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Der Self-Tracking Trend.Wirtschaftliche Chance oder ökonomisches Risiko?

Hausarbeit 2018 26 Seiten

Sport - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis.

1. Einleitung.
1.1. Begriffserklärung.
1.2. Anwendungsgebiete.

2. Chancen des Trends.
2.1. Selbstoptimierung des Menschen.
2.1.1. Gesundheit
2.1.2. Fitness.
2.1.3. Berufsleben.
2.2. Ökonomischer Nutzen.
2.2.1. Gesundheitsbranche.
2.2.2. Fitnessbranche.
2.2.3. Berufswelt

3. Risiken des Trends.
3.1. Entfremdungseffekt.
3.2. Datenschutz und Sicherheit.

4. Fazit.

Literaturverzeichnis.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Anzahl der Benutzung von Smart Wearables in Prozent.

Abb. 2: Elektronische Gesundheitsakte.

Abb. 3: Marktwachstum von Smart Wearables in Europa.

Abb. 4: Relevanz von Datensicherheit und Datenschutz.

1. Einleitung

„Persönliche Daten gelten als das Gold des 21. Jahrhunderts.“1

Diese Daten werden durch den in der Gesellschaft bereits stark verankerten Trend des Self-Trackings gesammelt. Man spricht auch von Selbstvermessung oder Selbstoptimierung. Vor allem junge Erwachsene speichern dabei ihre Daten mithilfe von tragbaren Aufzeichnungssystemen wie Fitnessarmbändern oder Apps in Verbindung mit dem Smartphone. Durch automatisierte Funktionen muss der Verbraucher dem Erfassen der Daten keine große Aufmerksamkeit schenken.2 Diese können verbrauchte Kalorien beim Sport, die durchschnittliche Schlafdauer bis hin zur Messung der Herzfrequenz sein. Es ist möglich, sowohl in Echtzeit, als auch rückwirkend darauf zuzugreifen um den Alltag zu optimieren.3

Diese Arbeit soll zunächst die Chancen des Trends für den Einzelnen aufzeigen, wie das Datensammeln für den Menschen in Gesundheit, Fitness und auch im Beruf zu einem optimierten Leben führen kann. Danach soll der ökonomische Nutzen nicht nur für den Verbraucher, sondern auch für die Gesundheits- und Fitnessbranche dargestellt werden. Versicherungen, Fitnessstudios und persönliche Trainer haben die Möglichkeit für ihre Kunden gezielte Programme zu entwickeln und diese auf dem Markt anzubieten.4 Ebenso werden die Vorteile des Self-Trackings im Berufsleben für Arbeitnehmer und Arbeitgeber dargestellt.

Gegensätzlich zu den Chancen und dem ökonomischen Nutzen folgt eine Ausführung über die Risiken der Selbstvermessung. Virtuelle Daten und Realität sind zwei verschiedene Punkte. Die Verlässlichkeit des Menschen auf die erfassten Daten bringt ein Verlustrisiko des eigenen Körpergefühls mit sich. Ein Entfremdungseffekt entsteht.5

Im Weiteren wird die Gefahr des Datenschutzes erläutert. Genaue Bestimmungen bezüglich der Datenweitergabe an Dritte und des Schutzes der einzelnen Person existieren nicht.6 Abschließend wird mit einem Fazit ein kurzer Überblick zu Chancen und Risiken und der Entwicklung des Self-Tracking Trends gegeben.

Im Folgenden soll zunächst eine kurze Begriffserklärung dargestellt und anschließend auf die Anwendungsgebiete eingegangen werden.

1.1. Begriffserklärung

Unter Self-Tracking versteht man das Sammeln von digitalen Daten über sich selbst. Dieser Trend, auch bekannt unter Lifelogging, Selbstvermessung oder Lebensprotokollierung, hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten. Im Jahr 2007 gründete Gary Wolf gemeinsam mit Kevin Kelly die Internetplattform Quantified Self. Sie dient zum Interessensaustausch von Self-Trackern. Bei regelmäßigen Treffen können diese ihre Daten austauschen, Werte vergleichen und neue Ideen vorbringen.7

