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Missverständnisse im Fußball. Über die Bedeutung der Kommunikation

Hausarbeit 2019 15 Seiten

Sport - Medien und Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.
1.1 Hinführung zum Thema an Hand eines Beispiels.
1.2 Erläuterung der Problemstellung.
1.3 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit.

2. Theoretischer Teil
2.1 Begriffserklärungen.
2.2 Die 4 Seiten einer Nachricht.
2.3 Die 5 Axiome in der Kommunikation.

3. Praktischer Teil
3.1 Anwendungsbeispiele Allgemein.
3.2 Anwendungsbeispiel Ralf Rangnick.
3.3 Anwendungsbeispiel Sebastian Rudy.

4. Zusammenfassung und Fazit.

Literaturverzeichnis.

1. Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema an Hand eines Beispiels

06.03.2018, Vauxhall Road (Stadion des Hemel Hempstead Town FC):

Der Hemel FC gewinnt gegen East Thurrock United und Sanchez Watt erzielt dabei den Siegtreffer zum 2:0. Watt`s Tor war aber nicht der Grund, weshalb die Medien am nächsten Tag über ihn berichteten. Ein kurioser Platzverweis entfachte den Medienhype um Watt. Er kassierte nämlich eine Rote Karte, weil er dem Schiedsrichter seinen Nachnamen mitteilte. Hintergrund der Geschichte war, dass Watt den Ball weggeschlagen hatte. Die logische Konsequenz auf das unsportliche Verhalten ist eine gelbe Karte. Der Schiedsrichter fragte Sanchez Watt daraufhin, wie sein Nachname lautet, damit er sich die Verwarnung von Watt notieren konnte. Watt antwortete richtigerweise mit „Watt“, doch der Schiedsrichter verstand das als sarkastische Gegenfrage „What?“. Nach mehrmaligen Nachfragen und der gleichbleibenden Antwort, verlor der Unparteiische die Geduld und zeigte Watt die rote Karte. Glücklicherweise konnte aber Hemel FC`s Kapitän Jordan Parkes das Missverständnis aufklären und der Schiedsrichter zog die rote Karte zurück. (vgl. www.spiegel.de, 2018, o. S.)

1.2 Erläuterung der Problemstellung

Wie dieses Beispiel zeigt, kommt es durch falsche Kommunikation schnell zu Missverständnissen im Fußball. In diesem Fall konnte das Missverständnis rechtzeitig aufgeklärt werden und Schlimmeres, wie beispielsweise eine Niederlage des Spiels aufgrund von Unterzahl, verhindert werden. Eine schnelle Aufklärung ist jedoch nicht immer der Fall und so lösen Missverständnisse zum Beispiel Shitstorms, Eskalationen oder Niederlagen aus. Gerade im Fußball, wo es immer mehr um sehr viel Geld geht, ist also eine erfolgreiche Kommunikation von großer Bedeutung.

1.3 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Mit dieser Arbeit soll die Bedeutung von erfolgreicher Kommunikation nochmals verdeutlicht werden. Doch was ist Kommunikation überhaupt? Und wie entstehen dabei Missverständnisse? Zu diesem Thema ergeben sich viele Fragen, deren Beantwortung ein Ziel dieser Studienarbeit sein wird. Ebenso werden die Folgen von erfolgsloser Kommunikation und Lösungsansätze zur Verhinderung von Missverständnissen herausgearbeitet. Zu Beginn werden die zentralen Begriffe der Arbeit erklärt und im Theoretischen Teil die Kommunikationsmodelle von Friedemann Schulz von Thun und Paul Watzlawick vorgestellt. Im Praxisteil werden anschließend Missverständnisse in der Kommunikation an Hand von Beispielen aus dem Fußball aufgezeigt und Alternativen zur Verhinderung der falschen Kommunikation vorgeschlagen. Abgerundet wird die Arbeit durch eine kurze Zusammenfassung mit Fazit und einem Ausblick.

2. Theoretischer Teil

2.1 Begriffserklärungen

Um verstehen zu können, wie Missverständnisse in der Kommunikation entstehen, bedarf es einem Grundverständnis der Begrifflichkeiten im Gebiet Kommunikation. Um diese zu erreichen, erkläre ich im Folgenden die zentralen Begriffe meiner Arbeit.

„Der Begriff Kommunikation stammt aus dem Lateinischen communicare und bedeutet sinngemäß: teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen, vereinigen“ (Pauly, 2012, S. 13). Bei einem Gespräch teilt der Sender dem Empfänger also Informationen mit. Dabei unterscheidet man zwischen der verbalen Kommunikation und der nonverbalen Kommunikation. Die verbale Kommunikation lässt sich als das „was jemand in (gesprochener oder geschriebener) Sprache explizit ausdrückt“ (Flammer, 1995, S. 34) beschreiben. Etwas was kommuniziert wird, aber nicht sprachlich, sondern durch die Vermittlung optischer Zeichen, Gestik oder Mimik, nennt man non-verbale Kommunikation. (vgl. Flammer, 1995, S. 34) Ein weiterer relevanter Begriff ist das Missverständnis. Unter einem Missverständnis versteht man das unbeabsichtigt falsche Verstehen oder die Fehlinterpretation einer Aussage. (vgl. www.wortbedeutung.info, o. D., o. S.)

