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Optimierung des Behälterkreislaufs. Theorieteil

Diplomarbeit 2005 47 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Grundlagen der Logistik
1.1 Der Logistikbegriff
1.2 Charakteristika der Logistikkonzeption
1.3 Aufgaben und Ziele der Logistik
1.3.1 Logistikleistungen
1.3.2 Logistikkosten
1.3.3 Optimierung des Logistikerfolgs
1.3.4 Zielkonflikte
1.4 Logistik als Unternehmensstrategie
1.5 Das Logistik-Kennzahlen-System

2 Lager- und Kommissioniersysteme
2.1 Lagersysteme
2.1.1 Lagerfunktionen und –arten
2.1.2 Lagertypen
2.1.3 Lagersystemplanung
2.1.4 Lagerverwaltung und -steuerung
2.2 Kommissioniersysteme
2.2.1 Kommissionierfunktionen
2.2.2 Elemente von Kommissioniersystemen
2.2.3 Behältereinsatz und -kennzeichnung

3 Beschaffungslogistik
3.1 Definition der Beschaffungslogistik
3.2 Abgrenzung der Beschaffungslogistik
3.3 Aufgaben und Ziele der Beschaffung
3.4 Material- und Informationsfluss im Wareneingang

4 Behälter und Behälterkreisläufe
4.1 Gestaltungsparameter von Behältern
4.2 Logistische Behälterfunktionen
4.3 Behälter- Ausstattungsmerkmale
4.4 Anforderungen an Behälter und Behälterkreisläufe
4.5 Behälterkreislaufsysteme
4.6 Bewertung von Behälterkreislaufsystemen
4.7 Kosten von Behälterkreislaufsystemen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Logistische Kette

Abb. 2: Beispiele für Kostenkonflikte

Abb. 3: Wege zur Optimierung des Logistikerfolgs

Abb. 4: Logistikrelevante Zielkonflikte

Abb. 5: Wandel im Stellenwert der Logistik

Abb. 6: Logistikkennzahlen der Beschaffung

Abb. 7: Struktur und Materialfluss im Gesamtsystem Lager und Kommissionierung

Abb. 8: Überblick über die Lagerarten

Abb. 9: Lagertypenstruktur

Abb. 10: Elemente von Kommissioniersystemen

Abb. 11: Abgrenzung der Beschaffungslogistik

Abb. 12: Material- und Informationsfluss im Wareneingang

Abb. 13: Bedeutung der Behälterauswahlkriterien

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Auswirkungen häufig gestellter Anforderungen an die Logistik

Tab. 2: Beurteilung des Fachregallagers

Tab. 3: Beurteilung des Palettenflachregallagers

Tab. 4: Kosten von Behälterkreislaufsystemen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Grundlagen der Logistik

„Logistik ist das Management aller Güter- und zugehöriger Informationsflüsse

in das Unternehmen (von Lieferanten),

innerhalb des Unternehmens

sowie aus dem Unternehmen (zu den Kunden).“[1]

Güterbewegungen jeglicher Art sind für Unternehmen auf der ganzen Welt etwas Alltägliches. Selbst Dienstleistungsunternehmen sehen eine immer größer werdende Flut an logistischen Prozessen auf sich zukommen. Dabei spielt es keine Rolle um welche Art Güter es sich handelt – alle müssen transportiert werden.[2]

1.1 Der Logistikbegriff

Der Ursprung des Logistikbegriffs stammt aus der Güterversorgung im militärischen Bereich, in dem die Notwendigkeit entstand, Güter zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort verfügbar zu haben. Erst lange nach dem zweiten Weltkrieg wurde auf zivil-wirtschaftlichem Gebiet der Begriff der Logistik in den USA übernommen.[3] Der Zwang zur Überwachung und Koordination aller Material- und Güterströme erwuchs aus der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Jahrhunderts, welche ganz im Zeichen von Unternehmenswachstum und -expansion stand. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre hat sich der Begriff zu einem schillernden Modewort entwickelt. Eine einheitliche Definition lässt sich schwer finden, da bei diversen Autoren nur selten ein übereinstimmender Begriffshintergrund festzustellen ist.[4] An dieser Stelle soll neben o.g. Definition eine andere explizit genannt werden. Sie stammt von der amerikanischen Logistikgesellschaft Council of Logistics Management und lautet wie folgt: „Logistik ist der Prozess der Planung, Realisierung und Kontrolle des effizienten, kosteneffektiven Fließens und Lagerns von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fertigfabrikaten und der damit zusammenhängenden Informationen vom Liefer- zum Empfangspunkt entsprechend den Anforderungen des Kunden.“[5] Entsprechend dem materialflussbezogenen Kontext dieser Arbeit, kann man die Logistik vereinfacht durch die „6R`s“ beschreiben. Sie schildern „eines der Ziele der Logistik als die Lieferung der

