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Wie funktioniert Mobile Payment?

Über die technischen Standards, Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren

Hausarbeit 2019 18 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung & Ziel
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Methodik

2. Mobile Payment
2.1 Begriffseinordnung
2.2 Technische Standards
2.3 Voraussetzungen & Erfolgsfaktoren

3. Anbieter
3.1 Apple Pay
3.2 Google Pay
3.3 „Mobiles Bezahlen“ Sparkasse

4. Fazit und Ausblick

5. Literatur- und Quellenverzeichnis
5.1 Literaturquellen
5.2 Internetquellen
5.3 Abbildungsquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Begriffseinordnung Mobile Payment

Abbildung 2 - Kategorisierung: Mobile Payment und Wallet

Abbildung 3 - QR-Code

Abbildung 4 - Anbieter Mobile Payment / Mobile Wallet

Abbildung 5 - Länder, in denen Apple Pay verfügbar ist

Abbildung 6 - Länder, in denen Google Pay verfügbar ist

1 Einleitung

1.1 Problemstellung & Ziel

Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten im stationären Handel zu bezahlen. Einerseits gibt es das „gute, alte“ Bargeld, was bei den Deutschen mit großem Abstand am beliebtesten ist. Aus einer Umfrage von Statista kann entnommen werden, dass diese Bezahlmöglichkeit seit 2015 sogar noch beliebter geworden ist. Die Zahlung mit EC-Karte ist die zweitbeliebteste Möglichkeit, welche allerdings in den letzten 4 Jahren deutlich an Beliebtheit eingebüßt hat. Auffällig ist auch, dass das Mobile Payment eine der unbeliebtesten Möglichkeiten zum Bezahlen in Deutschland ist, denn diese wird nur von 0,4 % der Befragten genutzt.1 Die Gründe hierfür sind vielfältig, was eine weitere Umfrage zeigt. Über 50 % der Befragten an, dass sie große Sicherheitsbedenken haben. Auch die geringe Bekanntheit der Anbieter des Mobile Payment ist den Befragten nach, ein wichtiger Grund, weshalb in Deutschland so gut wie nie mit dem Handy bezahlt wird.2

Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über das Thema Mobile Payment zu geben, was für die meisten Deutschen einen sehr unbekannten Bereich darstellt. Hierzu müssen folgende Fragestellungen beantwortet werden:

- Was ist Mobile Payment genau?
- Wie sehen die heutigen technischen Standards aus?
- Welche Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren müssen erfüllt werden?
- Was gibt es momentan für Anbieter der mobilen Bezahlmöglichkeit?

Weiterhin soll geklärt werden, ob Mobile Payment zukünftig in Deutschland eine wichtige Rolle beim Bezahlen im stationären Handel einnehmen wird. Es wird davon ausgegangen, dass dies nicht der Fall ist.

1.2 Aufbau der Arbeit

Der zweite Punkt in dieser Arbeit klärt anfangs, wie der Begriff Mobile Payment in das Electronic Business eingeordnet werden kann. Anschließend wird eine Definition mit wichtigen Schlagwörtern für das mobile Bezahlen gefunden. Zusätzlich werden die verschiedenen Möglichkeiten des Mobile Payment aufgezeigt und teilweise genauer erklärt. Weiterhin setzt sich das Kapitel mit den technischen Standards NFC, QR-Codes und BLE, sowie Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren auseinander.

Das dritte Kapitel zeigt auf, was es für Mobile Payment Anbieter gibt und aus welchen Branchen diese stammen. Im Anschluss werden die mobilen Bezahllösungen von Apple, Google und den Sparkassen vorgestellt.

Das letzte Kapitel bildet den Schluss dieser Arbeit mit einem Fazit und einem Ausblick zum Thema.

1.3 Methodik

Die Recherche dieser Arbeit basiert ausschließlich auf Sekundärliteratur, da es sich um eine theoretische Arbeit handelt. Die Literatur wurde nach ausgiebiger Recherche aus den Bibliotheken der Ostfalia entnommen und auch im Internet gibt es einige Artikel zu diesem Thema. Viele Informationen zu den Grundlagen kommen aus der Dissertation von Michael Ginner zum Thema „Akzeptanz von digitalen Zahlungsdienstleistungen“. Für das 3. Kapitel, in welchem drei Anbieter des Mobile Payment beschrieben werden, werden hauptsächlich Quellen aus dem Internet genutzt. Die Auftritte im Internet der jeweiligen Anbieter stellen zu den Mobile Payment Lösungen ausführliche Informationen dar.

