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Aristophanes und die mystische Welt der griechischen Komödie

Seminararbeit 2005 20 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Biographie

3. Die Werke des Aristophanes
3.1. Allgemein
3.2. Kurzinhalte seiner erhaltenen Werke
3.2.1. Schwerpunkt „Krieg“
3.2.1.1. Die Acharner
3.2.1.2. Der Friede
3.2.1.3. Lysistrate
3.2.2. Schwerpunkt „Innenpolitik“
3.2.2.1. Die Ritter
3.2.2.2. Die Wespen
3.2.2.3. Die Vögel
3.2.2.4. Ekklesiazusen/ Frauen in der Volksversammlung
3.2.2.5. Plutos/ Der Reichtum
3.2.3. Schwerpunkt „Bildung, Erziehung und Kultur“
3.2.3.1. Die Wolken
3.2.3.2. Thesmophoriazusen/ Frauen am Thesmophorenfest
3.2.3.3. Die Frösche

4. Bezüge zum Demeter-Kult in einigen Komödien

5. Die Festspiele der Griechen
5.1. Allgemein
5.2. Lenäen
5.3. Städtische oder Große Dionysien

6. Resümee

7. Bibliographie
7.1. Quellenverzeichnis
7.2. Literaturverzeichnis
7.3. Multimediale Literatur

Anhang
A1: Gesamtübersicht über alle genau datierbaren Werke des Aristophanes

1. EINLEITUNG

Das geschichtliche Wissen der heutigen Zeit über die Ereignisse und religiösen Kulte unserer Vorfahren basiert vor allem auf den uns überlieferten Quellen. Je länger allerdings das Geschehnis zurückliegt, desto bedeutender wird alles, was uns aus dieser Zeit noch erhalten geblieben ist. Demzufolge muss also nicht noch einmal betont werden, welchen unschätzbaren Wert jeder Fund für uns hat, der beispielsweise aus der Zeit stammt, in der der Demeter-Kult entstand und zeremoniell gefeiert worden ist. Zumeist sind die Darstellung sehr subjektiv gefärbt, aber das macht die Sache noch viel interessanter, denn wie haben die Menschen – jeder einzelne - den Kult erlebt? Wie sind sie damit umgegangen? Wie haben sie darüber gedacht? Und wie haben sie ihre Erfahrungen verarbeitet? Wir können sie nicht mehr fragen; deshalb muss sich auch hier an dem festgehalten werden, was über die Jahrhunderte und Jahrtausende nicht verloren gegangen ist.

Im Folgenden soll es um Aristophanes gehen und seine Art des Umgangs mit dem Kult von Eleusis. Aber wer war eigentlich dieser Aristophanes? Und was hat er Beachtliches getan, dass wir ihn heute noch kennen, dass er auch heute noch eine so große Bedeutung für uns und unsere historisch-religiösen Erkenntnisse über die damalige Zeit hat? Es ist sicher nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass es sich hierbei um einen sehr berühmten Dichter handelt. Nun ist herauszufinden, inwieweit es uns erlaubt ist, anhand seiner Werke Rückschlüsse auf die religiösen Feierlichkeiten zu Ehren der Demeter zu ziehen. Sind die uns vorliegenden Stücke alles einfach nur schöne Geschichten oder behandeln sie vielleicht doch die gesellschaftlichen, die politischen, sozialen und vor allem auch religiösen Probleme der Menschen des 5. und 4.Jh v.Chr.? Können wir also von fundierten Quellen ausgehen oder dienten sie nur, um bei den Dichterfestspielen einen Sieg zu erringen?

Dies alles sind Fragen, auf die jetzt Antworten gegeben werden sollen!

2. BIOGRAPHIE

Aristophanes gilt als einer der erfolgreichsten Komödiendichter seiner Zeit. Dennoch weiß man heute nur sehr wenig über sein Leben. Das genaue Geburts- und Todesjahr kann nicht festgelegt werden, jedoch wird er übereinstimmend in die Zeit zwischen 445 und 385 v.Chr. geordnet. Als Mitglied einer Familie von Rang und Namen wurde Aristophanes in der attischen Phyle Pandionis und dem Demos Kydathen, nahe der Akropolis gelegen, geboren.[1] Einer seiner Demenmitbürger war der von ihm verhasste Politiker Kleon. Aristophanes selbst nahm ebenfalls großen Anteil am politischen Leben. So verzeichnet ihn eine attische Inschrift zu Beginn des 4.Jhd.s als amtierenden Prytanen. Dies ist insofern bemerkenswert, da die Übernahme eines Magistratenamtes von keinem anderen seiner Zunftgenossen bekannt ist. Ebenfalls anzunehmen, allerdings nicht bewiesen, ist, dass Aristophanes Kriegsdienst geleistet haben muss, da er sonst nicht so sarkastisch hätte über die Kriegsdrückeberger sprechen können.[2]

Der Vater des Aristophanes hieß Philippos. Die Überlieferung nennt auch drei Söhne des Aristophanes, die angeblich Araros, Philippos, Philetairos oder Nikostratos geheißen haben sollen. Durch die unklare Namensbestimmung des letzten Sohnes und der Tatsache, dass dies alles Namen bedeutender Komödiendicher sind, ist die Befürchtung, dass es sich hierbei um eine absichtliche biographische Konstruktion einer Komödiendichterfamilie handelt, nicht unbegründet.[3]