Das Phänomen der Datensammlung ist nicht neu. Vergleichbare Aufzeichnungen gibt es bereits aus dem 17. Jahrhundert. Der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe schrieb täglich Berichte über sein Wohlbefinden, seine Mahlzeiten und seine zurückgelegten Wege.8 Auch von dem amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson existieren über viele Jahre geführte Protokolle zu Kosten und Auslagen.9 Im Gegensatz zu damals geschieht heute die Datenerfassung digital durch Sensoren am Körper und ohne aktive Betätigung des Nutzers. Uhren, Armbänder oder Smartphones protokollieren jede Bewegung des Menschen, um anschließend die registrierten Werte mithilfe einer App zu Diagrammen und Statistiken weiterzuverarbeiten. Aus diesen Berichten kann der Nutzer reflektieren. Für seine zukünftigen Handlungen ist es ihm möglich, den idealen Effekt zu erreichen. Er handelt nach dem ökonomischen Prinzip und macht sich somit zum Selbstoptimierer.10 „Tatsächlich entspricht die Funktionsweise der Self-Tracking-Technologien im Wesentlichen einer konsequenten Anwendung der (…) (1.) Selbstüberwachung und Quantifizierung, (2.) Rückkopplung und (3.) Selbstoptimierung.“11

1.2. Anwendungsgebiete

Die drei Schritte der Self-Tracking-Technologien finden Anwendung in Bereichen wie dem alltäglichen Leben, dem Beruf, der Gesundheit und der Fitness. Letzteres ist laut aktuellen Studien der Bereich mit den größten Zuwächsen.

In Form von Fitnessarmbändern, Armbanduhren, Kleidung, Kameras und Brillen erfolgt die Datenerfassung, die man auch als Smart Wearables bezeichnet.12

Der Hersteller Fitbit aus Kalifornien fokussiert sich auf Gesundheit und Fitness. Fitnessarmbänder und Armbanduhren protokollieren Werte zur Herzfrequenz und zum Kalorienverbrauch beim Sport. Unbemerkt läuft währenddessen die Datenübermittlung an das Smartphone. Durch die Fitbit App erhalten Nutzer regelmäßige Benachrichtigungen zur Motivation und können ihre Werte mit anderen Self-Trackern teilen. Neben Fitnessarmbändern und –uhren gibt es auch eine Art Klammer, welche als Schmuckstück an der Kleidung getragen werden kann.13

Smart Wearables sind jedoch nicht das einzige Anwendungsgebiet zur Datenerfassung. Die Firma Hexoskin produziert Oberteile, welche man als Smart Shirts bezeichnet. Diese können im Alltag oder beim Sport getragen werden. Das Aufzeichnen der Daten erfolgt auf dem gleichen Wege wie bei den Smart Wearables mithilfe einer App. Über Bluetooth werden so Informationen an das vernetzte Gerät überliefert. Integrierte Sensoren messen Herzfrequenz, Lungenvolumen oder Schlafaktivität, sowie auch die Bewegungen im Alltag. Den Kunden wird Atmungsaktivität, schnelles Trocknen und geringes Gewicht versprochen. Die Kleidung kann trotz der kleinen Monitore gewaschen werden.14

Neben der Datenerfassung kann ein solches Smart Shirt auch als persönlicher Trainer dienen. Der Hersteller Electricfoxy hat ein Oberteil entwickelt, das an bestimmten Stellen mit Sensoren ausgestattet ist und so durch leichten Druck den Körper in die richtige Position lenken soll. Eine Hilfestellung bietet dieses Shirt vor allem in Sportarten wie Pilates, Tanzen oder Golf. Im Anschluss besteht die Möglichkeit die einzelnen Bewegungsabläufe, welche über eine App an ein beliebiges Gerät gesendet werden, einzusehen. Durch Vergleichen der Aufzeichnungen erkennt man Fortschritte oder Fehlbewegungen. Steigerung und effizientes Anstreben eines Zieles resultieren daraus. Dies geschieht selbstständig. Die direkten Anweisungen eines persönlichen Trainers sind dabei nicht notwendig.15

Nicht nur der Fitness- und Gesundheitsbereich wird mit den Smart Wearables abgedeckt. Das Interesse wächst auch stark an Smart Watches. Das Aussehen entsprich einer gewöhnlichen Armbanduhr. Jedoch können mithilfe des über Bluetooth verbundenen Smartphones Nachrichten, E-Mails und auch Anrufe getätigt werden. Für die Anrufe benötigt man weder Mikrofon, noch Kopfhörer.16

