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Strategische Planung im Fall der Übernahme eines Unternehmens

Hausarbeit 2005 26 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufgaben, Ziele und Problemfelder der strategischen Planung

3. Prozesse und Phasen der Übernahme nach Jansen

4. Konzeptionsphase
4.1 Unternehmensanalyse
4.2 Analyse der Umwelt

5. Strategieformulierung
5.1 Strategiealternativen bei Unternehmen und pro und contra
5.2 Strategiealternativen bei Privatpersonen und pro und contra

6. Transaktionsphase

7. Integrationsphase

8. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis und Quellennachweise

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Strategische Planung im Planungssystem

Abb. 2: Dreiphasenschema zum idealtypischen Verlauf einer Akquisition

Abb. 3: Aufriss des Planungsprozesses in Darstellungsform von Steinmann und Schreyögg

Abb. 4: Identifizierung von Aquisitions-Bedarfen

Abb. 5: Möglichkeiten der Unternehmensentwicklung

Abb. 6: Pro und Contra von Unternehmensübernahme und Kooperation

Abb. 7: Pro und Contra von Unternehmensübernahme und Neugründung bei Privatpersonen

Abb. 8: Prozessschritte des Integrationsmanagement

1. Einleitung

Seit einigen Jahren stehen die Unternehmen einer immer komplexeren und sich schneller wandelnden Umwelt gegenüber, in der der Wettbewerbsdruck stetig wächst. Die Frage und Suche nach der idealen Dimension einer Unternehmung ist häufig eine wettbewerbsentscheidende Herausforderung, die enorme Bedeutung für den Erfolg am Markt haben kann. Der Kauf einer Unternehmung ist jedoch ein hochkomplexer Prozess, welcher unbedingt ein konzeptionelles Handeln voraussetzt. Der prozentuale Anteil der nicht erfolgreichen Akquisitionen der in Deutschland bei etwa 37 %[1]liegt, stützt diese Aussage.

Diese Ausarbeitung befasst sich mit der strategischen Planung im Falle der Unternehmensübernahme. Die Begriffe „Strategie“ und „Planung“ sind sehr weitläufig, werden aber von Kreikebaum recht kompakt und für dieses Thema treffend beschrieben:[2]Planungbzw. planen beinhaltet ein Schema zu entwerfen, wie etwas in Zukunft zu tun oder auszuführen ist. Der Gegensatz zum „Planen“ ist „Improvisieren“, was planlosem Handeln entspricht. Hauptmerkmale des Planens sind die geistige Beschäftigung mit der Zukunft, das konkrete Prüfen von alternativen Handlungsmöglichkeiten im Hinblick auf künftige Umweltsituationen und das Auswählen einer Handlungsalternative im Sinne einer Entscheidungsfindung.Strategieist ein Gesamtkonzept zur Erreichung eines oder mehrerer Ziele, das auf längere Zeit ausgelegt ist und aggregierte Größen beinhaltet.

Strategische Planunghat demnach zur Aufgabe die grundsätzliche Entwicklungsrichtung eines Unternehmens mit dem Ziel festzulegen, den langfristigen Erfolg der Tätigkeiten mit Hilfe der Entwicklung von Strategien zu sichern.[3]Die Bedeutung dieses betriebswirtschaftlichen Themas ist aufgrund der ständig wachsenden Zahl von Unternehmensübernahmen, insbesondere auch im internationalen Bereich sehr groß.[4]Die Ursache liegt zum einen in der Tatsache, dass seit längerer Zeit eine Verschiebung des Einflusses der Interessengruppen hin in Richtung Kapitalgeber stattfand, welche auf Wertsteigerung der Unternehmung abzielen[5], zum anderen darin, dass auch mittelständische Unternehmen verstärkt auf Unternehmensakquisition setzen und zahlreiche inhabergeführte Betriebe einen Nachfolger benötigen.[6]

Im Verlauf dieser Arbeit werden zunächst die Aufgaben, Ziele und Problemfelder der strategischen Planung aufgezeigt. Darauf folgend werden in Anlehnung an das Drei-Phasen-Modell von Jansen, welches in Kapitel drei dargestellt wird, die notwendigen Tätigkeiten und Aufgaben im Verlauf einer Übernahme und die damit verbundenen strategischen Planungsaufgaben geschildert. Diese reichen von der strategischen Analyse interner und externer Umweltbedingungen einer Unternehmung über die Strategieformulierung bis zum Vergleich der Alternativen. In zwei kurzen Abschnitten werden die Identifikation geeigneter Unternehmungen und schließlich die Planung des Integrationsprozesses beschrieben. Im Kapitel der Strategieformulierung wird gesondert auf den Fall der Übernahme eines Unternehmens durch eine Privatperson und mögliche Alternativen eingegangen. Es soll ein Überblick über das Vorgehen im Fall der Übernahme eines Unternehmens geschaffen werden, wobei das Hauptaugenmerk auf der ersten Phase, der Analyse- und Konzeptionsphase, und den Vor- und Nachteilen der Strategiealternativen liegt.