2. Mobile Payment

2.1 Begriffseinordnung

Mobile Payment, also mobiles Bezahlen, kann als ein Unterpunkt des Electronic Payment gesehen werden. Die elektronische Bezahlmöglichkeit wird hier als der stationäre Anwendungsbereich definiert, beim Mobile Payment dagegen kommt immer ein mobiles Endgerät zum Einsatz. Electronic Payment zählt zum Electronic Commerce. Da dieser zum Electronic Business gehört, kann somit das Mobile Payment als ein Unterpunkt des E-Business angesehen werden, was folgende Grafik nochmal visualisiert:3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um eine aktuelle Definition für den Begriff des Mobile Payment zu finden, wurden zuerst wichtige Kriterien, die aus jahrelanger Forschung hervorgehen, festgelegt. Hierzu gehören nach Ginner Schlagwörter wie „monetäre Transaktion, involvierte Transaktionsparteien, Initiierung, Autorisierung und Realisierung der Transaktion, mobiles Endgerät bzw. Smartphone und Zahlungszweck“.4 Aus diesen Kriterien lässt sich folgende Definition für Mobile Payment finden:

„Mobile Payment, als eine Möglichkeit der (elektronischen) monetären Transaktion, umfasst den Austausch von Geld und Geldersatzmittel (Initiierung, Autorisierung u. Realisierung) zwischen den involvierten Transaktionsparteien (KundInnen und stationäre Händler) für Produkte und Dienstleistungen jeder Art mittels Smartphone.“5.

Der Begriff des Mobile Payment lässt sich noch weiter untergliedern, da es aktuell unterschiedliche Möglichkeiten gibt, mit dem Smartphone zu bezahlen:

[Abb. nicht in dieser Publikation enthalten.]

Abbildung 2 - Kategorisierung: Mobile Payment und Wallet

Im Folgenden werden die unterschiedlichen Formen des Mobile Payment, die für diese Arbeit wichtig sind, genauer erläutert.

Bei „Remote Payments“, oder auch „mPayment im Internet“ wickelt man den Vorgang des Bezahlens wie im Desktop-Internet ab, allerdings benutzt man dabei sein mobiles Endgerät.

„Proximity Payments“ sind Zahlungsabwicklungen mit den mobilen Endgeräten im stationären Geschäft, zum Beispiel mit Hilfe des NFC-Verfahrens.

Unter „Integrated Payment“ versteht man ein Zahlungsverfahren, welches unsichtbar und ohne ausdrückliche Aktivierung im Moment des Kaufes das Geld zum Zahlungsempfänger transferiert.6 Beispielsweise wird dieses Verfahren bei Nutzung des US-Mitfahrdienstes „Uber“ angewandt oder auch beim neuesten Projekt von Amazon. Dafür hat Amazon einen Supermarkt namens „Amazon Go“ geschaffen, in welchem keine Kassierer mehr nötig sind, da mit Kameras erfasst wird, was man in den Einkaufswagen packt. Beim Verlassen des Geschäfts wird der erfasste Wert der Waren automatisch vom Amazon-Konto abgezogen.7

Einen Mehrwert neben dem einfachen Bezahlen bietet das „Mobile Wallet“. Es soll das Portemonnaie, mit seinen etlichen Karten und Papiertickets, ersetzen.8

2.2 Technische Standards

In den letzten Jahren haben sich drei wesentliche Übertragungsstandards für mobiles Bezahlen am sogenannten Point of Sale etabliert.

