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Vorurteile zwischen Alt und Jung am Arbeitsplatz

Hausarbeit 2019 32 Seiten

Psychologie - Sozialpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorurteile
2.1 Vorurteile - Eine Begriffsbestimmung
2.2 Theorien zur Vorurteilsentstehung
2.2.1 Persönlichkeitseigenschaften
2.2.2 Gruppenkonflikte
2.2.3 Soziale Identität

3 Ein Generationenvergleich
3.1 Baby Boomer
3.2 Generation Y

4 Altersvorurteile und Auswirkungen auf das Führungsverhalten
4.1 Eingeschränkte Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
4.2 Zuweisung unattraktiver Stellen oder Tätigkeiten
4.3 Sanktionen von Fehlern

5 Handlungsempfehlungen zum Abbau von Vorurteilen am Arbeitsplatz
5.1 Trainingsmaßnahmen für Führungskräfte
5.2 Wertschätzender Umgang mit der älteren Generation
5.3 Erzeugung von Kontakt und einem Wir-Gefühl

6 Diskussion

7 Fazit & Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Dreikomponentenmodell der Einstellungen und ihre Zusammenhänge, eigene Darstellung in Anlehnung an Johann (2011, S. 119)

Abbildung 2: Voraussetzungen für den Abbau von Vorurteilen nach der Kontakt-hypothese Allports (Johann, 2011, S. 127)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht zu Bedürfnissen und Vorurteilen der erfahrenen älteren Arbeitnehmer über 50 Jahre. Eigene Darstellung in Anlehnung an (Klaffke, 2014)

1 Einleitung

Der demografische Wandel sorgt dafür, dass die deutsche Bevölkerung immer älter wird und sich das Renteneintrittsalter zunehmend nach hinten verschiebt. Dies führt dazu, dass sich die Zusammensetzung von Jung und Alt auch am Arbeitsplatz zunehmend verändert. Laut statistischem Bundesamt wird die Anzahl der Mitarbeiter über 50 in den nächsten Jahren bis 2020 auf ca. 40,3 Prozent steigen. Schon 2015 war jeder dritte Arbeitnehmer in diesem Alter (Statistisches Bundesamt, 2015). Demgegenüber steht eine Minderheit an immer jüngeren Berufsanfängern, die für einen zunehmenden Altersunterschied an Arbeitsplätzen und in Betrieben sorgen. Als Konsequenz kommt es immer häufiger zu Situationen in denen junge Führungskräfte ein Team mit Mitarbeitern führen, die älter und erfahrener sind als sie selbst (Jungmann & Wegge, 2015, S. 200). Laut literarischer Datenlage wird die Anzahl an Führungskräften unter 40 Jahren in Deutschland bereits auf 15 Prozent geschätzt (Bilinska & Wegge, 2016, S. 214). Die Konstellationen werden befeuert, indem Unternehmen aufgrund von Fachkräftemangel, Talente möglichst früh an das Unternehmen binden und durch frühe Führungsverantwortung Anreize schaffen wollen. Die Fakten lassen die Hypothese zu, dass die zunehmenden Konstellationen zwischen Jung und Alt am Arbeitsplatz vermehrt zu Vorurteilen und negativen Auswirkungen auf die Stimmung und Arbeitsleitung im Team führen. Die vorliegende Arbeit hat sich daher das Ziel gesetzt die Vorurteile in altersgemischten Teams zu identifizieren und ausgehend von der aktueller Studienlage Handlungsempfehlungen für junge Führungskräfte abzuleiten.

Das zweite Kapitel widmet sich der terminologischen Klärung und beantwortet die Frage wie und warum Vorurteile entstehen können. Damit verbunden findet auch eine Abgrenzung zum verwandten Begriff des „Stereotyps“ statt. Das anschließende Kapitel erläutert welche spezifischen Generationen als Gegenstand dieser Arbeit ausgewählt wurden und von welchen charakteristischen Eigenschaften und Bedürfnissen diese geleitet werden. Aufbauend auf diesem Verständnis werden in Abschnitt vier die Vorurteile in altersgemischten Teams am Arbeitsplatz spezifiziert und die Auswirkungen auf die Führungskonstellation „Jung führt Alt“ anhand von drei Beispielen beleuchtet. Im Anschluss werden im nächsten Kapitel Handlungsempfehlungen gegeben wie Führungskräfte Vorurteile abbauen und einen altersgerechten Führungsstil entwickeln können. Nach Abschluss der Diskussion mit Ausblick auf die aktuelle Datenlage erfolgt das abschließende Fazit.

