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Unterrichtseinheit: Die Heilung des blinden Bartimäus bei Mk 10,46-52 - eine Kurzkatechese für die Sekundarstufe

Eine Einheit für die 8. Klasse

Unterrichtsentwurf 2000 11 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0 Vorwort

1 Unterrichtsgegenstand

2 Vorgaben bzw. Voraussetzungen der Themenwahl

3 Analyse der Lehrvoraussetzungen

4 Sachanalyse

5 Didaktische Analyse und Strukturierung

6 Lernziele

7 Methodische Analyse und Strukturierung

8 Skizze des Unterrichtsverlaufs

9 Literaturverzeichnis

0 Vorwort

Wie der Titel der Arbeit Kurzkatechese bereits vermuten läßt, werden die einzelnen Unterpunkte stark verkürzt dargestellt. Es wird dennoch versucht, möglichst alle Punkte gleichwertig zu bearbeiten und zu analysieren.

1 Unterrichtsgegenstand

Name der Unterrichtsreihe: Wunder

Thema der Stunde: Die Heilung des blinden Bartimäus (Mk 10,46-52)

Der thematische Schwerpunkt der Einzelstunde soll auf dem Vertrauen und Hoffen des Bartimäus liegen. Die Wundergeschichte hebt die Stärke des Glaubens hervor.

2 Vorgaben bzw. Voraussetzungen der Themenwahl

Die gewählte Thematik der Unterrichtseinheit richtet sich in ihren Intentionen nach der Leitlinie 2 für den RU in der Sekundarstufe I: „Jesus und seiner Botschaft begegnen – Christus bekennen“.[1] Insgesamt will diese Leitlinie eine Beschäftigung und Erfahrung der SchülerInnen mit der Person Jesus bewirken. Sein Leben, seine Botschaft und eventuelle Kenntnisse bezüglich seiner Wirkungsgeschichte bilden die Grundvoraussetzung für die geplante Unterrichtseinheit, die der vorherigen Behandlung vom Königreich Gottes in Gleichnissen folgt. Des weiteren soll der Blick auf die vielfältigen menschlichen Reaktionen bezüglich der Botschaft Jesu gerichtet werden, d.h. in welcher Weise äußern seine Anhänger ihren Glauben, wie setzen sie sich gegenüber anderen durch, sind sie aktiv nach außen, wie sieht die Nachfolge Jesu aus? Wichtig erscheint auch die Befreiungsthematik, die gegenwärtig an Beispielen aus Asien oder Afrika, wo Menschen um ihre Lebensrechte kämpfen müssen, verdeutlicht werden kann. Da die SchülerInnen der Jahrgangsstufen 7 und 8 eine kritische Einstellung zur eigenen Wirklichkeit aufweisen, ist eine Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu und ihrer Wirkung angemessen. Die Leitlinie schlägt als Thema „Das Nötige tun: Von Jesus helfen und heilen

lernen“ vor und verweist auf drei Bibeltexte, in denen es um Wunder geht. Die erste Stunde der Unterrichtseinheit soll einführenden Charakter haben, indem sie eine Annäherung an den Begriff des Wunders versucht. Die mittleren drei Stunden bearbeiten dann je eine der Wundergeschichten. Zunächst „Die Heilung des blinden Bartimäus“ (Mk 10,46-52), dann „Die Heilung eines Kranken am Teich Betesda“ (Joh 5,1-18) und zuletzt „Die zehn Aussätzigen“ (Lk 17,11-19). Zum einen sollen die Aspekte von Glauben, wie Vertrauen, Hoffnung und Dankbarkeit erschlossen werden, zum anderen sollen Ähnlichkeiten und Unterschiede von Wundergeschichten herausgearbeitet werden. In der 5. Stunde sollen die Wunder noch einmal zusammenfassend betrachtet werden, offene Fragen geklärt und Ergebnisse gesichert werden. Um eine konkrete Erfahrung mit Hilfsbedürftigkeit und Hilfe zu ermöglichen, wird in der abschließenden 6. Stunde ein Gespräch mit einem/einer eingeladenem/r SeelsorgerIn des Krankenhauses stattfinden.

3 Analyse der Lernvoraussetzungen

Der Unterrichtsentwurf ist für eine 8. Klasse bestimmt, in der die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 14 Jahren sind. Die Pubertät bringt einen körperlichen Umbruch und den Abschied von der Kindheit mit sich. Mädchen und Jungen grenzen sich in der Gruppe voneinander ab und entwickeln ein geschlechtsspezifisches Rollenverhalten. Die Jugendlichen werden sich immer stärker ihrer selbst bewußt, es ist wichtig, sich zu behaupten und sich gegenüber anderen darzustellen. Die Identitätsfrage nimmt eine entscheidende Rolle in der Altersstufe ein. Laut Oser/Gmünder stehen die Schülerinnen und Schüler zwischen den (oserschen) Entwicklungsstufen 2 und 3.[2] Sie befinden sich im Übergang von der Annahme des Tun-Ergehen-Zusammenhangs (Do-ut-des-Stufe) und der Vorstellung, daß der Mensch autonom ist, somit selbstverantwortlich und unabhängig von Gott. Die Stufe 3 entspricht dem jugendlichen Atheismus.

In Fowlers Stufenmodell entspricht die Situation der Jugendlichen der Übergansgsphase von der 3. zur 4. Stufe.[3] In der Stufe 3, welche die Bezeichnung synthetisch-konventioneller Glaube trägt, mangelt es den Jugendlichen noch an persönlicher Autonomie, der Glaube wird von anderen übernommen, so daß noch eine starke Abhängigkeit zu verzeichnen ist.

Eine Abgrenzung und Distanzierung, vor allem gegen die Kirche, findet auf der 4. Stufe, dem individuierend-reflektierenden Glauben, statt. Die jungen Menschen bilden sich selbstreflektiert ihre eigene Meinung, sie sind unabhängig, ihr Individualismus steht im Vordergrund.

Die Wundergeschichte von dem blinden Bartimäus lädt die SchülerInnen dazu ein, die unterschiedlichen Perspektiven der Betroffenen einzunehmen und von ihnen aus zu argumentieren. Das Thema Vertrauen sowie der Aspekt Blindsein im übertragenen Sinn bietet ihnen gleichzeitig die Möglichkeit, sich mit ihrer eigenen Lebenssituation auseinanderzusetzen und ihr eigenes Verhalten auf Richtigkeit hin zu überprüfen.

[...]


[1] Als Literatur für dieses Kapitel liegen die Richtlinien und Lehrpläne für evangelischen Religionsunterricht für die Sekundarstufe I an Gymnasien des Landes NRW zugrunde.

[2] Schweitzer, F., Lebensgeschichte, 216f.

[3] A.a.o., 146-150.

Details

Seiten
11
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638457057
ISBN (Buch)
9783638597487
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v49185
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – Religionspädagogik
Note
1,3
Schlagworte
Unterrichtseinheit Heilung Bartimäus Kurzkatechese Sekundarstufe Proseminar Religionspädagogische Konzeptionen Jahrhundert

Autor

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Titel: Unterrichtseinheit: Die Heilung des blinden Bartimäus bei Mk 10,46-52 - eine Kurzkatechese für die Sekundarstufe