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Digitalisierung im Tourismus. Der Einfluss von Social Media auf touristische Destinationen

Seminararbeit 2017 22 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Fremdenverkehrsgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.inleitung

2. Das Web 2.0.m Tourismuskontext

3. Die Evolution des Tourismus 2.0
3.1.erkömmliche Informationsquellen
3.2.ntwicklung des Online-Tourismus
3.3.er „Neue Tourist“

4. Social Media im Tourismus
4.1.egriffsbestimmung Social Media
4.2.er Einfluss sozialer Netzwerke und Reise-Communities auf den Tourismus
4.3.estinationsmarketing durch Social Media
4.3.1.hancen und Möglichkeiten von Social Media im Tourismus
4.3.2.achteile: Der virtuelle Druck
4.4.est Practice Beispiel: Cape Town Tourism

5. Ausblick: Tourismus 3.0

6. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abbildung. 1: Nutzung des mobilen Internet bei Reisen

Abbildung 2: Startseite der Geo-Reisecommunity

Abbildung 3: I love Cape Town Facebook-Seite

1. Einleitung

Information is the lifeblood of tourism1

Seit mehr als 20.ahren hat sich das World Wide Web mittlerweile in unserer Gesellschaft etabliert und damit auch unsere Kommunikations- und Informationsgewohnheiten grundlegend verändert. Während private oder berufliche Gespräche zuvor persönlich stattfanden, nutzt man heutzutage Smartphones und Apps, Fotoplattformen oder Social-Network-Seiten wie Instagram und Facebook, um sich auszutauschen und Informationen über seine Mitmenschen zu empfangen. Mit einem Klick erhält man zahlreiche Auskünfte zu allen möglichen Wissensfragen und kann auch den Einkauf von zuhause aus einfach und bequem regeln. Während man im Web 1.0.ediglich auf Informationen zugreifen konnte, wurde das Web 2.0.ittlerweile zu einer Art „Mitmach-Web“, in dem User ihre eigenen Informationen auch für andere bereitstellen können. Somit hat sich der Internutzer regelrecht von einem Konsumenten zu einem Prosumenten weiterentwickelt.2 Dieses breite Spektrum an Möglichkeiten hat auch die Tourismusbranche seit einiger Zeit für sich erkannt. Diverse Tourismusunternehmen profitieren bereits von den zahlreichen Möglichkeiten des Internets und generieren so ein deutliches Plus an Kunden. Besonders Internetblogs, Social Communitys oder Buchungs- und Bewertungsplattformen orientieren sich an den Bedürfnissen ihrer Kundschaft und steigern ihre Verkaufszahlen somit um ein Vielfaches. Dadurch haben sich nicht nur die Informations- sondern auch Kommunikationsgewohnheiten zwischen den Reisenden und den Reiseanbietern entscheidend gewandelt. Nicht nur vor, sondern auch während des Urlaubs spielen heutzutage Erfahrungen, Fotos und Bewertungen von Nutzern eine wichtige Rolle.3 Die Potenziale des Web 2.0.erden jedoch noch nicht von allen Urlaubsdestinationen als hilfreich angesehen. Viele Destinationen stehen unter einem virtuellen Druck, obgleich vor allem strukturschwache Regionen die Chancen des Internets für sich nutzen sollten. Ein wichtiges Instrument sind dabei Social Media, welche die Einzigartigkeit und Attraktivität einer Destination einem großen Publikum und auch bestimmten Zielgruppen zugänglich machen können.

Ziel dieser Arbeit ist es, aufgrund theoretischer Ausgangspunkte und dem nachfolgenden Fallbeispiel die Frage zu untersuchen, ob touristische Destinationen den sozialen Medien gegenüber skeptisch bleiben oder diese für ihr Destinationsmarketing zukünftig nutzen sollten.4

2. Das Web 2.0.m Tourismuskontext

Die Globalisierung der Tourismusindustrie wird stetig vorangetrieben, was wiederum eine Zunahme der Digitalisierung im Tourismus mit sich bringt.5 Zwar bleibt die persönliche Beratung im Reisebüro zusammen mit der Pauschalreise als Organisationsform nach wie vor die beliebteste Buchungsart, jedoch beobachtet man nun seit einiger Zeit bereits einen Strukturwandel in Bezug auf Unterkunftsanbieter, Einzelbuchungen sowie Internetportale. Dies liegt an der stetigen Zunahme von Onlinebuchungen: Im Jahr 2015.tieg die Zahl der Buchungen im Internet auf 36.rozent an – 25.rozent mehr als beispielsweise noch im Jahr 2005. Laut der FUR Reiseanalyse 2016.ird die Mehrheit aller Onlinebuchungen bereits vor 2020.eneriert.6