2 Vorurteile

Wenn in der Psychologie über Vorurteile gesprochen wird, fällt meist auch der Name Gordon W. Allport. Er schrieb 1979 das Buch „The Nature of Prejudice“, das als Grundlagenwerk von Sozialpsychologen weltweit angewendet wurde. Auch in der gegenwärtigen sozialwissenschaftlichen Forschung ziehen Wissenschaftler immer noch Inspiration zu dem Themengebiet aus den Worten Allports. Das vorliegende Kapitel beschäftigt sich zunächst mit der Definition von Vorurteilen und erklärt im Folgenden welche Arten von Vorurteilen existieren, wie diese gebildet und von verwandten Fachbegriffen abgegrenzt werden können.

2.1 Vorurteile - Eine Begriffsbestimmung

Vorurteile sind weit verbreitet und kaum ein Mensch kann sich komplett frei von ihnen machen. Sie werden zumeist als negative Einstellungen gegenüber einer Gruppe oder ihren Mitgliedern definiert (Aronson, Wilson & Akert, 2008, S. 460). Hierbei kategorisieren Individuen sich selbst in eine sogenannte „Ingroup“ und fremde Gruppen in eine „Outgroup“ ein. Die Einstellungen setzen sich grundsätzlich aus drei sich gegenseitig beeinflussenden Komponenten zusammen. Die Gefühlskomponente wird auch als „affektive Komponente“ verstanden und beschreibt das eigentliche Vorurteil, durch die Bildung negativer Einstellungen gegenüber anderen Gruppen oder Personen. Der „kognitive Bestandteil“ bezieht sich auf sozial geteiltes Wissen, das sich in Form von „Stereotypen“ ausdrückt. Dies sind Gedanken und Überzeugungen, auch kognitive Schemata genannt, die Personen über andere Menschen gebildet haben und welche leicht abgerufen werden können (Schindler & Bartsch, 2018, S. 3). Ein anschauliches Beispiel für Stereotype nennen Fischer, Jander und Krueger (2018, S. 116) mit der Annahme, dass alle Psychologiestudenten ausnahmslos hilfsbereit und empathiefähig sind oder das alle Biologiestudenten auch Naturschützer seien. Die Stereotype fungieren als soziale Orientierungshilfe und ermöglichen Personen ihre komplexe Umwelt zu vereinfachen. Während Stereotype auch neutral oder sogar positiv sein können, äußern sich Vorurteile meist in einer unfairen, feindseligen und abwertenden Haltung gegenüber anderen Gruppen. Diese Diskriminierung wird von der dritten „Verhaltenskomponente“ beeinflusst. Eine Extremform der Diskriminierung stellt der Rassismus dar. Hier werden Personen rein aufgrund von nichtigen Merkmalen, etwa ihrem äußeren Erscheinungsbild, dem Geschlecht, dem Alter oder ihrer Herkunft abwertend behandelt. In der heutigen Zeit sind ausländerfeindliche Diskriminierungen überwiegend nicht mehr sozial akzeptiert. Als Folge werden die rassistischen Vorurteile nicht unterlassen, sondern lediglich indirekter und subtiler ausgeübt (Jonas, Stroebe, Hewstone & Reiss, 2014, S. 508-509). Zur Verdeutlichung der eben angesprochenen Merkmale von Einstellungen, sind die wichtigsten Bestandteile und ihr Verhältnis zueinander in Abbildung 1 schematisch dargestellt. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Dreikomponentenmodell der Einstellungen und ihre Zusammenhänge, eigene Darstellung in Anlehnung an Johann (2011, S. 119)