„Near Field Communication“ (im Weiteren NFC), was auf der RFID-Technologie beruht, macht einen kontaktlosen Datenaustausch mit 424 Kilobits pro Sekunde innerhalb von 20 Zentimetern zwischen Sender und Empfänger möglich.9 Dieses Verfahren wird in Deutschland mittlerweile auch viel bei der Kartenzahlung angewandt, denn das lästige Einschieben der Karte in das Terminal wird übergangen und bis 25 € Einkaufswert muss auch keine PIN mehr eingeben werden. Das Bezahlen mit dem Smartphone funktioniert auf der gleichen Grundlage. Viele Kartenorganisationen und auch die großen Mobiltelefonhersteller unterstützen schon die NFC-Technologie. Eine kleine Einschränkung gibt es aber für die Nutzer von iPhones, denn Apple hat die Funktion bisher nur für ihren Bezahldienst „ApplePay“ freigeschaltet.10 Ein weiteres Argument, was für die NFC-Technologie spricht, ist die gemeinsame Verwendung mit dem „Secure Element“. Dieses ist heutzutage Bestandteil in allen Smartphones und sorgt dafür, dass sensible Informationen, wie beispielsweise persönliche Bankdaten, sicher gespeichert werden können und es schützt vor Zugriff unberechtigter Dritter. Sollte das Smartphone noch nicht über NFC und das Secure Element verfügen, kann diese über eine SIM-Karte nachgerüstet werden.11 Die Europäische Union hat mit der „Multilateral Interchange Fee“-Richtlinie vorgeschrieben, dass der Endkunde ab dem 01.01.2018 an der Kasse die Wahl haben muss, welche Möglichkeit er zur Zahlung am EC-Terminal nutzen will, die laut seinem Zahlungsmittel möglich ist. Hierzu gehört auch das kontaktlose Bezahlen mit der NFC-Technik. Die Händler müssten mittlerweile also ihre Terminals auf die Richtlinie eingestellt haben.12

Eine weitere Möglichkeit für Mobile Payment sind sogenannte „Quick-Response-Codes“ (im Weiteren QR-Code). Hierbei werden Datenelemente grafisch dargestellt, welche dann mithilfe der Smartphone-Kamera gescannt werden können.

Abbildung 3 - QR-Code

Diese Möglichkeit kann beispielsweise genutzt werden, um eine Überweisung zu beschleunigen, indem man einfach den Code scannt, anstatt die Zahlungsinformation manuell eintippen zu müssen. An der Kasse kann dieses Prinzip ebenso genutzt werden. Vorteilhaft sind die QR-Codes, da man sie flexibel einsetzen kann. Sowohl am POS, auf dem Bildschirm und auf dem Papier können diese gescannt werden. Außerdem ist diese Alternative auf Smartphones noch weiterverbreitet, als die oben behandelte NFC-Technologie.

Der dritte Standard heißt „Bluetooth Low Energy“ (im Weiteren BLE). Es ist ebenfalls eine funkbasierte Übertragungsart, die allerdings auf der Basis von Bluetooth funktioniert. Die skandinavische Bezahlapplikation „MobilePay“ nutzt diese Technik bereits erfolgreich.13 Auf der Technologie des BLE basiert der iBeacon-Standard, der 2013 von Apple vorgestellt wurde. Man kann sich ein iBeacon als einen kleinen, mit einer Knopfzelle betriebenen Leuchtturm vorstellen, der im Radius von 40-60 m eine ID über ein Funksignal aussendet. Dieses Signal können BLE-fähige Geräte empfangen und mithilfe von diesem werden dem Nutzer verschiedene Möglichkeiten im Laden eröffnet, beispielsweise eine Indoor-Navigation oder das mobile Bezahlen. Obwohl die iBeacon von Apple erfunden wurden, können auch Android-Endgeräte die Technik für sich nutzen.14 Fraglich ist allerdings, ob sich der Standard in der Zukunft durchsetzen kann. Zwar besitzen heute alle mobilen Endgeräte eine Bluetooth-Funktion, aber die Händler müssten eine auf Bluetooth basierte Infrastruktur erst schaffen.15

2.3 Voraussetzungen & Erfolgsfaktoren

Wie in der Einleitung schon kurz gezeigt, ist das Mobile Payment in Deutschland noch nicht ansatzweise etabliert, was verschiedene Gründe hat. Um den Nutzungsanteil zu steigern, müssen gewisse Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren erfüllt werden.