Bei den als Smart Glasses bezeichneten Brillen oder Kontaktlinsen erfolgt die Steuerung vorzugsweise durch Sprachbefehle. Auf Nicken oder Schütteln des Kopfes oder durch eine Geste der Hand reagiert das System ebenso. Die gewünschten Inhalte werden anschließend am oberen Rand des Sichtfeldes als kleines Display dargestellt. Die Funktionen von Smart Glasses umfassen neben der Aufnahme von Videos und Fotos auch Nachrichten, E-Mails oder Anrufe, welche unter Verwendung der Internetverbindung des Smartphones direkt übermittelt werden können.17 Des Weiteren gibt es Kameras, die sich aufgrund ihrer kleinen Größe perfekt am Körper oder in der Hand tragen lassen. Ausgestattet sind diese mit Video- und Fotofunktionen, mit oder ohne Bildschirm. Über Wireless Local Area Network oder Bluetooth können so die aufgezeichneten Filme und Fotos auf das kompatible Gerät übertragen werden.18

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Anzahl der Benutzung von Smart Wearables in Prozent

(Quelle: Bothun/Lieberman [2016], S. 3)

Abbildung eins zeigt eine Studie der PricewaterhouseCoopers GmbH aus dem Jahr 2016, bei der 1000 Bürger der Vereinigten Staaten befragt wurden, davon waren 50 Prozent männlich und 50 Prozent weiblich. Wiederrum davon waren jeweils die eine Hälfte der Befragten im Alter von 16 bis 34 Jahren und die andere Hälfte im Alter von 35 bis 64 Jahren. Anhand dieser Studie lässt sich die Verteilung von Smart Wearables erkennen.

Den geringsten Anteil deckt dabei mit zwölf Prozent die mit Sensoren ausgestattete Kleidung ab. Dicht folgend die tragbaren Kameras mit 14 Prozent, sowie Smart Glasses mit 15 Prozent. 27 Prozent der Befragten besitzen eine Armbanduhr mit den Funktionen einer Smart Watch. An der Spitze steht das Fitnessarmband mit 45 Prozent.

Aus der Studie wird ersichtlich, dass die Teilnehmer ein großes Interesse an ihren persönlichen gesundheitlichen Daten haben. Fitnessarmbänder werden dabei bevorzugt. Der Gesundheits- und Fitnessbereich gewinnt an Bedeutung.19

2. Chancen des Trends

Aus der zunehmenden Bedeutung dieser Bereiche können sowohl der Mensch, als auch die Wirtschaft ihre Chancen ziehen. Im Folgenden werden die positiven Auswirkungen auf den Menschen bezüglich der Gesundheit, der Fitness und dem Berufsleben erläutert. Anschließend folgt die Beschreibung des wirtschaftlichen Nutzens in der Gesundheits- und Fitnessbranche, sowie in der Berufswelt.

2.1. Selbstoptimierung des Menschen

Die Selbstoptimierung als Chance für ein strukturierteres Leben in den Bereichen der Gesundheit, der Fitness und des Berufslebens wird durch die neue Technologie gegeben. Der Mensch kann das Optimum seiner Taten erreichen. Zunächst wird ein Überblick zum Self-Tracking im Hinblick auf die Gesundheit gegeben.

2.1.1. Gesundheit

Im Gesundheits- und Fitnessbereich liegt das größte Interesse der Selbstoptimierung (siehe Abbildung eins20 ).

Mit dem Slogan „Denn nur was man messen kann, kann man verbessern!“21 wirbt die Firma Biotrakr auf ihrer Internetseite. Diese versendet Teststreifen an ihre Kunden zur Bestimmung von Vitamin- und Blutwerten. Die nach Rücksendung ausgewerteten Ergebnisse bezüglich Überschuss oder Mangel stehen online zur Verfügung und können durch Einnahme von zusätzlichen Präparaten behoben werden. Ergänzend hierzu liegen dem Benutzer über ein elektronisch einsehbares Buch regelmäßige Beratungen und Tipps zur physischen und psychischen Leistungssteigerung vor.22

Auch zur Optimierung des Schlafes existieren Hilfestellungen. Anhand eines entsprechenden Stirnbandes lassen sich Zeiten der Ruhe- oder Tiefschlafphase aufzeichnen. Anschließend werden die an ein entsprechendes Gerät übermittelten Zahlen in eine Tabelle übertragen. Durch ärztliche Einschätzung ist unterstützende Hilfe zur Schlafoptimierung geboten.23