- richtigen Ware, zum
- richtigen Zeitpunkt, in der
- richtigen Zusammensetzung, und der
- richtigen Qualität, am
- richtigen Ort zum
- richtigen Preis.“[6]

Trotz der Simplifizierung ist dieser Leitsatz weit verbreitet und genießt weltweite Anerkennung. Richtig wird dabei als Synonym für seitens des Kunden erwartete Eigenschaften im Sinne von bestellt, gefordert, erwartet und minimaler Kosten verwendet.[7]

In Anlehnung an diesen Leitsatz wird die Logistik in vorliegender Arbeit als „marktorientierte, integrierte Planung, Gestaltung, Abwicklung und Kontrolle des gesamten Material- und dazugehörigen Informationsflusses zwischen einem Unternehmen und seinen Lieferanten, innerhalb eines Unternehmens sowie zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden verstanden.“[8]

Die Optimierung des Logistikerfolgs wird dabei als Ziel jeder logistischen Aktivität gesetzt. Auf Grund der Marktorientierung stellen logistische Leistungen Marketinginstrumente dar und sind auch als solche zu beurteilen.[9] Die Elemente der Logistikleistung werden im Kapitel 2.3.1, im Rahmen der Aufgaben und Ziele der Logistik, ausführlich erläutert.

1.2 Charakteristika der Logistikkonzeption

Gemäß dem o.g. Leitsatz lassen sich fünf Arten von Nutzen unterscheiden, welche aus wirtschaftlichen Tätigkeiten resultieren: Gestaltnutzen, Informationsnutzen, Ortnutzen, Zeitnutzen und Nutzen aus Recht am Gut. Kurz gesagt werden wirtschaftliche Güter ver- oder gebraucht, um die Bedürfnisse von Menschen zu

befriedigen. Im Kontext bedeutet dies, dass eine in Erfurt gefertigte Maschine (Gestaltnutzen) ein Bedürfnis in Stuttgart erst befriedigen kann, wenn dort die Information angekommen ist, dass die Maschine gefertigt wurde (Informationsnutzen) und wenn sie zum Zeitpunkt, zu dem sie benötigt wird (Zeitnutzen), nach Stuttgart geschickt wird (Ortsnutzen). Anschließend wird dem Nutzer das Recht am Gut - durch Eigentumsübergang, Leasing oder Miete - übertragen. Dem Unternehmenszweck unterliegen demnach wertschöpfende Tätigkeiten, indem Güter mit bedürfnisbefriedigenden Werteigenschaften erzeugt werden.[10]

Grundlage für die Logistikkonzeption bzw. das Logistikdenken sind dabei drei miteinander in Beziehung stehende Arten des Denkens: Das System-, das Fluss- und das Querschnittsfunktionsdenken. Das Systemdenken sagt aus, dass Teilbereiche des Logistiksystems nicht einzeln zu betrachten sind, da Veränderungen in einem Teilbereich immer Veränderungen in anderen Bereichen nach sich ziehen. Das Flussdenken beschreibt die Betrachtung des Güter- und Informationsflusses entlang der logistischen Kette zwischen Lieferanten und Kunden und wird in Abb. 2 dargestellt.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Logistische Kette

Quelle: eigene Darstellung, anlehnend an Schulte, Christof (1999): Logistik, München, S. 4.

Bestände stehen dabei stets für eine Unterbrechung des Materialflusses, welche der Durchlaufzeitverkürzung entgegenwirken. Da moderne Logistikkonzepte vom

Flussdenken geprägt sind, werden Bestände in solchen Konzepten wertanalytisch auf deren Funktion hin betrachtet. Bestände haben unterschiedliche Funktionen. Sie sollen eine reibungslose Produktion ebenso ermöglichen, wie sofortige Lieferungen, Überbrückung von Störungen, wirtschaftliche Fertigung und konstante Auslastung. Demgegenüber verdecken Bestände störanfällige Prozesse, unabgestimmte Kapazitäten, mangelnde Flexibilität, Ausschuss und mangelnde Liefertreue.

