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Die Reggio-Pädagogik. Entstehung, Prinzipien und Umsetzung

Ausarbeitung 2016 13 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Entstehung des Ansatzes

2. Die Didaktischen Prinzipien der Reggio-Pädagogik

3. Das Bild vom Kind

4. Der Bildungsanspruch der Reggio-Pädagogik

5. Die Rolle der Erzieherin in der Reggio-Pädagogik

6. Die Auswirkung des Ansatzes auf die Gestaltung und Organisation der Einrichtung

7. Die Funktion des Ansatzes im gesellschaftlichen Ganzen

8. Das Fazit

9. Die Kritik

10. Quellenverzeichnis

Die Reggio- Pädagogik

1. Die Entstehung des Ansatzes

Zwischen 1919 und 1929 kam es in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia zur Gründung verschiedener Kommunaler Kindergärten. In dieser Zeit befanden sich die meisten Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft. 1962 bis 1973 entwickelte sich die eigentliche Reggio- Pädagogik.

Loris Malaguzzi, war ab 1950 in der psychologisch- pädagogischen Beratungsstelle in Reggio Emilia als Pädagoge angestellt. Er übernahm 1963 die Leitung sämtlicher kommunalen Institutionen für Kinder von null bis sechs Jahren.

Loris Malaguzzi gilt als bekanntester Vertreter der Reggio- Pädagogik.

Mit seinen Gedanken und Ansätzen gestaltete er die Reggio- Pädagogik und setzte sie in den Kindergärten praktisch um.

Einem breiten Publikum wurde die Reggio- Pädagogik mit ihren Zielen und Ideen auf einem großen pädagogischen Kongress im Jahr 1990 vorgestellt.

1991 zeichnete die Zeitschrift Newsweek die reggianischen Kindergärten als beste vorschulische Einrichtung der Welt aus.

Vrg 1: Gartinger, Silvia/ Janssen, Rolf (2014) S. 294

2. Die Didaktischen Prinzipien der Reggio-Pädagogik

Die Projektarbeit spielt in der Reggio- Pädagogik eine wesentliche Rolle.

Das Kind sammelt Erfahrungen, die durch das aktive Sich- Auseinandersetzen mit seiner Umwelt entstehen. Diese Erfahrungen werden wiederum als Erkenntnis in die Auseinandersetzung mit der Umwelt eingebracht.

Projekte entstehen aus den unterschiedlichsten Anlässen und sind fester Bestandteil des Alltags.

Es gibt nicht nur Projekte sondern auch andere Aktivitäten, in denen die Kinder sich entdecken, entfalten und weiterentwickeln können. Diese Aktivitäten wären zum Beispiel Spielhandlungen und / oder Gemeinschaftshandlungen.

Vrg. 2 Gartinge, Silvia/ Jannsen, Rolf (2014) S. 297

3. Das Bild vom Kind

In ihrer pädagogischen Arbeit wird jede Erzieherin von dem Bild, das sie sich vom Kind macht, bewusst oder unbewusst beeinflusst.

Die Reggianer erkannten diese Wirkung von Anfang an, dies führte zu einem intensiven Austausch über das Bild des Kindes. Ziel dieser Diskussion war es, der eigenen Person sowie der Öffentlichkeit das der pädagogischen Praxis zugrunde liegende Bild vom Kind klar und deutlich zu machen.

Das Ergebnis dieser Diskussion zeigte ein ganz neues Bild vom Kind auf, diese Vorstellung unterschied sich in vielen Aspekten von den damaligen Kinderbildern.

- Das Kind besitzt eine eigene Identität und Kultur, ist ein vollwertiges menschliches Wesen.
- Die Möglichkeiten über die das Kind verfügt werden in der Regel nicht ausgeschöpft.
- Das Kind will die eigenen Optionen entwickeln und zum Ausdruck bringen.
- Das Kind gestaltet aktiv sein Wissen.
- Das Kind entdeckt und forscht.
- Das Kind ist ein soziales Individuum.
- Das Kind kann sich auf differenzierte Art und Weise ausdrücken.
- Das Kind kennt andere Zeiten, denn es nimmt diese anders wahr.

Diese pädagogische Praxis sollte so gestaltet werden, dass die Kinder die Möglichkeit erhalten, sich auf vielfältiger Weise auszudrücken. Den Erzieherinnen und Erzieher wird dadurch die Chance gegeben das Bild von Jeweiligen Kind zu korrigieren. Das ebnet den Weg zu einem immer besseren Verständnis des Kindes.

Vgl. (Brockschneider, Franz-Josef, S. 29, Kindergarten heute)

Durch das Gedicht „Die hundert Sprachen des Kindes“ (Loris Malaguzzi) wird das in der Reggio - Pädagogik bestehende Bild vom Kind besonders deutlich.

Die hundert Sprachen des Kindes

Ein Kind ist aus hundert gemacht.

Ein Kind hat Hundert sprachen Hundert Hände Hundert Gedanken Hundert Weisen zu denken, zu spielen und zu sprechen.

Immer hundert Weisen zuzuhören zu staunen und zu lieben hundert Weisen zu singen und zu verstehen hundert Welten zu entdecken hundert Welten zu erfinden hundert Welten zu träumen.