Wie bereits erwähnt, nimmt die emotionale Abwertung beim Vorurteil einen erheblich größeren Stellenwert als bei einem Stereotyp ein. Fischer et al. (2018, S. 117) versuchen den Unterschied zwischen einem Stereotyp und einem Vorurteil anhand der Einstellungen über Golfspieler zu verdeutlichen. Nimmt eine Person an, dass alle Golfspieler reich und oberflächlich sind, so kann von einem Stereotyp gesprochen werden. Äußert sich die Einstellung zusätzlich in abwertenden und diskriminierenden Verhaltensweisen gegenüber Golfspielern, liegt nach der Definition Allports ein Vorurteil vor. Aus anfänglichen Stereotypen können sich mit der Zeit Vorurteile entwickeln. Umgekehrt können aus einem Vorurteil auch Stereotype entstehen.

Nicht alle Vorurteile lassen sich willentlich und rational verändern. Während die sogenannten „explizierten“ Vorurteile dem Bewusstsein unterliegen und damit willentlich kontrollierbar sind, entstehen die „implizierten“ Vorurteile aus vergangenen Erfahrungen, die tief im Unterbewusstsein verankert sind. Sobald in sozialen Gemeinschaften oder Kulturen immer wieder die gleichen Vorurteile gegenüber einer Fremdgruppe geäußert werden, besteht die Gefahr, dass Individuen diese unbewusst übernehmen. Als Folge pflegen die Personen Vorurteile, obwohl sie keine bewusste Intention dazu verspüren. Da diese Einstellungen unbewusst von außen hinzugefügt wurden, können Individuen die implizierten Vorurteile auch nicht durch Introspektion oder Selbstbeobachtung erschließen (Kessler & Fritsche, 2017, S. 55).

2.2 Theorien zur Vorurteilsentstehung

Wie eingangs beschrieben, können sich Menschen kaum von Vorurteilen gänzlich frei machen. Die Wurzeln dieses Verhaltens liegen weit in der Evolution begründet. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe war einst existenziell für das Überleben. Zusätzlich spielen Grundbedürfnisse wie der Wunsch die komplexe Umwelt zu verstehen, sich anderen anzuvertrauen und sich selbst aufzuwerten, eine Rolle bei der Entstehung von Vorurteilen (Fiske, 2000, S. 305). Dovidio, Hewstone, Glick und Esses (2010) nennen zusätzlich zu den evolutionstheoretischen Ansätzen drei Komponenten, die die Vorurteilsentstehung beeinflussen: Persönlichkeitsunterschiede, Gruppenkonflikte sowie die sozialen Identität (S. 11-15). Alle drei Theorien sollen im Folgenden näher erläutert werden.

2.2.1 Persönlichkeitseigenschaften

Persönlichkeitseigenschaften wie die „soziale Dominanzorientierung“ und der „Autoritarismus“ veranlassen Individuen verstärkt soziale Hierarchien zu bilden und abwertende Vorurteile gegen Personen mit anderen Persönlichkeitseigenschaften zu bilden. Im Kontext des Autoritarismus prägten Wissenschaftler der Frankfurt Schule den Begriff der „autoritären Persönlichkeit“ und versuchten damit den Antisemitismus nach dem zweiten Weltkrieg zu erklären. Tatsächlich untermauern Studien den Zusammenhang von autoritären Persönlichkeiten und der vermehrten Abwertung fremder Gruppen (Fischer et al., 2018; Sibley & Duckitt, 2008). Autoritäre Persönlichkeiten unterscheiden sich in der Form wie stark oder schnell sie sich Autoritäten unterordnen (autoritäre Submission), in der Neigung Normabweichungen bestrafen zu wollen (autoritäre Aggression) sowie der Akzeptanz und Verteidigung von überlieferten Regeln und Normen (Konventionalismus) (Kessler & Fritsche, 2017, S. 160).

