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Das globalisierte Altern

Ursachen und Folgen der demographischen Entwicklung am Beispiel Deutschlands

Hausarbeit 2005 33 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Demographische Entwicklung in Deutschland
2.1 Was ist Demographie
2.2 Methoden der Demographie
2.3 Zuverlässigkeit demographischer Prognosen
2.4 Bevölkerungsstruktur
2.5 Geburtenrate
2.5.1 Ursachen für den Rückgang der Geburtenrate
2.5.2 Folgen der konstant niedrigen Geburtenrate
2.6 Lebenserwartung
2.6.1 Ursachen für die steigende Lebenserwartung
2.6.2 Folgen der höheren Lebenserwartung
2.7 Migration
2.7.1 Ursachen für Migration
2.7.2 Folgen der Migration
2.8 Bevölkerung bis 2050
2.9 Vor- und Nachteile der Überalterung
2.9.1 Konsumverhalten der neuen Alten
2.9.2 Erfahrungspotenzial wichtig für nachfolgende Generationen
2.9.3 Ehrenamtliches Engagement der älteren Generation
2.9.4 Die neuen Alten sind gesünder und länger produktiv
2.9.5 Sinkende Renten
2.9.6 Steigende Sozialabgaben
2.9.7 Abwanderung der jungen Bevölkerung
2.9.8 Überfüllte Altenheime
2.9.9 Veränderte Infrastruktur
2.9.10 Steigende Kosten für das Gesundheitswesen

3. Konsequenzen für Politik, Handel und Medien, Arbeitsmarkt und Gesellschaft
3.1 Politik
3.2 Handel und Medien
3.3 Arbeitsmarkt
3.4 Gesellschaft

4. Schlussfolgerung.

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Altersaufbau 2001 in Deutschland..

Abbildung 2: Durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland..

Abbildung 3: Altersaufbau in Deutschland im Jahr

Abbildung 4: Entwicklung des Altenquotienten bis 2050 in Deutschland.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Zusammengefasste Geburtenziffer für Deutschland 1990-2000

Tabelle 2: Saldo der Wanderung über die Grenzen Deutschlands

1. Einleitung

Seit einigen Jahren ist das Interesse an der demographischen Entwicklung in Deutschland um ein Vielfaches gestiegen

Dabei werden Meldungen von der schrumpfenden Zahl der Bevölkerung mit unterschiedlichen Auffassungen kommentiert.

Auf der einen Seite herrscht die Meinung vor, dass sich mit dem Rückgang der Bevölkerungszahlen das Problem der Massenarbeitslosigkeit und der Umweltbelastungen verringern wird, auf der anderen Seite geht der Bevölkerungsrückgang aber auch mit einer Vergreisung einher, die dazu führt, dass der Anteil an alten Menschen in Deutschland immer weiter zunimmt und so dazu beiträgt, dass immer weniger Berufstätige dieser Masse an Alten gegenüberstehen.

Dieser Wandel in der Gesellschaft vollzieht sich sehr leise und schleichend. Auch ist der Grund dafür weder ein Krieg, noch eine Hungersnot oder eine Epidemie.

Mit dem Hintergrundwissen um die deutsche Geschichte mit ihren Gräueltaten während des Nationalsozialismus hatte man lange vielleicht auch nicht den Mut sich näher gehend mit der Demographie zu befassen, doch angesichts leerer Renten- und Pflegekassen kann sich Deutschland keine weitere Ignoranz erlauben in Bezug auf die demographische Entwicklung.

2. Demographische Entwicklung in Deutschland

2.1. Was ist Demographie

Demographie, auch Bevölkerungslehre genannt, ist eine Wissenschaft, die sich mit der menschlichen Bevölkerung befasst. Untersucht werden dabei die Ursachen und Folgen von Bevölkerungsveränderungen.

Gegenstand der Demographie sind unter anderem die Bevölkerungsstruktur in Bezug auf Alter, Geschlecht, Nationalität, Haushaltsstruktur, Lebendgeburten, Lebenserwartung usw. ebenso wie die Bevölkerungsbewegung.(Vgl. Knaurs Lexikon 1974, S.1170) Es gibt hier noch viele weitere Aspekte, die in dieser Arbeit jedoch nicht näher betrachtet werden sollen.

2.2. Methoden der Demographie

Die Demographie verwertet zur Erstellung ihrer Prognosen statistisch erhobene Daten oder auch Daten aus Volkszählungen. Dabei werden für die Bevölkerungsvorausberechnung stets Annahmen zu Grunde gelegt für die Entwicklung von Geburten-, Sterbe- und Migrationsrate.