2.2 Die 4 Seiten einer Nachricht

Nach den Erklärungen der essenziellen Begriffe, sollen jetzt die Grundlagen der Kommunikation erläutert werden. Dazu eignen sich Kommunikationsmodelle wie die von den Kommunikationswissenschaftlern Friedemann Schulz von Thun und Paul Watzlawick. Beide Modelle sollen im Folgenden vorgestellt und an Hand von Beispielen erklärt werden.

Als erstes werde ich das Modell von Friedemann Schulz von Thun vorstellen.

Schulz von Thun ist am 06. August 1944 in Soltau zur Welt gekommen. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er im Norden Deutschlands. Auch im Studium blieb er in Hamburg und studierte Psychologie mit Pädagogik und Philosophie. Zu seinen Werken zählen unter anderem „Das Innere Team in Aktion“, „Klarkommen mit sich selbst und anderen“ und die Buchreihe „Miteinander reden“. (vgl. www.schulz-von-thun.de, o. D., o. S.)

Friedemann Schulz von Thun entwickelte ein Modell, welches heute als Kommunikationsquadrat oder auch Vier-Ohren-Modell bekannt ist. In seinem Modell geht Schulz von Thun davon aus, dass eine Nachricht 4 verschiedene Botschaftsaspekte enthält.

Diese lauten wie folgt:

- Sachinhalt
- Appell
- Selbstoffenbarung
- Beziehung

Der Punkt Sachinhalt teilt uns laut Schulz von Thun mit, dass jede Nachricht Informationen über einen Sachaspekt enthält. In den meisten Fällen soll eine Nachricht Einfluss auf den Empfänger nehmen und ihn zum Handeln veranlassen. Eine Nachricht beinhaltet also auch immer einen Appell. Hinzu kommt die Selbstoffenbarung in jeder Nachricht. Der Sender gibt mit jeder Mitteilung ungewollt oder gewollt etwas von sich preis. Der vierte und letzte Aspekt ist die Beziehungsseite. Diese drückt aus, in welcher Beziehung Sender und Empfänger zueinanderstehen. Die Beziehungsseite signalisiert was der Sender vom Empfänger hält, ob er ihn schätzt, akzeptiert, ihn ernst nimmt und so weiter. (vgl. www.schulz-von-thun.de, o. D., o. S.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

So wie der Sender eine Nachricht mit 4 verschiedenen Informationsanteilen kommunizieren kann, so kann der Empfänger entscheiden, welchen der 4 Ebenen er die meiste Aufmerksamkeit schenkt. Während der Sender also mit 4 Schnäbeln spricht, hört der Empfänger mit 4 Ohren. Die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger kann fehlschlagen, wenn der Empfänger bei der Interpretation einer Nachricht eine Informationsebene wählt, die der Sender nicht priorisiert hat. Daraus resultiert ein großes Potential an Missverständnissen. Die 4 Ohren des Empfängers bezeichnet man als Sachohr, Beziehungsohr, Selbstoffenbarungsohr und Appellohr. (vgl. www.schulz-von-thun.de, o. D., o. S.)

Das Modell des Kommunikationsquadrates wird zum besseren Verständnis anhand des folgenden Beispiels dargestellt:

Ein Ehepaar sitzt beim Abendessen und der Mann sagt: „Da ist was Grünes in der Suppe“. Damit offenbart der Mann, dass er nicht weiß, was das Grüne in der Suppe ist und appelliert an seine Frau es ihm zu sagen. Der Sachinhalt ist ebenfalls klar: Etwas Grünes ist in der Suppe. Die Beziehungsseite zeigt, dass der Mann davon ausgeht, dass seine Frau weiß, was das Grüne in der Suppe ist. Die Frau kann den Satz: „Da ist was Grünes in der Suppe“ aber wie folgt verstehen: Der Sachinhalt bleibt der gleiche. Im Rahmen der Selbstoffenbarung könnte sie jedoch hineininterpretieren, dass es dem Mann nicht schmeckt. Der Appell an sie lautet: „Koche nur noch das, was ich kenne“ und auf der Beziehungsebene könnte sie verstehen: „Du kannst nicht kochen“. Die Aussage des Mannes könnte von seiner Frau als Angriff gedeutet werden, was ihre Reaktion auf die vermeintliche Kritik: „Dann koche doch selbst“ bestätigen würde. Daraus würde sich vermutlich ein Streit entwickeln. Dieses Beispiel aus dem Alltag verdeutlicht, wie schnell Missverständnisse entstehen und zu Streitigkeiten führen können.

2.3 Die 5 Axiome in der Kommunikation

Neben Friedemann Schulz von Thun war auch Paul Watzlawick ein bedeutender Kommunikationswissenschaftler. Watzlawick erblickte am 25. Juli 1921 in Villach, Österreich das Licht der Welt. 1939 startete er das Studium der Philologie und Philosophie in Venedig. Außerdem genoss er eine Ausbildung zum Psychotherapeuten in Zürich. Seine bekanntesten Werke sind „Anleitung zum Unglücklichsein“, „Die Möglichkeit des Andersseins“ und „Vom Schlechten des Guten“. Am 31. März 2007 verstarb Watzlawick in Palo Alto, Kalifornien. In der Kommunikationswissenschaft machte sich Watzlawick mit dem 5-Axiome-Modell einen Namen. (vgl. www.paulwatzlawick.de, o. D., o. S.)

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Details

Seiten
15
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346025449
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v497514
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management
Note
1,7
Schlagworte
missverständnisse fußball über bedeutung kommunikation

Autor

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