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Die Bedeutung des Tourismus in Südostasien für die ökonomische Entwicklung

Seminararbeit 2002 26 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungs-/Tabellenverzeichnis

1. Einleitung - Einführung in den Untersuchungsraum

2. Tourismus in Südostasien

3. Stellung des Tourismus - wirtschaftliche Auswirkungen
3.1 Leistungsbilanzeffekte
3.2 Beschäftigung und Einkommen
3.2.1 Beherbergungsgewerbe
3.2.2 Reiseveranstalter
3.2.3 Touristengeschäfte
3.2.4 Touristisches Transportgewerbe
3.2.5 Informeller Sektor

4. Tourismus und Umwelt - Nachhaltige Entwicklung?

Literaturverzeichnis

Internet

Abbildungs-/Tabellenverzeichnis:

Karte 1: ASEAN Mitgiedsstaaten

Tab. 1: Ausgesuchte ASEAN Daten, 2001

Tab. 2: Internationale Touristenankünfte in Südostasien (in 1.000)

Abb. 1/Abb. 2: Herkunft der internationalen Touristen in ASEAN, 1991/2000

Abb. 3: Anteile der inner- und ausser- ASEAN Touristenankünfte in den ASEAN Staaten, 1995-2000

Abb. 4: Devisenabflüsse von den Bruttodeviseneinnahmen aus dem internationalen Tourismus in % (Sickerraten) für die Hauptzielländer Südostasiens

Tab. 3: Tagesausgaben und Ausgabenstrukturen im internationalen Tourismus südostasiatischer Länder 1993

Tab. 4: Struktur des Fremdenverkehrsgewerbes in den Badeorten Patong/Phuket (Thailand) und Kuta/Bali (Indonesien) 1994

Abb. 5: Struktur- und Verflechtungsmodell der wirtschaftlichen Grundlagen und Auswirkungen des Entwicklungsländertourismus

1. Einleitung - Einführung in den Untersuchungsraum

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 1: ASEAN Mitgliedsstaaten

Quelle: http://www.aseansec.org/

Im Folgenden werden die Mitgliedsstaaten der ASEAN(A ssociation of S outh E ast A sian N ations), der südostasiatischen Staatengemeinschaft, als Südostasien gelten. 1967 wurde die ASEAN durch Indonesien, Thailand, Malaysia, Singapur und die Philippinen gegründet. 1984 schloss sich das Sultanat Brunei an, 1995 trat Vietnam bei. Laos und Myanmar (Burma) wurden 1997 aufgenommen, als zehntes und bislang letztes Land wurde 1999 Kambodscha in die ASEAN integriert.

Das so entstandene Staatenbündnis stellt sich als äußerst differenziertes Gebilde dar. Kleinflächige Stadtstaaten, wie Singapur oder Brunei, stehen den großen Flächenstaaten wie zum Beispiel Indonesien oder Thailand gegenüber.

So ergeben sich bei der Betrachtung der Einwohnerzahlen(siehe Tab. 1) starke Unterschiede, dominierendes Land ist mit über 200 Millionen Einwohnern im Jahr 2000 Indonesien. Das Sultanat Brunei steht bei der Einwohnerzahl an der letzten Stelle mit lediglich knapp 340.000 Einwohnern. Herausragend in der wirtschaftlichen Stellung ist Singapur, dessen Bruttosozialprodukt(BSP=GDP) mit über 20.000 US$/Einwohner den absoluten Spitzenwert im ASEAN Raum darstellt.

Tab. 1: Ausgesuchte ASEAN Daten, 2001

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quellen: ASEAN Secretariat, ASCU Database

Aber auch Brunei kann mit 12.245 US$/Einwohner einen hohen Wert verzeichnen, vor allem durch die Erdölförderung und -verarbeitung wird das BSP erwirtschaftet. Diesen wohlhabenden Ländern stehen die der ASEAN zuletzt beigetretenen Staaten Vietnam, Laos, Myanmar und Kambodscha gegenüber. Mit unter 500 US$/Einwohner weisen sie ein äußerst geringes BSP auf, die Wachstumsraten des BSP weisen allerdings überdurchschnittliche Werte auf, die Aufnahme in die Staatengemeinschaft scheint sich positiv auszuwirken. Nicht zuletzt durch die zunehmende touristische Erschließung dieser bis in die Mitte der neunziger Jahre kaum zugänglichen Länder werden mehr und mehr Einnahmen erwirtschaftet.