Durch die signifikant wichtige Transparenz im Materialfluss ist es die Aufgabe des Querschnittsfunktionsdenkens, trotz miteinander konkurrierender Ziele der Entwicklungs-, Absatz-, Beschaffungs- und Produktionsbereiche optimale unternehmens- und bereichsübergreifende Logistikentscheidungen zu treffen, welche zur Erfüllung von Umsatz- und Kostenzielen beitragen.

Zur Verwirklichung des Logistikkonzepts bedarf es einer klaren organisatorischen Gestaltung der Schnittstellenaufgaben zwischen der Logistik und den anderweitigen Funktionen.[12] Sollten die eigenen Kräfte und Kenntnisse im Unternehmen hierfür nicht ausreichend sein, ist die Beauftragung einer Unternehmensberatung, mit fundierter Logistikkompetenz, ins Auge zu fassen. Wobei zu beachten ist, dass externe Dienstleister konkurrierende Interessen haben und zur Selbstoptimierung neigen.[13]

1.3 Aufgaben und Ziele der Logistik

Wenn sich die Leitung eines Unternehmens mit dem Thema Logistik auseinandersetzt, wird regelmäßig festgestellt, dass aktuelle Verfahrensweisen auf Grund des Kosten- und Zeitfaktors nicht mehr ganz zeitgemäß sind. Der Ruf nach einer modernen Logistik steigt mit der Häufigkeit bedeutender Liefertermine im Verkauf. Zur Modernisierung der Logistik gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie z.B. die Beseitigung symptomatischer Schwachstellen. Diese so genannten Minimallösungen ändern aber grundsätzlich nicht viel an den logistischen Problemen.

Ein anderer Weg ist, durch beratend tätige Firmen einen Überblick zu gewinnen und neue Lösungsansätze und Rationalisierungsvorschläge unterbreitet zu bekommen.

Die effektivste Lösung ist die Analyse der betrieblichen Prozesse unter logistischen Gesichtspunkten mit anschließender Umstrukturierung, denn allein das Aufspüren und Eliminieren der Symptome wird fast nie ausreichen, um die Logistik einer Unternehmung zu sanieren.[14]

Laut Göpfert sind die Aufgaben der Logistik als Führungsansatz zur Entwicklung, Gestaltung, Lenkung und Realisierung effizienter und effektiver Flüsse von Objekten zu verstehen. Es wird dabei auf unternehmensweite und –übergreifende Wertschöpfungssysteme Wert gelegt.[15]

Ausschließlich Spar- und Rationalisierungsmaßnahmen bringen selten den gewünschten Erfolg. Als Ziel logistischer Aktivitäten sollte es verstanden werden, die Optimierung des Logistikerfolgs einzuleiten und umzusetzen. Dieses wird durch die Hauptziele der Logistik, die „6 R`s“, verwirklicht und ist im Kapitel 2.1 bereits erwähnt worden.[16] Höchste Priorität wird dabei auf die Komponenten Logistikleistung und -kosten gelegt, welche im Folgenden definiert und erläutert werden.

1.3.1 Logistikleistungen

„Elemente der Logistikleistung sind im Wesentlichen:

- Lieferzeit,
- Lieferzuverlässigkeit,
- Lieferflexibilität,
- Lieferqualität und
- Informationsfähigkeit.“[17]

Die Lieferzeit beschreibt die Zeit vom Eingang einer Kundenbestellung bis zum Eingang der Ware beim Kunden. Dabei ermöglichen kürzere Lieferzeiten niedrigere Bestände beim Kunden und somit eine kurzfristigere Disposition.

Lieferzuverlässigkeit (Liefertreue, Termintreue) ist das Maß für den Grad der Einhaltung der Lieferzeit. Dissonanzen, die durch unabgestimmte Arbeitsabläufe und mangelnde Lieferbereitschaft entstehen, können zu Störungen im Betriebsablauf, folglich zu höheren Beständen und daraus resultierend zu höheren Kosten auf Kundenseite führen. Als ungeschriebenes Gesetz gilt dabei, dass die Zuverlässigkeit der Lieferzeit von ihrer unzuverlässigsten Phase bestimmt wird.[18]

Unter Lieferflexibilität versteht man die Fähigkeit des Distributionssystems, auf spezielle Kundenwünsche einzugehen. Beeinflussende Faktoren sind dabei u.a. der Zeitpunkt der Auftragserteilung, die Art der Auftragsübermittlung, die Art der Verpackung, Transportvarianten und die Möglichkeit von Abruflieferungen.