Dank des Web 2.0.ls Kommunikationsmedium wurde sowohl für Kunden als auch für Unternehmen eine neue Art von Interaktion ermöglicht – dieses Potenzial erkennen inzwischen auch Tourismusanbieter und erneuern ihre Internetseiten folglich rundum. Man weiß die Chancen des Internets zu nutzen und versucht, eine weitaus größere Zielgruppe zu erreichen, indem man nicht mehr nur auf herkömmliche Werbung setzt, sondern Kunden gezielt „an wichtigen Entscheidungen teilhaben“7 lässt. Die Meinung der Reisenden wird für die Tourismusbranche immer bedeutender und viele Nutzer verlassen sich längst nicht mehr auf möglichst authentische Werbemaßnahmen, sondern holen vermehrt den Rat ihrer sozialen Kontakte ein. Die Touristen entscheiden, welche Sehenswürdigkeiten, Reiseziele, Restaurants, etc. sehenswert sind und besprechen dies mit anderen Freunden oder Bekannten. Dementsprechend ist es besonders für Reiseanbieter von existenzieller Bedeutung, mit ihren Kunden mittels Internet in Kontakt zu treten und die Möglichkeiten des „Tourismus 2.0“ zu nutzen.8

„Die Nutzung des mobilen Internets wird immer wichtiger für die Reisebranche: Von den 40,5.i o. Reisenden mit mobilem Internetzugang informieren sich 44% vor der Reise über das mobile Internet, unterwegs sind es 32%. Die Nutzung des mobilen Internet zur Buchung von Reiseleistungen ist im Vergleich zur Information noch nicht so stark ausgeprägt: 15% buchen vor der Reise mobil, 6% unterwegs.“ 9 ( siehe Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Nutzung des mobilen Internet bei Reisen. Quelle: Reiseanalyse 2013.nd 2017, FUR

3. Die Evolution des Tourismus 2.0

3.1.erkömmliche Informationsquellen

Um sich über eine Reise zu informieren, kann man unzählig verschiedene Informationsquellen zu Rate ziehen. Zu den traditionellen Quellen gehören dabei sämtliche Informationsmittel, die man vor der Einführung der Neuen Medien nutzte, wie beispielweise Reisebüros, Reisekataloge von Reiseveranstaltern, Reiseführer, Berichte von Verwandten / Bekannten, Werbungen in Zeitschriften und vieles mehr. Diese Informationsquellen sind für viele Teilentscheidungen vor der Urlaubsreise von großer Bedeutung und beeinflussen die Reiseentscheidung als Vermittler zwischen Angebot und Nachfrage nachhaltig. Besonders Berichte von Freunden und Verwandten sind dabei hilfreich, da diese als wesentlich authentischer empfunden werden. Da man das Internet damals nur selten zur Informationssuche im Rahmen der Urlaubsplanung nutzte, spielen die Informationen der Tourismusanbieter eine große Rolle für Touristen.10 Doch mit der Entwicklung des Internets entstanden viele zusätzliche Informationsquellen, die den Reiseinteressenten kostenlos und ohne größeren Aufwand zur Verfügung stehen und so das Entscheidungsverhalten von Touristen beträchtlich veränderten.11

3.2.ntwicklung des Online-Tourismus

Die Zahl der Internetnutzer hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als vervierfacht. Wir surfen im Internet, kaufen ein, tauschen Informationen aus und vernetzen uns gegenseitig. Man stellt private Reisefotos in Instagram, teilt seinen aktuellen Status auf Facebook mit oder konsumiert Videos auf YouTube. Diese Neuerungen zeigen die Entwicklung der Technologie besonders am Beispiel des Tourismus. Die Digitalisierung hat sich sozusagen „von einem räumlich begrenzten zu einem global wirksamen Phänomen entwickelt“12. Neben Reise- und Buchungsplattformen steht der Reisende auch während des Urlaubs meist mit digitalen Medien in Verbindung und kann sich über Reisedetails informieren und im Nachhinein auch das Ganze reflektieren.

Laut Florian Bauhuber und Bastian Hiller (2016) haben die drei Entwicklungen Social Web, Internet und mobile Technologien die Tourismusbranche in zehn Phasen wesentlich gewandelt.13 Demnach entstanden ab 1999.it der Gründung von HolidayCheck und Tripadvisor die ersten Reise-Bewertungsportale, welche touristische Dienstleistungen an einem digitalen Ort ermöglichten und damit auch Buchungsinformationen aus Gastperspektive anboten. So könnte man hier beispielsweise von einer „elektronischen Mund-zu-Mund- Kommunikation im Reiseentscheidungsprozess“14 sprechen. Durch diese Entwicklung haben sich folglich auch Reiseentscheidungen grundlegend verändert.

Ab dem Jahr 2001.ntstanden daraufhin sogenannte digitale Content-Plattformen. Mit dem Ausbau der Bandbreiten konnte man von diesem Zeitpunkt an Videos und Bilder deutlich schneller und einfacher versenden und online stellen. Dabei entstanden gleichzeitig Foto- und Videoplattformen wie Flickr, Twitpic oder Instagram, die nach wie vor trotz steigender Konkurrenz weiter wachsen und von vielen für die Weitergabe von Reiseerlebnissen genutzt werden. Mit der Einführung der beliebten Content-Plattform YouTube war es nach 2005.ür viele Internetnutzer möglich, sich für den nächsten Urlaub inspirieren zu lassen und ihre virtuellen Urlaubseindrücke mit anderen zu teilen.15 Es entstanden moderne, „imaginative Geographien von Reisezielen […] abseits der Hoheit klassischer Medien wie Reiseführer, Hotelkataloge und Imagebroschüren“16. Diese neue digitale Massenware steht mittlerweile sowohl Touristen als auch Tourismusanbietern zur Verfügung und wird mit steigender Tendenz verwendet.