2. Tourismus in Südostasien

Südostasien weist im weltweiten Vergleich die höchsten Zuwachsraten bei den internationalen Touristenankünften auf. Nach Angaben der World Tourism Organization (WTO) lag das durchschnittliche Wachstum zwischen 1980 und 1993 bei 8,3%, der weltweite Durchschnitt bei 4,3%. Selbst in den Jahren, die durch die Asienkrise stark betroffen waren, im Zeitraum von 1990 bis 2000 waren 5,6% Zuwachs zu verzeichnen, der weltweite Zuwachs stagniert bei 4,3% (WTO, 2002). Diese Zuwachsraten bewirkten eine Steigerung des Anteils Südostasiens am weltweiten Tourismus von 4,8% im Jahr 1993 auf 5,4% im Jahr 2000. Auch die Bruttodeviseneinnahmen aus dem Tourismus, 1993 lagen diese nach Angaben der WTO bei 18,9 Mrd. US$, weisen einen jährlichen Zuwachs von 15% auf, der weltweite Durchschnitt liegt bei 8,7%.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Tab. 2 werden erneut die enormen inneren Unterschiede des ASEAN Raumes deutlich. Die internationalen Touristenankünfte sind vor allem auf die Gründungsmitglieder konzentriert, der Tourismus spielt dort schon lange eine bedeutende Rolle. Die touristischen „Entwicklungsländer“ Laos, Myanmar, Kambodscha und Vietnam weisen jedoch enorme Zuwachsraten auf, die Einbindung in die ASEAN begünstigt die intraregionalen Verflechtungen und somit ein steigendes Touristenaufkommen. Die Ursachen für die Zuwachsraten im touristischen Sektor liegen nach Uthoff, darin begründet, dass sich ein breit gefächertes und qualitativ hochwertiges Touristenangebot, dass dazu nun auch über Grenzen hinweg kombinierbar ist, entwickelt hat.

Betrachtet man die mittlere Aufenthaltsdauer der Touristen, sie lag nach WTO 1993 bei 6,3 Tagen (ohne Laos, Myanmar, Kambodscha und Vietnam), so ergeben sich hieraus 147,8 Millionen Übernachtungen. Die großen Unterschiede der Aufenthaltsdauer in den ASEAN Ländern ist durch die unterschiedlichen Formen des Tourismus begründet. Da Brunei und Singapur vornehmlich Ziele von Städte- und Geschäftsreisen sind, sind nur kurze Aufenthaltsdauern von 2,5 bzw. 3,6 Tagen zu verzeichnen. Die Länder, in denen Erholungs- und Individualtourismus dominieren, weisen deutlich längere Aufenthaltsdauern auf (Uthoff, 1996). Zum Beispiel sind dies die Philippinen (12,3 Tage) und Indonesien (10,7 Tage).

Bei den Herkunftsgebieten der internationalen Touristen ist der innersüdostasiatische Raum der vorherrschende (siehe Abb. 1/Abb. 2). Danach folgt das restliche Asien, hauptsächlich Japan, Taiwan, Hongkong und Südkorea sind die Quellgebiete. Europa hält seinen Anteil bei ungefähr 15% (Deutschland 1993: 3,2%), es folgen Amerika und Australien/Ozeanien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1/Abb. 2: Herkunft der internationalen Touristen in ASEAN, 1991/2000

Quelle: http://www.aseansec.org

Bemerkenswert sind die unterschiedlichen Herkunftsstrukturen der Touristen in den einzelnen ASEAN Staaten. Deutlich wird dies in Abb. 3, die Spannweite der innersüdostasiatischen und auswärtigen Touristenherkünfte zwischen den ASEAN Staaten ist enorm. So kamen beispielsweise in Brunei zwischen 1995 und 2000 über 90% der Touristen aus dem ASEAN Raum, auf den Philippinen oder in Vietnam sind es nicht einmal 10%.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gründe für diese Unterschiede sind die verschiedenen sprachlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen der ASEAN Staaten untereinander beziehungsweise nach außen.

Eine weitere, in Südostasien die bedeutendste Form des Tourismus, ist der Binnentourismus. Sowohl zahlenmäßig, als auch nach dem Primärumsatz ist der Binnentourismus bedeutsamer als der internationale Tourismus (Uthoff, 1996). Zum Beispiel verzeichnete Indonesien 1987 82 Millionen Inlandreisen, dem gegenüber standen lediglich 1,1 Millionen internationale Touristenankünfte. Nach Uthoff werden die Anteile in Südostasien folgendermaßen dargestellt:

- 75% Binnentourismus
- 11% Intraregionaler Tourismus
- 8% Intrakontinentaler Tourismus
- 6% Internationaler Ferntourismus (4% Europa / 1,5% Amerika).

Dennoch ist ein steigendes Aufkommen beim internationalen Tourismus zu verzeichnen, er wächst schneller als der Binnentourismus, wird dessen Dominanz in den nächsten Jahrzehnten jedoch nicht brechen (Uthoff, 1996). In Malaysia und Thailand wird auch angestrebt, den Binnentourismus zu stärken, um so die Devisenabflüsse zu reduzieren.

Als Merkmal des Binnentourismus sind die geringeren Tagesausgaben, die rund 50% des internationalen Tourismus erreichen, zu nennen. Durch die höheren Gästezahlen wird dieses Defizit aber kompensiert (Uthoff, 1996). Des weiteren ist der Binnentourismus durch ein räumlich breiter gestreutes Auftreten charakterisiert, während der internationale Tourismus meist punkthaft konzentriert auftritt. Daraus ergeben sich Regionaleffekte mit einer räumlichen Breitenwirkung. Zunehmend werden aber durch die Orientierung des Konsumverhaltens an westlichen Vorbildern Devisenabflüsse ausgelöst, die ein ähnliches Ausmaß wie die Sickerrate im internationalen Tourismus erreicht haben (Uthoff, 1996). Es erfolgt auch kein Ausgleich dieser Abflüsse durch Fremdwährungseinnahmen.

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Details

Seiten
26
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638458795
Dateigröße
950 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v49416
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
1,5
Schlagworte
Bedeutung Tourismus Südostasien Entwicklung

Autor

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