Als Lieferqualität bezeichnet man das Maß für den Grad der Einhaltung der mit den Kunden abgestimmten Beschaffenheit der Ware sowie die Liefergenauigkeit zum Zeitpunkt des Wareneingangs in Bezug auf Art und Menge. Mangelnde Lieferqualität kann im schlechtesten Fall zum Verlust des Kunden führen. Außerdem können dem eigenen Unternehmen hohe Kosten durch Reklamationen in Folge von Qualitätsmängeln entstehen.

Werden alle bereits genannten Logistikleistungen dem Materialfluss zugeordnet, so kann man das letzte Instrument, die Informationsfähigkeit, dem Informationsfluss zuordnen. Sie beschreibt die Fähigkeit, Kundenanfragen vor und nach der Auftragserteilung beantworten zu können. Informationsbedarf von Seiten der Kunden kann z.B. die Liefermöglichkeiten, den Stand eines Auftrages und die Behandlung von Kundenreklamationen durch mangelnde Lieferung betreffen.

Auf die hohe Marketingbedeutung der Logistikleistungen wurde bereits hingewiesen. Außerdem hat jedes der genannten Ziele aber auch Auswirkungen auf die Kosten, was im Folgenden näher erläutert wird.[19]

1.3.2 Logistikkosten

Um die Wirtschaftlichkeit einer Unternehmung beurteilen zu können, werden die Logistikleistungen den Logistikkosten gegenübergestellt. Laut Markus Mau sind Kosten „allgemein definiert als bewerteter betrieblicher Güterverzehr“.[20] Logistikkosten „sind der bewertete Güterverzehr (Faktoreinsatz) im Logistiksystem“.[21] Laut Schulte umfassen die Logistikkosten „den wertmäßigen Ge- und Verbrauch der für die (Logistik-) Leistungserstellung eingesetzten Produktionsverfahren.“[22] Die Höhe dieser Kosten schwankt von Unternehmen zu Unternehmen sehr stark (zwischen 3% und 35% der Gesamtkosten). Begründet werden kann das durch die individuellen und unterschiedlichen inhaltlichen Abgrenzungen der Logistikkosten.[23]

Zwischen den Elementen eines Logistiksystems bestehen ebenso Interdependenzen, wie zwischen den durch diese Elemente verursachten Kosten. Explizit handelt es sich um Serviceniveau-, Lagerhaltungs- (Bestands- und Lagerhauskosten), Rüst-, Transport-, Verpackungs- und Auftragsabwicklungskosten. Zusammengefasst werden sie als Gesamtkosten (Totalkosten) der Logistik bezeichnet und beschreiben alle relevanten Kosten entlang der Supply Chain. Ist in der Kostenrechnung von Selbst- oder Vollkosten die Rede, so handelt es sich bei den Gesamtkosten lediglich um einen Begriff zur Kennzeichnung der Forderung nach Erfassung aller Logistikkosten. Kostensenkungen in einem Teilbereich können dabei zu einem Kostenanstieg in einem anderen Teilbereich und im schlechtesten Fall zu einem Anstieg der Kosten für das gesamte Logistiksystem führen.[24] Auf den folgenden Seiten werden die einzelnen Kostenelemente kurz beschrieben.

Serviceniveaukosten (Fehlmengenkosten) entstehen in Folge einer nicht zu befriedigenden Nachfrage und signalisieren eine unzureichende Lieferbereitschaft. Die Folgen reichen von entgangenen Gewinnen bis zum Verlust des Kunden und schlagen sich in Preisnachlässen, Retouren und Kosten für Reklamationen nieder. Ursachen für das Auftreten der Kosten sind Fehlmengen, Fehllieferungen und Kommissionierfehler.