Die Hauptvoraussetzung, um Mobile Payment überhaupt nutzen zu können, ist der Besitz eines Smartphones mit entsprechender Technik.16 In Deutschland beispielsweise steigt die Zahl der Smartphone-Nutzer Jahr für Jahr stetig. Im Januar 2009 betrug die Anzahl an Nutzern noch 6,31 Millionen, im Mai 2014 sogar schon 41,1 Millionen. In knapp 5 Jahren hat sich die Zahl der Smartphone-Nutzer also fast versiebenfacht. Aktuell besitzen rund 57 Millionen Menschen in Deutschland ein internetfähiges Telefon.17 Bei aktuell knapp 82,8 Millionen Einwohnern machen die Nutzer somit einen Anteil von 68,84 % aus.18

Zusätzlich muss eine moderne und qualitativ hochwertige Infrastruktur im Bereich des mobilen Internets gegeben sein. Vor allen Dingen für sogenannte „Instant Payments“ im stationären Handel, also Zahlungen, die innerhalb von Sekunden zum Empfängerkonto transferiert werden, ist ein gut funktionierendes und ausgebautes Mobilfunknetz unerlässlich.19 In dieser Hinsicht liegt Deutschland allerdings noch zurück, denn im Europavergleich belegt die Netzabdeckung hierzulande nur den 32. Rang. Hoffnung macht Bundesminister Scheuer mit seiner „Anti-Funkloch-Offensive“. Bis zum Ende des Jahres 2021 sollen alle Funklöcher, durch Bau neuer Masten, geschlossen werden.20

Wie oben im Kapitel 2.2 „Technische Standards“ schon beschrieben, gibt es verschiedene technische Möglichkeiten zum mobilen Bezahlen. Das diese überhaupt auf der Seite des Händlers und im Smartphone verbaut sind, ist eine weitere wichtige Voraussetzung, damit Mobile Payment dauerhaft erfolgreich sein kann.

Ein ebenso wichtiger Punkt für den Erfolg, ist eine geringe Komplexität in der Anwendung der mobilen Bezahlmöglichkeit. Wie die einzelnen Anbieter ihre Handhabung zum mobilen Bezahlen genau gestalten, wird beispielhaft weiter unten in dieser Arbeit an drei Alternativen erläutert. Im Wesentlichen bieten aber alle eine unkomplizierte Abwicklung, unter anderem mit einem einfachen Klick auf den Pay-Button in Apps oder der NFC-Technik bei der Zahlung vor Ort.21

Weiterhin muss in den Transaktionspartner des Kunden ein gewisses Vertrauen bestehen. Konsumenten würden Mobile Payment Lösungen von Banken und Sparkassen eher akzeptieren, als die von digitalen Giganten wie Apple oder Google. Eine Umfrage der Deutschen Bank im Jahr 2014 hat ergeben, dass 69 % der deutschen Bevölkerung einer Lösung eines Finanzinstitutes mehr vertrauen würden. Beispielsweise Smartphone-Hersteller und Internetdienstleister mit 17 % bzw. 13 % genießen weniger Rückhalt bei den Befragten.22 Allerdings muss hier beachtet werden, dass die digitalen Giganten und Mobilfunkunternehmen häufig mit Banken im Zuge ihrer mobiler Bezahlmöglichkeiten kooperieren. Sie bieten somit selbst kein Zahlungsmittel an und stellen nur eine Plattform, die zum Beispiel die Durchführung einer Transaktion möglich macht.23

[...]


1 statista.com (2018a)

2 statista.com (2017)

3 vgl. Ginner, M. (2018): 34

4 Ginner, M. (2018): 69

5 Ginner, M. (2018): 69 f.

6 vgl. Strudthoff, M. (2015): 400 f.

7 vgl. e-commerce-magazin.de (2015)

8 vgl. Strudthoff, M. (2015): 400

9 vgl. Marouane, C. et. al (2015): 292

10 vgl. Göbel, C. (2017): 149

11 vgl. Marouane, C. et. al (2015): 292

12 vgl. terminaldirekt.de (2018)

13 vgl. Göbel, C. (2017): 150

14 vgl. Marouane, C. et. al (2015): 294

15 vgl. Göbel, C. (2017): 151

16 vgl. Ginner, M. (2018): 75

17 vgl. statista.com (2018b)

18 vgl. destatis.de (2018)

19 vgl. Ginner, M. (2018): 81

20 vgl. haz.de (2018)

21 vgl. Hierl, L. (2017): 197 f.

22 vgl. dbresearch.de (2014)

23 vgl. Schlohmann, K. (2017): 418 f.

Details

Seiten
18
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346004710
ISBN (Buch)
9783346004727
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v494628
Institution / Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Note
1,7
Schlagworte
mobile payment über standards voraussetzungen erfolgsfaktoren

Autor

Zurück

Titel: Wie funktioniert Mobile Payment?