Man unterscheidet hier die Bevölkerungsprojektion, die Bevölkerungsprognose und die Modellrechnung, je nach Annahme für die kommende Entwicklung.

Bei der Bevölkerungsprojektion werden unterschiedliche Annahmen formuliert (z. B. eine niedrige, mittlere und hohe Geburtenrate). Bei der Bevölkerungsprognose wird aus den verschiedenen Annahmen die ausgewählt, die mit der größten Wahrscheinlichkeit eintreffen wird. Bei der Modellrechnung werden Annahmen beliebig formuliert. „Ein Beispiel solcher Modellrechnungen sind die so genannten ,probabilistischen Bevölkerungsvorausberechnungen’, […]“(Birg

2001, S. 88) Hier werden verschiedene Annahmen mittels Computer blind vorgenommen und aus diesen Ergebnissen wird ein Durchschnittswert ermittelt.

2.3. Zuverlässigkeit demographischer Prognosen

Rückblickend kann man sagen, dass vor einigen Jahren getroffene Prognosen relativ genau waren. So z. B. auch die Bevölkerungsprojektion der Vereinten Nationen für die Weltbevölkerung bis 2000 aus dem Jahr 1958. „ Das Ergebnis war 6267 Mio. […] Die Differenz […] beträgt 3,5%.“ (Birg 2001; S. 89)

Ähnlich ist es bei einer Bevölkerungsvorausberechnung für die ehemalige Bundesrepublik Deutschland. Hier ist die Differenz mit 1,2% noch geringer und das obwohl bei der Betrachtung eines einzelnen Landes aufgrund der Migration die Gefahr einer Fehleinschätzung größer ist.

2.4 Bevölkerungsstruktur

Insgesamt lebten im Jahr 2004 82.500.894 Menschen in Deutschland.

Davon waren 20,3% jünger als 20 Jahre. 26,5% waren im Alter von 20 bis unter 40 Jahre, 28,3% im Alter von 40 bis unter 60 Jahre, 20,6% im Alter von 60 bis unter 80 Jahre und 4,3% über 80 Jahre alt.

Der Anteil von Frauen war etwas höher als der Anteil der Männer.

Es wurden 705.622 Kinder geboren und es starben 818271 Personen, wodurch es 2004 zu einem Sterbeüberschuss von 112.649 Menschen kam, also mehr Gestorbene als Geborene. Ein Trend der so seit 1972 zu beobachten ist.

Allerdings gab es mehr Zuzüge aus dem Ausland zu verzeichnen als Fortzüge aus Deutschland. Im Jahr 2004 zogen insgesamt 780.175 Menschen aus dem Ausland

nach Deutschland und 697.632 Menschen haben Deutschland den Rücken gekehrt und sind ins Ausland gezogen.

Es sind also 82.543 Menschen mehr zugezogen als weggezogen, was aber nicht ausreichend ist, um den Sterbeüberschuss des gleichen Jahres auszugleichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Altersaufbau 2001 in Deutschland (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Die Abbildung zeigt die Alterstruktur in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2001. Hier zeigt sich schon sehr deutlich, dass sich die klassische Alterspyramide, wie sie noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand, deutlich verschoben hat und nun mehr einem Tannenbaum gleicht als einer Pyramide. Wie später noch gezeigt wird, wird sich dieses Bild noch stark verändern zu Gunsten der älteren Bevölkerung.

2.5 Geburtenrate

In den letzten 100 Jahren ist die Geburtenrate deutlich gesunken. Sie wird statistisch ausgedrückt mit der zusammengefassten Geburtenziffer, die die durchschnittliche Kinderzahl angibt, die eine Frau hätte, wenn die Bedingungen des zu betrachtenden Jahres für die Zeit vom 15. bis zum 49. Lebensjahr der Frau gleich bleibend wären. (Vgl. 10. koordinierte Bevölkerungsberechnung 2003, S. 52) Der weltweite Durchschnitt liegt bei 2,4 Lebendgeborenen pro Frau. In Deutschland hingegen ist der Durchschnitt mittlerweile auf 1,4 gesunken und liegt somit unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1. Das bedeutet, dass jede Frau mindesten 2,1 Kinder bekommen müsste, damit die eigene Generation zahlenmäßig voll ersetzt würde. (Vgl. Roloff 2003; S. 13)

Die nachfolgende Tabelle gibt Aufschluss über die zusammengefasste Geburtenziffer in den Jahren 1990 bis 2000.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.1: Zusammengefasste Geburtenziffer für Deutschland 1990 – 2000 (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Zu Beginn der 60er Jahre lag die Geburtenziffer bei 2,5 Kindern pro Frau. Sie ist seitdem kontinuierlich gesunken.