2. Aufgaben, Ziele und Problemfelder der strategischen Planung

Aufgabe der strategischen Unternehmensplanung ist es, für das Unternehmen relevante Informationen zu beschaffen, aufzubereiten und aus der Sicht der Entscheidungsträger in einem Entscheidungsmodell abzubilden.[7] Es sollen so verschiedene unternehmensspezifische externe und interne Faktoren erfasst werden um die Situation der Unternehmung abbilden zu können und Maßnahmen planen zu können. Problematisch ist die unendliche Menge an Informationen, von denen in Umwelt- und Unternehmensanalysen nie alle berücksichtigt werden können und somit auch stets unvollständige Informationen für die Planung vorliegen. Man versucht zwar durch Vorselektion der strategisch relevanten Bereiche die Analysen im Umfang zu reduzieren, ohne wichtige Daten zu unterschlagen, jedoch werden immer auch Informationen ausgegrenzt, welche sich im nachhinein als wichtig herausstellen. Strategische Planung reicht im weiteren Sinne von der strategischen Analyse und Prognose über die Strategieformulierung (im engsten Sinne) und Strategiewahl bis hin zur operativen Planung.[8]Im Planungssystem hat sie folgende Stellung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Strategische Planung im Planungssystem[9]

Das Ziel ist stets der Aufbau und Erhalt hinreichend hoher und sicherer zukünftiger Erfolgspotentiale[10], um die Existenz einer Unternehmung und die dauerhafte Erzielung von angemessenen Gewinnen[11]zu sichern. Die Hauptschwierigkeit der strategischen Planung liegt in den nicht absehbaren Veränderungen der Umweltbedingungen, da interne Informationen in der Regel reichlich vorhanden und aktuell sind. Um auf einem aktuellen Stand zu sein, müssen fortlaufend neue Informationen in die Planung der Zukunft einfließen, da man sich mit eben dieser beschäftigt. Dies verändert selbstverständlich auch die Entscheidungsalternativen und erschwert die Findung eines geeigneten Zeitpunktes der Entscheidung.

3. Prozesse und Phasen der Übernahme nach Jansen

Bezüglich der Maßnahmen, welche im Fall einer Unternehmensübernahme zur strategischen Planung getroffen werden müssen, spielt es eine eher untergeordnete Rolle ob eine Privatperson oder ein Unternehmen eine Übernahme durchführen will. Eine Umwelt-, sowie Unternehmensanalyse sind stets die vorgelagerten Schritte der Strategiebestimmung.[12]Der vierte, sowie der fünfte Abschnitt dieser Ausarbeitung entsprechen der Analyse- und Konzeptionsphase im Drei-Phasen-Modell von Jansen, welche die entscheidende und vorgelagerte Rolle im Verlauf der strategischen Planung einer Unternehmensübernahme spielt. In ihr werden alle relevanten Daten zusammengetragen, die zur Strategiekonzeption und Selektion notwendig sind. Jansens Darstellung wurde hier gewählt, da sie einen umfassenden Überblick über die Prozesse der einzelnen Phasen einer Akquisition bietet. Diese sind nicht in ihrer zeitlichen Abfolge gebunden und zudem iterativ sowie integrativ zu betrachten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 : Drei-Phasen-Schema zum idealtypischen Verlauf einer Akquisition[13]

Jansens Betrachtung geht dabei über die Aufgaben der strategischen Planung hinaus, weshalb im Folgenden nur auf ausgewählte Teile seines Konzeptes eingegangen werden soll.

4. Konzeptionsphase

Vor der Entscheidung über die zukünftige Ausrichtung eines Unternehmens steht stets eine aktuelle Unternehmens- und Umweltanalyse. Sie bilden die Informationsvoraussetzung. Im Falle der Übernahmeplanung sollten solche Analysen selbstverständlich das Potential und die Zweckmäßigkeit eines solchen Vorhabens bestätigen. Visionen und Leitbilder werden häufig als erster Schritt im Managementprozess angesehen[14], doch verhält es sich analog zu Jansens Drei-Phasen-Modell. Die Reihenfolge der Vorgänge im Prozess ist nicht festgelegt und als iterativ zu betrachten. Denn vielfach sind Visionen eben erst durch Analysen, Prognosen und/oder Planungen gestalt-und formulierbar.[15]Visionen umfassen eine bestimmte Vorstellung von einer Weiterentwicklung der Unternehmung oder einer neuen Problemlösung, die sowohl sichtbar als auch realistisch erscheint, obwohl die Umsetzung noch nicht geklärt ist. Aus der Vision resultieren Leitbilder, die verbindliche Aussagen liefern und das Handeln des Unternehmens bestimmen. Berufend auf die Leitbilder und Analysen werden die strategischen Ziele abgeleitet, aus denen dann konkrete Unternehmensstrategien generiert werden. Die strategische Planung ist hierfür verantwortlich. Wichtige Analyseinstrumente, welche in der Literatur zum strategischen Management beschrieben sind Szenarioanalysen, Benchmarking, Wertkettenanalysen und Branchenstrukturanalysen. Je nach Aufgabenstellung werden zur Gewinnung der erforderlichen Daten verschiedene Kombinationen und weitere Varianten der Instrumente eingesetzt. Im folgenden Unterpunkt wird lediglich die Entwicklungsrichtung der strategischen Analyseinstrumente kurz dargestellt. Der Ablauf des Planungsprozesses stellt sich folgendermaßen dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Aufriss des Planungsprozesses in Darstellungsform von Steinmann und Schreyögg.[16]

Die strategische Planung ist in diesem Modell zwischen strategischen Optionen und der strategischen Programme anzusiedeln. Die Realisation geschieht durch operative Planung und die Umsetzung der dort entwickelten Teilmaßnahmen.