Die „soziale Dominanzorientierung“ wurde erst vor rund zwanzig Jahren von Sidanius und Pratto (1999) begründet. Personen mit einer ausgeprägten sozialen Dominanzorientierung besitzen die Einstellung, dass Unterschiede zwischen sozialen Einheiten bestehen müssen und zwingend erforderlich sind. In der Literatur lassen sich Beweise dafür finden, dass vor allem Männer und Individuen aus sozialstarken Gruppen höhere Ausprägungen in sozialer Dominanzorientierung zeigen.

Kritiker der Theorie bemängeln, dass Vorurteile zwar mit den zwei genannten Persönlichkeitseigenschaften wissenschaftlich korrelieren, diese in der Praxis jedoch nicht bei allen Personen nachgewiesen werden können. Ihnen zu folge ist die Wahrnehmung und Bewertung anderer Gruppen entscheidender für die Entstehung von Vorurteilen, als die eigenen Persönlichkeitseigenschaften (Kessler & Fritsche, 2017, S. 160).

2.2.2 Gruppenkonflikte

Die sogenannte „Theorie des realistischen Gruppenkonfliktes“ stammt aus der Feder von Sherif (1966) und Campbell (1965) und sollte eine Gegenhypothese zu dem persönlichkeitsorientierten Ansatz darstellen, den die Forscher stark kritisierten. Das Modell geht davon aus, dass jede Person rational agiert und stets darauf bedacht ist ihren eigenen Nutzen zu maximieren. Sobald andere Personen für die Erreichung der eigenen Ziele förderlich oder gar notwendig sind, werden diese positiv wahrgenommen. Dieses Phänomen wird als „positive Interpendenz“ bezeichnet. Das Gegenteil, die „negative Interpendenz“ entsteht, sofern eine Bedrohung von anderen Menschen oder Gruppen wahrgenommen wird (Kessler & Fritsche, 2017, S. 161-162). Sobald eine solche Gefährdung auf materielle, körperliche oder symbolische Bedrohungen abzielt, werden Vorurteile zum Schutz angewendet. Dazu zählen unter anderem Bedrohungen der Macht, des Wohlbefindens, des Selbstwertes oder der Identität (Schindler & Bartsch, 2018, S. 5).

Zu einer der bekanntesten Experimente in diesem Zusammenhang zählt das „Robert Cave Experiment“ von Muzaffer Sherif und Kollegen. Die Wissenschaftler wollten zeigen wie schnell ungünstige Einstellungen, Vorurteile und Stereotype gebildet werden, auch bei Gruppen, die sich vorher überhaupt nicht kannten. Dazu begleiteten sie 22 Jungen im Alter von zwölf Jahren in das Sommercamp „Boys Scout of America“ in Oklahoma. Der umgebene Robert State Park brachte der Studie schlussendlich ihren Namen ein. Schon vor Beginn der Reise, wurden die Jungen in zwei elfköpfige Gruppen eingeteilt und auch zunächst im Camp voneinander getrennt. Dieses Vorgehen ermöglichte den Jungen eine starke Verbundenheit zu ihren Gruppenkameraden aufbauen zu können. In den darauffolgenden 4-6 Tagen führten die Campleiter eine Reihe an Wettbewerben zwischen den beiden Parteien durch und betonten dabei, dass nur eine Gruppe einen attraktiven Preis gewinnen kann. Bereits beim ersten Zusammentreffen der Kohorten verspürten die Jungs eine Feindseligkeit gegenüber der anderen Gruppe. Die Wettkämpfe führten in Folge zu starken Spannungen, die sich schlussendlich in Beschimpfungen und Zerstörungen ausdrückten. Dies veranlasste die Forscher früher als erwartet die nächste Stufe der Konfliktreduzierung und Versöhnung einzuleiten. In dieser Phase konnten sie zeigen, dass vor allem das in Kontakttreten mit einer Outgroup als gewinnbringend für die Konfliktbeseitigung angesehen werden kann. Dazu führten die Wissenschaftler die beiden Gruppen zusammen und gaben ihnen ein übergeordnetes Ziel, das nur mit der Zusammenarbeit aller Jungen erreicht werden konnte. Die Arbeit an einer gemeinsamen Vision führte schlussendlich zu einer schnellen Versöhnung und der Entstehung von Freundschaften zwischen den Jungen (Sherif, 1988, S. 64-159).