Der Mensch verfolgt stetig die permanent aufgezeichneten Daten zu seinen Handlungen. Infolge der Rückkopplung dieser Werte steigert sich das Bewusstsein bezüglich seines physischen Zustandes. Empfindungen zu Bewegungsabläufen nehmen vermehrt zu. Die Selbstoptimierung erfolgt.24 Die Weight Watchers GmbH wirbt mit ihrem Online Programm für den selben Prozess. Über eine App erhält man Tipps zu Einkäufen, Gesundheit und dem richtigen Zeitmanagement. Von der Firma entwickelte Angebote in Lebensmittelgeschäften und gezielte Online Beratung erleichtern dem Teilnehmer die Durchführung des Programms für ein besseres Gesundheitsbewusstsein. Nebenbei erfolgt der digitale oder persönliche Austausch mit anderen Teilnehmern. Bereits erfolgreich absolvierte Pläne von Weight Watchers Kunden können eingesehen und mit eigenen Zahlen verglichen werden. Durch diesen permanenten Informationsfluss mithilfe der verwendeten App entsteht eine deutliche Motivationssteigerung.25

Gesundheitspläne ähnlicher Art existieren nicht nur von der Weight Watchers GmbH. Der Mensch kann sich Ziele setzen und mithilfe permanenter Aufzeichnung und Rückkopplung diese erfolgreich verfolgen. So ein Beispiel eines 31 Jahre alten Mannes, der mithilfe eines Schrittzählers und der dazu passenden App ein konkretes Ziel zur Gewichtsreduzierung umsetzt. Täglich, wöchentlich und monatlich zu erreichende Werte sind in der App gespeichert. Der Schrittzähler synchronisiert die aktiven Minuten auf das Smartphone, während die restlichen Daten zum Essverhalten vom Benutzer selbst eingetragen werden. Scheint er das zu erreichende Ergebnis aufgrund ungesunder Ernährungsweisen oder zu wenig Bewegung nicht richtig zu verfolgen, so weist ihn die App durch Signale darauf hin.26

Ärztliche Behandlungen, vor allem bei permanent schwer erkrankten Menschen, lassen sich unter gezieltem Self-Tracking -Einsatz erleichtern.27

Die folgende Abbildung zeigt eine Studie des Unternehmens Splendid Research, in der das Interesse der Deutschen „rund um das Thema elektronische Gesundheitsakte“ untersucht wird.28 Dabei wurden 1023 Personen, im Alter von 18 bis 69 Jahren befragt.

Hinsichtlich der Gesundheit lässt sich aus der Studie schließen, dass 20 Prozent der Deutschen eine spezialisierte App nutzen und drei Prozent die elektronische Gesundheitsakte. Interesse an jener online abrufbaren Datenbank besteht jedoch bei bereits über 50 Prozent der Befragten. Zehn Prozent lehnen diese ab.

Für 65 Prozent ist die permanente Auskunft aus den ärztlichen Akten von Bedeutung. Diese Menschen erhoffen sich dadurch eine verbesserte Zusammenarbeit fachkundiger Meinungen.29

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Elektronische Gesundheitsakte

(Quelle: Splendid Research [2017], o.S.)

2.1.2. Fitness

Die zwei Bereiche der Gesundheit und Fitness verstehen sich als ineinandergreifendes System. Dieses System erfährt der Mensch auch durch das Programm der Weight Watchers GmbH. Ein Wechselspiel aus speziellen Ernährungsplänen und der Beratung zur optimalen Bewegung im Alltag ermöglicht dies. Vitalität gewinnt der Körper durch die optimale Ernährung. Aufbauend auf diesem Vitalitätsgefühl folgt die Motivation und Freude zur Fitness.30

Motivation kann auch über die Internetplattform der App Runtastic erfolgen. In Echtzeit werden die Daten synchronisiert und können von anderen Benutzern eingesehen und bewertet werden. Die App übermittelt die Rezensionen direkt an den Sportler und helfen so bei der Motivationssteigerung. Runtastic bietet eine große Auswahl an Plänen, die den Umfang der sportlichen Betätigung, wie auch Schlaf-, Ernährungs- oder Pulsdaten umfassen. Aufzeichnungen zum Laufen, Radfahren, aber auch zum Training im Büro oder Zuhause sind möglich. Nach Ausführung der Aktivitäten folgt eine Analyse und Zusammenfassung in Diagrammen. Dies erleichtert es dem Nutzer frühere Trainingseinheiten mit aktuellen zu vergleichen und sich zukünftige Ziele zu setzen. Diese können auch in den zur Verfügung stehenden Plänen und Videos verfolgt werden. Neue Anreize und Motivationssteigerungen werden durch den permanenten Datenabgleich mit anderen Nutzern gegeben. Daraus entwickelt sich eine Intensivierung der Leistung und Fitness.31

Runtastic ist laut einer Studie aus dem Jahr 2017 des Forschungsinstituts YouGov die am meist verwendete App zum Self-Tracking bei sportlichen Betätigungen.

