, also Medizin, Psychologie etc., mit in das Bild des Menschen mit ein. Hierbei jedoch, darf nicht übersehen werden, dass das Bild des Menschen nicht ohne metaphysische Einschüsse auskommt (vgl. Schüßler, Werner 2000, S.17).

Die Bezeichnung „Lehre von der menschlichen Natur“ tauchte auch erst zwischen 16. und 18 Jahrhundert, also zwischen dem Humanismus und der Aufklärung, auf (vgl. Dierkes, Hans 1989, S.5). Durch verschiedene Denkanstöße einiger Philosophen, gibt es heute noch Auseinandersetzungen mit dem Thema „Mensch“, im philosophischen Sinne. Wir verdanken der Philosophischen Anthropologie viele verschiedene Anstöße und Einsichten über den Menschen. Man könnte meinen, dass die Menschen mehr über alles andere nachdachten, als über sich selbst.

Mit der Frage „Was ist der Mensch?“ haben sich viele Philosophen aus verschiedenen Epochen, wie der Antike oder der Renaissance, beschäftigt und ihre eigenen Definitionen entwickelt. Platon sagt zum Beispiel, dass der Mensch ein zweibeiniges Lebewesen ohne Federn sei. Aristoteles beschrieb den Menschen als ein zoon politkon. Nietzsche war es, der den Menschen als ein „Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch“ (Rothacker, Erich 1964, S.2, Z. 12- 13) bezeichnete. Der Mensch wird in vielen Schriften und Verfassungen von anderen Philosophen als ein Gemeinschafts- und Kulturwesen dargestellt, aber auch als ein Naturwesen.

Die Philosophische Anthropologie entwickelt sich in verschiedenen Fragerichtungen, welche den Sinn der Menschen erst im Rückbezug auf Selbstverwirklichung (Praxis) und Selbstbestimmung (Theorie) erfüllt (vgl. Dierkes, Hans 1989, S.6). Somit hat sie eine festigende Funktion für die Philosophie. Der Mensch taucht zwar in verschiedenen Bereich auf, jedoch nur kurz. Der Grund hierfür ist, dass der Mensch sich als selbstverständlich sieht. Die Anthropologie wird aber erst philosophisch, wenn man sich mit den Fragen nach dem Verhältnis zum Menschen und der Welt beschäftigt. Jedoch wird die Frage nach dem Menschen oft in der ersten Person Singular gestellt: Wer/ Was bin ich?

Was auch auffällt ist, dass sich die meisten Menschen die Frage nur dann stellen, wenn sie in einer Krise oder ähnlichem stecken. Jedoch kann es so zu unsicheren, zwanghaften und vielleicht auch falschen Antworten kommen.

Abschließend ist zu sagen, dass die Philosophische Anthropologie wie eine Erweiterung und Vertiefung der bisherigen Erkenntnistheorie erscheint.

3. Platon

In diesem Kapitel geht es um das Menschenbild Platons, welches ich anhand des Höhlengleichnis und des Verständnisses der Seele erläutern werde.

Platon, geboren 428 v. Chr., war ein griechischer Philosoph. Er schloss sich im jungen Alter von zwanzig Jahren Sokrates an und wurde sein Schüler. Platon stellte die Lehrmethoden und Denkweisen Sokrates' in seinen Werken, welche hauptsächlich in Dialogform verfasst wurden, dar. Er gründete die „Akademia“, eine Universität in Athen.

Bekannt ist er für die „Ideenlehre“ und seine Visionen vom „idealen Staat“.

Platon setzte sich mit vielen verschiedenen Themen auseinander, unter anderem auch mit dem Menschen und der Natur. Dazu entwickelte er verschiedene Theorien, wie das Sonnengleichnis, das Liniengleichnis und das Höhlengleichnis. Auf das Höhlengleichnis soll hierbei am deutlichsten eingegangen werden.

3.1. Das Höhlengleichnis

Das Höhlengleichnis ist ein Hauptwerk Platons und ist ein zentraler Bestandteil der „Politeia“ (514a- 518d) (vgl. Kauder 2001, S.13). Es stellt ein erkenntnistheoretisches Problem dar, aus denen dann die Metaphysik der Seele wächst.