Weiterhin lässt ein Selbstzeugnis in dem Werk „Acharner“ vermuten, dass Aristophanes wohl Landbesitz auf der Insel Aigina hatte.[4] Ein Bildnis des Komödiendichters ist nicht überliefert worden, deshalb muss an dieser Stelle ein Selbstporträt aus seinem Werk „Frieden“ ausreichen, in dem er selbst von seiner notorischen frühen Glatzköpfigkeit spricht[5]:

„Drum sag ich, es ist wohl billig, daß all

Ihr Männer und Buben mich liebt und ehrt,

Und die Glatzköpfe mahn ich insonderheit,

Zu meinem Sieg mir behilflich zu sein;

Denn gewinn ich, so heißt es, wohin ihr kommt,

Bei jedem Gelage, bei jedem Mahl:

`Dem Glatzkopf bringt es, dem Glatzkopf gebt es

Von dem Backwerk, daß er zu kurz nicht kommt,

Der edelste aller Poeten, der Mann

Mit der glänzend erhabenen Stirne!´“(sic)[6].

Dieses Textzitat spricht jedoch nicht nur für seinen frühen Haarverlust, sondern auch für sein sehr stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Aus zahlreichen Äußerungen in den Parabasen werden das Verhältnis des Aristophanes zu seinen Vorgängern und Mitstreitern, sowie eine gewisse Respektlosigkeit vor den Alten deutlich.[7]

3. DIE WERKE DES ARISTOPHANES

3.1. Allgemeines

Von Aristophanes, der bereits sehr jung begann Stücke zu schreiben, waren der alexandrinischen Philologie 40 Stücke[8] bekannt. Diese lagen in der Bibliothek des Museions in Alexandria mit vier weiteren Texten, deren Echtheit allerdings umstritten ist. Uns sind jedoch nur elf erhalten geblieben, die ziemlich genau datiert werden können. Von den Restlichen existieren Fragmente, das heißt Titelangaben, einzelne Handlungszüge oder Kenntnisse über agierende Personen.[9]

Fast alle der aristophanischen Komödien entstanden während der Zeit des Peloponnesischen Krieges, der oft auch Thema und Mittelpunkt der Werke war. Weiterhin hat Aristophanes „das Landvolk, seine Nöte, seine Friedenssehnsüchte .. mit sichtlicher Anteilnahme und bewundernswerter Sicherheit und Lebendigkeit oft geschildert“[10]. Dabei ist die Wahl seiner Komödieninhalte nicht völlig planlos – ein quellender Reichtum an Themen, Motiven, Situationen, sowie Sinnenfreuden für Augen und Ohren.[11]

Die elf überlieferten Komödien des Aristophanes, die an dieser Stelle kurz zusammengefasst werden sollen, um die Themenvielfalt und den Ideenreichtum des Komödiendichters zu verdeutlichen, können in drei Schwerpunkte untergliedert werden: „Krieg“, „Innenpolitik“ und „Bildung, Erziehung und Kultur“.[12]

3.2. Die Kurzinhalte seiner erhaltenen Werke

3.2.1. Schwerpunkt „Krieg“

3.2.1.1. Die Acharner

Der attische Bauer Dikaiopolis (= „der gerechte Bürger“), der schon sechs Jahre dem Peloponnesischen Krieg überdrüssig war, kauft sich in Sparta einen Separatfrieden, da er die Volksversammlung und die korrupten Beamten nicht von seinen Friedensplänen überzeugen konnte. Dadurch kann er wieder mit allen Nachbarstaaten Handel treiben und braucht auch von sämtlichen Luxusgütern, über die er nun wieder verfügt, niemanden etwas ab zu geben. Während Dikaiopolis ein ausgelassenes ländliches Bauernfest feiert und sich als Sieger des Wetttrinkens bejubeln lässt, wird der verwundete Kriegsheld und Großsprecher General Lamachos kläglich über die Bühne geschleppt wird.[13]

[...]


[1] Vgl. Seel: Versuch über Komödie, S.174.

[2] Vgl. Möllendorf: Aristophanes, S. 59.; Weinreich: Einführung, S.LV.

[3] Vgl. Möllendorf: Aristophanes, S. 59.

[4] Vgl. Seel: Versuch über Komödie, S.174.; Weinreich: Einführung, S.LV.

[5] Vgl. Weinreich: Einführung, S.LVII.; Möllendorf: Aristophanes, S.59.

[6] Aristoph. Pax 765-774.

[7] Vgl. Görgemanns: Literatur, S.156.; Weinreich: Einführung , S.LVI.

[8] Im Anhang ist eine Gesamtübersicht über alle genau datierbaren Werke des Aristophanes angefügt.

[9] Vgl. Seel: Versuch über Komödie, S.174.; Weinreich: Einführung, S.LV-LVII.

[10] Weinreich: Einführung, S.LVI.

[11] Vgl. Weinreich: Einführung, S.LIV-LXVIII.

[12] Vgl. Möllendorf: Aristophanes, S.63.

[13] Vgl. Möllendorf: Aristophanes, S.63.; Seel: Versuch über Komödie, S.174.; Weinreich: Einführung, S.LXIX-LXXIII.

Details

Seiten
20
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638451642
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v48455
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Theologische Fakultät
Note
2,0
Schlagworte
Aristophanes Welt Komödie Antike Mysterien Neue Testament

Autor

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Titel: Aristophanes und die mystische Welt der griechischen Komödie