Nachdem im Jahr 2003.ySpace startete, kamen auch die sozialen Netzwerke auf. Diese bestanden zwar bereits in beschränktem Umfang (zum Beispiel Geocities ab 1994), doch erst mit der Plattform Facebook begann ein Jahr später eine neue Ära des Social Networking. Nun konnten Nutzer weltweilt ihre Reiseerlebnisse mit Freunden und Bekannten austauschen und auch touristische Leistungsträger nutzten diesen Weg, um ihre Angebote und Leistungen an den Mann zu bringen. Generell stellt der Punkt Reisen ein zentrales Element im Onlineverhalten von Facebook-Nutzern dar. Des Weiteren erlebten digitale Reiseportale wie Expedia oder Ab- in-den-Urlaub seit 2007.hre Hochphase.17 Demnach werden inzwischen „jede zweite Reise und rund ein Drittel aller Pauschalreisen online gebucht“18 und auch Smartphones spielen eine wichtige Rolle bei der Recherche der Urlaubsinformationen.19 Diese Entwicklung hat jedoch gleichzeitig negative Konsequenzen für Reisebüros im realen Raum.

Ab 2008.ar es für viele digitale „Reiseakteure“ möglich, sich weiter zu vernetzen und auch fremde Inhalte auf der eigenen Homepage einfach zu integrieren.20 Durch diese vermehrte Verteilung von Informationen konnte man nun Inhalte und Identitäten auf verschiedenen Plattformen virtuell zentralisieren und touristischen Akteuren war es damit möglich, soziale Daten von Netzwerken wie Facebook an externe Buchungsportale wie Tripadvisor weiterzuleiten. Dadurch erreichte man eine deutlich höhere persönliche Kundenansprache und konnte das Angebot ebenfalls auf einzelne Zielgruppen anpassen. Um diese Inhalte nicht mehr manuell zu pflegen, entstanden wiederum sogenannte Content-Distributionslösungen für soziale Netzwerke und Plattformen, die sich um die Vielzahl von touristischen Webseiten kümmern.

Mit der Zusammenführung von eigenen Inhalten und Themen aus dem Internet erzielte man ab 2011.ine Verschmelzung von Webseiten und Identitäten. Auf speziellen Plattformen, touristischen Webseiten oder Reiseportalen werden den Internetnutzern so eigens generierte neben fremden Inhalten präsentiert, wodurch ein großer Mix aus verschiedenen Kombinationen von Wissen entsteht. Dadurch verbinden sich die Grenzen zwischen privater und beruflicher Nutzung der touristischen Plattformen miteinander.

Seit 2012.pielten auch die beiden Bereiche Geo-Targeting und Mobilisierung eine große Rolle im Tourismus 2.0. Dank des Smartphones kann man soziale Informationen beispielsweise per GPS-Empfänger in einen räumlichen Kontext stellen und somit als Reisender sozial und räumlich gesonderte Informationen empfangen, die man während des Aufenthalts in einer touristischen Destination nutzen kann. Zudem ist es für den „moderne Tourist“ möglich, zu jeder Zeit und an jedem Ort touristische Dienstleistungen zu suchen und zu bewerten. Daher kann man heutzutage seine Reiseerlebnisse jederzeit über soziale Netzwerke mit Freunden teilen, sich auf Reiseforen über Sehenswürdigkeiten informieren, seine Erfahrungen öffentlich über Blogs oder Bewertungsplattformen weitergeben und sämtliche touristische Inhalte geographisch über das sogenannte Geotagging verorten.21

[...]


1 BUHALIS, 2008, S.409

2 Vgl. BAUHUBER & HOPFINGER, 2016, S. 11

3 Vgl. YAHOO, 2009

4 Vgl. SCHEFFER, 2015, S. 59

5 Vgl. BUHALIS, 2006, S. 59

6 FUR Reiseanalyse, 2016, S.5

7 STRAUB, 2010, S. 30

8 Vgl. ebd., S. 30

9 VIR. Nutzung des mobilen Internet bei Reisen, 2017.Reiseanalyse FUR)

10 Vgl. SPRINGFELD, 2009, S.10-13

11 Vgl. WAGNER, 2010, S.136-139

12 BAUHUBER & HILLER, 2016, S.11

13 Vgl. ebd., S.12

14 BAUHUBER & HILLER, 2016, S. 14

15 Vgl. ebd., S.14

16 Ebd., S. 15

17 Vgl. ebd., S.15

18 TUI & Google, 2016, S.1

19 Vgl. ebd., S.1

20 Vgl. BAUHUBER & HILLER, 2016, S. 15

21 Vgl. BAUHUBER & HILLER, 2016, S.16-17

Details

Seiten
22
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668966574
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v489152
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
1,3
Schlagworte
Tourismus Digitalisierung Social Media Medien Geographie tourism soziale Netzwerke social networks

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