4.1 Unternehmensanalyse

Die Unternehmensanalyse hat zum Ziel ein möglichst objektives Bild der gegenwärtigen und zukünftigen Stärken und Schwächen der Unternehmung aufzuzeigen.[17]Welge und Al-Laham unterscheiden drei verschiedene Ansätze welche gemeinsam zur Stärken-Schwächen-Analyse genutzt werden[18]:

- Klassische Ansätzeuntersuchen die Potentiale in den Funktionsbereichen oder das bestehende Produktprogramm im Hinblick auf Stärken und Schwächen der Unternehmung
- Wertorientierte Ansätzebetrachten die Konfiguration der Wertkette oder das Geschäftssystem eines Unternehmens
- Ressourcen- und kompetenzorientierte Ansätzeorientieren sich an der Ausprägung bestimmter Ressourcen, Fähigkeiten oder Kernkompetenzen einer Unternehmung

[...]


[1]Vgl. Bamberger, B.: Der Erfolg von Unternehmensaquisitionen in Deutschland, Bergisch Gladbach-Köln, 1994, S.178 ff. zitiert nach Welge, M. K.; Al-Laham, A., Strategisches Management: Grundlagen – Prozess – Implementierung, 2. Auflage, Wiesbaden: Gabler, 1999, S. 450

[2]Vgl. Kreikebaum, H., Strategische Unternehmensplanung, 6. Auflage, Stuttgart, Berlin, Köln: Kohlhammer Druckerei, 1997, S. 15 ff.

[3]In Anlehnung an Grüning, R.: Methodik der strategischen Planung: ein prozessorientierter Ansatz für Strategieplanungsprojekte, 2. Auflage, Bern, Stuttgart, Wien: Haupt, 2002, S. 1

[4]Vgl. Jansen, S. A., Mergers & Acquisitions, 3. Auflage, Wiesbaden, Gabler, 2000, Vorwort zur dritten Auflage

[5]Vgl. Gomez, P.; Weber, B.: Akquisitionsstrategie-Wertsteigerung durch Übernahme von Unternehmungen, Stuttgart, Schäffer, 1989, S. 14 und Picot, G.(Hrsg.): Handbuch Mergers & Acquisitions, Planung, Durchführung und Integration, 2. Auflage, Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 2002, S. 510

[6]Vgl. Korbmacher, H. J.: Die Unternehmensbörse, Marketingberatung: Zum eigenen Unternehmen: Übernahme oder Neugründung?

http://www.kauf-verkauf24.de/index.php?anzeigen=10

[7]Vgl. Kreikebaum, a.a.O., S. 20, unter Verweis auf: Rothgängel, E.: Strategische Unternehmensplanung: Instrument zur langfristigen Existenzsicherung einer Unternehmung, Frankfurt am Main 1989, S. 68 und die dort angegebene Literatur

[8]Vgl. Becker, F. G.; Fallgatter, M. J., Unternehmensführung: Einführung in das strategische Management, Bielefeld, Erich Schmidt, 2002, S. 45

[9]Vgl. Hahn, D.; Taylor, B., Strategische Unternehmensplanung – Strategische Unternehmensführung, 7. Auflage, Heidelberg 1997, S. 3

[10]Vgl. Becker, F., a.a.O., S.48

[11]Rendite auf das eingesetzte Kapital muss hinreichend hoch sein.

[12]Vgl. Kreikebaum, a.a.O., S. 21

[13]Vgl. Jansen, S. A., a.a.O., S. 154

[14]Vgl. Welge, M. K., a.a.O., S. 101

[15]Vgl. Hahn, D.; Hungenberg, H, PuK: Planung und Kontrolle, Planungs- und Kontrollsysteme, Planungs- und Kontrollrechnung: Wertorientierte Controllingsysteme, 6. Auflage, Wiesbaden, Gabler, 2000, S. 112 unter Hinweis auf diverse Autoren

[16]Vgl. Steinmann, H.; Schreyögg, G., Management: Grundlagen der Unternehmensführung; Konzepte, Funktionen, Praxisfälle, Wiesbaden, Gabler 1990, S. 133

[17]Vgl. Welge, M. K., a.a.O., S. 231 ff.

[18]ebenda

Details

Seiten
26
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638453530
ISBN (Buch)
9783638659918
Dateigröße
551 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v48747
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Departement Wirtschaft und Politik
Note
1,3
Schlagworte
Strategische Planung Fall Unternehmens

Autor

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