In den letzten Jahren ist die Ziffer bei 1,4 stabil geblieben.

2.5.1 Ursachen für den Geburtenrückgang

In Deutschland hat sich bei den Einstellungen der Menschen viel getan in Bezug auf Familie und Ehe. Auch die Rolle der Frau ist eine andere geworden. All das hat Einfluss auf den Kinderwunsch. (Vgl. Sinn 2004, S.67)

Der Geburtenrückgang beginnt bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts. „In Deutschland spielte dabei die Einführung der modernen Sozialversicherung in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle.“ (Birg 2005, S. 45) Seit 1883 gab es eine Krankenversicherung für Arbeiter, die Unfallversicherung folgte 1884 und 1889 kam eine Invaliditäts- und Altersversicherung hinzu. Das System wurde in den Jahren danach immer weiter spezifiziert und ausgedehnt.

Die Geburtenrate in Deutschland hatte unter diesem Umstand zu leiden. Denn die persönlichen Gefahren des alltäglichen Lebens wie Krankheit oder Tod des Ehepartners stellten nun nicht mehr eine so große Gefahr dar wie noch zuvor. Denn die finanziellen Einbußen, die zuvor die Familie ausgleichen musste wurden ab sofort durch die Gemeinschaft der Versicherten getragen. Somit war es nicht mehr notwendig, eine große Familie z. B. zur Absicherung im Alter im Hintergrund zu wissen.

Natürlich spielen auch noch andere Aspekte eine Rolle. So haben die beiden Weltkriege ebenso wie die Weltwirtschaftskrise zum Rückgang der Geburtenziffer beigetragen.

Ebenfalls muss die veränderte Rolle der Frau Beachtung finden. Denn seit dem Ende der 60er Jahre haben zunehmend mehr Frauen Orientierung im Berufsleben gesucht und somit hat sich oftmals die Geburt des ersten Kindes verzögert und dazu geführt, dass der Wunsch nach weiteren Kindern nicht realisiert wurde aufgrund des zunehmenden Alters der Frauen. Teilweise ist es in solchen Fällen zu ungewollter Kinderlosigkeit gekommen.

Von vielen Frauen wurde diese aber auch ganz bewusst eingeplant. „Demographen gehen davon aus, dass wahrscheinlich fast 30% der 1966 in Westdeutschland geborenen Frauen kinderlos bleiben. Bei den 1966 in der ehemaligen DDR geborenen Frauen wird mit über einem Viertel kinderlos Bleibender gerechnet.“ (Roloff 2003, S. 14)

Ende der 60er Jahre wurde der Schwangerschaftsabbruch deutlich liberaler gehandhabt als zuvor und Anfang der 70er Jahre kam die Anti-Baby-Pille auf den Markt, was ebenfalls zu einem weiteren Rückgang der Geburten führte.

Ein weiteres Problem in Deutschland ist das mangelhafte Vorhandensein von Kindergartenplätzen und Ganztagsschulen. So „werden in Deutschland junge Frauen vor die schwierige Entscheidung gestellt, entweder ihren Beruf auszuüben oder Kinder großzuziehen.“ (Sinn 2004, S. 72) Viele entscheiden sich für den Beruf und gegen Kinder.

2.5.2 Folgen der konstant niedrigen Geburtenrate

Die konstant niedrige Geburtenrate von 1,4 Lebendgeborenen je Frau führt dazu, dass die vorhandene Generation nicht vollständig ersetzt werden kann. Dies wird dazu führen, dass in Zukunft die Jahrgänge der Mädchen zahlenmäßig geringer sein werden als die ihrer Mütter. (Vgl. 10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung 2003, S. 28) Bleibt bei diesen die Zahl der Geburten ebenfalls konstant bei 1,4 Kindern, so entsteht eine Spirale. Immer weniger potenzielle Mütter werden geboren, die ihrerseits wieder Kinder bekommen könnten.

Die Folge ist somit eine schrumpfende Gesellschaft, in der immer weniger junge Menschen leben.

[...]

Details

Seiten
33
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638455190
ISBN (Buch)
9783638660112
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v48954
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,0
Schlagworte
Altern Wissenschaftliches Arbeiten

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