Ein Kind hat hundert Sprachen doch es werden ihm neunundneunzig geraubt. Die Schule und die Umwelttrennen ihm den Kopf vom Körper. Sie bringen ihm bei ohne Hände zu denken ohne Kopf zu handeln ohne Vergnügen zu verstehen ohne sprechen zuzuhören zu lieben und zu staunen nur Ostern und Weihnachten zu lieben und zu staunen.

Sie sagen ihm, dass die Welt bereits entdeckt ist und von hundert Sprachen rauben sie ihm neunundneunzig.

Sie sagen ihm, dass das Spielen und die Arbeit die Wirklichkeit und die Phantasie die Wissenschaft und die Vorstellungskraft der Himmel und die Erde die Vernunft und der Traum Dinge sind, die nicht zusammen gehören. Sie sagen also, dass es die hundert Sprachen nicht gibt. Das Kind sagt: „Aber es gibt sie doch.“

( Gartinger Silvia, jannsen Rolf 2014, S. 295)

4. Der Bildungsanspruch der Reggio-Pädagogik

„Im „Regolamento“, der Satzung in Reggio Emilia, werden die Ziele der Einrichtungen beschrieben, die auch die Ziele der Reggio – Pädagogik darstellen Darin heißt es“:

(Gartinger Silvia, Jannsen Rolf 2014, S. 296)

„Die Krippe und der Kindergarten tragen zur ganzheitlichen Entwicklung der Kinder bei, indem sie ihre intellektuellen, sozialen und affektiven Fähigkeiten unterstützen. […]Auch auf diese Weise wird den Kindern eine reiche und harmonische Erfahrung ihres Lebens ermöglicht.“

(Dreier, Annette 2010, S. 57, zitiert nach Gartinger Silvia, Jannsen Rolf 2014, S.296)

Zentrale Ziele der Reggio – Pädagogik sind:

- Die Freude am Lernen
- Identitätsaufbau
- Die Entfaltung der Persönlichkeit
- Die Entwicklung der individuellen Fähigkeiten und Begabungen
- Verantwortungsbewusstsein
- Sozialkompetenzen

Auch das Lernen sollen die Kinder lernen. Sie sollen eine Vorstellung davon bekommen, wie Wissen entsteht und wie es gebraucht werden kann.

Festgefahrenes Wissen wird nicht vermittelt, sondern die Kinder erarbeiten

sich dies in Kooperation mit den Erwachsenen selbst.

Die Gemeinschaft nimmt in der Reggio – Pädagogik eine wichtige Rolle ein.

Autonomie, Solidarität, Kritikfähigkeit, Urteilskraft, Kooperation, soziales Verhalten, Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen mit und ohne Beeinträchtigung sollen in der Auseinandersetzung mit anderen in einer Gruppe erworben werden.

Ein besonderes Auge wird auf die Freiheit und Individualität der Kinder und der Pädagogen geworfen. Es soll ein Wir- Gefühl entstehen. Doch dass kann nur dann geschehen, wenn das Kind sein Ich und seine eigene Persönlichkeit entwickeln kann und darf. Ernorm wichtig sind auch die Rechte der Kinder. Wer über Rechte verfügt, besitzt einen anderen Status. Kinder beleben und steuern den Prozess der Erziehung, sie sind nicht Gegenstand von Erziehung.

Die Reggio- Pädagogik ist nicht kopierbar. Sie muss mit all ihren Zielen für die die jeweiligen Institutionen individuell konzipiert und angepasst werden.

Vgl. (Silvia, Jannsen Rolf 2014, S.296)

5. Die Rolle der Erzieherin in der Reggio-Pädagogik

Vorweg ist zu erwähnen, dass Malaguzzi nicht von der „Rolle der Erzieherin“ spricht sondern allgemein von der „Rolle der Erwachsenen“.

Alle Erwachsenen sind am Bildungsprozess des Kindes beteiligt, die Eltern wie auch die Erzieher/innen. Deshalb ist der Aufbau einer stabilen Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen wichtig um eine emotionale Sicherheit zu bieten.

Denn nur durch einen emotionalen Schutz können Lernprozesse in Gang gesetzt und die Talente der Kinder erkannt und gefördert werden.

Die Erwachsenen gestalten Projekte, Materialien und dergleichen.

Durch dieses gemeinsame Schaffen wird eine positive Grundstimmung kreiert. Bildung und Erziehung wird zur Aufgabe aller Beteiligten, den Erzieherinnern den Kindern und deren Eltern. In diesem Punkt ist es besonders sinnvoll, wenn die Erwachsenen die Haltung und Hintergründe der Reggio Pädagogik verstehen und unterstützen.

Folgende Aspekte sollten bei der Fachkraft an primärer Stelle stehen:

Freude, Engagement, Achtung, Neugierde, Offenheit, Geduld, Einfühlungsvermögen, Wertschätzung und Zurückhaltung.

Die Fachkraft muss sich mit dem was sie tut wohlfühlen und sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren.

Die Rolle der Fachkraft:

- Dier Theorienentwickler/in
- Die/De/Der Lernende/er
- Die/Der Lernbegleiter/in
- Die/Der Forscher/in
- Die/Der Beobachter/in
- Die/Der Vermittler/in

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Details

Seiten
13
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668995437
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v491496
Note
2,0
Schlagworte
reggio-pädagogik entstehung prinzipien umsetzung

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Titel: Die Reggio-Pädagogik. Entstehung, Prinzipien und Umsetzung