Die Selbstvermessung ist für viele kein neu aufkommender Trend. Der Unterschied zur Vergangenheit besteht darin, dass es die neuen Technologien ermöglichen, sportbezogene Werte automatisch abzuspeichern und zu einer Analyse zusammenzufassen. Dies wurde zuvor auch schon per Hand niedergeschrieben.32 Es war allerdings keine Möglichkeit geboten, spezialisierte Daten, wie Lungenvolumen oder Schrittanzahl zu messen. Zu diesen für den Menschen nicht offen einsehbaren körperlichen Werten geben Smart Wearables Hilfestellung und Einblick.

Die zur Verfügung stehenden Fitnesspläne verschiedener Hersteller dienen den Nutzern von Self-Trackern als Herausforderung. Indem sie ihre eigene Leistung an diese Vorgaben anpassen wollen, erfolgt eine stärkere Ausschöpfung der möglichen Kräfte und eine Steigerung der Bewegungsabläufe.33

Selbstoptimierer können eine Steigerung im Sport, sowie auch im Beruf erleben.

Im folgenden Punkt werden die Chancen im Hinblick auf die Arbeitswelt erläutert.

2.1.3. Berufsleben

Eine Forschung der Firma Tractica hat ergeben, dass der weltweite Einsatz von Smart Wearables am Arbeitsplatz bis zum Jahre 2020 die Grenze von 75 Millionen übersteigt.34

Sobald eine bestimmte Anzahl von Schritten am Arbeitsplatz erreicht wurde, können diese in Punkte umgewandelt und zu einem guten Zweck oder zum eigenen Bedarf von Dienstleistungen genutzt werden.35 Eine Rangliste der beteiligten Mitarbeiter fördert die Kommunikation und Motivation, was ein verbessertes Arbeitsklima mit sich bringt. Gesteigerte körperliche Aktivität begünstigt die Gesundheit und beugt Krankheiten vor.

Mithilfe von Smart Glasses können dem Arbeitnehmer Unterweisungen direkt zugetragen werden36, wodurch unnötige Arbeitswege erspart bleiben. Psychische Belastungen mit weitreichenden Folgen wie Burnout lassen sich verhindern.37

Anwendungen wie RescueTime helfen zuhause sowie auch am Arbeitsplatz bei einem verbesserten Zeitmanagement. Konkrete tägliche Vorsätze können festgelegt werden. Scheinen diese zu hoch gesetzt, so reagiert das Programm mittels bestimmter Signaltöne. Mitteilungen dieser Art erfolgen auch sobald unklar ist welche Tätigkeiten der Arbeitnehmer in einem bestimmten Zeitraum ausführt. Werden die gesetzten Vorhaben erreicht, gibt es Punkteskalen oder Belohnungen, welche zur Produktivitätssteigerung der Mitarbeiter beitragen. Von dem Programm erstellte Tabellen zeigen am Ende des Tages die genauen Minuten und Stunden zum Arbeitsablauf.

Eine erneute Zielsetzung ist möglich. Dies führt zu einer effizienteren und produktiveren Ausführung der gestellten Aufgaben. Die bereits absolvierten Zeiten kann man mit der RescueTime Premium Mitgliedschaft unbegrenzt einsehen und reflektieren. Selbstoptimierung am Arbeitsplatz geschieht.38

2.2. Ökonomischer Nutzen

Im Anschluss an die positiven Auswirkungen für den Menschen wird der Nutzen für die Wirtschaft beschrieben. Dabei werden zuerst die gewinnbringenden Aspekte für die Gesundheits- und Fitnessbranche und abschließend die der Berufswelt erläutert.

2.2.1. Gesundheitsbranche

Die Gesundheitsbranche kann durch den Self-Tracking Trend einen starken Nutzen erfahren. Dies betrifft vor allem Krankenkassen und Versicherungen.

Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigt, dass 21 Prozent der Deutschen dazu bereit sind, private Werte aus dem Alltagsleben an Versicherungen weiterzugeben, wenn dies einen verbesserten Tarif zur Folge hat. Aus Unternehmersicht ist es dabei wichtig, den Kunden spezielle Empfehlungen auszusprechen und Sicherheit für die persönlichen Daten zu garantieren.39

Bei Datenfreigabe versprechen Versicherungen ihren Kunden individuelle Tarife oder Zuzahlungen beim Kauf von Fitnessarmbändern.40

Die Versicherung Barmer bietet ihren Kunden verschiedene Apps zur Vorbeugung, Information oder im Notfall an. Dieses Angebot der Barmer beruht auf einem Verhältnis der Gegenseitigkeit. Der Versicherte kann die App nutzen und im Gegenzug liefert dieser seine täglichen Gesundheitswerte an die Krankenkasse.41

Nach dem gleichen Prinzip entwickelt die Versicherung Generali ein Produkt für deren Kunden. Mit vergünstigten Programmen, Bonusheften und Aufmerksamkeiten wirbt das Unternehmen. Nach Gesundheitsbewusstsein der Versicherten werden diese eingestuft und können so von den Zulagen profitieren. Je gesünder die Lebensweise und der körperliche Zustand, desto rentabler der Versicherungsvertrag.42

[...]


1 Seitz [2012], o.S., zitiert nach Zukunftinstitut [2016], o.S.

2 Vgl. Selke [2016], S.3.

3 Vgl. Friedrichs [2013], o.S.

4 Vgl. Wienecke [2015], o.S.

5 Vgl. Bastian/Horx [2016], o.S.

6 Vgl. Gabbert [2016], o.S.

7 Vgl. Wolf [2011], o.S.

8 Vgl. Goethe Zeit Online [o. J.], o.S., zitiert nach Friedrichs [2013], o.S.

9 Vgl. Jefferson Zeit Online [o.J.], o.S., zitiert nach Friedrichs [2013], o.S.

10 Vgl. Selke [2010], S.107 f., zitiert nach Selke [2016], S.3.

11 Schaupp [2016], S.112.

12 Vgl. Bothun/Liebermann [2016], S. 3.

13 Vgl. Fitbit [2018], o.S.

14 Vgl. Hexoskin [2018], o.S.

15 Vgl. Electricfoxy [2015], o.S.

16 Vgl. Samsung [2018], o.S.

17 Vgl. Wearvision [2016], o.S.

18 Vgl. GoPro [2018], o.S.

19 Vgl. Bothun/Liebeman [2016], S.3.

20 Vgl. Bothun/Liebeman [2016], S.3.

21 Biotrakr [2017], o.S.

22 Vgl. Biotrark [2017], o.S.

23 Vgl. Geberit [2013], o.S., zitiert nach Zukunftsinstitut [2013], o.S.

24 Vgl. Huber [2015], o.S.

25 Vgl. Weight Watchers [2018], o.S.

26 Vgl. Friedrichs [2013], o.S.

27 Vgl. Intersoft Consulting Service AG [2012], o.S.

28 Splendid Research [2017], o.S.

29 Vgl. Splendid Research [2017], o.S.

30 Vgl. Weight Watchers [2018], o.S.

31 Vgl. Runtastic [2018], o.S.

32 Vgl. YouGov [2017], o.S., zitiert nach Buckstegen [2017], o.S.

33 Vgl. Wolf [2010], o.S.

34 Vgl. Tractica [2015], o.S., zitiert nach Bothun/Lieberman [2016], S.7.

35 Vgl. WatchReport [2015], o.S., zitiert nach Bothun/Liebermann [2016], S.7.

36 Vgl. Tech Times [2015], o.S., zitiert nach Bothun/Liebermann [2016], S.7.

37 Vgl. Bothun/Liebermann [2016], S.7.

38 Vgl. RescueTime [o.J.], o.S.

39 Vgl. YouGov [2017], o.S., zitiert nach Buckstegen [2017], o.S.

40 Vgl. Wienecke [2015], o.S.

41 Vgl. Barmer [2018], o.S.

42 Vgl. Gröger [2014], o.S.

Details

Seiten
26
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668958753
ISBN (Buch)
9783668958760
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v490294
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius München
Note
1,0
Schlagworte
self-tracking trend wirtschaftliche chance risiko

Autor

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Titel: Der Self-Tracking Trend.Wirtschaftliche Chance oder ökonomisches Risiko?