Es ist das dritte Gleichnis, neben dem Sonnengleichnis (508a- 509d) und dem Liniengleichnis (509d- 511e), im „Staat“ und gilt als eines der bekanntesten Texte Platons. Das Gleichnis stellt das Verhältnis von Bildung und Unbildung dar und spiegelt gleichzeitig die menschliche Grundverfassung wieder. Es hat die Funktion, das philosophische Bildungsziel (Idee des Guten) vorzustellen, die Notwendigkeit der Rückkehr in die „Höhle“, also zu den nichtphilosophischen Normalmenschen, zu begründen und dass Wesen der Bildung zuerst gleichnishaft, danach philosophischer Erläuterung vorzutragen“ (Kauder, Peter 2001, S.28 Z.10- 14).

Inhalt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

http://hipa.at/philo/hoehlengl.htm(11.01.2019)

Die Höhle, die im Gleichnis beschrieben wird, befindet sich unter der Erdoberfläche und nur ein steiler, breiter Gang führt nach oben. In der Höhle leben Menschen, welche schon ihr ganzes Leben gefesselt sind. Diese Menschen kennen nichts anderes, als das was vor ihren Augen ist. Die Höhle ist durch ein Feuer, welches weit hinten brennt, beleuchtet.

Sie sehen nichts anderes, als die Schatten einiger Figuren, die durch die Quelle beleuchtet werden. Da die Menschen an Schenkeln und Nacken gefesselt sind, können sie weder das Feuer, noch den Weg der hinter ihnen ist, sehen.

Hinter den Menschen befindet sich eine kleine Mauer, welche aber das Feuer nicht komplett abschirmt. An der Mauer laufen Menschen vorbei, die Gegenstände mit sich tragen und nur die Schatten dieser Gegenstände sind für die Menschen in der Höhle zu sehen. Manche von ihnen sprechen miteinander und manche nicht und wenn sie sprechen, hallt das Echo der Stimmen in der Höhle und es scheint so als würden die Schatten sprechen. Die Gefangenen betrachten die Schatten als Lebewesen. Für sie sind die Schatten die reine Wirklichkeit und sie setzten sich mit ihnen auseinander. Sie ordnen die Geräusche den Schatten zu und vertreiben sich so die Zeit mit Deutungswettspielen.

Sokrates bittet Glaukon nun, sich vorzustellen, was passieren würde, wenn einer der Gefangenen entfesselt und gezwungen wäre sich umzudrehen und zum Ausgang hinauszuschauen und all die Gegenstände, deren Schatten er nur gesehen hat, zu beobachten. Der Gefangene hätte Schmerzen, da ihn das Licht, woran er nicht gewohnt ist, blendet. Die Dinge, die er nun wahrnimmt, wird er nicht für real halten, weil sie ihm nicht vertraut sind. Da er so sehr an die Schatten gewöhnt ist, glaubt er nicht daran, was ihm der Befreier gezeigt hat.

Wenn man ihn nun dazu zwingt, aus der Höhle und den steilen Aufgang hinauszugehen, würde er sich sträuben. Er würde anfangs nichts erkennen, da er vom Sonnenlicht geblendet wird. Der Befreite müsste, sich an das Sonnenlicht und an all das Neue gewöhnen. Er sieht die Menschen und deren Spiegelbilder im Wasser an, genauso beobachtet er all das Neue, was ihm anfangs Angst machte. Nach einer kurzen Zeit der Gewöhnung, hätte er kein Bedürfnis mehr in die Höhle zurück zu kehren.

Wenn er jedoch doch in die Höhle zurückkehren würde, müsste er sich wieder an die Dunkelheit und Schatten gewöhnen. Die Gefangen würden ihm von seinen Neuigkeiten nichts glauben und so hätten sie nicht das Verlangen aus der gewohnten Umgebung rauszugehen.

[...]

Details

Seiten
15
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346024046
ISBN (Buch)
9783346024053
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v497708
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg – Geisteswissenschaft
Note
2,5
Schlagworte
menschenbild seele platons höhlengleichnis

Autor

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Titel: Das Menschenbild und die Seele in Platons Höhlengleichnis