Die Lagerhaltungskosten setzten sich aus den Lagerhaus- und den Bestandskosten zusammen und sind mit einem Satz von ca. 40% an den Logistikkosten beteiligt. Lagerhaltungskosten steigen proportional mit der Anzahl an Lager. Dementsprechend steigen die Lagerhauskosten auf Grund gestiegener Arbeits- und Raumkosten sowie die Bestandskosten durch den erhöhten Gesamtbestand. Hauptursache ist meist ein geringer Automatisierungsgrad bzw. geringe Rationalisierungsmöglichkeiten.[25]

Alle Kosten, welche in Folge eines Sortenwechsels entstehen, bezeichnet man als Rüstkosten. Dazu zählen neben den Kosten, die durch die Umrüstung von

Maschinen entstehen, auch die durch einen Produktionsausfall entstehenden indirekten Kosten, in Form von entgangenen Gewinnen. Sie werden auch als auflagefixe Kosten bezeichnet.[26]

Zum Transportkostensektor zählen: Arbeitskosten, Kraftstoff, Verwaltung, Abschreibungen, Wartung, Versicherungen, Miete und Reparaturen. Die Abhängigkeiten der Transportkosten von der Lager- und Kundenstruktur wird wie die übrigen in Abbildung 3 erläutert.

Im Bereich der Auftragsabwicklung fallen die Verpackungskosten an. Ihr Anteil an den Logistikkosten wird mit weniger als 5% beziffert. Er ist abhängig von der Anzahl der Pick-Positionen, welche sich ebenso kontraproduktiv auf die Kosten auswirken wie eine große Sortimentsbreite.

Abschließend fallen die so genannten Auftragsabwicklungskosten mit rund 7% Anteil an den Gesamtlogistikkosten ins Gewicht. Dies sind vorwiegend die Kosten für die Auftragsbearbeitung, die Auftragsumsetzung und die Fakturierung. Besonders kostspielig sind dabei Nachlieferungen, Reklamationen und Aufträge, bei denen Auskünfte erteilt werden müssen.[27]

Logistiksysteme sind von einer Vielzahl von Konflikten geprägt.[28] Welche Kostensenkungen in einem Teilsystem zu einem Kostenanstieg in einem anderen Teilsystem führen, verdeutlicht nachfolgende Abbildung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Beispiele für Kostenkonflikte

Quelle: eigene Darstellung, anlehnend an Pfohl, H.-Chr., Logistiksysteme, S. 32.

Wie bereits zu Beginn des Kapitels erwähnt, hängen Entscheidungen über Kosten und Leistungen eng zusammen.[29] Exemplarisch werden einige Abhängigkeiten unter Auswirkungen auf den Absatz in der folgenden Abbildung veranschaulicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Auswirkungen häufig gestellter Anforderungen an die Logistik

Quelle: eigene Darstellung, anlehnend an Mau, Markus (2002): Logistik, 1. Aufl., S. 22.

1.3.3 Optimierung des Logistikerfolgs

Fortführend zum Kapitel 2.3.2 beschäftigt sich dieser Abschnitt mit der Optimierung des Logistikerfolgs auf zwei unterschiedlichen Wegen. Zum einen kann man den Weg zur Verfolgung eines optimalen Logistikleistungsgrades (Abb. 9, linker Teil) selektieren und zum anderen den Weg zur Verfolgung eines geforderten Logistikleistungsgrades, unter Minimierung der dabei erforderlichen Logistikkosten (Abb. 9, rechter Teil).[30]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Wege zur Optimierung des Logistikerfolgs

Quelle: eigene Darstellung, anlehnend an Schulte, Chr., Logistik, S. 10.

Zur Ermittlung der optimalen Logistikleistung nach quantitativen Gesichtspunkten, ist es notwendig, die Kaufentscheidungsprozesse aus Sicht der Kunden zu erfassen und zu bewerten. Eine derartige Offenlegung solch exorbitant wichtiger Kaufentscheidungskriterien ist für die meisten Kunden aus Wettbewerbssicht nicht vertretbar, weshalb die Bereitschaft der Kunden, an solchen Erhebungen teilzunehmen, gering sein dürfte. Außerdem sind derartige Kundenanalysen mit einem sehr hohen Aufwand verbunden.