2.2.3 Soziale Identität

Die Theorie der soziale Identität besteht aus vier Komponenten: der „sozialen Identität“ als Kern sowie der „sozialen Distinktheit“ (1), der „sozialen Kategorisierung“ (2) und dem „sozialen Vergleich“ (3) (Tajfel & Turner, 1979, S. 38-43).

Nach der Theorie der sozialen Identität befinden sich Personen in einem ständigen Spannungsfeld zwischen eigener und ihrer sozialen Identität als Teil einer Gemeinschaft. Die Ausprägung der beiden Identitäten kann je nach Person unterschiedlich stark sein. Menschen mit einer hohen sozialen Identität neigen dazu die kollektiven Bedürfnisse und Einstellungen der Gruppe als ihre eigenen wahrzunehmen und in ihrem Selbstkonzept zu verankern. Zum Zweck der Selbstwerterhöhung streben alle Individuen danach die eigenen Gruppe positiv von Fremdgruppen abzugrenzen. Das Bemühen wird als „positive Distinktheit“ (1) definiert (Tajfel & Turner, 1979, S. 40).

Sobald sich Personen aufgrund von Herkunft, Hautfarbe oder ähnliches einer Gruppe zugehörig fühlen, werden die Stereotype dieser Gruppe ersichtlich und auf die eigene Person übertragen. Diese Identifizierung mit der Gruppe wird auch als „soziale Kategorisierung“ (2) beschrieben. Die Klassifizierung führt in der Regel zu einer Überschätzung der Gemeinsamkeiten der Eigengruppe sowie der Unterschiede zu Fremdgruppen (Brown, Bradley & Lang, 2006, S. 303-311). Ferner versuchen Individuen durch den Vergleich mit anderen herauszufinden, ob sie einer attraktiven und selbstwertförderlichen Gruppe angehören. Sofern der „soziale Vergleich“ (3) negativ für die eigene Kohorte ausfällt, sind Individuen danach bestrebt diese Situation aktiv verändern zu wollen. In der Literatur werden dafür drei verschiedene Methoden beschrieben. Eine mögliche Strategie ist die „individuelle Mobilität“, bei der Individuen versuchen aus einer sozial nachteiligen Gruppe in eine vorteilhafte Gruppe zu wechseln. Der Erfolg hängt jedoch stark davon ab wie die Person von der neuen Gruppe aufgenommen wird und wie stark sie ihre eigene Identität ablegen kann. Eine zweite Strategie besteht darin, das negative Vergleichsergebnis durch einen erneuten „sozialen Wettbewerb“ verändern und korrigieren zu wollen. Als dritte Option dient die „soziale Kreativität“. Hierbei versuchen Individuen die negative Bilanz zu Lasten ihrer eigenen Gruppe durch die Anwendung neuer Vergleichsdimensionen kognitiv umzudeuten. Die Anerkennung der neuen Wahrheit funktioniert jedoch nur, wenn diese auch von anderen Personen bestätigt wird (Kessler & Fritsche, 2017, S. 165-166). Während Mitglieder der Eigengruppe überwiegend einfach zu bekehren sind, wird die soziale Struktur erst nachhaltig verändert, sobald auch die Fremdgruppe diesen neuen Gegebenheiten zustimmt. Kessler und Fritsche (2017) nennen beispielhaft Kognitionen wie „wir sind vielleicht wirtschaftlich nicht so erfolgreich, aber viel solidarischer und netter“ oder die Neubewertung von „mehr Geld ist besser“ zu „mehr Geld desto verdorbener der Charakter“ (S. 166).

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Details

Seiten
32
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346003492
ISBN (Buch)
9783346003508
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v495208
Note
1,0
Schlagworte
Sozialpsychologie Psychologie Vorurteile Generationen Baby Boomer Generation Y Arbeitsplatz Wirtschaftspsychologie Alt Jung Generationenkonflikte

Autor

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Titel: Vorurteile zwischen Alt und Jung am Arbeitsplatz