Die zweite Möglichkeit zur Bewertung von Logistikleistungen ist die Erfassung der Logistikkosten. Für eine fundierte Erhebung müssen hierbei Struktur und Höhe der Logistikkosten für diverse Logistikleistungsniveaus vorliegen. Unter Berücksichtigung der Unternehmensziele wird auf Grund der umfangreichen Datenbeschaffungsprobleme in der Praxis der zweite Weg verfolgt. Dabei übernimmt die Logistikabteilung neben der Sicherstellung des definierten Logistikleistungsgrades auch die gleichzeitige Minimierung der Logistikkosten.[31]

„Zusammenfassend verlangt die Formulierung von Logistikerfolgszielen Aussagen zu folgenden Fragestellungen:

- Definition und Umfang der Logistikleistung,
- Definition der Verkaufssituation, in denen die Logistikleistung zum kaufentscheidenden Parameter werden kann,
- Identifikation der Wirkungsweisen unterschiedlicher Logistikleistungsniveaus,
- Ermittlung der Kosten je Logistikleistungsniveau,
- Bestimmung der relativen Bedeutung der Logistikleistung im Vergleich zu anderen absatzpolitischen Instrumenten,
- Vorgabe der Logistikleistung an die übrigen Stufen des Wertschöpfungsprozesses.“[32]

[...]


[1] Mau, Markus (2002): Logistik, 1. Aufl., S. 5.

[2] Vgl. Odrich, Peter (1998): Modernes Logistik-Management, 1. Aufl., Frankfurt/ M., S. 5.

[3] Vgl. Ebenda, S. 5.

[4] Vgl. Schulte, Christof (1999): Logistik, 3. Aufl., München, S. 1.

[5] Pfohl, H.-Chr., Logistiksysteme (FN 4), S. 12.

[6] Hompel, Michael ten; Schmidt, Thorsten (2005): Warehouse Management - Automatisierung und Organisation von Lager- und Kommissioniersystemen, 2. Aufl., Berlin, Heidelberg, S. 16.

[7] Vgl. Ebenda, S. 16.

[8] Schulte, Chr., Logistik (FN 15), S. 1.

[9] Vgl. Mau, M., Logistik (FN 12), S. 5 ff.

[10] Vgl. Pfohl, H.-Chr., Logistiksysteme (FN 4), S. 20 ff.

[11] Vgl. Schulte, Chr., Logistik (FN 15), S. 3.

[12] Vgl. Schulte, Chr., Logistik (FN 15), S. 3 ff.

[13] Vgl. Gudehus, Timm (1999): Logistik - Grundlagen, Strategien, Anwendungen, Berlin, Heidelberg, New York, Barcelona, Hongkong, London, Mailand, Paris, Singapur, Tokio, S. 828.

[14] Vgl. Odrich, P., Modernes Logistik Management (FN 13), S. 22 f.

[15] Vgl. Göpfert, Ingrid (2000): Logistik – Führungskonzeption, 1. Aufl., München, S. 19.

[16] Vgl. Odrich, P., Modernes Logistik Management (FN 13), 22 f.

[17] Schulte, Chr., Logistik (FN 15), S. 6 f.

[18] Vgl. Pfohl, H.-Chr., Logistiksysteme (FN 4), S. 36 ff.

[19] Vgl. Schulte, Chr., Logistik (FN 15), S. 7 f.

[20] Mau, M., Logistik (FN 12), S. 15.

[21] Ebenda, S. 15.

[22] Schulte, Christof (1999): Lexikon der Logistik, München, Wien, Oldenbourg, S. 258.

[23] Vgl. Ebenda, S. 258.

[24] Vgl. Pfohl, H.-Chr., Logistiksysteme (FN 4), S. 30 f.

[25] Vgl. Mau, M., Logistik (FN 12), S. 16 f.

[26] Vgl. Döring, Ulrich; Wöhe, Günter (2002): Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 21. Aufl., München, S. 425 f.

[27] Vgl. Mau, M., Logistik (FN 12), S. 15 ff.

[28] Vgl. Pfohl, H.-Chr., Logistiksysteme (FN 4), S. 31.

[29] Vgl. Mau, M., Logistik (FN 12), S. 21.

[30] Vgl. Schulte, Chr., Logistik (FN 15), S. 9.

[31] Vgl. Ebenda, S. 9 f.

[32] Pfohl, Hans-Christian (1977): Zur Formulierung einer Lieferservicepolitik, in: Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, Mainz, S. 240, zitiert nach Schulte, Chr., Logistik (FN 15), S. 10 f.

Details

Seiten
47
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638456609
Dateigröße
616 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v49134
Institution / Hochschule
Fachhochschule Erfurt
Note
2,0
Schlagworte
Optimierung Behälterkreislaufs Theorieteil

Autor

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Titel: Optimierung des Behälterkreislaufs. Theorieteil